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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Der Schwimmer (gelöscht)
Eingestellt am 21. 11. 2008 13:36


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Dominik Klama
???
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Arno Abendschön
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Einerseits, andererseits

Einerseits finde ich die Story überzeugend, den Ablauf in jedem Detail nachvollziehbar. Ich selbst habe mich nie in Schwimmhallen umgesehen, dennoch vermittelt mir der Text den Eindruck, ich wüsste Bescheid, wie es da zugehen kann. Die anschließende Situation im Restaurant habe ich an anderen Orten selbst kennengelernt. Die Idole überlagern sich, man weiß nicht genau: Ist er's oder ist er's nicht? Die Wahrscheinlichkeit spricht dagegen, und dann ist es doch derselbe. Von da an habe ich zunehmend gespannt weitergelesen und gefunden: Ja, das ist in sich wahrhaftig, so spannt einen das Leben mit seinen Zufällen manchmal auf die Folter und narrt einen am Ende doch. Jedes andere Ende wäre mir unglaubwürdig vorgekommen. Kein Wort der Kritik insoweit.

Andererseits: die Sprache. Vielleicht bin ich nicht der Richtige, um sie angemessen zu würdigen. Mein Geschmack ist ein bisschen neoklassizistisch. Ich liebe das Verknappte, das Angedeutete, aber auch das sehr exakt Ausformulierte und das atmosphärisch Dichte und das auf elegante Weise Analytische. All das ist es nicht. Ich fand die ersten zwei Sätze mehr als gelungen und freute mich schon auf Weiteres in der Art. Satz 3 ist passabel, Satz 4 fand ich missglückt, wie einen abrupten Tonartwechsel. Mich störte auch, dass in einem so kurzen Satz zweimal dasselbe Demonstrativpronomen auftritt. Satz 5 fand ich dann wiederum akzeptabel, Satz 6 ebenso. Insgesamt also ein viel versprechender erster Absatz. Doch ist diese Ouvertüre in meinen Augen stilistisch schon beinahe das Beste am ganzen Text. Es wird dann zunehmend grobkörnig, so will ich es mal nennen. Ich vermute, hier liegt Absicht vor. In diesem Fall decken sich die Maßstäbe von Autor und Leser nicht. Das kommt vor.

Dennoch: "... die gleiche Art von offenbar bedachtsam gezüchtetem Jungbulligen ..." - das erscheint mir mit Anstrengung konstruiert, es atmet schwer, ohne dass sich mir neue Einsichten eröffneten. Sind nicht auch hin und wieder kleine irritierende Fehler nicht ausgemerzt: "Das war's denne." Sagt man in B.-W. so? Oder: "Und bevor er es wehren kann ..." Bin ich da über ein Idiom gestolpert? Jedenfalls bin ich gestolpert. Oder: "Das Haus kenne ich von früher. Zwei Stock oben dran wohnt ..." Oben woran?

Alles in allem ein lohnender Inhalt, dem ich eine andere Sprache gewünscht hätte. Auch wenn es nicht meine sein müsste - sie könnte, meine ich, eine Überarbeitung vertragen. Dann könnte es ein wirklich guter Text werden.

Ich habe 6 von 9 Punkten gegeben.

Arno Abendschön

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Arno Abendschön
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So viel Aufklärung!

Gut, es waren also 6 von 10. Ich habe den ersten Strich für den Nullpunkt gehalten, das ist er nicht, weiß ich nun. Orientiert habe ich mich ohnehin am Text, der zum jeweiligen Balken aufscheint.

Nachdem ich gestern meinen Kommentar abgegeben hatte, wollte ich mal sehen, was andere zu Deinen Texten schreiben. Ich landete bei "Manchmal schon auch verwöhnt sein", las dort nur den Kommentar von ridding und stellte fest: Da ist noch einer, dem der Inhalt durchweg zusagt und der mit Klamas Sprache seine Schwierigkeiten hat. (Der Titel ist selbst so ein Beispiel: Zunächst klingt er sehr ungelenk, dann hört man tief in sich hinein und findet da ein Echo, das einem sagt: Das hast du schon mal irgendwo gehört. Ist also ein Zitat aus authentischer Sprache. Dennoch ist es hässlich, da mit Füllwörtern aufgepumpt. Ich will nicht schon über einen offenbar mit viel Überlegung entstellten Titel groß nachdenken. Ich will ohne Umstände mit einem hoffentlich interessanten Text anfangen. Der Titel als Sprachspielwiese - das ist kontraproduktiv, es kostet Zeit und im Extrem den Autor einen Leser.)

Wie von mir vermutet: Diese Sprache ist gerade im Detail so von Dir gewollt. Und wie von mir schon festgestellt: (Achtung, jetzt kommt ein Stilbruch!)Ist ja nicht so mein Ding, oder? ( Achtung, jetzt schwinge ich mich wieder auf eine viel höhere Sprachebene!) Und welche Schlüsse soll der solcherart hin- und hergerissene Rezipient aus seinem gleichfalls authentischen Leseerlebnis ziehen? (Jetzt ein mittleres Stockwerk!) Ich für mein Teil: Weiter ab und zu Texte von Dir lesen, und zwar mit dem Wissen, dass ein interessanter Stoff auf mich wartet, den genau so zu schreiben dem Autor Spaß gemacht hat. (Jetzt ziehe ich noch eine sprachliche Zwischendecke ein, da kommt das Mezzanin!) Und dass mein Vergnügen infolge Deines vorherigen kein ungetrübtes sein wird.

Klare Verhältnisse, wie im echten Leben. Interessant Dein Hinweis auf eine parallele Sprunghaftigkeit, wie in der Schriftsprache so auch im persönlichen Austausch. Das kommt mir ein bisschen à la Luther vor: Hier schreibe ich, ich kann nicht anders. Im Ernst, Dominik, diese Lust am Mischen verschiedener Sprachstile kenne ich auch und ich gebe mich ihr manchmal hin. Es kann sogar ein Stilmittel sein, das Wirkung erzeugt. Dennoch bleibt es meistens ein einsames Vergnügen, das der Autor da in seinem Dichterstübchen genießt.

Du hast in Deiner Antwort anschaulich beschrieben, welche Prozesse an Deinem Schreibtisch ablaufen, bis ein Text an die Öffentlichkeit gelangt. Die meisten tun das bei mir nicht viel anders. Dieses ewige Korrigieren, diese Unzufriedenheit ... Ich will Dich auf einen Effekt hinweisen: Man verliert irgendwann die kritische Unbefangenheit gegenüber dem eigenen Text. Wenn sich tatsächlich 30 Versionen jenes von mir angeführten Satzes in Deinem Kopf übereinanderlagern, dann tritt dieser Effekt ein. Der Autor kann dann noch so viel in sich hineinhören, was am besten klingt - er hat sein (absolutes) Gehör verloren. Man kann auf diese Weise sich oder vielmehr den Text zu Tode korrigieren.

Noch zu den Füllwörtern und Partikeln. Die fließen mir auch heraus wie die Spucke beim Reden, wenn ich sehr aufgeregt bin. Ich tilge sie beim Korrigieren weitgehend. Dafür gibt es schon ökonomische Gründe. Sie verbrauchen Platz und die Zeit des Lesers. Was bringen sie positiv? Fällt mir nichts ein. Dass ein Satz mit Füllwörtern der gesprochenen Sprache mehr ähnelt als einer ohne sie, kann ich nicht als Vorzug ansehen. Sonst könnte man künftig Literatur so produzieren: Spontane Rede - am besten auf der Straße - aufnehmen, in modernen Computer mit Sprachverarbeitung einfüttern, montieren, schneiden. Fertig.

Über den ästhetischen Wert eines ausgeprägten Mischstils werden wir uns nicht einigen. Ich habe den postmodernen Geschmack nur kurze Zeit mitgemacht. Postmoderne = Achtziger Jahre = Blütezeit des Neoliberalismus? Wir schreiben 2011.
Ja, die Guttenbergrede ... Auch postmodern. Willst Du schreiben, wie Guttenberg redet, wie er argumentiert? Hier wird's allmählich interessant, merke ich, aber ich habe mich für diesmal verausgabt.

Schönen Abend
Arno

PS: Dass die ewigen Korrekturen einen in den Wahnsinn treiben können, hat Jahnn in "Fluss ohne Ufer" an einem Beispiel schön dargestellt, anhand einer Sprechprobe für einen Satz aus einem Stück. Der Regisseur ist nie zufrieden, und die Schauspielerin dreht irgendwann durch.

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mavys
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2010

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Lieber Dominik!
Nachdem ich deinen Text gelesen habe, freue ich mich noch mehr über deine Persiflage mit Zitaten aus meinen Texten.
Muss sagen das ganze Ding kommt rund wie Kugel.
Manchmal scheint es als würde sich der Protagonist zu sehr verheddern über seiner sprachlichen Selbstverliebtheit.
Aber immer wenn ein Knoten fast da ist, fällt es locker auseinander wie frischgekämmter Pferdeschwanz.
Liebling:
"Er sieht, wie ich ihn schaue. Schnell gucke ich weg. Als ich hinsehe, guckt er immer noch oder auch schon wieder her."

Spontan dachte ich, das Ende schwächelt etwas. Stimmt aber nicht. Von mir 9,2

Alles liebe mavys

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