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Leselupe.de > Ungereimtes
Der Reiher
Eingestellt am 10. 10. 2007 10:42


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Daunelt
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Der Reiher


Am herbstlichen Wasser
Schaut der Herr des Teiches
├ťber sein Reich.

Eine silberne Spur des Schreckens
Zieht dem tastenden Schritt voraus.
Sein Speer pf├Ąhlt die Opfer,
Niemand widersteht dieser Macht.

Aber er wei├č: es ist nichts von Dauer.
Im Wind fegt die Ahnung des Todes herbei,
Vergessene Bilder w├╝rgen den K├Ânig:
Die Weiher gefroren, die B├Ąume entlaubt.

Der gro├če Winter, gek├╝rt und gekr├Ânt,
Zerrei├čt die Tr├Ąume der Menschen und Tiere.



__________________
Die Aufgabe des Dichters ist nicht, Wege aufzuzeigen, sondern Sehns├╝chte zu wecken (Hermann Hesse)

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Eve
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Hallo Daunelt,

vor mir sehe ich den Reiher am Teich ÔÇô an sich ein friedvolles Bild.

"Die Spur des Schreckens" ist sein Schatten, wenn er auf Jagd geht? Ich verstehe nicht ganz, wie der Reihe seine Opfer "pf├Ąhlt" ... meinst du, er spie├čt seine Beute auf seinem Schnabel auf? Ich kenne mich nicht so aus, aber logisch klingt es f├╝r mich nicht, denn wie sollte er sonst den Fisch von seinem Spie├č/Schnabel wieder runter bekommen? Und ich denke doch, dass so einige Fische ihm auch entkommen k├Ânnen ...

Wieso hat der Reiher Todesahnungen ÔÇô stirbt er im kalten Winter, wenn der Teich zugefroren ist? Viel eher ist er doch auch ein Zugvogel, der den Teich gar nicht im Winter zu sehen bekommt.

Ich finde, das Winterbild passt nicht so ganz zum Reiher ÔÇô und f├╝r mich ist auch nicht klar, warum in diesem Zusammenhang die Tr├Ąume von Mensch und Tier
"zerrei├čen" sollen.

Du hast viele einzelne Szenen, die auch ganz anschaulich r├╝berkommen ÔÇô aber f├╝r mich sind sie in ihrer Gesamtheit passen sie nicht zusammen.

Aber ich lasse mich gerne belehren ;-)

Viele Gr├╝├če,
Eve

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Daunelt
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Hallo Eve,

in der Tat erbeutet der Reiher (die Rede ist immer vom Fischreiher, der hier bei uns lebt) seine Nahrung durch schnelles Zusto├čen, also aufspie├čen, was ich vielleicht etwas dramatisch (f├╝r das Opfer ist es allerdings dramatisch) als "Pf├Ąhlen" bezeichnet habe. Die Spur des Schreckens ist sein Schatten. Nat├╝rlich f├Ąngt er nicht jedes Tier, da├č ihm vor den Schnabel kommt, aber es gibt keine Fischart (und die meisten anderen Kreaturen) im Teich, die nicht a priori zu seiner Beute geh├Âren, also im ├╝bertragenen Sinn unter seiner Herrschaft stehen. Nur ein Teil der Reiher geht auf Wanderschaft, teilweise ├╝berwintern sie im Brutgebiet (Quelle: Das moderne Tierlexikon, G├╝tersloh 1980). Wenn dann die Teiche zufrieren, beginnt auch f├╝r den "K├Ânig" eine harte Zeit. Dieser hier hat wohl schon einige Winter ├╝berlebt, aber die Erinnerung bedr├╝ckt ihn, er sp├╝rt, das es jemanden (etwas) gibt, da├č seiner Herrschaft Schranken setzt. Seine Macht ist nur relativ, eine Illusion, ein Traum angesichts der Kraft der Natur. Und damit gleicht er den Menschen, deren Tr├Ąume ebenso leicht zerrei├čen. Es w├╝rde mich freuen, wenn Du das Gedicht jetzt etwas stimmiger findest, denn, ehrlich gesagt, es geh├Ârt zu meinen Lieblingswerken :-)

liebe Gr├╝├če
Daunelt
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