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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Der Preis des Gehorsams
Eingestellt am 09. 02. 2006 19:21


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sylvanamaria
Festzeitungsschreiber
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Der Preis des Gehorsams


Es geschah in der Villa Strandblick. Viele der damals Anwesenden konnten sich nach Jahre danach an den Tag erinnern....

Gr├Ąfin Emilie von Hohenstein betrat zum wiederholten Male das Speisezimmer um zu pr├╝fen, ob alles zu ihrer Zufriedenheit arrangiert worden war. Es musste perfekt sein, wenn heute abend die Verlobung ihrer Tochter Cecilie mit dem Baron Ernst von Wittersloh verk├╝ndet werden sollte. Ein Traum diese Verbindung und die Kr├Ânung zahlreicher Bem├╝hungen wie Deb├╝tantinnenball, Tanztees, Soireen und ├Ąhnlich langweilige Veranstaltungen. Die gleichen Gesichter, die gleichen Geschichten. So oft hatte sich die Gr├Ąfin gefragt, was sie bewogen hatte, ihre Heirat einzugehen, obwohl sie bei ehrlicher Betrachtung zugeben musste, dass sie aufgrund ihrer Erziehung und ihres Elternhauses nie wirklich eine Alternative gehabt hatte. Finanzielle Abgesichertheit war f├╝r ein M├Ądchen und eine Frau immer noch das Erstrebenswerteste, die zahlreichen Annehmlichkeiten und Luxus lie├čen den h├Ąsslichsten Ehemann gut aussehen. Nicht, wenn es nach Cecilie ging. Sie sprach von Unabh├Ąngigkeit, Liebe, hatte eigene Vorstellungen von ihrem Leben und wollte W├╝nsche ausleben. "Kleines dummes M├Ądchen." Die Gr├Ąfin sch├╝ttelte den Kopf. Was wusste Cecilie schon vom Leben, wohlbeh├╝tet aufgewachsen. Als einziges Kind des Hauses hatte Cecilie eine weit ├╝ber das Ma├č hinausgehende Erziehung genossen als die ├╝bliche h├Âhere T├Âchterbildung. "Vielleicht ein Fehler" dachte Emilie, denn Cecilie war intelligent und wissensdurstig. Intelligenz war nicht unbedingt ein aufwertender Heiratsfaktor. Die Gr├Ąfin ├╝bersah allerdings nicht, dass ihre Tochter anders war als sie selbst. Nicht das Geld, sondern das Leben reizte Cecilie, das Abenteuer, die Herausforderung. Emilie war froh, wenn der Abend nicht in einem Eklat enden w├╝rde. Sie kannte Cecilie im Gegensatz zu ihrem Mann, der immer noch das kleine s├╝├če bildh├╝bsche M├Ądchen in ihr sah.
Emilie seufzte. Zu stressig schon war der Vormittag gewesen. Sie musste einem M├Ądchen k├╝ndigen. Was lie├č sich das dumme Ding auch ein Kind machen? Es musste doch wissen, was ein uneheliches Kind bedeuten w├╝rde. Der Vater sollte der Hausherr sein und hatte wohl versprochen f├╝r Mutter und Kind zu sorgen. Emilie konnte solche Gedanken auf keinen Fall zu lassen. Ernst August war schon immer viel zu nachgiebig. Schade, denn das M├Ądchen war gut gewesen und gutes Personal ist heutzutage selten. Die Gr├Ąfin kontrollierte trotz der d├╝steren Gedanken penibel das eingedeckte Silbergeschirr, die Blumenarrangements und wandte ihre Schritte zur K├╝che, um mit der K├Âchin noch einmal die Speisefolge durchzugehen.
Was Ernst August wohl bewogen hatte, die Verlobung in der Strandvilla auf Usedom zu feiern? Warum nicht in der Grunewaldvilla in Berlin? Dies w├Ąre stilvoller und auch einfacher gewesen. Sicher, sie mochte die Villa, aber der Arbeitsaufwand war enorm. Die aufw├Ąndige Reinigung aufgrund der Salzluft, die Silber schnell anlaufen und die Erhaltungsaufwendungen der imposanten Holzvilla in die H├Âhe schnellen lie├č. Die feuchte Schw├╝le im Sommer, besonders jetzt im Juni lie├č trotz Seeluft Garderobe und Frisuren der Damen sp├Ąter am Abend doch etwas derangiert aussehen, ganz zu schweigen von der korrekten Garderobe der Herren, die abends etwas eng wer-den w├╝rde. Und dann diese vielen kleinen Plagegeister: M├╝cken, Fliegen, Wespen. Und nicht zu vergessen die Transportwege f├╝r alle ben├Âtigten Dinge; Gott gebe, dass nichts fehlte. Es w├Ąre unm├Âglich, jetzt noch bestimmte Accessoires oder Speisezutaten zu besorgen. Die Besorgungsliste in Berlin war auch sehr lang gewesen. Emilie glaubte den Grund f├╝r Ernst Augusts Wahl zu kennen. Hier hatte er seine erste Verlobung gefeiert. Sie selbst war nur die zweite Wahl gewesen. Es schmerzte heute noch. Ernst August wollte f├╝r seine Tochter die gleiche Romantik, die er selbst empfunden hatte und in Adelskreisen so selten ist. Emilie war sich ziemlich sicher, dass sich die Trag├Âdie einer Entlobung wiederholen w├╝rde. Nicht, wenn sie es verhindern k├Ânnte.
In der K├╝che arbeiteten alle Beteiligten mit H├Âchstgeschwindigkeit. Ein F├╝nf - G├Ąnge - Men├╝ f├╝r 212 G├Ąste war fertig zu stellen zus├Ątzlich zu den Empfangskleinigkeiten und den kleinen Kuchen f├╝r den Damenempfang und den Rauchabend der Herren. Das K├╝chenpersonal hatte zur Zufriedenheit Emilies alle im Griff. Sie musste noch den Garten inspizieren. Der Abend war lau genug, um die Terrassent├╝ren zu ├Âffnen und ein Teil der Feier in den Barockgarten zu verlegen. Die G├Ąrtner hatten eine Woche, um das 2000 qm gro├če Gartenareal in eine tropische bl├╝hende Gartenlandschaft mit Bouinginvillea, Geranien, Lilien, Orchideen, Rosen, Oleander und vielen anderen Gew├Ąchsen zu verwandeln mit lauschigen B├Ąnken, Kreuzg├Ąngen und kleinen Pavillons - in der Mitte genug Platz f├╝r Kapelle und Tanzfl├Ąche. Am Gartenende fiel das Gel├Ąnde sanft zu einem breiten wei├čen Strand ab, der sich mit einem exotisch geharkten Muster dar bot. Der leise Wellenschlag der Ostsee harmonierte mit dem s├Ąuselnden Wind in den sich wippenden Kronen der Gartenb├Ąume. Emilie wusste allerdings, dass sich das Meer auch in ein br├╝llendes Ungeheuer verwandeln konnte, dessen gierige Arme nach dem Land lechzten. Oft genug bestand Gefahr f├╝r das Grundst├╝ck, bisher hatte die gesch├╝tzte Lage aber immer das Schlimmste verhindert.
Es wurde Zeit zum Ankleiden. Die ersten G├Ąste w├╝rden bald eintreffen. Emilie inspizierte noch das Empfangspersonal und war zufrieden mit ihrer Planung. Sie wandte sich zum ersten Stock - gewappnet f├╝r das n├Ąchste Gefecht und klopfte an Cecilies T├╝r. Keine Antwort. Sie klopfte noch einmal. Kein Ton. "Cecilie, mach die T├╝r auf. Ich billige dieses Verhalten nicht." Endlich eine Reaktion. " "Geh, maman". Emilie versuchte es noch einmal. "├ľffne die T├╝r, mein Kind." Ein hartes "Nein" ert├Ânte aus dem Zimmer. Gr├Ąfin Emilie kannte diesen Ton. Sie konnte nur hoffen, das Cecilie vern├╝nftig sein w├╝rde. Nun, bald war sie dieser Sorge ledig. Cecilies Ehemann w├╝rde ihr diese Flausen wohl austreiben. Emilie krampfte die H├Ąnde ineinander. So viel hing von diesem Abend ab. Sie verschwendete keinen Gedanken an das zuk├╝nftige Schicksal ihrer Tochter; dahingehend werden Adelst├Âchter nicht erzogen. Einzig Tradition und Stammbaum z├Ąhlten.
Die Zeit raste. Gr├Ąfin Emilie eilte in ihr Boudoir. Ihre gute Laune ausgel├Âst durch ihr Spiegelbild schwand, als sie ihren Ehemann allein am Fu├če der weitgeschwungenen Treppe sah. "Wo ist Cecilie?". Ernst brummelte etwas von "Frauensachen". Emilie hatte M├╝he Haltung zu bewahren und schwor, dass ihre Tochter dieses Verhalten zum letzten Mal an den Tag gelegt hat. Sie wusste nicht, wie recht sie haben sollte. Nach einigen Erkundigungen seitens der G├Ąste gingen ihr letztendlich f├╝r Cecilies Fernbleiben die Ausfl├╝chte aus. Als der Br├Ąutigam seine Braut begr├╝├čen wollte, lie├č Emilie sich entschuldigen und eilte in den ersten Stock. Wider Erwarten stand Cecilies T├╝r offen und das extra f├╝r die Verlobung angefertigte Kleid lag unber├╝hrt auf dem Bett. Als Emilie sich suchend umsah, erblickte sie auf dem Schminktisch einen Brief mit ihrem Namen. Sie sp├╝rte, wie ihr Herz ein paar Takte aussetzte und f├╝hlte eisiges Entsetzen in sich. Sie sah im Spiegel der Kommode ihr blasses Gesicht mit weit aufgerissenen Augen. Nie hatte sie in Erw├Ągung gezogen, dass sich Cecilie der Verlobung wiedersetzen w├╝rde. Sie war immer davon ausgegangen, dass eine wohlerzogene Tochter die W├╝nsche ihrer Eltern respektiert und sich ihrer Herkunft und Pflichten bewusst ist. Mit zitternden H├Ąnden ├Âffnete sie den Brief.
" Liebe maman, ich wei├č, dass ich dir mit meinem Entschluss sehr weh tue. Auch wenn ich es dir nie gezeigt habe, ich liebe dich sehr. Verzeih mir und denke daran, ich gehe dir nur voraus, du wirst mich wiedersehen. Die von euch geplante Verbindung kann ich nicht eingehen. Ich w├╝rde sterben wie eine Blume ohne Sonne und Regen. Ich hasse den Baron. Er nimmt mir schon jetzt alle Luft zum Atmen. Ich kann mir nicht vorstellen, seine Frau zu werden, in seinem Haus von seiner Gnade zu leben und Kinder von ihm zu haben. Da ich in dieser Verbindung sterben w├╝rde, ziehe ich es vor, den Zeitpunkt selbst zu bestimmen auf heute. Verzeiht mir. Ich liebe euch, aber diesen Gehorsam muss ich euch verweigern. Eure trauernde Tochter Cecilie."
Ein schriller Schrei wie von einem zu Tode getroffenen Tier lie├č alle Anwesenden erstarren. Die Zofe fand Gr├Ąfin Emilie erstarrt auf dem Boden im Zimmer ihrer Tochter - regungslos, mit dem zerkn├╝llten Brief in der Hand. Die anschlie├čende fieberhafte Suche in Villa, Garten und am Strand brachte nichts zutage, weder Cecilie selbst noch eine L├Âsung des Geheimnisses. Einzig eine Haarspanne am Strand lie├č ein Drama bef├╝rchten. Es wurde eine unheimliche Nacht in der Villa Strandblick. Der Arzt hatte Emilie Laudanum eingefl├Â├čt. Das Personal traf sich nicht einmal wie sonst nach Dienstende zum Tratschen ├╝ber die Herrschaft. Cecilie war sehr beliebt unter ihnen, hatte immer ein offenes Ohr f├╝r Sorgen und N├Âte anderer. Totenstille und greifbare Trauer erf├╝llten das Haus.
Am Morgen wurde Cecilies Leiche unter dem Bootssteg gefunden. Selbst der Tod hatte den waidwunden Blick in den Augen des jungen M├Ądchens nicht l├Âschen k├Ânnen und offenbarte die Qual dieses jetzt beendeten Lebens. Cecilies Wunsch zum Leben war die Wahl des Todes.
Gr├Ąfin Emilie bestand trotz Abraten ihres Ehemannes und ihres Arztes auf einem Abschied von ihrer Tochter und brach ├╝ber Cecilies K├Ârper zusammen. Nach einem Monat verstarb sie an einem b├Âsartigen Nervenfieber.
Die Tochter hatte nicht lange auf die Mutter warten m├╝ssen.

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syl

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F Fuller
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Und wieder...

sylvavamaria, bist du Fremdschprachlerin? Das w├╝rde einiges erkl├Ąren. Denn S├Ątze wie: "Ein Traum diese Verbindung und die Kr├Ânung zahlreicher Bem├╝hungen wie Deb├╝tantinnenball, Tanztees, Soireen und ├Ąhnlich langweilige Veranstaltungen." oder Worte wie"Abgesichertheit" (es hei├čt Absicherung) k├Ânnen dem Leser, der sich das Werk eines vermeindlich Muttersprachlers ldurchliest, den Spa├č nehmen.

So ziehe ich es vor, meine momentan ohnehin knappe Zeit anderen Texten zu widmen. Vielleicht ├╝berarbeitest Du den Text mal...?

F.

P.S.: Bitte nicht per Mail antworten!

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sylvanamaria
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Preis des Gehorsams

Du scheinst zu ├╝bersehen, dass sich Sprache entwickelt. Heute wird oft die Endsilbe -heit durch -sein ersetzt (lebendige Sprachentwicklung). Wenn du mit deinen 140 Werken dich als Profi ansiehst, dann soll es so sein. Lass den anderen ihr Hobby und ihren Spa├č. Lies die Autoren, die dir nicht gefallen, einfach nicht. Bleibe also meinen Texten fern, wenn sie unter deinem Level liegen, und nutze deine kostbare Zeit anders. Auch ich habe Besseres zu tun als deine Stresskommentare zu lesen. Sylvanamaria
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syl

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Deine Kommentare verschlagen mir schlichtweg die Sprache. Ich werde also Deinem Rat folgen und in Zukunft DEINE Texte nicht mehr lesen.

F.

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