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Leselupe.de > Ungereimtes
Der Schreiber
Eingestellt am 25. 12. 2003 16:33


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Wounded2001
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2002

Werke: 25
Kommentare: 46
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DER SCHREIBER

In der einen Seite jenes Zimmers
liegt eine Flasche Wein
ausgelebt und laut zerbrochen

Seine Sachen
ausgebreitet, wild verstreut
Wie ein wilder Dschungel
seiner Innereien

Das Laken
das riecht bittersĂŒss
nach Schweiß der letzten
dunklen Nacht

Und die Reste seines FrĂŒhstĂŒcks
erwecken das Interesse
einer dicken Fliege
hoch droben an der Zimmerdecke

Aufrecht gebÀugt
dort am Fenster stehend
mit hÀngendem Kopf
versteht er einfach nicht
was denn nur gestern war

Dreht sich um
und suchend greifen seine HĂ€nde
in die Schublade, kalt und starr
ziehen sie ein
kaltes Blatt Papier heraus

Wartend liegt der Bleistift
auf dem Schreibtisch

..und abends verlÀsst ihn die Geduld
und er zerbricht

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Maiglockje
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Wounded,

Hallo Wounded,
hm, ich bin neu hier und eine Sparte mit Betroffenheitslyrik habe ich noch nirgend anderswo entdeckt. Ich denke aber, dass die Kategorie nur des Inhaltes wegen so genannt wurde, und es da keine besonderen Merkmale in Form und Stil gibt. Falls nicht, dann kannste mich gerne verbessern.

"DER SCHREIBER"
Mein erster Kritikpunkt bezieht sich auf die Art des Schreibens:

"In der einen Seite jenes Zimmers liegt eine Flasche Wein - ausgelebt und laut zerbrochen.
Seine Sachen ausgebreitet: wild verstreut, wie ein wilder Dschungel seiner Innereien.
Das Laken, das riecht bittersĂŒss nach Schweiß der letzten dunklen Nacht und die Reste seines FrĂŒhstĂŒcks erwecken das Interesse einer dicken Fliege hoch droben an der Zimmerdecke. Aufrecht gebĂ€ugt - dort am Fenster stehend - mit hĂ€ngendem Kopf, versteht er einfach nicht, was denn nur gestern war. Dreht sich um und suchend greifen seine HĂ€nde in die Schublade. Kalt und starr ziehen sie ein kaltes Blatt Papier heraus. Wartend liegt der Bleistift auf dem Schreibtisch und abends verlĂ€sst ihn die Geduld und er zerbricht."

Ohne die ZeilenumsprĂŒnge sind es normale SĂ€tze, also wenn schon dann eher Prosalyrik... obwohl man es dann auch gleich als Kurzgeschichte umschreiben könnte.
Scheinbar willkĂŒrlich hast du die Entertaste betĂ€tigt, um deinen Zeilen die nötige Gedichtsform zu verleihen.

"In der einen Seite jenes Zimmers
liegt eine Flasche Wein
ausgelebt und laut zerbrochen"

Jenes Zimmers? Welches Zimmers? Du greifst auf Tatsachen zurĂŒck, die dem Leser nie gegeben wurden. Aufgrund des Titels bleibt dem Leser nur der magere Schluss, dass es sich wohl um das Zimmer des Schreibers handeln mĂŒsste.
Jedoch mĂŒsste es dann heißen:

"In der einen Seite seines Zimmers
liegt eine Flasche Wein
ausgelebt und laut zerbrochen"

Rechtschreibung :

Strophe 5, Z1
"Aufrecht gebÀugt"
"Aufrecht gebeugt"

------------------------------

Strophe 6
"Dreht sich um
und suchend greifen seine HĂ€nde
in die Schublade, kalt und starr
ziehen sie ein
kaltes Blatt Papier heraus"

Die Assoziation mit den kalten leblosen HÀnden und dem ebenso leblosem kalten Papier gefÀllt mir sehr. Es lÀsst das Zusammenspiel zwischen Schreiber und Papier in den Vordergrund treten! Wunderbar!

-------------------------------

Strophe 7

Wartend liegt der Bleistift
auf dem Schreibtisch

..und abends verlÀsst ihn die Geduld
und er zerbricht

Hier gefÀllt mir das "und" nicht. "Und" ist ein Bindewort, die Situationen jedoch sind zwei völlig verschiedene. In der ersten liegt der Bleistift noch "wartend" da, in der zweiten jedoch hat er die Geduld verloren.
DafĂŒr gefĂ€llt mir hier das Bild mit dem Bleistift umso besser!


Fazit: Sehr schöne AnsÀtze bei Metaphern und ErzÀhlung der Geschichte, gefÀllt mir sehr gut - auf jeden Fall nen dicken Daumen nach oben von mir. Nur an der Form sollte man noch was tun .

Liebe GrĂŒĂŸe
Mai

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