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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Pudel und der Dackel, und nichts als die Wahrheit
Eingestellt am 11. 11. 2003 17:08


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Nova
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Nov 2003

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Der Pudel und der Dackel, und nichts als die Wahrheit.

Am Mittag beobachtete ich vom Fenster eine Schurkerei.
Die beiden Hunde, ein Pudel, und der Dackel, werden zusammen mittags gefĂŒttert.
Um zwölf Uhr erscheint die HaushĂ€lterin mit einer großen SchĂŒssel, in dem allerlei Fleisch und Schwarten waren. Dieses Mahl die Hunde sollten teilen.

Heute ist sonniges Wetter. Da lagen die Tiere auf den schneefreien Steinfließen im prallen Sonnenschein.
Der Pudel, ist noch ein ganz junges Tier, aber der Dackel ist bereits ein lebenserfahrener Hund.
Als die große Standuhr in unserer Diele anhub, mit tiefem Schlag die Mittagsstunde zu verkĂŒnden, sprang der Dackel plötzlich auf, raste nach dem Hoftor und schlug dort ein mörderisches Gebell an, obwohl sich beim dem Tor gar nichts gerĂŒhrt hatte.
Der junge Pudel, der nun glaubte, am Tor mĂŒsse der Teufel los sein, flog wie ein großer WollknĂ€uel hinterher und bellte mit seiner gelockten Schnauze auch wie rasend. In seiner jung-hĂŒndischen Albernheit fauchte er wie eine Dogge noch immer das Tor an, als der Dackel lĂ€ngst ZurĂŒckschlich. Und wie schlich der Hund! Die verdrehten Augen gaben seiner langgestreckten Visage eine wahre Gaunerphysiognomie. Und nun wurde der Plan des Schurken offenbar.
Die HaushĂ€lterin war unterdes mit der FreßschĂŒssel erschienen, und der Dackel machte sich sofort darĂŒber her, fischte gierig alle Fleischbrocken und Schwarten heraus.
Als der Pudel am Haustor endlich merkte, das dort wirklich gar nichts zu verbellen war, kam auch getrabt zum Mittagsmahl. Fand er nur noch Kartoffelresten vor, das ihm der Dackel großmĂŒtig ĂŒberließ.

Diese Hundegeschichte interessierte mich mehr als Bohlen Abenteuer. Ich erzÀhlte sie beim Skatspielen, aber die Herren nickten nur mit den Köpfen und lÀchelten. Also, sie glaubten mir nicht. Da lud ich sie zu mir zum Mittagsessen, denn die Tierkomödie wiederholte sich alle Tage.
John Anders kam am nĂ€chsten Tag und ĂŒberzeugte sich, das ich die Wahrheit gesprochen hatte.
“Da mußt das Luder, denken können”, sagte er verblĂŒfft.
“Kann er auch, Herr Anders! Zu seinem Gaunerstreich gehört Phantasie, VerstandsschlĂŒsse, Schauspielerkunst. Ja, lieber Freund, in einem einzigen Köter gibt der Herrgott mehr RĂ€tsel auf, als der Mensch auflösen kann.”

Der Farin kam als zweiter Kronzeuge leider um einen Tag zu spÀt. Denn an diesem Tag zerstörte die HaushÀlterin, das dumme Weib, das reizende Spiel.
Die HaushĂ€lterin erschien mit der SchĂŒssel, noch ehe die Uhr schlug. Da schliefen beide Hunde noch. Und sie sagte roh:
“Warte, Dackel du Mistvieh, dir werde ich es austreiben, jeden Tag den Pudel um das Fleisch zu betrĂŒgen!”
Sie trat den Dackel mit dem Fuß, und stellte die SchĂŒssel hin, ĂŒber die beiden Hunde sich anknurrend herfielen. Und der Zauber war aus.
Ich bin wĂŒtend hinausgegangen und habe die HaushĂ€lterin fortgejagt.

Nach zwei Tagen war die HaushÀlterin wieder bei uns. Sie war geflennt gekommen, man möge sie wieder aufnehmen, da sie keine andere Arbeit finden kann, und sie wollte in Zukunft dem Dackel alles und dem Pudel nichts zu fressen geben.
So wenig verstand hatte dieses Frauenbild, worauf es mir angekommen war!


__________________
vHoltei

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