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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Stuhlmacher
Eingestellt am 21. 04. 2011 15:25


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BB
Hobbydichter
Registriert: Apr 2011

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Der Stuhlmacher


Ein Stuhlmacher sa├č an seiner Werkbank, in seiner Werkstatt im Keller seines Hauses. Eine der nackten Birnen, die am Kabel von der Decke hingen, war kaputt und es fiel nur ein schales Licht auf den Mann und seinen Arbeitsplatz. Die Werkbank war vollger├Ąumt mit allerlei Werkzeug. Von Hobel, Hammer und N├Ągeln zu Schraubzwingen, Leim dem Handbohrer und vielem mehr.
Der Stuhlmacher war daran ein Meisterst├╝ck zu vollenden. Einen Stuhl aus bestem Buchenholz, ohne Einschl├╝sse und Makel. Mit rotem Leder ├╝berzogen, feinste vergoldete Kn├Âpfe, mit zierlichen Schn├Ârkeln darauf, eingelassen in das Polster. Die Lehne war geschwungen, sich dem Sitzenden anpassend. Ein St├╝ck wie es wohl jeder in seiner Stube haben wollte.
Der Stuhlmacher selbst war schon sehr alt. Er hatte sein ganzes Leben, oder besser, den Teil an den er sich noch erinnern konnte, St├╝hle gefertigt und er hatte sein Handwerk perfektioniert. Vom vielen Holzstaub hatte er sich vor Jahren eine Lungenentz├╝ndung eingefangen, welche ihn seitdem jedes Jahr aufs Neue heimsuchte.
Als er die Armlehnen ein erneutes Mal schliff, es mochten bereits zwei Dutzend Schliffe gewesen sein, ├╝berkam ihn wieder ein heftiger Hustenanfall.
Der Stuhlmacher hatte einst eine Frau. Sie schenkte ihm nie ein Kind, welches er sich so gew├╝nscht h├Ątte und als sie vor ungez├Ąhlten Jahren starb war er so allein mit seiner Werkbank, seiner Werkstatt und den St├╝hlen, die zu fertigen er so meisterlich verstand. Es war keine sehr gute Frau gewesen. Sie war selbstbesessen und arrogant und heiratete den Stuhlmacher weil er mit seinem Gesch├Ąft vor Jahrzehnten durchaus eine gute Partie abgab. Immerzu trieb sie ihn an mehr St├╝hle zu verkaufen um ihr einen h├Âheren Lebensstandart zu erm├Âglichen.
Er f├╝r seinen Teil hatte sie aus Einsamkeit geheiratet, denn richtige Freunde hatte er auch nie. Nur einst in der Schule. Den Franz. Lange hatte er nicht mehr an den alten Freund gedacht. Und sowieso hatte er in den letzten Jahren die Werkstatt kaum verlassen. Er beschloss sogleich den Franz wieder einmal zu besuchen, denn das warme Gef├╝hl, welches der Gedanke an den alten Weggef├Ąhrten ausgel├Âst hatte, kam dem Stuhlmacher schon fremd und unbekannt vor.
Die Armlehnen waren nun fertig geschliffen und er begann sie zu polstern und mit dem wunderbaren roten Leder zu beziehen, dass er einst bei einem weit gereisten H├Ąndler erstanden hatte.
Als er gerade damit fertig war, ├╝berkam ihn wieder ein Hustenanfall und er spuckte Blut in die, den dreckigen Boden bedeckenden, Holzsp├Ąne. Erzeugnisse aus den zahlreichen St├╝hlen die er in den Jahren gefertigt hatte.
Mit dem Franz hatte er schon immer eine gute Zeit gehabt und der Stuhlmacher fragte sich warum eigentlich der Kontakt verloren gegangen war. Er konnte sich nicht erinnern.
Die Armlehnen waren fertig und da stand er. Der Stuhl in seiner vollen Pracht. Rot wie Feuer. Standhaft wie der Baum aus dem er gefertigt wurde. Die goldenen Kn├Âpfe schimmerten im fahlen Licht das von den wenigen Birnen von der Decke schien.
Der Stuhlmacher holte ein vorbereitetes Brandeisen aus den Kohlen um sein altes Wappen in eines der Beine des Stuhles einzulassen. Als er den gl├╝henden Stempel in das Buchenholz dr├╝cken will, ├╝berkommt ihn jedoch wieder ein schlimmer Anfall.
Er sinkt auf die Knie, das Eisen f├Ąllt ihm aus der Hand. Hustend und Blut spuckend kniet er inmitten seiner Werkstatt in den Sp├Ąnen der vielen St├╝hle die sein Leben bestimmt hatten. Das letzte was seinen m├╝den Augen erblicken ist der Stuhl, sein Meisterwerk, stolz in der d├╝steren Werkstatt thronend.
Dann h├Ârt sein altes herz auf zu schlagen.
Einige Jahre sp├Ąter war das Haus und auch der Stuhl versteigert worden. Ein junger Anwalt hatte das St├╝ck erstanden. Viele Jahre genoss der den Komfort des roten Thrones und prahlte mit dem Meisterst├╝ck vor Kollegen und Mandanten. Auf die vielen Fragen, wer denn den Stuhl gefertigt h├Ątte, hatte er keine Antwort.

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KaGeb
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Hallo BB,

herzlich willkommen auf der LeLu.

Bitte den Text noch hinsichtlich Rechtschreibung/Grammatik und Zeitformen ├╝berarbeiten!

LG KaGeb

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