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Der Süden ist obenauf
Eingestellt am 12. 07. 2010 11:13


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Michael Schmidt
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Der Süden ist obenauf

Das WM Turnier in Südafrika ist zu Ende gegangen. Bleibenden Eindruck haben die Tröten hinterlassen, deren Name an Uwe Seeler erinnert.
Ansonsten gab es nicht so viele Überraschungen. Die größte bot die Vorrunde. Das Finale von 2006 war schon nach Abschluss derer nicht mehr möglich, da sowohl Weltmeister Italien als auch Vize Frankreich jämmerlich aus dem Turnier schieden und das zu hundert Prozent verdient.
Die afrikanische Bilanz ist durchwachsen. Einzig Ghana kam ins Viertelfinale, für alle anderen war nach der Vorrunde Feierabend. Ghana selbst wurde von der Überraschungsmannschaft von Uruguay gestoppt, die sich als letztes qualifiziert hatte, am Ende dann Vierter wurde und deren Star Forlan zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde.
Deutschland verzauberte nach gemischter Vorrunde mit zwei Kantersiegen gegen England und Argentinien, scheiterte erst im Halbfinale am Angstgegner Spanien. Das kleine Finale gewann man in einer abwechslungsreichen Partie mit 3:2. Thomas Müller wurde als bester Nachwuchsspieler ausgezeichnet und Torschützenkönig des Turniers. Zwar erzielten auch Villa, Sneijder und Forlan 5 Tore, Müller aber gab zusätzlich die meisten Vorlagen und hat damit die Torjägerkanone gewonnen.
Das Finale war ein feuriges und offenes Spiel zweier starker Mannschaften. Holland zeigte das, was den Deutschen im Halbfinale fehlte: Körperliche Präsenz und aggressives Zweikampfverhalten. Holland spielte im Gegensatz zu vergangenen Turnieren typisch deutsch: Ergebnisorientiert und körperbetont.
Kein Wunder, spielt oder spielte doch die halbe Elftal in der Bundesliga. Abräumer de Jong verwechselte dann auch die Sportarten und hätte für seine Einlage fernöstlicher Kampfkunst keine Höchstnoten, stattdessen die Rote Karte sehen müssen.
Ansonsten war der Schiedsrichter recht schnell mit den Gelben Karten und hatte insgesamt seine liebe Mühe mit dem schwer zu leitenden Spiel.

Finale sind oft langweilige von Taktik geprägte Spiele. Gestern jedoch gab es einen rassigen Schlagabtausch mit zwar wenig klaren Torchancen, doch niemals war das Spiel langweilig oder unansehnlich.
Chancen, die Partie für sich zu entscheiden, gab es hüben wie drüben. Robben hätte den Außenseiter Niederlande zum Weltmeister küren können, doch der spanische Torwart reagierte glänzend und verhinderte das Tor.
So gewann Spanien durch ein spätes Tor in der Verlängerung von Andrés Iniesta, der nach den Leistungen im Halbfinale und Finale für mich eindeutig der Beste Spieler des Turniers war.
Und Spanien hat verdient gewonnen. Dafür waren die Niederlande gerade am Ende der regulären Spielzeit und in der Verlängerung nicht mehr präsent genug.

Taktisch zeigte das Turnier eine kleine Änderung. Statt mit zwei Spitzen agierten die ersten drei Mannschaften mit einem Stürmer, doch wer denkt, deshalb war Defensive Trumpf, täuschte sich. Die Ausrichtung war offensiv. Das kann man an den Deutschen sehen. Da waren Müller und Podolski eigentlich Außenstürmer und Özil hängende Spitze. Auch Holland hatte mit Kuyt und Robben klassische Außenstürmer.

Insgesamt hat das Turnier Spaß gemacht und ein buntes Spektakel geboten. Ein wenig wehmütig erinnert man sich an Zeiten, als eine Fußballweltmeisterschaft etwas für Fußballinteressierte war und noch kein Mainstreamevent für die breite Masse.
Jetzt heißt es zwei Jahre warten. Dann kommt mit der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine das nächste Highlight.
Hoffen wir, das es wieder ein rauschendes Fußballfest wird.

__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

Version vom 12. 07. 2010 11:13

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