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Leselupe.de > Kurzprosa
Der Sündenfall - oder: Wie es wirklich war
Eingestellt am 22. 02. 2010 09:30


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Valentine
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Feb 2004

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„Hallo? Ja, ich bin’s, Eva.“
„Wo wir sind? Das rätst du nie!“
„Nee, warte doch mal, hör mir doch mal zu.“
„Paradies? Nee, nix Paradies, hat sich ausgeparadiest. Rausgeschmissen hat der Alte uns, rausgeschmissen, vor die Tür gesetzt.“
„Wie, gerade im Fernsehen? In den Nachrichten?“
„Was? Na, das hab ich mir ja gleich gedacht, dass der tolle G. das so hindreht, war ja klar. Jetzt bin ich wieder die Buhfrau!“
„Ja, aber so war’s nicht, echt nicht! Lass mich doch auch mal was sagen, dann erzähl ich dir, was wirklich passiert ist.“
„Ach, das Interview mit Gott können die sich sonstwo hinstecken, die hocken doch alle unter einer Decke!“
„Also, willst du jetzt die Wahrheit hören oder nicht?“
„Okay, dann kann ich ja anfangen. Also, Adam und ich, ähm, wir waren grad dabei, uns so’n bisschen näherzukommen, du weißt schon, da sagt der zu mir, dass der Obermacker zu ihm gemeint hätte: ‚Nee, esst bloß nicht von dem Baum.‘ und so. Worauf Mister Superschlau sagt, wär ja alles Schwachsinn von wegen Baum der Erkenntnis und so, er hätte Kohldampf. Und ich sag noch: ‚Mach das bloß nicht, du weißt doch, wie der große G. tickt, nachher rastet der wieder voll aus, lass das lieber sein!‘“
„Wie? Ja, klar, sach ich noch! Aber was macht der Typ? Nimmt sich die nächstbeste Leiter, klettert hoch auf den Baum und schwupps, hat er diesen leuchtendroten Apfel in der Hand. Und bevor ich auch nur ein Wort …“
„Schlange? Was für ‘ne Schlange?“
„Ach, komm, hör auf, da war keine Schlange!“
„Wie, ‚aber die im Fernsehen‘? Wenn ich’s dir doch sage: Da war keine Schlange! Die hätt ich doch wohl gesehen!“
„Also, bevor ich auch nur ein Wort sagen kann, beißt der Hirni in den Apfel und fragt mich auch noch mit vollem Mund, ob ich nicht doch mal probieren will. ‚Nee‘, sag ich, ‚garantiert nicht.‘ Tja, und da kommt auch schon Gott um die Ecke, Adam wirft mir den Apfel zu und ich fang den auch noch auf. Der große G. sieht Adam auf der Leiter und fragt mich, was der da oben macht und wieso ich mich seinen Anweisungen widersetze, bla, bla, bla.“
„Oh, Mann, natürlich hab ich versucht, dem zu erklären, dass nicht ich in den doofen Apfel gebissen hab, klar hab ich das. Aber der hat mich überhaupt nicht zu Wort kommen lassen, keine Chance.“
„Adam? Der hat nur mit den Schultern gezuckt, gegrinst und sich ansonsten wie immer rausgehalten, typisch.“
„Nee, das war für den großen G. auch total klar, dass das nur ich gewesen sein kann. Der ist gar nicht auf die Idee gekommen, dass Adam sich ‘nen Dreck darum schert, was der darf und was nicht.“
„Ja, und dann waren wir so was von fix draußen, jenseits von Eden, das ging ratzfatz. Gott hat uns noch großzügig das Tor aufgehalten und schwungvoll zugehauen, kaum dass wir draußen waren.“
„Wo wir jetzt sind? Ach ja, das wollt ich ja eigentlich erzählen. In so ‘ner Spelunke, in so ‘ner abgewrackten Eckkneipe.“
„Nee, mit dem red ich erst mal nicht mehr, der soll ruhig angekrochen kommen.“
„Genau. Du, ich muss Schluss machen, Adam kommt grad vom Klo.“
„Ja, klar, ich meld mich, wenn ich weiß, wo wir untergekommen sind.“
„Ja, du auch, tschö!“

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"War das nicht typisch? Kaum ging es um Frauen oder etwas Weibliches, schon war das Lexikon so nichts sagend wie ein Mondkrater. Ob irgendein Männerverein die Lexika zensierte?" (Jostein Gaarder, Sophies Welt)

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