Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
177 Gäste und 6 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Der Samstag ist gelaufen
Eingestellt am 03. 03. 2006 13:27


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Stocky
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Feb 2006

Werke: 1
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Stocky eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Es ist Samstag und wie jeder deutsche Mann fahre ich mit meinem Auto in eine Waschstrasse. An der Waschstrasse angekommen, reihe ich mich in die Schlange der Wartenden ein. Sechs Fahrzeuge vor mir.
Plötzlich ĂŒberkommt mich Kaffeedurst.
Es dauert bestimmt noch bis ich an der Reihe bin. In der NĂ€he der Kasse ist ein kleiner Aufenthaltsraum mit Kaffeeautomat. Es ist noch einer von der alten Sorte. Mit fĂŒnfzig Cent ist man dabei.
Über dem Schlitz fĂŒr das Geld steht fĂŒr die DAUS\'s geschrieben, wie man den Automaten zu bedienen hat. DAU bedeutet \"dĂŒmmster anzunehmender User\".
Ich werfe einen Euro in den Schlitz, denn der Apparat kann auch Geld wechseln. Nun wĂ€hle ich das GetrĂ€nk Kaffee mit Milch, drĂŒcke die Taste drei. Gespannt schaue ich in den Schacht aus dem ich meinen heiß ersehnten Becher mit Kaffee nehmen kann.
Im Schacht geht ein Licht an. Der Automat fĂ€ngt an zu brummen. Ich habe das GefĂŒhl, durch den Euro habe ich den Automaten zum Leben erweckt.
Ängstlich schaue ich mich um, doch keiner der Anwesenden macht Anstalten zu fliehen.
Im Schacht blinkt jetzt das Licht. Das Brodeln und Zischen hat aufgehört zu Gunsten eines saugenden GerĂ€uschs. Danach fĂ€llt das Pulver in den Schacht, gefolgt von der Milch. Dann lĂ€uft heißes Wasser in den Schacht und zum Schluss fĂ€llt der Becher. Nicht ganz richtig, denke ich mir. Aber bei einem alten Apparat passiert das mal.
Ein Blick nach draußen, ich muss mein Auto einen Platz nach vorne fahren.
ZurĂŒck im Aufenthaltsraum werfe ich erneut fĂŒnfzig Cent ein und drĂŒcke Taste drei. Der Becher von eben steht noch im Schacht. Sollte es so sein wie eben, habe ich den Automaten ĂŒberlistet. LĂ€uft es dann doch richtig, habe ich zwei Becher. Ist dann nicht so heiß, wenn ich den Becher mit Kaffee aus dem Schacht nehme. Konzentriert schaue ich in den Schacht. Denn lĂ€uft es schief, muss der Becher mit Kaffee aus dem Schacht, bevor der zweite Becher kommt.
Wie beim ersten Mal geht das Licht im Schacht an, es brummt, zischt und brodelt. Danach blinkt das Licht wieder im Schacht und die GerÀusche Àndern sich.
Dann fĂ€llt der Becher in den Schacht so unglĂŒcklich, denn er wirft den ersten Becher um und beide Becher fallen zu Boden. Hektisch versuche ich einen Becher aufzuheben und in den Schacht zurĂŒck zu stellen. Doch bis ich einen Becher in den Schacht stellen kann, ist alles vorbei. Vor dem Automaten hat sich eine PfĂŒtze aus Kaffee mit Milch gebildet. Es folgt ein unschöner Kraftausdruck meinerseits, der mein Missfallen ausdrĂŒcken soll.
Es hupt draußen. Wieder muss ich mein Auto einen Platz nach vorne fahren.
Wieder im Aufenthaltsraum, mein Kaffeedurst ist noch grĂ¶ĂŸer als vorher, sehe ich einen anderen Kunden vor dem Automaten stehen. Mit einem KopfschĂŒtteln schaut er auf die PfĂŒtze. Schadenfroh lĂ€chelnd, denn ich weiß ja was passiert, beobachte ich ihn.
Er wirft eine MĂŒnze ein, drĂŒckt auch die Taste drei. Das Licht geht im Schacht an, die gleichen GerĂ€usche kommen aus dem Apparat. Der Schacht blinkt, es fĂ€llt der Becher, es kommt der Kaffee, die Milch, das heiße Wasser. Der Kunde nimmt den Becher heraus und es duftet wunderbar nach Kaffee. Mit einem Kopfnicken in meine Richtung verlĂ€sst der Kunde in den Becher pustend den Aufenthaltsraum.
Es geht, denke ich mir, was der kann, kann ich auch.
Kurz konzentriert, werfe ich erneut die MĂŒnze in den Schlitz. SouverĂ€n drĂŒcke ich die Taste drei. Das Licht geht an und es brodelt und zischt wieder. Doch bilde ich mir das ein? Brodelt und zischt es jetzt nicht ein bisschen anders als vorhin?
Im Schacht fĂ€ngt es an zu blinken. Der Becher fĂ€llt. In mir steigt die Vorfreude auf einen Kaffee mit Milch. Doch was ist das? Im zweiten Schacht, der fĂŒr KaltgetrĂ€nke, lĂ€uft konzentrierter Orangensaft heraus, danach das Wasser zum verdĂŒnnen. Das ganze vermischt sich mit der KaffeepfĂŒtze vor dem Automaten. Der verstummt und mein Becher im Schacht fĂŒr warme GetrĂ€nke bleibt leer. Erneut erfolgt ein Kraftausdruck meinerseits, jedoch etwas schlimmer als vorher. Meine FĂ€uste ballen sich. Draußen hupt es erneut.
Ich fahre mein Auto wieder einen Platz nach vorne. Noch drei Autos vor mir.
ZurĂŒck im Aufenthaltsraum sehe ich eine Frau, wie sie gerade die PfĂŒtze vor dem Automaten entfernt.
\"TSTSTS, Leute gibt es\" sage ich KopfschĂŒttelnd zu ihr \" können nicht mal einen Kaffeeautomaten bedienen.\"
\"Jaja. Das soll es geben. Dabei ist es so einfach\"
\"Steht ja auch dran, wie es geht\" kommentiere ich mit einem KopfschĂŒtteln.
Die Frau ist fertig, nimmt ihren Eimer und geht wieder hinter die Kasse.
Nun stehe ich wieder alleine vor dem Automaten.
Ganz alleine.
Nur er und ich.
Ich streichle den Automaten ganz sanft. Soll helfen, habe ich gehört.
Die MĂŒnze fĂ€llt in den Schlitz. Mein rechter Zeigefinger drĂŒckt erneut und noch souverĂ€ner die Taste drei fĂŒr Kaffee mit Milch. Ich mache einen Schritt zurĂŒck um besser in den Schacht schauen zu können.
Es geht das Licht an. Es brodelt und zischt wieder.
Dann fĂ€llt der Becher, es kommt der Kaffee, die Milch, das heiße Wasser.
Der Duft von heißem Kaffee steigt mir in die Nase. Von meinem Kaffee.
Ich gehe leicht in die Hocke und nehme mit einem SiegeslĂ€cheln den Becher aus dem Schacht. Dabei schließe ich die Augen und genieße den Duft des Kaffees. Langsam erhebe ich mich und drehe mich in Richtung AusgangstĂŒr um.
Der nÀchste Kunde steht hinter mir.
Mit ihm stoße ich zusammen.
Der Becher in meiner Hand wird an meine Brust gedrĂŒckt, an der er dann zerplatzt. Der Kaffee lĂ€uft ĂŒber meine Jacke. Nicht einen Schluck von dem Kaffee konnte ich genießen.
Der Mann sagt nur \"Entschuldigung\".
MordgelĂŒste steigen in mir auf. Doch was kann der Mann dazu?
Es hupt draußen. Meine rechte Hand tut ein wenig weh. Ich wische mir die Hand an meiner Jacke ab. Ist ja sowieso schon dreckig. Draußen fahre ich wiederum einen Platz nach vorne.
FĂŒnfzig Cent habe ich noch. Ein Auto steht noch vor mir, eins fĂ€hrt gerade in die Wachstrasse. Zeit habe ich und immer noch Kaffeedurst.
Es kommt ein Mann aus dem Kassenbereich mit einer dampfenden Tasse mit Kaffee. Dieser Umstand beflĂŒgelt mich in meinem bestreben, es noch einmal mit dem Automaten aufzunehmen.
Langsam aber siegessicher schreite ich auf den Automaten zu. Irgendwie habe ich das GefĂŒhl, der Automat grinst als er mich sieht.
Selbstsicher hole ich die letzte fĂŒnfzig Cent MĂŒnze aus meiner Tasche. Locker werfe ich sie in den Schlitz. Die Taste drei lĂ€sst sich ganz leicht eindrĂŒcken.
Das Licht im Schacht geht an.
Der Becher fÀllt. Das erste Hindernis ist geschafft.
Es folgt das Kaffeepulver, danach die Milch.
Nun ertönt erneut das saugende GerÀusch. Langsam zeichnet sich ein LÀcheln in meinem Gesicht ab.
Das heiße Wasser lĂ€uft in den Becher. Es lĂ€uft und lĂ€uft. Es hört gar nicht mehr auf zu laufen.
Was mache ich jetzt?
Hilflos schaue ich zur VerkÀuferin.
Das Wasser schwappt jetzt ĂŒber den Becher auf den Boden.
\"Der Automat. Das Wasser lÀuft und lÀuft. Was mache ich jetzt?\" frage ich hilflos die VerkÀuferin.
\"Was? Schon wieder? Einen Moment, ich komme.\"
Am Automaten angekommen, ballt die VerkÀuferin ihre Faust und haut auf die rechte Seite des Automaten. Das Wasser hört schlagartig auf zu laufen. Durch den Schlag fÀllt der Becher aus dem Schacht auf den Boden.
\"Das passiert manchmal\", sagt die VerkĂ€uferin und drĂŒckt mir eine fĂŒnfzig Cent MĂŒnze in die Hand.
\"Probieren Sie es noch mal.\"
Draußen hupt es. Ich gehe zu meinem Auto. Jetzt bin ich an der Reihe und fahre in die Waschstrasse.
Zu Hause fragt mich meine Frau, ob ich einen Kaffee möchte und wo ich meine Jacke so dreckig gemacht habe.
\"Nein, danke. Ich möchte keinen Kaffee. Das mit der Jacke geht Dich nichts an\", antworte ich etwas genervt.
Meine Frau ist danach sauer. Der Samstag ist gelaufen.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


TanjaF
Guest
Registriert: Not Yet

Überschrift

Hallo Stocky.

In Deiner Überschrift ist Dir ein Fehler unterlaufen. Statt "Der Samstag..." steht da "Des Samstag...".

Liebe GrĂŒĂŸe,
Tanja

Bearbeiten/Löschen    


GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 1
Kommentare: 1405
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um GabiSils eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

geÀndert.

Bearbeiten/Löschen    


Marius Speermann
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2005

Werke: 51
Kommentare: 464
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Marius Speermann eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Zu berechenbar...

Zu berechenbar, und damit unlustig. Nicht nur geschriebener Humor lebt auch immer davon, dass das Unerwartete passiert, der Kurzschluss zweier entgegengesetzter Gedanken. Seit den legendĂ€ren Duellen zwischen Kaffeeautomat und PolizeiprĂ€sident in der Serie "Kottan", muss man sich schon gehörig anstrengen, um das zu ĂŒbertreffen.

Diesem Text fehlt eindeutig das Überraschungselement, ich kann bereits nach dem ersten Absatz ausrechnen, was weiter passieren wird.

Marius
__________________
Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor fĂŒr Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!