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Leselupe.de > Horror und Psycho
Der Schrecken der Autobahn
Eingestellt am 11. 03. 2006 10:22


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flammarion
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Der Schrecken der Autobahn

Ein sonniger Wintertag. Der Verkehr fließt ruhig. Die Autobahn ist relativ neu, also noch sehr gepflegt. Kann kaum was passieren, denkt der Fernfahrer Willy M.. Fröhlich pfeift er den aus dem Radio ertönenden Schlager mit. Dabei denkt er grinsend daran, was er vorhin an der Raststätte gehört hatte, eine Spukgeschichte von einem Monsterbus. Ach, was sich die Kollegen so alles ausdenken!
Aber da – was macht denn der Kumpel? Ist der besoffen oder am Steuer eingepennt? Der fährt ja geradenwegs auf ihn zu! Geistesgegenwärtig reißt Willy das Steuer herum. Die Fahrzeuge touchieren einander ziemlich hart und kommen zum Stehen. Willy springt vom Bock und hastet zu dem anderen Laster. Er reißt die Fahrertür auf und will den Unfallverursacher anbrüllen, aber der Anblick des zitternden Häufchens Elend lässt ihn sanft sagen: „Was ist denn los, Kumpel? Warst du zu lange auf dem Bock?“
Der andere schweigt. Kalter Schweiß perlt von seiner Stirn, die Zunge flattert sinnlos im Munde, die Augen sind so weit aufgerissen, dass sie aus den Höhlen treten. Nach einer endlosen Weile stammelt er: „Mich hat ein Reisebus überholt“.
Willy verkneift sich das Lachen. Aber was soll denn schon so Schlimmes an einem Reisebus sein, dass der Kollege derart aus der Fassung geraten war? Eine Alkoholfahne hat er nicht und nach Kiffkraut riecht es auch nicht in der Fahrerkabine. Was war geschehen?
An den Fahrzeugen waren nur unbedeutende Kratzer, aber der Querfahrer rang noch immer nach Beruhigung. Wie sollte er seinem hilfreichen Kollegen verklickern, was er gerade erlebt hatte?
Ja, er war von einem Reisebus überholt worden. Der war voll besetzt mit Seniorinnen und Senioren. Alle fröhlich und mit freundlichen, friedlichen Gesichtern. Mehrere winkten ihm zu. Doch als der Bus vor ihm fuhr, bildete sich am Heck eine überdimensionale pulsierende und stark behaarte Vulva heraus. Kaum, dass er sie wahrgenommen hatte, befand sich der Bus wieder neben ihm. Aus dem ersten Fenster – das genau wie alle anderen geschlossen war – reckte sich ein Greisinnenkopf auf einem sehr langen dünnen Hals zu ihm herüber, versank im Motorblock und tauchte zwischen seinen Knien wieder auf. Die Alte lächelte verführerisch – jedenfalls wird sie dieses Lächeln wohl einst als verführerisch angesehen haben – und spitzte die Lippen.
Obwohl er seine Schenkel fest zusammenpresste, fühlte er doch ein Streicheln an den Innenseiten. Dann wurde sein bestes Teil frei gelegt und er spürte ein Saugen und Lutschen, dass ihm angst und bange wurde. Dazu kam noch, dass sich ein kalter Finger in seinen After drängte. Und als er die vielen dicken Grützpickel auf dem Haupt der Greisin – oh nein, jetzt war es ein alter Lustmolch! – erblickte, war es aus und genug. Mit aller Kraft und mit allen Vieren stieß er die Spukgestalt von sich. Da hörte er auch schon das Schaben und Knirschen Metall auf Metall und der Kollege Willy rüttelte an seiner Schulter.
Nur – wie soll er das alles jemals jemandem erzählen? Er war ja nicht einmal fähig, die angebotene Zigarette zu rauchen. Willy klopfte ihm auf die Schulter und sprach: „Reisebus, wie? Hab schon davon gehört. Krieg dich wieder ein, Kumpel“.
In Zukunft fuhren beide sehr vorsichtig. Nur, wenn ein Reisebus in Sicht kam, umkrampften die Hände das Steuer . . .

__________________
Old Icke

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Underground
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Hi, flammarion...

Da hier ja so selten der eine dem anderen antwortet, werd ich hier mal das Wort ergreifen.
Nur, was sag ich nun zu deiner Geschichte... Ich hab sie nicht besoders gut und nicht besonders schlecht gefunden. Oder vielleicht doch: von beidem etwas.

Das gute zuerst:
Die Geschichte, dass diese Greisen sich aus dem Reisebus in den Motorblock reckt, um dem armen Fernfahrer dann einen zu blasen und ihm ihren Finger in den Allerwertesten zu schieben, ist echt mal was anderes. Zwar im Stil einer ĂĽblichen 08/15 Gruselgeschichte aufgemacht, aber mit einer kuriosen Wende.
Das also zum Guten...

Leider hab ich auch ein paar Sachen zu bemängeln.
1.) Perspektive:
1.1) Zeitformen: Achte mal darauf, wie deine Geschichte anfängt und guck dann, wie sie aufhört

"Ein sonniger Wintertag. Der Verkehr flieĂźt ruhig"
(Gegenwart)
"Willy klopfte ihm auf die Schulter "
(Vergangenheit)

Kann passieren, sollte aber nicht.

1.2) Erzählperspektive
Aus welcher Sicht erzählst du die Geschichte. Das hopst alles ein bisschen hin und her. Erst erzählt du aus Willy M.s Sicht

"Ein sonniger Wintertag. Der Verkehr flieĂźt ruhig. Die Autobahn ist relativ neu, also noch sehr gepflegt. Kann kaum was passieren, denkt der Fernfahrer Willy M.."

Dann irgendwann schwenkst du aber zu dem Kollegen rĂĽber

"Wie sollte er seinem hilfreichen Kollegen verklickern, was er gerade erlebt hatte?"

Das ist ziemlich verwirrend im ersten Moment. Entweder, du schreibst die ganze Zeit durchgehend als allwissender Erzähler, oder du bleibst bei einer Sichtweise. Das als Tipp.

2.) Ausdruck
Im groĂźen und Ganzen lieĂźt sich deine Geschichte relativ flĂĽssig. Aber einige Formulirungen sind holperig und ungewollt komisch...

"Aber da – was macht denn der Kumpel?"
"die Zunge flattert sinnlos im Munde"
"aber der Querfahrer rang noch immer nach Beruhigung"
"oh nein, es war ein alter Lustmolch" (den einschub kapier ich nich)
"und nahmen einen Umweg, wenn ein Reisebus in Sicht kam "
(einen umweg nehmen klingt nich nur komisch, sondern ist im alltag wohl auch recht schwer zu bewerkstelligen, wenn auf der autobahn ein reisebus in sicht kommt...)

Das sind nur einige von den Formulierungen, die ich verbesserungswĂĽrdig finde.

3.) Synonyme

Schön, wenn man nicht immer "er" zu dem Typen sagt, aber die Ersatzwörter sollten manchmal doch nochmal überdacht werden, finde ich.
"der Querfahrer"
"seinem hilfreichen Kollegen"
Komischerweise sind in dem Einschub (der übriges ruhig als solcher deutlich gemacht werden könnte) die Synonyme besser (die Alte, die Greisin, usw.).

Okay, dann lass ich dich mal vom Haken :-)
Also, meine Tipps sind:
- überleg dir vorher genau, was du schreiben willst, gibt deinen Charaktären mehr Leben
- vermeide unfreiwillige komik
- und alles, was oben sonst noch steht...



GruĂź,
Underground

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flammarion
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vielen

dank für s lesen und kommentieren. über deine vorschläge werde ich nachdenken, aber erst später. so sehr liegt mir diese geschichte nicht am herzen . . .
es sollte mal was anderes werden, zur unterhaltung, zum kichern ĂĽber grusliges.
lg
__________________
Old Icke

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flammarion
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so.

habe den schluss geändert. ist ja wahr, auf der autobahn kann man keinen umweg nehmen.
lg
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Old Icke

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