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Leselupe.de > Kurzprosa
Der Struwwelpeter
Eingestellt am 31. 07. 2005 12:39


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Sebatsian Rahn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2001

Werke: 10
Kommentare: 48
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Hallo zusammen
hoffentlich habe ich das richtige Forum fĂĽr dieses kurze TheaterstĂĽck gefunden.



Von Geburten und deren Konsequenzen (in 3 Szenen)

Personen: Der Mann (später Der Vater), Die Frau (später Die Mutter), Herr Storch, der Postbote und der Struwwelpeter (in zwei Ausführungen: einmal als Säugling, einmal Jugendlicher)
Daneben 1-2 Betreuer (Nur Stimme)

Räumlichkeit: In allen Szenen ist lediglich in das Wohnzimmer einzusehen. Im linken Bereich befindet sich die Eingangstür für die Protagonisten. Nur der Struwwelpeter kommt später rechts (aus seinem Zimmer) herein.

Das Wohnzimmer: Wirkt mit seinem antiquierten, karg verteilten Mobiliar seltsam leer. Der Raum ist komplett mit einem flauschigen weißen Teppich ausgelegt. Wertvolle Bilder hängen im Hintergrund und verwehren fast vollständig die Sicht auf die Wand dahinter. In der Nähe der Eingangstür steht auf einem dürrem Tischchen eine verzierte Vase, die ihren Träger zu erdrücken droht. In der Mitte des Raumes steht ein kleiner roter Ledersessel, für eventuelle Gäste, der bereits beginnt Staub anzusetzen. Im Kontrast
dazu steht direkt daneben das geradezu gigantische Sofa in derselben Farbe. Vor dem imposanten Möbelstück steht ein kleinerer Tisch auf dem zu Beginn eine Kanne mit frischem Tee nebst zwei Tassen steht. Alle drei sind aus feinstem
Porzellan hergestellt und schier ĂĽberfĂĽllt mit goldfarbigen Bemalungen. Noch weiter davor, ungesehen von den Zuschauern, befindet sich irgendwo ein Fernseher.


Szene 1

Personen: Der Mann, Die Frau


Die Frau: (Eine Person mittleren Alters. Obwohl sie sich im Haus befindet trägt sie einen Hut den sie bei jeder Szene wechselt. Die vielen Kosmetika lässt ihr Gesicht wie eine Maske wirken. Ansonsten verfügt sie über eine schlanke und auch gut aussehende Figur. Jedoch schwingt sie stets übertrieben mit den Hüften sobald sie zu gehen anfängt. Sie sitzt zu Beginn auf dem Sofa und blickt verträumt in die Richtung des Fernsehers. Ansonsten keine Regung Ihrerseits.)


Der Mann: (Schätzungsweise im selben Alter wie Die Frau allerdings weniger modisch, als eher konservativ. In einem schwarzen Frack, der ihn deutlich als Geschäftsmann oder zumindest als sehr erfolgreichen Karrieristen auszeichnet. Tritt kurz nach Beginn hinzu. Vorher hört man noch, wie er sich in der Garderobe von Hut und Arbeitskoffer entledigt.
Stumm betritt es das Zimmer bleibt dann kurz vor dem Sofa stehen.)

‚Er ist wieder da.’


Die Frau: (Hat ihn bereits kommen hören und wendet nicht den Kopf um ihn anzusehen. Sie beginnt zu sprechen, aus Gewohnheit heraus)

‚Sie ist höchst erfreut dies zu vernehmen. Möchte Er eine Tasse des guten englischen Tees?’


Der Mann: (Nickt aber Die Frau schenkt bereits ein ohne es gesehen zu haben. Er setzt sich zu ihr)


Die Frau: ‚Er verzeihe Ihr bitte, dass Sie heute nicht wie üblich nach seiner Arbeit frage, aber Sie hat ein Anliegen äußerster Wichtigkeit zu verkünden’


Der Mann: (Nutzt seine Ungesehenheit kurz um still und heimlich seine EntrĂĽstung zu demonstrieren, sagt aber dann)

‚So fange Sie an.’


Die Frau: ‚Die Knicks, unsere geehrten und hochgeschätzten Nachbarn, sollen bald ein Kind empfangen, heißt es in Freundeskreisen.’


Der Mann: (Horcht bei dem Namen auf. Jedenfalls scheint es sein Interesse zu steigern)

‚Die Knicks sagt Sie? Die Familie von Alfred Knicks, Seines verehrten, höchst angesehenen Kollegen?’


Die Frau: (Lächelt für einen Augenblick zufrieden, wird darauf allerdings wieder übergangslos ernst)

‚Sehr wohl. Der Knick.’


Der Mann: (Aufgebracht)

‚Sapperlot!’

(Fasst sich wieder)

‚Welch Freude solche Kund zu vernehmen, (Pause) fürwahr.’

(Denkt einen Augenblick intensiv nach)

'Weiß man denn schon welchem Geschlecht das Kind angehöre?’


Die Frau:‚Ein entzückendes Fräulein, so erzählt man es sich zumindest.’


Der Mann: (Abfällig mit wegwerfender Geste)

‚Pah!’

(Fasst sich wieder)

‚Seine Zukunft auf solchem aufzubauen…(Schüttelt den Kopf)’

(Greift zum ersten Mal zu seiner Tasse)

Die Frau: (Sieht enttäuscht drein sagt aber dann)

‚Er spricht recht, fürwahr.’

(Wartet bis Der Mann die Tasse wieder hingestellt hat und geht dann in die Offensive)

‚Doch sollten Sie nun daran denken, dass Ihre Zukunft bisher ungefertigt ist.’


(Sie nimmt seine Hand, der erste körperliche Kontakt bisher)


Der Mann: (Sieht worauf es hinausläuft und zuckt vor ihrer Hand zurück. Tausend Gedanken schwirren in seinem Kopf und er wendet sich kurz ab. Er murmelt die nächsten Worte mehr für sich selbst)

‚Ihre Zukunft. Worte von Bedeutung, gewiss. Was wird Ihrer Zukunft bleiben wenn sie niemand fortführt? Sie wird im Rauch verschwinden während die von…’

(Der Name Knick huscht geräuschlos über seine Lippen. Für einen Augenblick scheint er die Kontrolle erneut zu verlieren, aber beherrscht sich. Zu einem eigenen Entschluss gekommen steht auf und sagt entschlossen)

‚So sei es!’


Ende Szene 1


Szene 2

Diese Szene spielt in fast kompletter Dunkelheit und die Schauspieler sind lediglich schemenhaft zu erkennen. Je nach Belieben lässt es sich mit Text oder bloß mit Gestik spielen.

Personen: Der Mann, Die Frau, Herr Storch,
Struwwelpeter (klein)


Der Mann & Die Frau: (Sitzen gemeinsam auf dem Sofa, scheinbar ungeduldig auf etwas wartend, als man die Klingel läuten hört. Beide starren sich für einen kurzen Augenblick an und stürmen zur Eingangstür, außerhalb des Blickfelds des Zuschauers.)

Herr Storch: (Eine freundlich enthusiastische Stimme ist zu hören)

‚Grüß Gott, Eltern/Kind Postversand Bern, ich hätte da was für sie. Sie gestatten?’

(Betritt kurz darauf die BĂĽhne dicht gefolgt von dem sichtlich aufgeregten Ehepaar. AuĂźer seiner Pstbotenuniform ist nichts an ihm erkennbar auĂźer, dass er etwas in den
Armen hält oder alternativ auch einfach nur an der Hand führt. Er geht zielstrebig zu Sofa und lässt seinen Ballast dort herunter)

‚So mein lieber Wonneproppen, dann leg sich mal ein bisschen hin. Hast schließlich eine lange Fahrt hinter dir.’


Der Mann & Die Frau:(Der `Wonneproppen` bleibt regungslos liegen und scheint eingeschlafen zu sein. In der Haltung der beiden anderen Anwesenden erkennt man schnell, dass sie
am liebsten sofort zu ihm eilen wĂĽrden. Allerdings scheint der Postbote sie wie eine unsichtbare Wand zu blockieren jedenfalls traut sich keiner von ihnen an dem harmlosen Mann vorbei.)

Herr Storch:‚Gut’

(Nickt zufrieden und kramt aus seiner Manteltasche einen mit Papieren voll gestopften Hefter hervor. Einige der Blätter fallen herunter, doch er lässt sie achtlos liegen.)

‚Hier unterschreiben, bitte.’


Der Mann:(Schnappt nach dem Kugelschreiber, dem ihn der Postbote anbietet und schreibt hektisch kritzelnd seine Unterschrift auf den Hefter.)


Herr Storch:‚Vielen Dank.’

(Lässt den Hefter wieder unter seinem Mantel verschwinden und bewegt sich in Richtung Ausgang)


Der Mann & Die Frau:(Bewegen sich schleunigst zum Sofa und wenden dabei den Zuschauern den Rücken zu. Sie scheinen etwas zu begutachten und zu befühlen. Bald hört man das dadurch aufgewachte Kind aus Leibeskräften brüllen.)


Herr Storch:(Hält kurz vor dem Verlassen noch einmal inne, dreht sich um und macht eine Abschiedsgeste, die von dem Ehepaar nicht weiter beachtet wird)

ab


Der Mann & Die Frau: (Haben sich bald wieder gesammelt und flankieren das Kind zu beiden Seiten.)


Struwwelpeter:(Dieses hat sich währenddessen wieder ein wenig beruhigt, auch wenn gelegentlich noch ein Schluchzer zu hören ist. Neugierig bewegt es den Kopf hin und her und beäugt seine Umgebung.)


Der Mann:(Findet als erster wieder zu Worten. Stolz unterstreicht jede einzelne gesprochene Silbe.)

‚Welch Pracht, Sie sehe, hat diese Anstrengung hervorgebracht. Betrachte Sie nur diesen unbrechbaren Willen in seinen Augen. Dieses Kinn wie das eines
Legionärs. Diese Nase schon jetzt zu Höherem geboren. Das Gesicht des Sieges!’

(Betrachtet das Kind noch mal genauer)

‚Natürlich auch wenn es noch Zeit braucht sich zu entfalten.’


Die Frau:(EntzĂĽckt ohne den Mann auch nur im Geringsten zu beachten)

‚Oh sehe nur diese sanften Hände, die eines Künstler. Und ach, selbst Haare hat es bereits. Diese feinen Löckchen. Wenn jemals etwas Neues geschaffen werden sollte, dann nur durch diese liebliche Gestalt.’

(Betrachtet das Kind noch mal genauer)

‚Natürlich auch wenn hier weniger mal ausnahmsweise mehr gewesen wäre.’


Struwwelpeter:(Währenddessen hat sich den Raum so lange angesehen, dass sich die Langeweile bereits breit macht. Als er auch von den Erwachsenen nichts mehr zu erwarten hat ist er bald wieder eingeschlafen und bewegt sich nicht mehr.)

Die Frau:‚Er sage nun wie sollen Sie Ihre Zukunft benennen?’


Der Mann:(In einem einzigartigen Anflug von Humor der schnell wieder verfliegt)

‚Struwwelpeter sollte reichen für das Erste. Bis Sie die Ordnung in die Kindheit dieses Knaben gebracht haben. Das sollte für Ihre Zwecke bis dahin dienlich sein.’

(Steht auf)


Die Frau:(Ebenfalls sich hastig erhebend)

‚So soll’s geschehen aber womit beginnen Sie, was Ordnung betrifft?’


Der Mann:(Nachdenkend sich in Richtung Ausgang bewegend)

‚Nun eine Bleibe wird Es brauchen. Ein Zimmer muss erbaut und hergerichtet werden.


Die Frau:(Ihm folgend)

‚Ja und bei alldem dürfen wir Kleidung nicht vergessen und auch die Bildung darf nicht zu kurz kommen, sollte je was daraus werden.’


Der Mann & Die Frau:(Haben sich bei dem Gespräch nun vollends aus dem Wohnzimmer begeben. Nur der Struwwelpeter liegt alleine auf dem Sofa.)


Die Mann:‚Selbstredend und auch sonst soll es an nichts mangeln. Ein Klavier wird er haben und ein Pferd aus Holz und einen Fernseher.’


Die Frau:(Schockiert)

'Bei Gott, will Er Es bereits jetzt verderben?’


Ende Szene 2




Szene 3

Wieder mit Licht. Die sonstige Umgebung bleibt unverändert bis auf das Geschirr, das vom Tisch verschwunden ist

Personen: Die Mutter, Der Vater, Struwwelpeter (groĂź)


Der Vater & Die Mutter: (Sitzen wieder auf dem Sofa. Beide wirken äußerst besorgt, die Mutter sogar ein wenig verstört. Es herrscht bedrücktes Schweigen.)


Die Mutter:(Zweifelnd)

‚Sie weiß immer noch nicht ob die Entscheidung nun die Richtige war.’


Der Vater:(Entscheidend)

‚Es ist richtig. Sie sollte nicht daran zweifeln. Gehört hat Sie die Worte, die gesprochen wurden. Dies war mehr als nur ein Streich. Dies war ein Angriff, jawohl. Und Er wird nicht der sein der verliert. Sie sollte das wissen.


Die Mutter:(Seitlich zu sich selbst)

‚Oder sollte Sie wissen das der Verlierer den Triumphierenden von hinten erdolcht?’

(SchĂĽttelt den Kopf als wolle sie den Gedanken loswerden)


Struwwelpeter:(Im Hintergrund hört man ein klingelndes Geräusch das langsam beginnt lauter zu werden. Gerade wenn Die Mutter ihren Satz beendet werden sie es gewahr und ihre wird nun noch angespannter. Kurz darauf tritt der Struwwelpeter von rechts auf die Bühne. Seine Harre sind lockig, lang und zerzaust. An einigen Enden sind Glöckchen angeknotet, die das Geräusch erzeugen. Seine Fingernägel sind zwar nicht überdurchschnittlich lang aber relativ ungepflegt. Die Kleidung sind Jeans, ein Knallbuntes T-Shirt und abgenutzte Sportschuhe. Er zieht eine freundliche Miene und benutzt Gestik und Mimik deutlich stärker als seine Eltern. Als er eintritt entsteht ein peinlicher Moment des Schweigens. Schließlich sagt er ein wenig verlegen)

‚Hallo.’

Der Vater & Die Mutter:(Haben sich bereits in seine Richtung gedreht bevor er eintritt und stieren ihn an.
Jedoch wendet sich bald Die Mutter still mit sich ringend ab. Der Vater hält dagegen kampflustig den Blickkontakt aufrecht.)

Der Vater:(Gereizt)

‚Es weiß, dass Er nicht so angesprochen werden will.’

Struwwelpeter:(Neckisch)

‚Als ob jemand jemals mit dir reden wollte, Hochverehrter, Hochangesehener, Hochangegötteter, Vater.


Der Vater:(Seine gespielte Beherrschung schnell vergessend)

‚Es wagt über Ihn zu spotten? Welch Niedertracht seinen eigenen Vater zu verschmähen.’


Struwwelpeter:(abfällig)

‚Welch Niedertracht, das eigene Kind kilometerweit entfernt von der Heimat zu `vergessen` bis Es einen eigenen Weg gefunden hatte, worauf ich wohl besser nicht weiter eingehen sollte. Nicht wahr werter Vater?’


Der Vater:(Versucht es ein weiteres Mal, diesmal allerdings mit einer anderen Strategie)

‚Es, dessen Lehrer sich stets nur beschweren. Dessen `Kontakte`, oder wie immer Es es auch in seiner barbarischen Sprache nennen möge, recht zweifelhaft sind. Und Es, dessen Ansicht alles niederwerfen möchte, was wir in so langen Jahren des Leidens aufgebaut haben.’


Struwwelpeter:(Sein sonst schelmische Grinsen verschwindet fĂĽr einen Augenblick und sein Gesicht wird ĂĽberraschend ernst)

‚Du, dessen Lehrer dich solange mit Lügen sättigten bis sie auch deine Wahrheit wurden. Dessen `Verbindungen`, so heißt es übrigens richtig, nichts weiteres ist als heiße Luft. Und dessen Ansichten auf dem Leiden Anderer aufgebaut ist.

(Er hebt tadelnd den Finger. Das Gesicht weicht wieder auf.)

‚Pfui, geschätzter Vater, Pfui!’


Der Vater:(Ist aufgestanden und steht seinem Sohn nun direkt gegenüber. Allerdings scheint er sich nicht sicher, was er mit seinen Fäusten anfangen soll.)


Die Mutter:(Hat sich wieder dem Geschehen zugewandt und spricht nun so teilnahmsvoll, wie man es ihr bis dahin nicht zugetraut hätte.)

‚So nehme doch Vernunft an! Die Worte machen es nur noch schlimmer.’

Struwwelpeter:'Damit hast du sicher recht Mama. Aber weißt du, das unversehrte Schweigen kann noch viel schlimmer sein, als wenn es gebrochen ist.’

(Entnervt zu sich selbst)

‚Oh Mann, jetzt fang ich auch noch an mit diesem Poetik Zeugs.’

(Wieder an die Mutter gewand)

'Worte sind das Einzige was verändern kann. Sieh dich an. Dieser Typ benutzt dich als eine Dekoration. Hast du nicht mal was von der Frauenbewegung mitgekriegt? Die werden schon kommen um dich hier rausholen. Dann wirst du vielleicht doch mal erkennen, dass einen Kopf mehr ausmacht als bloß ein Hut.’


Der Vater:(Verzweifelt nach Worten suchend)

‚Blasphemie! Das ist es was Es da von sich gibt! Er sollte Es…’

(Hebt gerade die Hände als wolle er seinen Gegenüber erdrosseln wollen, als plötzlich wieder die Türklingel zu hören ist.)


Struwwelpeter:(Betrachtet seinen Vater neugierig der mitten in der Bewegung erstarrt ist. Schließlich geht er achtlos an ihm vorbei in Richtung Eingangstür. Kurz bevor er aus der Szene verschwindet wendet er sich noch mal seinem Vater zu und sagt beschwörerisch)

‚Wir sprechen uns noch, werter Herr.’

(Macht eine theatralische Verbeugung und geht von der BĂĽhne)

ab


Der Vater & Die Mutter:(Der Vater lauscht einen Augenblick den Klang der Glöckchen, das sich langsam entfernt. Die Anspannung fällt abrupt von ihm ab und er lässt sich
wieder erschöpft auf das Sofa nieder, ein erleichtertes ‚Endlich’ auspfeifend. Die Mutter hingegen sieht abwesend wieder in Richtung Fernseher wie sie zu
Anfang getan hatte. Beide bewegen sich nicht während des folgenden Dialoges.)

Struwwelpeter:(Hat währenddessen die Eingangstür erreicht. Man hört wie er sie öffnet.)

‚Was zum…’


Betreuer:(Eine raue Stimme ist zu hören. Sie wirkt überrascht)

‚Na das ging ja mal schnell.’


Struwwelpeter:(Scheint sich gegen seine Gesprächspartner zu erwehren. Starkes Poltern ist zu vernehmen. Etwas zerschellt am Boden.)

‚Lasst mich los!’


Betreuer:(Keuchend)

‚Halt ihn gut fest, Hans. So mein Freund, das piekst jetzt ein wenig.’


Struwwelpeter:(Verzweifelt)

‚Nein!’

(Gibt einen erschrockenen Laut von sich, als die Spritze in seinen Körper eindringt. Dann ein ermüdendes Stöhnen, begleitet vom Ächzen der Betreuer die sich mit dem erschlaffenden Körper abmühen.)


Der Vater:(Leise fĂĽr sich)

‚Es ist richtig.’


Der Vater & Die Mutter:(Beide beobachten nun, ohne aufzustehen, durch die Fenster wie der Struwwelpeter fortgeschleift wird. Dabei sagen sie den Endrefrain auf mit einer Ironie, die sie selbst vermutlich nicht einmal verstehen.)




Ende Szene 3



Anmerkung: Mit dem Endrefrain ist hier die Einleitung des Buches gemeint.



__________________
Man muss kein Held sein, um eine gute Tat zu vollbringen

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