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Leselupe.de > Science Fiction
Der Schatten Gottes
Eingestellt am 16. 05. 2001 11:54


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Arathas
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2001

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Der Schatten Gottes


Wir rannten auf einen der neuzeitlichen Betonbunker zu, als Smythe hart nach rechts abdriftete, von einer Kugel in die Schulter getroffen.
Ich verlangsamte etwas und bekam ihn im Rennen zu fassen. Wie ein nasser Sack fiel er mir in die Arme und w├Ąre sp├Ątestens jetzt Futter f├╝r die Kanonen der Neos gewesen. Doch ich hatte ihn aus deren Hochsicherheitstrakt befreit, und ich w├╝rde ganz bestimmt nicht zulassen, da├č man ihn t├Âtete.
Noch w├Ąhrend er mir in die Arme st├╝rzte, drehte ich mich und hob mein Gewehr unter ihm hindurch. Unsere Verfolger hatten uns bald eingeholt. Es waren drei an der Zahl, leicht bewaffnete S├Âldner des NEK, des New Earth Kommittee. Sie trugen blo├č die veralteten G3's, die schon lange vor dem Krieg schrottreif gewesen waren. Daf├╝r ha├čte ich diesen Laden. Sie gaben den Anf├Ąngern nur die schlechteste Ausr├╝stung, auch ich hatte einmal so ein Ding in der Hand gehabt. Es war der reinste Horror. Jetzt aber richtete ich meine Viper einfach in die ungef├Ąhre Richtung der S├Âldner und bet├Ątigte dreimal schnell den Abzug. Die Kugeln waren w├Ąrmesuchend und intelligent genug, nicht dreimal auf den gleichen Gegner zu gehen. Noch ehe Smythe mich mit seinem leblosen Gewicht nach unten dr├╝ckte und wir gemeinsam ├╝ber den Betonboden schlitterten, sah ich, wie die Kugeln die Leiber der S├Âldner zerrissen.
Ich vergewisserte mich, da├č keine weiteren Neos in der Gegend waren und untersuchte Smythe auf ernsthafte Verletzungen. Ein Loch klaffte etwas unterhalb der Schultergegend in seiner Jacke, doch ich konnte ihn hier nicht behandeln. Ungeduldig zog ich meine Schutzbrille herunter und scannte die Umgebung.
Die H├Ąuserschluchten waren allesamt unbewohnt. Kein Wunder, nicht weit von hier war w├Ąhrend des Krieges eine Atombombe niedergegangen. Niemand konnte in einer so feindlichen Gegend f├╝r l├Ąngere Zeit ├╝berleben, dazu war die Strahlung viel zu hoch. Au├čerdem hatte ich geh├Ârt, da├č in New Madison, wie die Stadt sich nannte, fast das ganze Jahr ├╝ber der Regen runterging. Smythe hatte Gl├╝ck, da├č es gerade nicht regnete, denn er trug keinen Schutzanzug und w├Ąre innerhalb von Minuten von der s├Ąureartigen Substanz zersetzt worden. Ich schleifte seinen K├Ârper tiefer in die Ruinen, bis ich mir sicher war, da├č uns die Handlanger des NEK nicht finden w├╝rden. Die ganze Aktion h├Ątte um einiges einfacher ablaufen k├Ânnen, h├Ątte das NEK einfach gen├╝gend Leute ├╝ber mich informiert. Wenn mehr als nur die obersten Etagen des Ladens dar├╝ber Bescheid w├╝├čten, da├č ich Smythe gezielt aus dem Hochsicherheitstrakt in diesem ├Âden Landstrich befreit hatte, w├Ąren wir jetzt nicht auf der Flucht. Doch die Sache mu├čte geheim bleiben, das war mir mehr als nur klar. Smythe war der einzige Sohn des Rebellenf├╝hrers, der die Untergrundbewegung gegen NEK leitete. In den letzten f├╝nf Jahren war die Zahl der Rebellen indirekt proportional zu den Neuzug├Ąngen des NEK gestiegen. Die hohen Tiere im New Earth Kommittee mu├čten immer h├Ąrtere Ma├čnahmen f├╝r ├ťberl├Ąufer ergreifen, doch selbst das hatte nichts genutzt.
Bis wir dann vor drei Monaten zuf├Ąllig, bei einer Aufr├Ąumaktion eines von uns verlassen geglaubten Rebellenst├╝tzpunktes, diesen lumpigen Bastard Smythe in die Finger bekamen. Aber der kleine Hurensohn r├╝ckte trotz unserer Foltermethoden nicht mit der Sprache heraus, wo sich der Hauptsitz der Rebellen befand. Also wurde die einzige Aktion gestartet, die Erfolg versprach: Jemand mu├čte Smythe aus unserem Hochsicherheitstrakt befreien und mit ihm zur├╝ck zum St├╝tzpunkt fliehen, wo Daddy ihn bestimmt schon mit offenen Armen erwartete. Und diese Person, die die ganze Sache durchzog, durfte den Rebellen nat├╝rlich einerseits nicht bekannt sein - und andererseits mu├čte sie ganz sch├Ân was auf dem Kasten haben. Womit ich ins Spiel kam, der 'pers├Ânliche' Assistent des Kaisers von NEK. Ich erledigte meine Auftr├Ąge stets mit vollster Pr├Ązision und Perfektion. Wo ich auftauchte, gab es niemals Verletzte. Ich hatte auch noch niemals jemanden fl├╝chten lassen. Viele wissen zwar, da├č ich existiere, aber niemand hat je mein Gesicht gesehen. Jedenfalls nicht sehr lange, und er war bestimmt nicht in der Lage, sp├Ąter davon zu berichten. Einzig der Kaiser kannte meinen Namen und wu├čte, wie ich aussah. Nicht einmal der oberste Rat konnte sagen, wann ich wo war und wie lange ich mich dort aufhalten w├╝rde. Bei den Fu├čsoldaten trug ich den Namen ÔÇÜDer Schatten GottesÔÇś.
Im Grunde war es mir egal, wie sie mich nannten, solange ich meine Auftr├Ąge und meine Ausr├╝stung bekam. Denn die hatte ich bei meinen Eins├Ątzen bitter n├Âtig.
Smythe lag stark blutend vor mir auf dem aschfahlen Boden. Wie schon so oft zog ich aus einer meiner zahlreichen Taschen eine kleine Ampulle, die einer Spritze glich. Ich hatte Smythe die Jacke vom Leib geschnitten und pre├čte nun die Wunde zusammen. Die Kugel war glatt hindurchgegangen, es war nichts weiter. Der Kerl mu├čte ein Weichei sein, wenn er bei sowas 'nen Ohnmachtsanfall bekam. Mit guter Wucht rammte ich die Ampulle in die Wunde und quetschte das Serum heraus. Im Soldatenslang sagten die Neos 'Suppe' dazu. In Wirklichkeit war es eine komplizierte Mischung aus den verschiedensten DNA-Str├Ąngen, die im menschlichen K├Ârper eine Kettenreaktion veranla├čten, so da├č dieser sich rasch regenerierte. Bereits morgen w├╝rde von dem Durchschu├č nichts weiter zu sehen sein als ein roter Fleck ├╝ber der rechten Brust. Dieses Zeug wurde ausschlie├člich von den NEK's benutzt, jedenfalls hatte ich noch nie davon geh├Ârt, da├č die Rebellen imstande w├Ąren, es zu produzieren. Vor Smythe konnte ich die Tatsache, da├č ich sowas besa├č, ganz einfach damit abtun, da├č ich ihn aus dem Knast der NEK's befreit und dort alles mitgenommen hatte, was nicht niet- und nagelfest war.
Die Augenlider des Bengels flatterten, und er schaute mich verdattert an. Seine ersten Worte waren undefinierbar, und er spuckte ein wenig Blut. Ich sah mich nach meinem Rucksack um und fand schlie├člich, was ich brauchte: Eine Flasche mit Wasser. Ich fl├Â├čte ihm die Fl├╝ssigkeit ein und wartete, bis er wieder sprechen konnte.
"... sind wir tats├Ąchlich entkommen?"
Ich setzte ein gespieltes L├Ącheln auf. "Hast du etwa daran gezweifelt?"
"Ehrlich gesagt, ja..." Er l├Ąchelte ebenfalls und hustete etwas. Ich klopfte ihm freundschaftlich auf den R├╝cken.
"Nun, ich hoffe, da├č wir's bald zu eurem Rebellenhauptquartier schaffen, ich habe keine gro├če Lust, noch l├Ąnger vor den NEK's zu fliehen" r├Ąumte ich ein und zerst├Ârte damit den Anflug der guten Laune des Jungen. Wie alt mochte er wohl sein? Vierundzwanzig? H├Âchstens f├╝nfundzwanzig, entschied ich.
"Werden sie uns jagen?"
"Du bist der Sohn des Rebellenf├╝hrers. Was denkst du denn?"
Smythe nickte bedr├╝ckt. "Wie hei├čt du, mein Freund?"
"Klein" antwortete ich. Ich hatte mir diesen Namen und eine gut ausgearbeitete Story schon vorher zurechtgelegt und erz├Ąhlte ihm nun, da├č ich ein Deutscher sei, der kurz vor dem Krieg nach USA ├╝bergesiedelt ist. Meine Frau und meine drei Kinder im Alter von zehn bis zwanzig seien allesamt von den NEK's get├Âtet worden, als diese vor knapp einen Monat Vertigo in die Luft gejagt hatten.
Ich wu├čte, da├č Smythe auf diese Nachricht empfindlich reagieren w├╝rde, denn er konnte von diesem Vorfall noch nichts mitgekriegt haben. Vertigo war eine der gr├Â├čten St├Ądte gewesen, in denen die Rebellen Unterschlupf bei Normalb├╝rgern gefunden hatten. NEK hatte sich mit der Bombardierung dieser eigentlich neutralen Stadt viele Feinde zugelegt. Die Kinnlade des Jungen klappte herunter, und ich gab ihm einen Klaps auf den Mund, um ihn wieder in die Wirklichkeit zu bef├Ârdern.
"Die Schweine haben Vertigo hochgejagt?"
Ich schlug die Augen nieder und brachte sogar eine kleine Tr├Ąne zustande, die von meiner Wange kullerte. "Vertigo... und meine gesamte Familie. Seitdem sinne ich auf Rache gegen diese skrupellosen Bestien. Ich hatte geh├Ârt, da├č du gefangen gehalten wirst, und einen Plan geschmiedet, dich zu befreien."
"Du hast ganz allein die Festung von NEK gest├╝rmt?" Unglauben machte sich auf Smythes Z├╝gen breit und ich wu├čte, da├č er mir das nur schwerlich abkaufen konnte.
"Wir waren ein Team von f├╝nfzehn Mann. Vier starben beim Versuch, hineinzukommen, und die restlichen wurden im Innern umgebracht. Nur Paul und Jason" ich setzte eine melancholische, erinnernde Miene auf "haben es geschafft und hielten mir den R├╝cken frei, als ich dich rausschaffte. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wo sie jetzt sind und ob sie ├╝berlebt haben."
"Das tut mir leid, Mann. Wir werden f├╝r dich und deine Familie k├Ąmpfen! Wir werden ein f├╝r allemal Schlu├č mit diesem verschissenen New Earth Commitee machen!" W├╝tend schlug Smythe auf den Betonboden ein. Er zuckte sofort vor Schmerz zusammen, denn die Wunde war noch offen.
Ich riskierte, einen Blick auf seine Karten zu verlangen. "Wie lange brauchen wir bis zu eurem St├╝tzpunkt? Und wo ist er?"
Zu meinem grenzenlosen Bedauern sch├╝ttelte Smythe den Kopf. "Kann ich dir nicht sagen, mein Freund. Du wirst es sehen, wenn es soweit ist."

Die Stunden bis zum n├Ąchsten Morgengrauen vergingen, und beide versuchten wir, etwas Schlaf zu ergattern. Wir nisteten uns tief in den Eingeweiden der Ruinen ein und ich hoffte, da├č die Neos uns nicht finden w├╝rden. Nicht, weil ich nicht mit ihnen fertig geworden w├Ąre (ich hatte die G├Ąnge mit Neuralscans ausgestattet, die jeden, den sie nicht erkannten, innerhalb von Sekunden t├Âten w├╝rden), sondern, weil ich schon lange nicht mehr richtig ausgeschlafen hatte.
Am n├Ąchsten Tag h├Ârte ich schon beim Erwachen das leise Prasseln des Regens, der drau├čen niederging. Ich schlug die Augen auf und suchte nach Smythe. Zu meiner ├ťberraschung trug er einen Anzug der Neos, der ihn gegen S├Ąure sch├╝tzte, die sich in Str├Âmen vom gr├╝ngelben Himmel ergo├č. Ich hatte schon lange keinen so intensiven Regen mehr erlebt.
"Hab ich mir von einem der Toten ausgeborgt, noch bevor die So├če runterkam" antwortete Smythe auf meine ungesprochene Frage. Er grinste und gewann einen kleinen Sympathiepunkt bei mir.
"La├č mal sehen" sagte ich und untersuchte den Anzug auf L├Âcher. Schon kleine Risse versprachen einen verh├Ąngnisvollen Tod, wenn man sich damit nach drau├čen in den Regen wagte. Smythes Anzug war aus bestem NEK-Stoff gewebt und an der Brust sogar kugelsicher. Jedenfalls sch├╝tzte er vor normaler Munition. Der Anzug, den ich trug, hatte ich mir ma├čgeschneidert anfertigen lassen. Nach dem Krieg, zu der Zeit, als der Regen zu S├Ąure ├╝berging, verendeten die meisten Pflanzen auf dieser Welt. Doch es dauerte nur wenige Jahre, bis sich ein paar von ihnen an die neuen Verh├Ąltnisse angepa├čt hatten und eine lederartige Schutzmembran entwickelten, die sie ├╝berleben lie├č. Mein Anzug war aus diesen pflanzlichen Materialien gefertigt und hatte den Vorteil, da├č sich die Risse darin von selbst wieder versiegelten, weil das Gewebe an den Stellen nachwuchs. Solche extravagante Kleidung war nur bei den Reichen ├╝blich, oder bei der Leibgarde des Kaisers und dar├╝ber.
Ich beendete meine Untersuchung und klopfte Smythe auf die Schulter. "Sieht gut aus. Er ist kaum besch├Ądigt."
"Der Anzug war v├Âllig okay, blo├č die Kapuze hat gefehlt. Und der Kopf des Soldaten auch. Ich habe die von einem anderen genommen."
Ich nickte und schickte mich an, zu gehen. Wir hatten einen langen Weg vor uns, wo immer unser Ziel auch liegen mochte. Also scho├č ich eine Leuchtrakete aus dem offenen Fenster und wandte mich dem Gang zu, der zur Treppe f├╝hrte.
Smythe schrie mich an: "Bist du verr├╝ckt? Jetzt wissen die doch, wo wir sind!"
Unbek├╝mmert zog ich eine kleine Rute aus meinem Rucksack und ging die Stufen hinab. "Willst du etwa laufen?" stellte ich ihm eine Gegenfrage und erntete einen verwirrten Blick. "Die Neos werden denken, da├č hier irgendwo ein Kampf stattfindet, und erstmal ihre Scouts aussenden. Und um die werden ich mich k├╝mmern."
Vor der eingefallenen T├╝re der Ruine richtete ich die Rute auf die Wand des gegen├╝berliegenden Geb├Ąudes und dr├╝ckte ab. Ein nadeld├╝nner Faden scho├č nach vorn und verhakte sich in dem Gem├Ąuer. Behutsam klinkte ich den Faden aus der Rute und machte ihn auf halber Kopfh├Âhe an dem verlassenen Haus fest, wo wir standen. Ich blickte nach oben und sah nur gelbliche Wolken, die wie Schwefel ├╝ber uns vor├╝bertrieben. Sie entleerten ihre ganze s├Ąurehaltige Last. Es sollte mir nur Recht sein. Einen Blick voller Genugtuung auf das d├╝nne Kabel werfend, das sich nun zwischen den H├Ąuserschluchten spannte, verschwand ich wieder im Schatten des Eingangs. Bei dieser Witterung war es unm├Âglich, da├č die Scouts etwas so kleines wahr namen. Ihre Scanner funktionierten nicht, und die Sensoren an ihren Motorr├Ądern waren wie blind. Ich zog Smythe zu mir herein und wartete.
Es dauerte nicht lang, bis die Patrouille des NEK um die n├Ąchste Ecke bog. Ich kannte ihre Vorgehensweise. Schlie├člich war ich ja selber einer von ihnen, im weitesten Sinne. Es waren drei St├╝ck, die langsam auf ihren Bikes anrollten. Sie waren vorsichtig wegen des Regens, doch zu ihrem sicheren Bedauern nicht vorsichtig genug. Als der erste mit seinem Motorrad das Kabel erwischte, das ich gespannt hatte, verlie├č ich meine Deckung. Der Scout wurde vom d├╝nnen Seil von seiner Maschine gewuchtet, die ihm unter den F├╝├čen wegrutschte und ├╝ber den nassen Asphalt schlitterte. Ich hob meinen Arm und dr├╝ckte einen Knopf auf der Innenseite meines Handgelenks. Noch w├Ąhrend auch die anderen Scouts in meine Falle gingen und einer nach dem anderen von ihren Bikes geholt wurden, l├Âste sich aus der M├╝ndung der Waffe an meinem Arm das erste Projektil. Ohne zu z├Âgern drehte ich mich zum n├Ąchsten Neo und feuerte auch auf ihn. In meinem R├╝cken erklang das Ger├Ąusch eines berstenden K├Ârpers, das mir sagte, da├č ich den ersten getroffen hatte. Ein winziger R├╝cksto├č an meinem Arm und der nach hinten fliegende K├Ârper des zweiten Neos verrieten, da├č nur noch einer ├╝brig war. Ich wandte mich in seine Richtung und beobachtete, wie er sich vom glitschigen Boden aufraffte und zu Fu├č die Flucht antrat. Da ich schon lange nicht mehr mit einer der altmodischen Kanonen auf ein bewegliches Ziel geschossen hatte, zog ich meine Handfeuerwaffe, die schon so einige Jahre auf dem R├╝cken hatte. Ich dr├╝ckte ab, und der Neo wankte, in die Seite getroffen, auf eines der schutzbietenden H├Ąuser zu. Er w├╝rde es nie erreichen. Ein weiterer Schu├č, und er lag auf dem Boden. Ich schlenderte auf ihn zu und betrachtete sein Gesicht, das unter der Folie seines Anzugs bleich und erstarrt wirkte. Vielleicht hoffte er, da├č ich ihn am Leben lassen w├╝rde. Nun, ich belehrte ihn eines besseren und ri├č die Kapuze von seinem Kopf. Die prasselnde S├Ąure zersetzte seine Haut in Sekundenschnelle, und ich begann, mich nach Smythe umzusehen.
"Verdammt, wo hast du denn das ganze Zeug her?" fragte mich der Junge, als ich wieder im Haus war. Ich l├Ąchelte lediglich und erz├Ąhlte im die L├╝ge von meinem Raubzug im Hochsicherheitstrakt.
"Eine der Maschinen ist explodiert, als sie f├╝hrerlos gegen eine Wand gekracht ist" teilte ich ihm mit und richtete eine der anderen zwei auf. "Aber da wir sie sowieso nicht alle brauchen, ist das vollkommen egal."
Smythe schnappte sich das andere Bike, und gemeinsam fuhren wir in die Richtung, in der ich den Highway vermutete. Den Regen lie├čen wir hinter uns zur├╝ck.

Wie sich herausstellte, sollte uns das Gl├╝ck auch weiterhin hold bleiben. Wir waren noch keine f├╝nfzig Meilen gefahren, als ich weit drau├čen in der Pampa die Silhouette eines kleinen Konvois sichtete. Schmuggler. Etwas besseres konnte uns gar nicht passieren! Wir nahmen die n├Ąchste Abfahrt und hielten auf den Schatten zu, der ├╝ber die Landstra├čen zog. Aber anstatt uns ihnen zu n├Ąhern, blieben wir in einigen Meilen Entfernung zu ihnen und warteten, bis der Konvoi stoppte.
Vorsichtig fuhren wir n├Ąher ran und lie├čen unsere Maschinen hinter einem H├╝gel zur├╝ck. Ich schlich auf die Schmugglerbande zu, w├Ąhrend Smythe mich von hinten deckte. Ich hatte ihm ein paar meiner Waffen ├╝berlassen, aber die wichtigsten nat├╝rlich selbst behalten. W├Ąhrend ich mich anschlich, kam mir kurz der Gedanke an die Gro├čraumvernichtungswaffen in den Sinn, die ich mit mir trug. Doch der Gedanke, sie hier zu benutzen, war absurd. Erstens w├╝rde jeder wissen, da├č hier NEK am Werk ist, und zweitens wollte ich das haben, was die Laster der Schmuggler auf ihren Ladefl├Ąchen stehen hatten: Copter! Ich konnte diese wundervollen Dinger fliegen, und wenn wir uns einen von denen unter den Nagel rei├čen konnten, dann w├╝rde der Weg ins Rebellenhauptquartier das reinste Kinderspiel sein.
Je n├Ąher ich dran war, desto sicherer war ich mir, da├č es kein leichtes Unterfangen werden w├╝rde. Der Konvoi besa├č eine Tarneinheit, die die Fahrzeuge von der Luft aus unsichtbar machte. So sch├╝tzten sich die Schmuggler vor dem NEK und konnten nur vom Boden aus erkannt werden.
Ich blieb stehen und holte meinen Feldstecher hervor. Uns trennten nur noch wenige hundert Meter von der kleinen Basis, und es wurde langsam gef├Ąhrlich. Vier Personen, die vor den Fahrzeugen das Lager errichteten, konnte ich problemlos scannen, doch es waren bestimmt noch mehrere andere in den Lastern. Ich konnte nur sch├Ątzen, denn die W├Ąrmeabschirmung der Laster lie├č mich mit meinem Feldstecher nur schwarze Flecken erkennen.
Ich ├╝berlegte kurz, welche Aufgabe Smythe ├╝bernehmen konnte, doch ich durfte ihn nicht in Gefahr bringen. Wenn er starb, konnte ich die ganze Suche nach dem Rebellenquartier abblasen. Mir kam eine bessere Idee, und gemeinsam holten wir die Motorr├Ąder. Ich w├╝rde nur eines brauchen, doch das mu├čte vollst├Ąndig aufgetankt sein. Ich zapfte den Tank des einen ab und wartete, bis das andere voll war. Smythe ging mir zur Hand und f├╝llte Tripolin, ein starkes Nervengas, in den Reservekanister des Bikes. Das Tripolin wurde von den Freaks in winzigen Mengen eingeworfen und war schon t├Âdlich, wenn man nur einen ganzen Zug davon inhalierte. Eine Wolke von diesem Zeug brauchte blo├č Sekunden, um sich auszubreiten, und war innerhalb von zwei Minuten wieder verpufft. Ich programmierte den Autopilot der Maschine und lie├č sie in Richtung des Camps davonrattern.
"Du hast meine Viper?" erkundigte ich mich vorsichtshalber bei Smythe, was er mit einem grimmigen Nicken best├Ątigte. Gemeinsam schalteten wir bei unseren Schutzanz├╝gen die interne Versorgung mit Atemluft ein und schwangen uns auf das zweite Motorrad. Es hatte zwar nicht mehr viel Benzin, doch das, was drin war, w├╝rde reichen. Schon nach zwei Atemz├╝gen sp├╝rte ich, wie die Luft, die in meine Lungen flo├č, stickiger wurde, doch dem Anzug war es m├Âglich, die eigene innere, abgestandene Luft so aufzubereiten, da├č man mehrere Minuten ohne Frischluft ├╝berleben konnte. Und mehr als ein paar Minuten w├╝rden wir nicht brauchen, um entweder in den Besitz eines Copters zu kommen oder umgebracht zu werden.
Smythe sa├č am Steuer und raste dem f├╝hrerlosen Bike hinterher, das das Lager nun schon fast erreicht hatte. Ich sah die Schmuggler aufgeregt hin und her rennen und eilig nach ihren Waffen suchen. Die Laster wurden kampfbereit gemacht und fuhren ihre Kanonen aus. Dann hatte das Motorrad den kleinen Ring aus Fahrzeugen erreicht und fuhr direkt auf das F├╝hrerhaus von einem der gro├čen Achtzigtonner zu. Die Schmuggler waren so schnell, wie ich mir das gew├╝nscht hatte, und die M├╝ndungen der Kanonen eines Lasters begannen zu rotieren und zu feuern. Noch bevor die Maschine das Fahrzeug erreicht hatte, wurde ihr Benzintank durchl├Âchert, und sie explodierte in einem gro├čen Feuerball. Unsichtbar verbreitete sich das Tripolin im gesamten Lager. Erst jetzt richteten sich die Waffensysteme auf uns, doch f├╝r die Schmuggler war es bereits zu sp├Ąt. Ich gab Smythe ein Zeichen, und beide sprangen wir in verschiedenen Richtungen vom Bike, er links, ich rechts. Ein lautes Scheppern sagte mir, da├č die Kanonen der Laster nun unser Fahrzeug durchl├Âcherten. Ich flog ein paar Meter durch die Luft, prallte auf den Boden, rollte mich ab und rannte los. Das Nervengas mu├čte die Schmuggler, die ihre interne Atemversorgung nicht aktiviert hatten, schon get├Âtet haben. Ich rechnete mit nicht mehr als drei ├ťberlebenden, vielleicht weniger.
Um die Laster brauchte ich mir jedenfalls keine Sorgen zu machen, die hatten ihr Feuer eingestellt. Mir war klar, da├č deren Fahrer keine Sicherheitsma├čnahmen f├╝r sich selbst ergriffen hatten. Wahrscheinlich trugen sie w├Ąhrend der Fahrt nicht einmal ihre Schutzanz├╝ge, wegen der Bequemlichkeit. Gro├čer Fehler.
Als ich das erste Fahrzeug umrundete und in den Ring hineinlief, rannte ich fast in zwei Schmuggler, die ihre Gewehre hochrissen und zu schie├čen versuchten. Aber meine Klinge aus geh├Ąrtetem NEK-Duramid, dem einzigen Stahl, der problemlos durch die Anz├╝ge schnitt, war schneller. Einer der zwei schaffte es gerade eben, den Ausl├Âser seiner Waffe zu dr├╝cken und ein paar Kugeln loszujagen, die weit ├╝ber meinem Kopf ins Leere gingen. Dann war ich auch schon seitlich an ihnen vorbeigesprungen und hatte meinen S├Ąbel durch sie hindurchgezogen. Ihre R├╝mpfe standen noch in einem St├╝ck, w├Ąhrend ihre K├Âpfe versuchten, einen Kontakt mit dem Unterleib herzustellen. Dann sanken die Beine weg, und die Schmuggler fielen in zwei sauberen H├Ąlften auseinander. Ich schob den S├Ąbel in die Scheide, die ich am R├╝cken trug, und zog mein Puzsta-Gewehr.
Die Gegend war ruhig geworden, das einzige Ger├Ąusch stammte vom brennenden Wrack der Maschine, die die Schmuggler abgeschossen und damit ihr eigenes Todesurteil unterschrieben hatten. Ich unterzog den Konvoi einem Scan, konnte aber nichts mehr ausmachen. Aber ich hatte schon zu viele Schlachten miterlebt und selbst geschlagen, als da├č ich auf pl├Âtzliche Stille mit Zufriedenheit reagieren konnte. Instinktiv rannte ich nach vorn, keine Sekunde zu fr├╝h. Kugeln schlugen hinter mir in der verdorrten Erde ein und nahmen meine Verfolgung auf. Ich brauchte das Risiko, nach hinten zu sehen, nicht einzugehen. Ich wu├čte auch so, da├č mich jemand vom Dach des Lasters aus bescho├č, vor dem ich gestanden war. Ich schlug einen Zick-Zack-Kurs und rollte mich immer wieder ├╝ber den Boden, um kein leichtes Ziel abzugeben. Meine Waffe hatte ich auf der Flucht fallen gelassen und lief nun mit blo├čen H├Ąnden auf einen Wagen zu, in dessen Innern ein toter Schmuggler lag, der dem Tripolin erlegen war. Ich hechtete in die Sicherheit verhei├čende Kabine und wurde augenblicklich von einem Schlag auf den Sch├Ądel fast bewu├čtlos gehauen. Waren hier doch mehr Leute gewesen, als ich angenommen hatte? Benommen drehte ich mich um und sah, wie ein Schmuggler mit einem gro├čen Gewehr erneut zum Schlag ausholte. Er erwischte mich an der Schulter, und ich sp├╝rte, wie die Knochen in meinem Arm splitterten. Unter seiner Maske grinsend drehte er das Gewehr um und richtete den Lauf auf mich. Ich grinste zur├╝ck, hob meine rechte Faust, bewegte den Mittelfinger und beobachtete, wie das Projektil aus meiner Armkanone ihn in St├╝cke ri├č. Die kleine Explosion schleuderte mich r├╝cklings aus der Windschutzscheibe des Lasters, und ich kam drau├čen erst nach einigen Metern des Rutschens zum Liegen. Ich blinzelte der tr├╝ben Sonne entgegen. Eine dunkle Silhouette zeichnete sich ├╝ber mir ab. Sie hielt ein Gewehr in der Hand. Ich versuchte, ihr die Beine wegzuziehen und sie zu Fall zu bringen, doch mein gebrochener Arm machte mir einen Strich durch die Rechnung.
"Schei├če, haben sie dich schlimm erwischt?" fragte Smythe, und erst in diesem Moment wurde mir klar, da├č es der Junge war, der mir in der Sonne stand. Er b├╝ckte sich zu mir nieder und schleifte mich ├╝ber den holprigen Boden. Das letzte, woran ich mich erinnern konnte, war, da├č er mich in einen Laster brachte und mir den Schutzanzug auszog. Dann verschwamm alles in einem roten Nebel.

"Na, wieder okay?"
Ich ├Âffnete die Augen und blickte Smythe an. Er sah ein bi├čchen unklar aus, und mein gebrochener Arm schmerzte bestialisch. "Wieder okay?" fragte der Junge noch einmal, und diesmal sah er mich fr├Âhlich an.
"Du hast mir das Leben gerettet, Kleiner" fl├╝sterte ich mit einem Anflug von Hochachtung in der Stimme, denn bisher hatte mich noch keiner jemals retten m├╝ssen.
"Ach was, den Gro├čteil der Arbeit hast du ja erledigt!" Smythe zupfte am├╝siert an seinem Kinn. "Alle Achtung, sowas habe ich noch nicht erlebt. So jemand wie du wird uns zum Sieg gegen das NEK f├╝hren k├Ânnen! Selbst mein Vater w├Ąre beeindruckt von dem, was du vorhin geleistet hast!"
"Dein Vater, was?" Ich l├Ąchelte m├╝de. "Vom Alter her k├Ânnte ich ebenfalls dein Vater sein, Smythe."
"Stimmt. Alt genug bist du. Aber l├Ąngst nicht gutaussehend genug" lachte er erheitert und sprang beiseite, bevor er sich eine fangen konnte.
"Mein Arm...?" fragte ich und bewegte ihn leicht.
"Ich hab' ihn mit dem Serum behandelt, das du bei dir getragen hast. Und ich hab' ihn geschient. Dein Kopf hat ├╝brigens auch einen ziemlich harten Schlag abbekommen, ich dachte schon, ich m├╝├čte dich n├Ąhen."
N├Ąhen! Bei dem Wort zuckte ich unwillk├╝rlich zusammen. Diese Methoden der Heilung stammten noch aus der Steinzeit! Woher kannte dieser Bursche den Ausdruck ├╝berhaupt? Er war ja nach Ende des Krieges geboren worden!
Ich stand vorsichtig auf und unterzog meinen K├Ârper einer Generalpr├╝fung. Als er sie, bis auf ein paar zu vernachl├Ąssigende Details, bestanden hatte, erkundigte ich mich nach den Coptern.
"Alle unversehrt. Das einzige, was bei dem Angriff kaputtging, sind unsere beiden Bikes. Na ja, und dein Arm."
Ich schlug vor Freude mit meiner Faust in meine offene Handfl├Ąche. "Wunderbar!"
"Bist du denn fit f├╝r's Fliegen? Oder soll ich nicht besser?"
"Du kannst fliegen? Wer hat's dir beigebracht?" Mein Staunen nahm kein Ende.
Der Junge zuckte verlegen die Achseln. "Mein Vater. Wenn du willst, fliege ich."
"Und du wei├čt auch, wo's langgeht?"
Verschmitzt zog Smythe die Mundwinkel nach oben und l├Ąchelte: "Du gibst nicht eher auf, bis du unseren St├╝tzpunkt kennst, was?"
Ich atmete schwer aus und h├╝stelte verlegen.
"Jersey. Jersey City."
Ich starrte Smythe ungl├Ąubig an. "Das ist keine zwei St├Ądte vom Tower vom NEK entfernt!" rief ich aus.
"Ob es nun in der Antarktis liegt oder direkt unter dem Tower, was macht das schon f├╝r einen Unterschied? Wenn uns jemand verriete, w├╝rden wir auffliegen, egal, wo es sich befindet."
Ich mu├čte ihm Recht geben.
"Wir sollten bald los" f├╝gte der Junge hinzu und deutete zum schmutzigen Himmel. "Das Unwetter von New Madison zieht hier her├╝ber, und wenn der S├Ąureregen erstmal begonnen hat, k├Ânnen wir die Wolkendecke nicht mehr durchsto├čen."
Einmal mehr war ich vom Wissen des Jungen ├╝berrascht und nickte beif├Ąllig.

Den Flug hatten wir ohne Probleme hinter uns gebracht. Der Sprit hatte gerade so gereicht, und Smythe landete den Copter mitten in Jersey City. ├ťberall um uns herum sprossen die neu errichteten Betonbunker aus dem Boden. Es waren die Bauten von NEK, in denen die Bev├Âlkerung nun ihr Dasein fristen durfte oder von mir aus mu├čte. Gigantische viereckige Kl├Âtze, die nur dazu dienten, m├Âglichst viele Menschen auf einmal aufzunehmen. Die meisten, die hier lebten, waren Freaks. Sie kamen nicht oft aus ihren H├Ąusern, sondern hingen die meiste Zeit ├╝ber in ihren virtuellen Welten im Netz. Das Internet war, wie die H├Ąuser, wieder aus der Versenkung aufgetaucht, als das NEK sich als alleiniger Herrscher des neuen Kontinents hervorhob. Allerdings war das komplette Netz von der Regierung gestaltet worden und hatte keine ├ähnlichkeit mehr mit dem Internet, in dem ich herumgesurft bin, als ich noch ein Kind war. Es war wie eine Arbeitsbeschaffungsma├čnahme. Die Freaks spielten ihre kaputten und perversen Cyberspiele, und wer am meisten Punkte sammeln konnte, bekam von der Regierung Nahrung geliefert. Diese wiederum war mit den verschiedensten Drogen angereichert, so da├č man, wenn man ges├Ąttigt war, nicht mehr klar denken konnte und auch bei den Games den K├╝rzeren zog. Erst, wenn sich die Wirkung der Drogen verfl├╝chtigt hatte und die Freaks wieder Hunger bekamen, konnten sie ihre Highscores gegenseitig ├╝berbieten und erneut Punkte und Essen einfahren. Es war ein schrecklich erbarmensw├╝rdiger Kreislauf, aber wer sich erst einmal darin befand, war schon unter der Kontrolle der Regierung und nicht mehr zu retten, denn die Drogen machten s├╝chtig und brachten ihn dazu, weiter zu spielen.
"Hier geht's runter" teilte mir Smythe mit und ging voraus. Wir befanden uns auf dem Dach eines Betonbunkers, und um uns herum gafften ein paar Menschen und warteten, bis wir endlich weg w├Ąren. Ohne Zweifel w├╝rden sie den Copter knacken und sich dabei gegenseitig das Genick brechen, um als erster an das Flugobjekt heranzukommen.
"Den Copter lassen wir zur├╝ck?" fragte ich und hielt die Menge mit meiner Viper in Schach. Ich w├╝nschte mir, da├č der gelbgr├╝nliche Himmel seinen S├Ąureregen vergie├čen w├╝rde, dann w├Ąren wir wenigstens allein, denn diese Freaks besa├čen nicht das Geld, um sich Schutzanz├╝ge zu leisten.
"Ich schicke sp├Ąter jemanden, um ihn zu holen."
Eigentlich sollte es f├╝r dich kein 'sp├Ąter' mehr geben, dachte ich, w├Ąhrend wir die Treppen des Bunkers herabstiegen. Ich habe den Auftrag, deinen Daddy sofort wegzupusten, sobald ich ihn sehe. Und dann macht das NEK euer Hauptquartier platt...
Aber ich war mir nicht mehr sicher, ob ich die ganze Sache auch durchziehen w├╝rde. Ich hatte niemals f├╝r NEK gearbeitet, weil mich das Geld reizte. Es war der Thrill, die h├Ąrtesten Auftr├Ąge f├╝r den Kaiser auszuf├╝hren und zu wissen, da├č man der beste Mann der ganzen Truppe war. Den Rebellen beizutreten, k├Ânnte die gr├Â├čte Herausforderung meines Lebens sein. Da├č der Junge Smythe sich tats├Ąchlich Sorgen um mich zu machen schien, war noch eine ganz andere Sache...
Wir durchquerten fast die halbe Stadt, bis Smythe sich in Sicherheit w├Ąhnte und ich ihm best├Ątigte, da├č wir alle eventuellen Verfolger abgesch├╝ttelt hatten. Wir befanden uns in einem Viertel, in dem NEK noch keine Betonbunker gebaut hatte. ├ťberall um uns herum ragten die verlassenen, grauen H├Ąuserschluchten des zwanzigsten Jahrhunderts auf. Ein paar von ihnen waren von der seltsamen Vegetation bewachsen, die sich dem Wetter angepa├čt hatte.
Smythe f├╝hrte mich in einen stillgelegten U-Bahn-Schacht hinab und sprang auf die Gleise hinunter. Ich folgte ihm und griff in meinen Rucksack. Schnell hatte ich mir eine kleine Kanone zusammengebaut.
"Was willst du denn mit der?" fragte mich Smythe, doch anstatt ihm zu antworten, scho├č ich auf die Ratten, die ├╝berall hier herumhuschten.
"Ich hasse die Biester." Nach dem Krieg hatten die Ratten in den meisten St├Ądten die ├ťberhand gewonnen und sich in den letzten zwanzig Jahren zu richtigen Monstern entwickelt. Sie konnten beinahe so gro├č wie ein kleines Kind werden und gingen sogar auf Menschen los. Ich hob meine Waffe und zerfetzte ein besonders gro├čes Exemplar, das sich hinter uns anschleichen wollte.
Smythe lachte fr├Âhlich. "An die wirst du dich wohl gew├Âhnen m├╝ssen."
Ich ertappte mich dabei, da├č ich jedesmal, wenn der Junge ein so heiteres Lachen aufsetzte, selbst gezwungen war, mitzulachen. Ich fragte mich, ob es ein Zeichen von Schw├Ąche war oder einfach eine v├Âllig normale Reaktion. Es gab Zeiten, da hatte ich viel gelacht. Aber das war vor dem Krieg. Jetzt war alles anders.
Schutt t├╝rmte sich in Haufen zu unseren Seiten auf, und als Smythe endlich Halt machte, standen wir vor einer v├Âllig unscheinbaren Wand. Der Junge trat ein paar leere Kisten zur Seite, bis unter dem Dreck ein Hebel zum Vorschein kam.
"Das hier ist ein ziemlich veralteter Durchgang" erz├Ąhlte er mir und dr├╝ckte den Hebel hinunter. Es knirschte und kreischte, w├Ąhrend der Junge sich angestrengt gegen die Apparatur lehnte. "Aber er wird uns hineinf├╝hren."
Die v├Âllig unscheinbare Wand blieb weiterhin v├Âllig unscheinbar. Daf├╝r veranla├čte mich mein sechster Sinn dazu, nach oben zu schauen. In der Decke, mehr als drei Meter ├╝ber uns, hatte sich eine Fallt├╝r ge├Âffnet. Smythe trug eine Leiter heran, die in der Ecke gelegen hatte, und gemeinsam stiegen wir nach oben. Mit einem Kick stie├č der Junge von oben die Leiter weg und verschlo├č die Luke.
Wir befanden uns in einem Gang ├╝ber dem U-Bahn-Schacht. Ob die Rebellen ihn selbst gebaut hatten, oder ob er wohl schon vorher dagewesen war, irgendso eine Fehlplanung beim Stadtausbau vielleicht... ich hatte keine Zeit, danach zu fragen. Fast sofort kamen zwei Menschen durch den Gang auf uns zu gerannt. Als sie Smythe erblickten, blieben sie ├╝berrascht stehen und brachten ihre Erleichterung ├╝ber seine gelungene Flucht mit lauten Freudenschreien zum Ausdruck. Er schien sie pers├Ânlich zu kennen. Smythe erz├Ąhlte ihnen, da├č ich sein Retter war, und sogleich hatten wir unseren Geleitschutz zum Anf├╝hrer der Rebellen gefunden.
Das unterirdische Tunnelsystem war verworren, und nicht selten hatte ich das Gef├╝hl, da├č wir uns im Kreis bewegten oder wieder zur├╝ckliefen. Zu guter Letzt standen wir beide dann aber doch noch vor der T├╝r, hinter der Smythes Vater schon auf uns wartete. Man hatte ihm die Nachricht ├╝ber die Ankunft seines Sohnes mitgeteilt, sobald sie uns entdeckt hatten.
Wir warteten ein paar Minuten, in denen ich den jungen Kerl eingehend studierte. Er hatte ganz sicher was auf dem Kasten, das war klar. Und wenn er das alles von seinem Vater gelernt hatte, dann mu├čte auch der ein guter K├Ąmpfer sein. In mir keimte immer mehr der Verdacht, da├č diese Rebellion nicht so leicht wie fr├╝here Aufst├Ąnde zur├╝ckgeschlagen werden konnte. Ich war nun die einzige Chance, die der Kaiser hatte. Es hing alles von mir ab. Wenn ich mich dazu entscheiden sollte, den Anf├╝hrer zu t├Âten, sobald ich ihn sah, dann war es vorbei. Ich sch├Ątzte, da├č ich anschlie├čend auch noch Smythe und die beiden Wachen in diesem Raum t├Âten k├Ânnte, bevor auch nur einer blinzeln k├Ânnte. Und nicht weit entfernt von hier befand sich ein Ausgang, der in einen anderen U-Bahn-Schacht f├╝hrte. In Nullkommanichts w├╝rde ich wieder drau├čen sein. Es w├Ąre nur allzu leicht.
Die T├╝r ├Âffnete sich, und Smythes Vater trat heraus. Er war tats├Ąchlich in meinem Alter. Die beiden fielen sich in die Arme und klopften sich auf den R├╝cken. Ich sagte keinen Ton, bis der Junge sich von seinem Vater l├Âste und zu mir zerrte.
"Du bist also der Mann, der meinen Sohn aus den Klauen des NEK befreit hat?" Er musterte mich mit wachen Augen und versuchte, eine ernste Miene zu behalten. Doch die kleinen F├Ąltchen um Augen und Mund verrieten, da├č er am liebsten Lachen w├╝rde vor Freude. "Wie hei├čt du, mein Freund?"
"Beckony. Mark Beckony" dachte ich mir schnell einen Namen aus. Smythe blickte mich verwirrt an, und ich f├╝gte hinzu: "Zu unserer Sicherheit, falls wir auf der Flucht geschnappt werden w├╝rden, habe ich mich vorher "Klein" genannt. Beckony hei├če ich in Wirklichkeit."
Ich streckte freundschaftlich meine Hand aus und wu├čte, da├č dies der Augenblick der Wahrheit war. Wenn ich jetzt meinen kleinen Finger bewegen w├╝rde, w├Ąre der alte Smythe Senior nur noch Rattenfutter. F├╝r einen Augenblick, der mir wie die Ewigkeit vorkam, blickte mich der Mann einfach nur an. Erst, als er in meine Rechte einschlug und mich zu sich zog, fiel der ganze Druck von mir ab. Ich hatte den Anf├╝hrer der Rebellen nicht get├Âtet. Ich hatte das erste Mal einen Auftrag f├╝r den Kaiser nicht zu einem erfolgreichen Abschlu├č gebracht. Das bedeutete, da├č ich nie wieder zur├╝ck konnte. Es gab jetzt keine Vergangenheit mehr, ich k├Ąmpfte von nun an f├╝r die Rebellen und gegen das NEK.
"Es freut mich, dich bei uns zu haben, Mark" sagte Smythe Senior mit fester, aber dennoch weicher Stimme und entlie├č mich aus seiner Umarmung.
Ich trat einen Schritt zur├╝ck und erwies meinem neuen Anf├╝hrer eine Ehre, die ich nicht einmal dem Kaiser erwiesen hatte. Ich zog meine Viper, mein stolzestes Gewehr, von meinem R├╝cken und legte es dem alten Smythe vor die F├╝├če. "Ich k├Ąmpfe f├╝r dich."
Der st├Ąmmige Mann betrachtete mich l├Ąchelnd und quittierte meine Aussage mit einem Nicken.
Ich war gerade dabei, die Viper wieder in ihr Halfter zu stecken, als drau├čen vom Gang L├Ąrm ert├Ânte. Sch├╝sse fielen, und die T├╝r wurde von einem heftigen Schlag aus den Angeln gerissen. Ich behielt mein Gewehr in den H├Ąnden und rollte mich in eine Ecke des Raumes, von der aus ich alles ├╝berschauen konnte. Smythe zog ebenfalls eine Waffe, und die Wachen stellten sich besch├╝tzend vor ihren Anf├╝hrer.
Noch bevor jemand durch die aufgebrochene T├╝r hereinkam, knisterten Sch├╝sse durch die Luft und zerfetzten die K├Ârper der W├Ąchter. Auch Smythes Vater wurde von den Kugeln get├Âtet. Der Junge schrie voller Pein auf und wollte auf die T├╝r zurennen, doch ich bekam ihn am Arm zu fassen und zerrte ihn zur├╝ck. Mit der rechten Hand hielt ich ihn fest, w├Ąhrend ich mit der Linken die Viper umklammerte und den Abzug dr├╝ckte, als die Neos in den Raum st├╝rzten. Die ersten sechs Angreifer wurden von der Wucht meiner Waffe einfach weggeblasen, doch die n├Ąchsten schafften es, hereinzukommen. Die Kugeln ihrer G3's durchl├Âcherten mein Bein und trafen Smythe in den Bauch. Meine Viper spuckte noch zwei Projektile, die die beiden Neos zur├╝ck zu ihrem Sch├Âpfer schickten, dann knickte ich nach vorne weg und schlug mit meiner verletzten Schulter auf den Boden. Der Schmerz raste in Wellen durch meinen K├Ârper, und ich schaffte es nicht mehr, mich nach Smythe umzusehen.
Ich h├Ârte Schritte und sp├╝rte, wie man mich nach oben zerrte. Als ich die Lider aufschlug, blickte ich ins Gesicht eines Generals, den ich aus fr├╝heren Tagen kannte. Ein paar Neos standen um mich herum und schienen mit einer Mischung aus Stolz und Respekt nach vorn zu sehen. Seltsamerweise schien beides mir zu gelten.
"Sie sind wirklich ein Genie!" sagte der General - sein Name wollte mir beim besten Willen nicht mehr einfallen - und t├Ątschelte mich. "Sie haben sogar den Sohn dieses Mistkerls dazu gebracht, Ihnen Glauben zu schenken!" Er deutete auf Smythe. Ich drehte schmerzvoll meinen Kopf in seine Richtung.
In einer Lache aus seinem eigenen Blut r├Âchelte der Junge vor sich hin, als wollte er etwas sagen. Er sah mich an, und ich glaube, ich habe niemals zuvor einen so ungl├Ąubigen, zutiefst verwirrten Blick gesehen. Alles an ihm schien mich anzuschreien: 'Warum?' Und ich konnte ihm keine Antwort geben. Ich senkte blo├č traurig den Blick und k├Ąmpfte den Brechreiz nieder, der in mir hochstieg.
"Der Sender, den Sie in sich tragen, hat uns direkt in's Hauptquartier dieser Rebellenschweine geleitet! Sie haben ganze Arbeit geleistet. Sie tragen zu Recht diesen Beinamen: Der Schatten Gottes!" sagte der General und hob seine Pistole. "Wenn der Mistk├Ąfer hier seinen letzten Atemzug getan hat, dann ist die gesamte Rebellion niedergeschlagen!" Er dr├╝ckte ab, und Smythe zuckte noch einmal zusammen. Dann war er f├╝r immer still.
Nein, dachte ich, w├Ąhrend man mich auf einer Trage aus dem U-Bahn-Schacht transportierte. Die Rebellion ist nicht vorbei. Sie f├Ąngt gerade erst an...

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Andrea
???
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7 von 10 Punkten

Die Geschichte liest sich wirklich gut, aber ein paar Dinge habe ich doch noch gefunden, die man verbessern k├Ânnte:

Sprachlich:

Dein Ich-Erz├Ąhler leidet an wenigen Stellen an einem Wechsel des Jargons. Wieso etwa spricht er erst von der indirekt proportionalen Entwicklung der Rebellen- bzw. NEK-Zug├Ąnge, und einen halben Satz sp├Ąter vom kleinen Hurensohn?

Ein Anzug wird ma├čgeschneidert, aber ma├čgeschneidert angefertigt klingt f├╝r mich falsch, ebenso das ÔÇ×nach USAÔÇť umsiedeln ÔÇô ÔÇ×in die USAÔÇť w├╝rde ich schreiben.

Das NEK ist ein NEC. Wenn du schon englische Begriffe benutzt und die Geschichte in Amiland spielen l├Ą├čt, dann bitte auch Konsequenz zeigen! Dann ist es das New Earth Commitee, wie duÔÇÖs ja auch einmal schreibst, und die Abk├╝rzung mu├č ge├Ąndert werden.

Inhaltlich:
1. Brocken: Smythe war zu Beginn der Flucht noch bei Bewu├čtsein. Er h├Ątte also Kampfl├Ąrm von anderen Befreiern h├Âren m├╝ssen bzw. hat sich gewi├č ein paar Gedanken gemacht, als ein Fremder in seine Zelle kam ÔÇô gut, eine Chance zur Flucht mu├č er nutzen, aber da├č er dann nachher so ungl├Ąubig fragt: ÔÇ×Du hast ganz allein die Festung von NEK gest├╝rmt?ÔÇť, das nehmÔÇś ich dir nicht ab. Da mu├č er ganz einfach anders fragen. Ebenso ist es mit der Feststellung des Ichs ├╝ber das Alter des Jungen. Der Mann ist Elitek├Ąmpfer, der hat sich ├╝ber sein Ziel bestimmt gewissenhaft informiert.

2. Brocken: das Ende. Ein Spezialist wie dein Ich vergi├čt so einen Sender nicht einfach ÔÇô und sein Chef hat eigentlich keine Veranlassung, ihm zu mi├čtrauen. Bisher war er doch so erfolgreich, sein bester Pferd im Stall. ÔÇô Und wieso erkennt der General in ihm den Schatten? Das ist f├╝r mich der dickste Hammer. Da schreibst du so ausf├╝hrlich, da├č au├čer diesem omin├Âsen Kaiser (Komitee mit monarchischer Struktur oder Titeln? Vielleicht w├Ąre ein Pr├Ąsident da besser..) niemand das Gesicht des Schattens kennt, und dann kommt so ein namenloser General mit ein paar dusseligen Neos daher, die alles pl├Ątten, was sie f├╝r Rebellen halten (schon durch T├╝ren!), aber wenn sie an einen Verletzten kommen, erkennen sie gleich den Elitek├Ąmpfer Seiner Majest├Ąt?!? Das m├╝├čtest du eigentlich ├Ąndern...

Aber wie gesagt: Lesen l├Ą├čt es sich prima, wenn auch die Dialoge manchmal etwas holpern und die Ausr├╝stung deines Erz├Ąhlers fast zu perfekt ist..
__________________
Andrea Rohmert

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Arathas
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Kritikpunkte

Hi Andrea,

das mit dem Hurensohn passt doch. Der Ich-Erz├Ąhler regt sich zuerst dar├╝ber auf, da├č die Rebellen an dich Macht kamen - und im n├Ąchsten Satz schimpft er dann auf Smythe, den Rebellen. Nur logisch...

Der ma├čgeschneiderte Anzug und die Umsiedlung in die USA - beides Dinge, die halt passieren, w├Ąhrend man tippt, und die man beim sp├Ąteren Probelesen dann ├╝bersieht...

Das NEK war vorher auch ein NEC. Doch dann habe ich im Lycos-├ťbersetzungsprogramm nachgesehen, wie Kommittee auf Englisch hei├čt (dachte, es w├Ąre Commitee), und das behauptet: Kommittee. Drum hab ich's ├╝berall (bis auf eine Ausnahme, die mir wohl entgangen ist), ge├Ąndert...

Zum 1. Brocken:
Smythe war w├Ąhrend der Flucht NICHT bei Bewu├čtsein. Bei der ganzen Aktion GAB es n├Ąmlich gar keine Flucht!!! ├ťber die Flucht reden sie nur, weil Smythe danach fragt. In Wirklichkeit hat der Erz├Ąhler den Jungen einfach abgeholt und mu├čte ihn nicht befreien. Sonst h├Ątten sie doch wohl auch mehr als 3 Soldaten auf dem Hals gehabt, oder? Ich meine, w├Ąre doch sehr schwach, wenn ein so wichtiger Gefangener nicht gnadenlos gejagt werden w├╝rde...
Aber es wurden eben nicht alle NEOs von der Aktion unterrichtet, und ein paar dachten, es w├Ąren 'ganz normale' Rebellen und wollten sie t├Âten. Da├č der Erz├Ąhler zu Smythe sagt, da├č NEK (NEC) sie bestimmt verfolgen w├╝rde, war von ihm erfunden, wie so vieles, das er dem Jungen sagt.

2. Brocken: Das Ende
Klar, der Sender wurde vom Erz├Ąhler nicht vergessen, er wu├čte einfach nix dar├╝ber. Ob der Kaiser (oder Pr├Ąsident) sich wirklich so sehr auf ihn verl├Ą├čt, ist die Frage. Er selbst denkt das, doch es gibt nat├╝rlich noch andere, 'h├Âhere' Angestellte des Pr├Ąsidenten, von denen selbst der Schatten nichts wei├čt. Er denkt nur, da├č er das beste Pferd im Stalle sei...
Aber okay, bei der Stelle mit dem General hab ich gepfuscht. Ich dachte, ich h├Ątte weiter oben geschrieben, da├č ihn nur EINIGE hohe Tiere kennen w├╝rden. Hab nachgesehen. Ich hab tats├Ąchlich geschrieben: Nur der Kaiser. Tja, grober Fehler, das.
Wenn dir eine bessere Alternative einf├Ąllt, w├╝rde ich sie gerne h├Âren! :-)
Auf jeden Fall soll es so enden, da├č NEK die Basis st├╝rmt und die Rebellenf├╝hrer sterben. Sonst sehe ich keinen Sinn in der Geschichte. W├╝rde der Erz├Ąhler den Anf├╝hrer t├Âten, w├Ąre sie total daneben, oder?


Zum Schlu├č: Welche Dialoge holpern deiner Meinung nach? Und die Ausr├╝stung vom Erz├Ąhler... nun, sie ist sehr perfekt, zugegeben. Aber h├Ątte ich sie weggelassen, w├Ąre die Geschichte noch l├Ąnger geworden, und meiner Meinung nach ist sie schon jetzt viel zu lang f├╝r ne Kurzgeschichte... aber was soll's?

Vielen Dank f├╝r deine Kritik!

Arathas

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Arathas
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Der Schlu├č

Noch mal was zu der Tatsache, da├č der General den Schatten erkennt:

Ich habe eine andere Person, die die Story schon gelesen hat und gut fand, gefragt, wie sie das mit dem Ende sieht, und das ist die Antwort, die ich per mail erhalten habe:

>Kann doch sein, dass der General
>informiert wurde, wer er ist. So hatte ich es verstanden, >denn zuf├Ąllig
>tauchten die Soldaten ja nicht im Rebellenquartier auf.

Also kann man es doch durchaus so erkl├Ąren, oder? Vielleicht wurden die Soldaten ja informiert ├╝ber den 'Schatten'...

Arathas

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Andrea
???
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Ich habe mir den Anfang jetzt mehrmals noch mal durchgelesen, und jedes Mal komme ich zu dem Schlu├č, da├č jemand, der im Laufen von einer Kugel getroffen abdriftet, einfach noch bei Bewu├čtsein sein mu├č. Wenn nicht, w├╝rde ich gerne mal dieses "Abholen" geschildert bekommen - w├Ąre n├Ąmlich sicher interessant, wie Smythe bewu├čtlos durch die Gegend torkelt..

Die Stelle mit dem Hurensohn meinte ich ├╝brigens nicht logisch. Ich empfand diese "indirekt proportional" Stelle nur als Wechsel im Jargon des Erz├Ąhlers. Es pa├čt nicht zu seinem ├╝brigen Sprachstil.

Kommitee h├Ątte ich im Englischen auch mit C geschrieben, aber das hat sich ja gekl├Ąrt..

Ja, das Ende - mir f├Ąllt kein besseres Ende ein als das, was du gew├Ąhlt hast, au├čer der Schatten w├╝rde auch sterben, aber das ergibt keinen Sinn. Trotzdem finde ich die Wendung, da├č der Kaiser seinen Undercover-Mann so geplant opfert, etwas ungl├╝cklich. Vielleicht k├Ânnte der Schatten dank seiner Ausr├╝stung/Ausbildung/Reflexe etc. ja entkommen und aus einem Versteck diesen Satz mit dem Ende der Rebellion mitbekommen? Dann k├Ânnte der General eine Bemerkung fallen lassen, nach der der Schatten erf├Ąhrt, da├č der Kaiser ihm nicht vollkommen vertraut (der Sender). Wenn du die Begegnung General/Schatten vermeiden k├Ânntest, w├╝rde es m.E. mehr Logik bekommen.

Bei den Dialogen habe ich manchmal einfach das Gef├╝hl, da├č du entweder unglaublich viel Pathos benutzt (1) oder aber die Emotionen deiner Figuren v├Âllig au├čer acht l├Ą├čt (2):

(1) - "Das tut mir leid, Mann. Wir werden f├╝r dich und deine Familie k├Ąmpfen! Wir werden ein f├╝r allemal Schlu├č mit diesem verschissenen New Earth Commitee machen!"

Das ist Heldenpathos pur. Etwas weniger ist manchmal mehr.

(2)- "Hab ich mir von einem der Toten ausgeborgt, noch bevor die So├če runterkam" [...] "Der Anzug war v├Âllig okay, blo├č die Kapuze hat gefehlt. Und der Kopf des Soldaten auch. Ich habe die von einem anderen genommen."

Dieser junge Rebell zieht einer kopflosen Leiche den Anzug aus, und erst sp├Ąter erw├Ąhnt er das ├╝berhaupt. Ja, er hat vermutlich schon mehr Leichen, gar wahre Massaker gesehen, aber da├č er das alles einfach so cool runterleiert.. wenigstens etwas bleich sein oder schlucken k├Ânnte er.
__________________
Andrea Rohmert

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Arathas
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Flucht

Andrea:

Stimmt, ich werde mal ein Ende aufsetzen, bei dem der Schatten entkommen kann. Wenn's mir besser gef├Ąllt, nehm ich's rein. Ich kann's ja dann mal hier posten, dann siehst du, ob's dir besser gef├Ąllt.

Okay, das mit dem Pathos: Ist zwar ziemliches Heldengeschw├Ątz, war aber Absicht von mir. Smythe hat sich wirklich ziemlich heftig dr├╝ber aufgeregt, da├č die Familie vom Schatten get├Âtet wurde, und das auch noch bei SO einer Aktion. Ist m├Âglicherweise etwas hochgestochen, pa├čt aber an dieser Stelle, finde ich.

Da├č er am Anfang bewu├čtlos wird - sehr unwahrscheinlich. Das ├Ąndere ich auf jeden Fall.

Aber da├č er keinerlei Gef├╝hlsregungen hat, als er dem (kopflosen) Toten den Anzug abnimmt, das ist v├Âllig richtig. Die Geschichte spielt nicht auf einer Welt, wie wir sie kennen. Es ist eine zerbombte Welt, nach dem dritten Weltkrieg, und Smythe wurde in ein immerw├Ąhrendes Gemetzel hineingeboren. Er ist damit aufgewachsen, zu t├Âten und gegen die Neos zu k├Ąmpfen. Er sieht in den Feinden zwar auch die Menschen, aber nur, wenn er es sich selbst erlaubt. Diese Toten waren f├╝r ihn nicht mehr als eben Schutzanz├╝ge, die frei zug├Ąnglich auf der Stra├če lagen...

Arathas

PS: Du hast meine Email noch gar nicht beantwortet.

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