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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Priesterjunkie
Eingestellt am 24. 03. 2002 11:57


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Kaiser Nero
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2001

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"Halleluja", schrief der dicke, alte verr√ľckt gewordene Priester von der Kanzel, als er sich seine Kutte vom Leib riss und seinen vom Weihrauchduft umh√ľllten K√∂rper der Kirchengemeinde offenbarte. W√§hrend sich die Ministranten vor Lachen kaum halten konnten und die alten Frauen sich ihre Kopft√ľcher vor die Augen hielten, stand der Priester splitternackt √ľber den mehr oder weniger Gl√§ubigen und go√ü sich Weihwasser √ľber sein Haupt, bis ihm seine Haare v√∂llig durchn√§sst ins Gesicht hingen. Die 2 √§ltesten Messdiener versuchten den offenbar verwirrten Priester von der Kanzel zu zerren und ihm seine Gew√§nder √ľber zu ziehen, doch dieser schmetterte ihnen nur erz√ľrnt sein Kreuz entgegen; und die Weihrauchglut gleich nach.
R√§tselraten war unter der Kirchengemeinde angesagt. Niemand wusste was als n√§chstes kommt und niemand wusste was √ľberhaupt mit dem ansonsten so gottesf√ľrchtigen und dem√ľtigen Priester los war. Niemand? Doch. Einer wusste davon. Der kleine 8-j√§hrige Ministrant Ludewig Stalingrad. Ludewig hatte dem Pfarrer Meskalintropfen in den Wein gegeben, welche er gestern erst gekauft hatte, √ľber deren Qualit√§t er aber noch nichts wusste und also diese am Priester testete. Anscheinend schienen sie zu wirken; und wie. Ludewig freute sich erstmal. Tja, damit l√§sst sich sicher einiges verdienen, schlie√ülich gieren die anderen Ministranten ja nur so nach Drogen, und vielleicht, ja, vielleicht hat ja auch der Herr Pfarrer seine Freude mit den Zaubertr√∂pfchen.
Dessen Trip schien gar nicht enden zu wollen. Er las, ja schrie, mittlerweile verschiedenste Bibelstellen von der Kanzel. "Und sie zogen aus am Mittag. Ben-Hadad aber trank und berauschte sich im Zeltlager, er und die K√∂nige, die 32 K√∂nige, die ihm halfen.", hallte es durch die ganze Kirche. Er schwang das Weihrauchf√§sschen und forderte prompt die alten Frauen im Kirchenchor auf, "Highway to hell" anzustimmen. Der verdutzte und ratlose Chorleiter kam nicht einmal dazu dem Priester zu antworten, da schlug dieser schon mit seinem kleinen handlichen Kreuz auf den armen Mann ein, aufdas dieser die Umrisse das gekreuzigten Heilands auf seiner Brust wieder fan. "Lufzifer, Luzifer, mein F√ľrst der Finsterniss", keuchte er und griff mit der Hand in den Hostienteller, um sich sogleich den Mund mit dem Leib Christi vollzustopfen.
Der Trip des Priester schien nun am Höhepunkt angelangt zu sein. Er sprang von der Kanzel und humpelte aus der Nase blutend und nackt zum Altar. Einige Leute waren inzwischen gegangen, andere versuchten die Polizei oder Rettung anzurufen, aber niemand traute sich auch nur in die Nähe des Pfarrers.
Nachdem dieser beinahe die ganze Flasche Messwein ausgetrunken hatte, kletterte er auf das Kreuz, und versuchte Jesus loszuschrauben, um sich selbst auf das Kreuz zu hängen.
Ludewig Stalingrad aber saß fasziniert und grinsend neben den anderen Ministranten. Da hatte er aber verdammt guten Stoff bekommen, da wird morgen im Kindergarten was los sein.
Pl√∂tzlich fiel ein Schuss und der Pfarrer fiel ca. 1 Meter vom Kreuz und blieb auf der Stufe zum Altar liegen. Ein J√§ger des Dorfes hatte ein Bet√§ubungsmittel auf den Geistlichen abgeschossen. Dieser lag nun nackt, verschwitzt und seelenruhig in der Kirche. Einige M√§nner zogen ihm sein Gewand √ľber und schafften ihn in die Sakristei, wo er nun die n√§chsten Stunden schlafen w√ľrde. Die Kirchengemeinde beschloss √ľber den Vorfall zu schweigen, um den Ruf der Kirche in der √Ėffentlichkeit nicht noch mehr zu sch√§digen. Niemand au√üer den Beteiligten an diesem Sonntag solle von diesem Vorfall jemals erfahren.
Der kleine Ludewig zog sein Ministrantengewand aus, schraubte sein Fläschchen zu und betrachtete es stolz. Ludewig Stalingrad wusste, dass auch er einmal Priester werden will. Ein Priesterjunkie.

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Zeder
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Hallo Kaiser Nero,
das ist göttlich! Dein Text läuft ab wie ein grotesker Film, keine Regiefehler, ein einwandfreies Drehbuch.
(Mein Zwerchfell tut jetzt noch weh vom Lachen).
Wird es noch weitere Filme dieser Art geben? Warte gespannt!

Viele Gr√ľ√üe,
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"Die Ceder ist ein hoher Baum, oft schmeckt man die Citrone kaum" (Wilhelm Busch)

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Kaiser Nero
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2001

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jaja, werd mal wieder was posten. mehr solcher geschichten gibts ja auf meiner homepage. irgendwie gefällt mir der schluss der geschichte nicht, aber mein jugendlicher profilierungstrieb hat mich wohl dazu gebracht, die geschichte gleich zu posten, anstatt nochmals einige mail daran rumzufeilen.

mfg,
j√ľrgen
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