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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Prinz, der eigentlich ein Frosch war
Eingestellt am 22. 11. 2004 18:52


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Tochter des Ozeans
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Der Prinz, der eigentlich ein Frosch war


Lisa sah aus dem Fenster. Eine bedrohliche Leere breitete sich vor ihren Augen aus, ein St├╝ck Freiheit, w├╝rde Bernd es nennen.
Doch f├╝r sie war der kahle Erdboden nicht lebendig. Gewiss, er k├Ânne Leben vorbringen, wenn man ihn bepflanzen und gie├čen w├╝rde. Man k├Ânnte ihn auch mit bunten Steinplatten gestalten, kleine Beete anlegen; Kr├Ąuter-, Gem├╝se- oder Blumenbeete. Im Sommer w├Ąre der Garten dann farbenfroh, die Tomatenstr├Ąuche w├╝rden sich um Holzstangen winden und im Herbst w├╝chsen auf dem Kompost K├╝rbisse, die gr├Â├čer als Fu├čb├Ąlle w├Ąren.

Es knarrte, als Lisa sich einen Stuhl heranzog, sich auf das Fensterbrett setzte, an die kalte Wand lehnte und ihren Fu├č auf den Stuhl stellte.
Sie schloss die Augen, malte sich aus, wie der Garten nach der Ernte auss├Ąhe. Die V├Âgel w├╝rden ├╝ber ihn hinweg gen S├╝den fliegen und der Frost z├Âge Risse in den braunen Boden. Der Wind spiele mit den Bl├Ąttern, in denen kein Saft mehr flie├če und Bernd w├╝rde t├Ąglich mit dem Rechen die abgefallenen Bl├Ątter zusammen kehren und auf den Kompost werfen. Man k├Ânnte sie allerdings auch auf die kahlen Beete legen. Lisa erinnerte sich an die mit Heu bedeckten Beete der Nachbarn. ÔÇ×Um sie vor dem Frost zu sch├╝tzenÔÇť hatte der Hobbyg├Ąrtner erkl├Ąrt. Aber Laub w├╝rde es sicher auch tun.
Und w├Ąhrend Bernd mit dem Laub und dem Wind k├Ąmpfte, w├╝rde Lisa in der K├╝che stehen und Marmelade kochen. Oder Apfelmus. Sie w├╝rde singen. Heiter und beschwingt. Ja, das w├╝rde sie.

Wenn sie den Nachbarn begegnen w├╝rde, wiesen diese Lisa l├Ąchelnd auf angetrocknete Marmeladenflecken auf ihren zarten Wangen hin. ÔÇ×Wieder eingekocht?ÔÇť w├╝rden sie fragen, in der Hoffnung, der jungen Frau ein Glas abschwatzen zu k├Ânnen.
Neckisch w├╝rde Lisa sie auf ihre Habgier hinweisen und ihnen dann etwas von ihrer Konfit├╝re zusichern. Lisa w├╝rde sch├Âne, bunte Aufkleber gestalten, die die Gl├Ąser kennzeichneten. Einen Teil der Marmelade w├╝rde sie verschenken, die restlichen neben die Kartoffeln und ├äpfel in das Kellerregal stellen.
Bernd und Lisa w├╝rden in einem sch├Ânen Haus mit wei├čen W├Ąnden wohnen. Nicht zu gro├č, aber auch kein kleines Loch sollte es sein. Gerade so, dass jeder seinen Raum h├Ątte, sich jeder zur├╝ckziehen k├Ânnte. Jeder der beiden sollte sich wohl f├╝hlen. Lisa w├╝rde die Wohnung sch├Ân dekorieren, Fotos in Rahmen aufstellen, T├╝cher ├╝ber die Schlafecke h├Ąngen und Kerzenlichter in die Fensterrahmen stellen.

ÔÇ×Kleine!ÔÇť Lisa zuckte zusammen. ÔÇ×Kommst du? Hilf mir mal!ÔÇť
Schwerm├╝tig verlie├č das M├Ądchen ihren Fensterplatz und trottete in die K├╝che. Ihre Mutter stand am Herd und r├╝hrte in einem schweren orange-braunen Brei. Das Radio lief und ├╝bert├Ânte die von au├čen eindringen Ger├Ąusche.
ÔÇ×Deck bitte den Tisch!ÔÇť
Lisa gehorchte, stellte Teller, Gl├Ąser und Besteck auf die rot-wei├č karierte Plastikdecke.

Als Lisa abends im Bett lag, fiel ihr ein, dass sie auch einen kleinen Teich anlegen k├Ânnten. Mit ein paar Fischen drin. Orange, wie die K├╝rbisse im Herbst, und rote, f├╝r die reifen ├äpfel.
Und im Fr├╝hjahr k├Ânnten sie Kaulquappen aus den S├╝mpfen holen. Bis sie sich zu Fr├Âschen entwickelten, dann w├╝rden Bernd und Lisa die Tiere wieder zur├╝ck in die freie Natur bringen. Die beiden w├╝rden sie in Schraubgl├Ąsern fangen und mit dem Rad in den Wald zu den S├╝mpfen fahren. Auf dem Weg dorthin w├╝rden sie fr├Âhliche Fr├╝hlingslieder tr├Ąllern, so laut, dass auch die achtzigj├Ąhrigen, schwerh├Ârigen Omas und Opas es h├Âren w├╝rden.
Vorsichtig w├╝rde Lisa die Gl├Ąser aus dem Fahrradkorb heben und auf das Gras stellen. Behutsam die Deckel abschrauben und die Tiere ins Wasser fallen lassen. Sie w├╝rde Bernd anl├Ącheln.
Bernd w├╝rde Lisas L├Ącheln erwidern. Bis es eingefr├Âre. Das Funkeln aus seinen Augen verschw├Ąnde, sie w├╝rde blitzen, und sein L├Ącheln verwandle sich in ein bissiges Grinsen.
Hastig griff er nach der Hand des M├Ądchens, Drohungen aussprechen, unter ihren Rock fassen und ihren K├Ârper an den seinen pressen. Lisa w├╝rde nicht schreien. Der vier Jahre ├Ąltere Junge z├Âge sie in den Wald, wo sie f├╝r niemanden sichtbar w├Ąren. Lisa w├╝rde zu atmen aufh├Âren.
Der Siebzehnj├Ąhrige krallte seine Hand in ihren Po und bef├Ąhle ihr sich auszuziehen.

Und Lisa? Was w├╝rde sie machen?
W├╝rde sie sich wehren? Oder w├╝rde sie splitternackt vor ihm stehend um Gnade bitten? W├╝rde sie wispern, heulen oder kratzen und schreien?
Es war doch Bernd! Ihr Bernd...!

Lisa drehte sich von der einen auf die andere Seite. Das Bett schenkte ihr keine Geborgenheit mehr. Das M├Ądchen stand auf und ging auf die Toilette, wusch sich das Gesicht. Ihre Wangen waren rot, ihr war hei├č. Sie zog ihre Bettdecke vom Bett und bedeckte sich mit ihrem wei├čen Schleier. Er geh├Ârte zu ihrem Faschingskost├╝m, sie war dieses Jahr als Engel verkleidet gewesen.

Lisa schloss die Augen. Erneut sah sie das Gesicht des Jungen. Schnell riss sie die Augen wieder auf. Leise tickte der Wecker neben ihr.
Nerv├Âs knipste sie ihre Nachttischlampe an und schlug ihr Tagebuch auf. In ihren Aufzeichnungen tauchte der Name ÔÇ×BerndÔÇť in letzter Zeit h├Ąufig vor. Lisa wusste l├Ąngst, dass sie sich in den Elftkl├Ąssler verliebt hatte.
Er neckte, piesackte und jagte sie ├╝ber den Schulhof. Einmal hatte er ihre Hose aus der Umkleidekabine gestohlen, als sie noch in der Halle spielte. Bernd hatte sie am Hinterteil in Wasser getunkt, so sah es aus, als habe Lisa in die Hose gepinkelt. Im Klassenraum, er war mit einer Hand voll Jungen aus ihrer Klasse befreundet, schmiss er im Vorbeigehen gerne ihr M├Ąppchen auf den Boden.
Lisa sagte nie etwas. Das waren nichts weiter als kleine Rangeleien. M├Âglicherweise war das seine Art, seine Zuneigung zu zeigen...
Bernd w├╝rde sie niemals verletzen, schon gar nicht absichtlich. Niemals. Er tat das ja nicht absichtlich, nicht b├Âsartig. So war er eben. Man musste ihn so nehmen. Er neckte die M├Ądchen eben gerne, spielte sich gerne auf.
Die M├Ądchen...? Eigentlich machte er das nur bei Lisa...
Und wenn doch?
Wenn er sie wirklich verletzen w├╝rde? W├╝rde sie es hinnehmen?
Wie gut kannte sie den Jungen denn schon?

Lisa nahm einen Stift und tippte damit auf einer neuen Seite ihres Tagebuchs.
Und was, wenn doch? schrieb sie schlie├člich unter ihren letzten Eintrag.

Der Mond schien hell durch ihr Zimmer. Er war immer bei ihr, jede Nacht. Auch wenn Lisa ihn nicht sah, wusste sie, dass der Mond ├╝ber ihrem Zimmer stand. Sie konnte ihn manchmal nur wegen der Wolken sehen, aber da war er immer, das hatte sie in Erdkunde gelernt.
Bernd war auch immer da. Aber er leuchtete nie.
Lisa war es, die leuchtete. Und sie gab Bernd etwas von ihrem Licht ab. Dieser Gedanke ├Ąrgerte und verwirrte sie zugleich: Bernd stahl ihr Licht! Nein, er hatte sie nie gefragt. Aber vielleicht musste es ja so sein...?

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Denschie
Guest
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hallo tochter des ozeans,
ich wei├č nicht so recht, was ich
von deiner geschichte halten soll.
der junge ist zw├Âlf und das m├Ądchen
vier jahre j├╝nger, also acht, oder?
das mag nur eine kleinigkeit sein, aber
f├╝r mich verzerrt es die ganze geschichte.
ich versuche mal zu verdeutlichen, was ich
meine:

quote:
Lisa sah aus dem Fenster. Eine bedrohliche Leere breitete sich vor ihren Augen aus, ein St├╝ck Freiheit, w├╝rde Bernd es nennen.
Doch f├╝r sie war der kahle Erdboden nicht lebendig. Gewiss, er k├Ânne Leben vorbringen, wenn man ihn bepflanzen und gie├čen w├╝rde.
ich finde, du versetz dich hier nicht gut in ein
achtj├Ąhriges m├Ądchen. es klingt eher nach einer
erwachsenen frau.

quote:
Der vier Jahre ├Ąltere Junge z├Âge sie in den Wald, wo sie f├╝r niemanden sichtbar w├Ąren. Lisa w├╝rde zu atmen aufh├Âren.
Der Zw├Âlfj├Ąhrige krallte seine Hand in ihren Po und bef├Ąhle ihr sich auszuziehen.
dann diese vergewaltigungsszene. meinst du, dass viele
zw├Âlfj├Ąhrige achtj├Ąhrige vergewaltigen? ich hoffe nicht.
es wirkt zumindest so geschildert nicht realistisch.

quote:
Er neckte, piesackte und jagte sie ├╝ber den Schulhof. Einmal hatte er ihre Hose aus der Umkleidekabine gestohlen, als sie noch in der Halle spielte. Bernd hatte sie am Hinterteil in Wasser getunkt, so sah es aus, als habe Lisa in die Hose gepinkelt. Im Klassenraum, er war mit einer Hand voll Jungen aus ihrer Klasse befreundet, schmiss er im Vorbeigehen gerne ihr M├Ąppchen auf den Boden.
auch das finde ich nicht kindgem├Ą├č geschildert.

und dann die abschlie├čenden ├╝berlegungen lisas:
quote:
Der Mond schien hell durch ihr Zimmer. Er war immer bei ihr, jede Nacht. Auch wenn Lisa ihn nicht sah, wusste sie, dass der Mond ├╝ber ihrem Zimmer stand. Sie konnte ihn manchmal nur wegen der Wolken sehen, aber da war er immer, das hatte sie in Erdkunde gelernt.
Bernd war auch immer da. Aber er leuchtete nie.
Lisa war es, die leuchtete. Und sie gab Bernd etwas von ihrem Licht ab. Dieser Gedanke ├Ąrgerte und verwirrte sie zugleich: Bernd stahl ihr Licht! Nein, er hatte sie nie gefragt. Aber vielleicht musste es ja so sein...?
h├Âren sich f├╝r mich eher wie die ├╝berlegungen einer reifen
frau an, die eine unbefriedigende beziehung f├╝hrt.

fraglich bleibt f├╝r mich, was du mit dieser
geschichte ausdr├╝cken m├Âchtest. worum geht es?
geht es um bernd, den frosch-prinzen oder um
kinderliebe?

viele gr├╝├če,
denschie

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Tochter des Ozeans
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Ich verstehe deine Kritik. Ehrlich gesagt, war mir das auch klar, als ichs rein gestellt hab...
Ich bin mit dem Alter nicht zufrieden - ich wei├č nciht, wie alt sie sein sollen. Fest steht f├╝r mich, dass sie noch sehr jung ist, er vier Jahre ├Ąlter sein soll.
Sie soll auch noch ein M├Ądchen sein, sie soll noch etwas Zerbrechliches an sich haben...

Was meinst du, welches Alter w├╝rde f├╝r dich passen?

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Denschie
Guest
Registriert: Not Yet

wie w├Ąre 13 und 17?
mit 13 ist man als m├Ądchen noch sehr
unerfahren und zerbrechlich. auch noch nicht
sicher, wie mit dem eigenen k├Ârper umzugehen ist.
einen jungen mit 17 stelle ich mir auch noch
nicht so ganz seiner selbst sicher vor.
da w├╝rde die szene im wald ganz gut passen.
was meinst du?
liebe gr├╝├če,
denschie

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13 udn 17 find ich gut. - Ich habs jetzt nochmal ver├Ąndert. Du hast Recht, da passen die Verhaltensweisen eher zum Alter bzw. Entwicklung.

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