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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Der Tag vor CSD
Eingestellt am 13. 06. 2010 22:27


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Midian
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2009

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Es war Sommeranfang, die Sonne schien, die Vögel sangen, die Welt war wunderschön, und morgen war Christopher-Street-Day. Aber für Mathias war der Himmel grau, denn Michael, seine feste Beziehung, war ausgezogen. Michael war seine große Liebe gewesen – nun, jedenfalls die letzten drei Monate. Missmutig schlenderte Mathias durch den Stadtpark. Hinter den Büschen hörte er leises Gelächter und andere Geräusche. Früher hatte er da mitgemacht, aber Michael hatte es nicht gewollt. Für Michael war Mathias treu geblieben – meistens. Aber dann war Manrico aufgetaucht, dieser Schönling! Italiener, mit einem Body wie von der Sonnenöl-Werbung, braungebrannt, sprühend vor Charme.
Mathias, intelligent, prima Kumpel, aber leider etwas blässlich, dünnes Haar, Körper von den vielen Vorlesungen in der Uni leicht gebeugt, hatte da keine Chance gehabt.
Als Mathias so seinen trüben Gedanken nachhing, stand plötzlich ein Wesen vor ihm mit langer, roter Perücke, angeklebten Wimpern, einem tiefen Dekolleté über dem Silikon-Busen, Strapsen und schwindelerregenden Pumps, winkend.
„Hallöchen, hallöchen, ich bin die Fee vom CSD!“
„Haha“, sagte Mathias. „Was für eine originelle Anmache. Ich stehe nicht auf Tunten.“
„Alle männlichen Feen sind Tunten. Ich bin die rote Lilli, und du hast heute drei Wünsche frei.“
„Toll. Du willst eine Fee sein? Wo hast du denn deinen Zauberstab?“
„Na, du kannst Fragen stellen! Wo Feen wie ich so ihre Zauberstäbe haben, aber zeigen tu ich ihn nicht, na jedenfalls nicht hier.“
„Wäre wahrscheinlich sowieso nicht viel zu sehen“, brummte Mathias. „Lass mich in Ruhe, ich habe Liebeskummer.“
„Weiß ich doch. Der blonde Michael. Du glaubst gar nicht, wie oft ich schon Liebeskummer hatte. Kaum habe ich sie ins Bad gelassen, sind sie durchs Toilettenfenster wieder raus und haben auch noch die Seife mitgenommen. Na ja, das war, bevor ich Fee geworden bin. Fee vom CSD. War meine einzige Chance. Wünschen hilft ja nur an Feiertagen, weiß man aus den Märchen.“




„Ich glaube nicht an Märchen. Ich glaube an gar nichts mehr.“ Mathias schniefte.
„Fang bloß nicht an zu heulen, sonst fange ich auch noch an, und dann verschmiert mein Mascara.“ Lilli tupfte sich vorsichtig die Wimpern. „Zwei Stunden habe ich für dieses kleine Kunstwerk gebraucht. Feen müssen nun einmal gut aussehen.“
„Du siehst prima aus“, sagte Mathias lahm.
„Wie nett von dir. Danke! Du bist ein so höflicher Junge. Also, wünsch dir endlich was, schließlich habe ich heute noch woanders zu tun. Was meinst du, wie viele gebrochene Herzen und Beziehungen wieder auf der Tagesordnung stehen. Ich sage dir, Fee bei den Schwulen zu sein, ist reinste Akkordarbeit. Keine freie Stunde. Ich meine, die Hetero-Feen haben auch ihr Pensum, sicher, aber bei denen gibt es schließlich nicht diese vielen süßen Verlockungen – Saunen, Dark-Rooms, Cruising Areas, du weißt schon, wovon ich rede.“
Mathias lächelte versonnen. „Wäre schon schön, so drei Wünsche frei zu haben.“
„Du musst sie nur aussprechen.“ Lilli klimperte mit den falschen Wimpern. „Allerdings musst du klug und mit Bedacht wählen, so ist das immer mit den Feen-Wünschen.“
„Na gut“, grinste Mathias, „als erstes möchte ich noch besser aussehen als Manrico.“
Er hatte es kaum ausgesprochen, da war er eine Mischung aus Arnold Schwarzenegger und Antonio Banderas. Mathias sah an sich hinunter und konnte es nicht glauben. „Es hat gewirkt“, flüsterte er.
„Was hat du denn geglaubt?“ sagte Lilli und feuchtete sich die Lippen. „Und dein zweiter Wunsch?“
„Nun ja, ich – „ Mathias wurde rot. „Ich möchte zu jeder gewünschten Zeit so potent sein wie Manrico.“
Schon sprangen ihm fast die Knöpfe von der Hose.
„Oh, oh“, stöhnte Mathias, „das ist ja unglaublich. Das ist – als drittes möchte ich gleich, dass – „
„Halt!“ rief Lilli und fuchtelte mit den Armen. „Nicht so schnell. Der dritte Wunsch will reiflich überlegt sein, bedenke das.“
„Ja, du hast recht“, keuchte Mathias.
Da kamen plötzlich Manrico und Michael Arm in Arm herbeigeschlendert. „Sieh dir dieses Prachtexemplar von einem Mann an!“ sagte Manrico zu Michael und wies auf Mathias. „Da kann man ja neidisch werden.“
Mathias glühte vor Stolz. Er ließ sich bewundern und tat, als kenne er die beiden nicht. Der schöne Manrico wollte ihn gleich zu einem flotten Dreier einladen, und Mathias bebte vor Entzücken. „Vielleicht schaue ich mal vorbei“, sagte er lässig und flüsterte Lilli zu: „Danke! Du hast mir einen Lebenstraum erfüllt. So eine Fee wie dich möchte ich immer bei mir haben.“
„Wunsch erfüllt!“ jauchzte Lilli, fiel Mathias um den Hals und drückte ihm einen dicken Kuss auf die Lippen. „Wir werden das allertreueste Paar sein, Liebster.“
Schönen Christopher-Street-Day!



Version vom 13. 06. 2010 22:27

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Dominik Klama
???
Registriert: Nov 2008

Werke: 40
Kommentare: 685
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Sehr hübsch, midian!

Wenn sie alle so sind, kaufen dir die Schwulen deine schwulen Märchen ab wie warme Semmeln.

Antonio Banderas und Arnold Schwanzenegger natürlich nur in den Achtzigern! Und ich nehme den Antonio und geb Arnold den Arschtritt.

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