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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Der Schlächterbursche
Eingestellt am 31. 07. 2002 13:39


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DER SCHLÄCHTERBURSCHE von Patrick McCabe,
Rowohlt Taschenbuch Verlag, ISBN 3-499-13701-1

Die Geschichte, die Patrick McCabe in diesem Roman erzählt, ist alles andere als eine heitere Parodie auf die Jugendjahre seines Protagonisten – auch wenn man gelegentlich zum schmunzeln angeregt wird, so ist es doch wohl eher das tiefschwarze, sarkastische Schmunzeln, das einem über die Lippen huscht. Francie Brady, dessen Mutter in eine psychiatrische Anstalt kommt und anschließend Selbstmord begeht, sein alkoholkranker Vater, der in der Wohnung stirbt und von Francie dort liegen gelassen wird, und alle anderen Personen des Buches sind abstruse Gestalten und der Leser kommt nicht umhin, sie in seiner Nachbarschaft zu suchen – und zu finden. Francie ist geistig zurück geblieben und versteht nicht, warum sich sein alter Freund plötzlich nicht mehr für seinen kindlichen Übermut begeistern kann. Außerdem wird er zunehmend aggressiver und der Roman gipfelt schließlich in einem Mord...
McCabes Stil ist dem von Hubert Selby nicht gerade unähnlich. Er hält es nicht für nötig, Apostroph einzufügen, der Leser wird gefordert zwischen Erzählung und Gedanken und gesprochenem Wort zu unterscheiden. Dieser (scheinbaren) Störung des Leseflusses fügt sich noch ein weiterer Faktor hinzu: McCabe erzählt im kindlich-jugendlichen Jargon. Aber gerade hier liegt die Stärke des Autors! In seiner einfache Sprache vermag er sehr detailliert und einfühlsam die Gefühle seiner Mitmenschen zu beschreiben. Sicherlich ist „Der Schlächterbursche“ keine leichte Kost, aber wer es gelesen hat, wird es nicht bereuen.

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