Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5551
Themen:   95235
Momentan online:
445 Gäste und 13 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Tangomann
Eingestellt am 31. 07. 2014 12:04


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Wipfel
Häufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2008

Werke: 58
Kommentare: 728
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Wipfel eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Der Tangomann

Oh Gott, nach neun schon. Egal. Das weiß ja niemand, dachte sie. Die Sonne fiel tanzend durch das Lindenblätterdach, tanzte goldgelbe Flecken an die Zimmerwand; leises Rascheln der Blätter, im Hintergrund Großstadtlärm. Hilde schlug die Bettdecke zurück. Nackt? Ich bin ja nackt. Ach ja, erinnerte sie sich mühsam. Das umgekippte Rotweinglas. In der Nacht war sie aufgewacht, da sangen die Vögel schon. Am Abend trank Hilde die Flasche nicht ganz aus, ließ genug übrig, um gewappnet zu sein. Es war so eine Angewohnheit. Seit einiger Zeit. Irgendwie ist das Glas dann umgekippt, ich weiß auch nicht wie. Alles auf den Sessel. Das Nachthemd ist sowieso schon alt. Kein Problem, ich habe noch welche – und wenn ich mal wieder in die Stadt komme, dann kaufe ich mir halt ein neues.

Das Telefon klingelte. Soll es doch. Hilde nahm den getränkten Lumpen auf, wischte noch einmal über getrocknete Flecken – vergebens -, trug ihn dann in die Küche zum Müll.
„Hallo? Ach Schwester, du bist es. Nein, nein, mir geht es gut. Sehr gut sogar. Keine Sorge. Ich putze gerade... Du willst vorbeikommen? Klar, warum nicht. Gibt es etwas Besonderes? Einfach nur so? Um 11:00 Uhr? Bärbel, das geht auf gar keinen Fall. Um 11:00 Uhr habe ich einen Termin... Einen Termin halt – du musst auch nicht alles wissen. Komm doch heute Nachmittag, sagen wir nach drei? Also, bis dann.“

In den Sachen vom Vortag stand Hilde am Spiegel und kämmte ihr Haar. Für 65 sehe ich noch ganz gut aus, oder? Zum Frisör müsste ich mal, das ist richtig. Aber nicht jetzt. Jetzt geh ich mal einkaufen. Und wenn ich wiederkomme, schneide ich mir als erstes die Fingernägel. Und Wäsche waschen? Mache ich morgen. Oder übermorgen.
Die Frau sackte drei leere Weinflaschen ein, mehr waren es nicht, nahm den Schlüssel vom Haken und machte sich auf den Weg.

Am Glascontainer kam ihr der Tangomann mit seinem Hund entgegen. Ein schlanker, freundlicher Herr in ihrem Alter, schlohweißes Haar und immer adrett gekleidet. Früher wäre er sicher eine gute Partie gewesen.

„Na, Herr Nachbar, wieder tanzen gewesen?“

„Heute Abend erst, Teuerste. Und wie immer will ich Sie überreden, mich zu begleiten. Sie werden sehen, der Tango verzaubert Sie, weckt neue Lebenskraft – und hält jung…“

Dabei schmunzelte er schlau und zwinkerte ihr zu. Hilde winkte ab. Niemals wird sie mit ihm zum Tanzen gehen: erstens gibt es da nichts zu trinken und zweitens könnte er etwas riechen. Das will sie nicht. Nicht, dass über sie gesprochen wird.

„Irgendwann mal werde ich Sie begleiten. Versprochen. Aber heute kommt meine Schwester, die ist nicht einfach. Und wie ich sie kenne, wird sie ewig bleiben und mich zuquatschen…“

„Zuhören, aktives Zuhören Frau Wenger. Da vergeht die Zeit viel schneller – und Ihre Schwester fühlt sich verstanden.“

„Mach ich doch immer“, rief Hilde ihm nach, leerte ihren Beutel und setzte sich wieder in Trapp. Teuerste hat er gesagt. Wie das klingt. Als ob er etwas von mir will, der alte Bock. Geht doch nur zum Tango um Mädchen aufzureißen. Obwohl? Warum eigentlich nicht?

Vor dem Weinladen schaute sie auf die Uhr. Drei nach elf. Er müsste eigentlich schon offen sein, schon drei Minuten.
„Guten Morgen Frau Wenger, seien Sie herzlich willkommen!“ Der Weinhändler lief zum Regal und fragte über die Schulter:

„Wie immer?“

„Nein, Herr Pichel, heute bekomme ich Besuch, da brauche ich noch einen Sekt dazu – am besten einen Rosé“

„Drei Flaschen Chateau Lajarre und eine Flasche Charles Ranville. Macht 29,85 EUR.“ Der Weinhändler sah in erschrockenen Augen.

„Was ist? Heute kein Geld dabei?“

„Doch! Ich bin mir sicher, dass ich den Geldbeutel eingesteckt habe. Vielleicht ist er heraus gefallen?“

„Frau Wenger, ist doch kein Problem. Dann bringen Sie es mir morgen mit. Wir verlieren uns schon nicht, oder?“

Suchend ging die Frau den Weg zurück. An den Containern schaute sie besonders aufmerksam, doch auch hier erfolglos. Die letzte Querstraße. Gleich war Hilde zu hause. Ein riesiger Schreck durchzuckte sie. Da stand ihre Schwester. Die blöde Kuh! Was will die jetzt schon hier? Hilde drehte sich abrupt um und wollte weg laufen, irgendwohin. Vielleicht hat sie mich ja noch nicht gesehen? Doch da winkte die Schwester schon und kam ihr entgegen. Lief hinterher.

„Hallo? Wohin willst du denn? Haust du vor mir ab?“

Hilde tat erstaunt und drehte sich um: „Die Stimme kenne ich doch. Bärbel, du? Was machst du denn schon hier?“

„Ich mache mir Sorgen! Was war das für ein Termin? Bist du krank? Und wieso haust du vor mir ab?“ Bärbel baute sich vor Hilde auf und schüttelte verständnislos den Kopf.

„Wieso abhauen? Ich glaube ich habe mein Portemonnaie liegen lassen. Ich muss noch mal zurück.“

„Zeig mal her!“ Bärbel nahm Hilde energisch den Beutel aus der Hand.

„Hast du eine Hochzeit auszustatten? Was willst du mit dem ganzen Wein? Das war also dein 11:00 Uhr Termin? Beim Weinhändler?“

„Ach, der ist doch nicht für mich. Oder sagen wir nicht nur. Beim Sekt habe ich sogar an dich gedacht. Da staunst du, was?“, druckste Hilde herum.

„Also, was für ein Termin?“

„Musst du immer alles so genau wissen? Neben dem Weinhändler ist die Praxis von Dr. Klingenberg. Dem Zahnarzt, du weißt schon. Von dem habe ich doch schon erzählt. Und seine Praxis war zu. Ein Schild vor der Tür: wegen Krankheit geschlossen. Kann ich doch nicht riechen, oder?“

Die beiden Frauen gingen palavernd die Straße hinauf, hinauf zum ansehnlichen Gründerzeithaus. Blütenduft umwehte sie, Bärbel atmete ihn tief ein, Hilde seufzte dazu. Da war es wieder, das Ziehen in ihrer Brust, das die aufkommende Unruhe ankündigte. Wie ein leises Dröhnen, ab jetzt immer zugegen, immer präsent. Ihre Gedanken organisierten den nächsten Schluck. Ich muss die blöde Kuh ablenken, irgendwie.
Bärbel blieb vor dem Haus stehen und schaute hinauf:

„Da musst du aber was machen, da am Dach. Siehst du, da fehlen einige Ziegel.“

„Wo?“

„Na da an der Seite, wenn der Regen von dort kommt, regnet es rein… Ich hasse Vater immer noch dafür, dass er dir dieses Schmuckstück vermacht hat.“

„Na und? Ganz leer ausgegangen bist du doch auch nicht, oder?“

Etwas später standen die Schwestern in der Küche. Den Vierflaschenbeutel hatte Hilde im Flur deponiert - von da aus ließen sich die Dinger gut verteilen. Bärbel legte den Arm um Hilde, ging mit ihr in die Küche und stutzte:

„Hattest du nicht gesagt, du hättest geputzt? Sieht eher aus, wie nach einer Feier... Und eine Fahne hast du auch noch. So wolltest du zum Zahnarzt?“

„Tja. Na ja, also der Tangomann war gestern da. Da haben wir halt etwas gegessen – und auch ein Gläschen getrunken.“

„Der Tangomann? Du und Männerbesuch? Das glaub ich jetzt nicht. Du hast noch nie von ihm erzählt! Wer ist der Tangomann? Wie sieht er aus, wie alt?“

„So alt wie ich, denke ich. Ich habe ihn nicht gefragt. Und gut sieht er aus, was dachtest du denn. Das ist ein Mann mit Stil, der würde nie Stunden vor dem Termin erscheinen.“ Hilde wand sich aus der Umarmung und setzte sich auf einen Stuhl. „Und Augen hat er – stahlgrau. Und wie sie leuchten, wenn er von seinem Tango erzählt…“

Bärbel lehnte mit verschränkten Armen am Küchenschrank und machte große Augen. „Und weiter? Ich meine wie ist er so? Komm erzähl schon und lass dir nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!“

Hilde lächelte versonnen. „Was meinst du? Er liebt Musik, Mozart glaub ich. Oder war es Beethoven? Und er mag es, wenn ich ihn dabei etwas erforsche. Nichts weiter.“

„Nein! Das glaube ich jetzt nicht, du hast mit ihm schon… Oh Gott! Und das in deinem Alter!“

„Erforscht hab ich ihn, sonst nichts. Bist du etwa neidisch? Ich habe ihm gefragt, ob ich mal sein Rasierwasser aus der Nähe riechen dürfe. Er hatte nichts dagegen.“

„Und was hast du ihn noch gefragt?“ Bärbels Gesichtsfarbe konnte sich nicht entscheiden: bleich, rot, bleich mit roten Flecken. „Komm, erzähl schon, bitte!“

„Ich habe ihn gefragt, ob ich mal probieren könne, na du weißt schon – unter dem Hemd und so. Da sind die Haare ganz weich, allerdings schon so weiß wie das Fell von einem Schimmel.“

„Du hast ihm das Hemd aufgeknöpft? Einfach so? Ja sag mal, was bist du nur für eine Schlampe, so kenne ich dich doch gar nicht. Kommt daher und knöpft dem Tangomann das Hemd auf. Ich muss schon sagen – je oller, desto doller. Pfui!“

„Was regst du dich so auf! Bis dahin war doch noch gar nichts passiert – das kam dann erst noch.“

„Du hast ihm noch mehr aufgeknöpft, stimmt’s?“

„Davor habe ich ihm die Socken ausgezogen und probiert, ob er kitzlig ist.“

„Und?“

„Er saß da, mit geschlossenen Augen und hat gelächelt. So richtig kitzlig ist er nicht, jedenfalls da nicht...“

„Und hast du nun mit ihm…?“ Bärbel fragte das vorsichtig, mit leiser Stimme – so als ob sie die falsche Antwort nicht ertragen könne.

„Nein, wenn es dich beruhigt. Ich dachte, ich hätte ihn fest im Griff, jedenfalls fühlte es sich so an. Doch dann kam der Schlussakkord und die Musik war zu Ende. Er schlug die Augen auf und fragte beim Zuknöpfen: ‚Wie fanden Sie den 4. Satz, Teuerste? Ich meine das Allegro assai erfordert doch ein schnelleres Tempo? Finden Sie nicht auch?’“

„Die Musik war zu Ende???“ Die Schwester konnte sich das Lachen nicht verkneifen, lief ins Wohnzimmer und rief durch die offenen Türen: „Was habt Ihr denn gehört? Allegro assai im 4. Satz? Klingt nach Mozarts vierzigster. Man, die dauert noch nicht mal ‚ne halbe Stunde!“ Triumphierend kam sie zurück und hielt eine CD-Box in die Höhe. „Das hier hättest du nehmen sollen! Tristan und Isolde – da dauert der erste Akt schon mal doppelt solange!“

Noch immer schmunzelnd drehte Bärbel sich zur Spüle, ließ nebenbei Abwaschwasser in das Becken und murmelte „Hier gehört mal richtig sauber gemacht, ich darf doch?“

Das war Hildes Chance. Sie ging in den Flur und kam mit dem Sekt und einer Flasche Rotwein zurück. Den Sekt in den Kühlschrank, den Wein in den Schrank. Die zwei anderen ins Schlafzimmer. Am besten hinter den Nachttisch, da kommt die nie drauf.

Mittag. Die Frauen kochten von dem was vorrätig war - Kartoffelpuffer und Apfelmuss. Schweigend. Hilde spürte den ungläubigen Blick ihrer Schwester: „Was?“ fragte sie gereizt.

„Wie was?“

„Warum starrst du mich so an?“

„Ich starre nicht, wenn überhaupt, dann schaue ich dich an.“

„Klar starrst du! Wie ein geparktes Auto.“

Hilde sehnte sich ins Schlafzimmer, zog sich auch schon bald - halb entschuldigend - zum Mittagsschlaf zurück. Kurz darauf lag sie gut abgefüllt und schnarchend auf ihrem Bett. Sie hörte im Halbschlaf das Klingeln an der Tür, hörte Bärbels Rufen, drehte sich zur Seite und schlief wieder ein.



„Guten Tag, mein Name ist Carlos, Felipe Carlos. Ich würde gern Frau Wenger sprechen.“

Babara stand in der Tür und ahnte, wer da vor ihr stand.
„Ach kommen Sie doch herein. Wir gehen am besten ins Wohnzimmer. Meine Schwester schläft nämlich tief und fest. Was möchten Sie denn von ihr?“

„Nun ja, wenn Sie die Schwester sind… Und eine gewisse Ähnlichkeit können Sie nicht leugnen. Wie gesagt, ich traf ihre Schwester heute Morgen und habe Sie zum Tanzen eingeladen. Möglicherweise hat sie das so sehr verwirrt, dass sie nicht bemerkte, wie ihre Geldbörse heraus fiel. Ich ja zunächst auch nicht, doch ich bin mit dem Hund da noch mal vorbei… Hier ist sie jedenfalls. Ich darf sie einer so schönen Frau wie Ihnen doch anvertrauen?“

„Setzen Sie sich doch! Ich heiße übrigens Babara. Ein Gläschen Sekt?“

„Ja, ja. Warum nicht. Ist es nicht noch etwas früh dafür?“

„Ach was“, tönte es aus der Küche, „Sekt passt zu jeder Tageszeit. Lieben Sie Mozart?“

„Wie meinen Sie?“

„Mozart? Ob Sie den gerne hören, meine ich.“

„Ach so, ja natürlich. Mozart war ein Genie!“

„Und Wagner?“

„Ich weiß jetzt nicht, warum Sie das fragen… Wagner muss man mit geschlossenen Augen hören, finden Sie nicht?“



Version vom 31. 07. 2014 12:04
Version vom 24. 10. 2017 09:40

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Wipfel
Häufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2008

Werke: 58
Kommentare: 728
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Wipfel eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hi Aligator,

merci für Dein Lesen - und für die Kritik. Das würde ich gern diskutieren. Die Mischung von inneren Dialog und Erzählperspektive habe ich bewußt so gewählt. Ich meine, wenn in einer Kurzgeschichte es auch um Verdichtung geht, dann will ich mich mit dachte sie, überlegte sie usw. nicht groß aufhalten. Am Anfang habe ich das erinnerte sie sich, da weiß ja der Leser, dass da noch mehr kommen kann.

Wikipedia über Erzähltechnik u.a.: Chronologisches Erzählen hauptsächlich im Präteritum, teilweise Simultanität durch innere Monologe, Einblendungen

Jetzt bin ich gespannt und damit Frage an Euch alle: Stört das Weglassen der dachte sie -Einschübe wirklich den Lesefluss? Oder ist der mündige Leser sogar eher froh darüber?

Bearbeiten/Löschen    


Perry
Häufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2004

Werke: 1101
Kommentare: 3361
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Perry eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Hallo Wipfel,

eigentlich Schade, dass die Kurzgeschichte zu Ende war, als es erst richtig anfing.
Ich denke, so sollte es sein!
Mich hat des Weglassen, der Aussagezuordnungen nicht gestört.
Dass der Text sich mit Altersalkoholismus beschäftig ist mir gar nicht so ins Auge gestochen, für mich war das nur eine von mehreren Themenbereichen, wie Einsamkeit, Beziehungslosigkeit etc.
Ich überlege gerade wie viele Zeilen ich brauchen würde, um diese Geschichte in ein Gedicht zu verpacken.
Mein konstruktiver Hinweis geht deshalb auch in Richtung Verdichtung:
Gleich am Anfang würde ich eines der Wörter "tanzend/tanzte" streichen.
Vom Ausdruck her frage ich mich, wie starrt ein geparktes Auto? Mit lichtlosen Scheinwerfern?
Du siehst, so recht habe ich nichts zu bekritteln, was natürlich auch daran liegt, dass ich z.Z. mehr der Lyrik zugewandt bin.

LG
Manfred

Bearbeiten/Löschen    


Paloma
???
Registriert: Aug 2002

Werke: 40
Kommentare: 461
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Paloma eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Wipfel,

deine konstruktiven Kritiken haben mich zu deinem Text geführt.

Ich meine, die nicht vorhandenen Aussagetags fehlen nicht, nicht da, wo eindeutig ist, wer was sagt oder denkt. In den ersten paar Sätzen wird das allerdings nicht klar, da kommen die Gedanken deiner Protagonisten eher wie ein Zeitenbruch rüber. Da würde ich nochmals dran gehen.

Ein größeres Problem habe ich mit deiner Perspektive. Du schreibst auktorial. Für mein Empfinden wechselst du aber zu schnell und zu oft von personal (Innen- und Außensicht) aus Hilde und Bärbel. Und es ist nicht gut, wenn du sie mal als Hilde, Sie, als Frau oder Schwester bezeichnest. Da keine Angst vor Wiederholungen, es muss klar bleiben, wer gemeint ist. Ebenso bei der Schwester, bleibe ruhig bei Bärbel oder sie.

quote:
Babara stand in der Tür und ahnte, wer da vor ihr stand
das neue Babara (wieder ein neuer Name für die Schwester - ohne r?) bringt zusätzliche Verwirrung.

Generell habe ich nichts gegen eine auktoriale Erzählweise, aber man muss ihr dennoch gut folgen können.

Ein Satzzeichen am Ende eines Satzes ist ausreichend. Durch drei Fragezeichen wird eine Frage nicht fragender.

Die Dreipunkteregel besagt: Wenn ein Wort abbricht, z.B. Sch... dann kein Leerzeichen zwischen den Buchstaben und Punkten, wenn ein Satz abbricht, z.B.: Und hast du nun mit ihm … dann kommt ein Leerzeichen zwischen dem letzten Buchstaben und dem folgenden Punkt.

Ein paar Fehlerchen haben sich eingeschlichen, die findest du beim Drüberlesen. Und ich würde empfehlen den Text noch mal auf Füllwörter und überflüssige Adjektive zu überprüfen.

Für Detailarbeit ist mir der Text jetzt zu lang, falls du Interesse daran haben solltest, lass es mich wissen.

Im Großen und Ganzen hat mir deine Geschichte gefallen und ich freue mich wirklich, dass hier tatsächlich mal Kurzgeschichten auftauchen – lieben Dank.

Liebe Grüße
Paloma

__________________
Plot - POV - Pointe

Bearbeiten/Löschen    


USch
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Wipfel,

quote:
Du schreibst auktorial. Für mein Empfinden wechselst du aber zu schnell und zu oft von personal (Innen- und Außensicht) aus Hilde und Bärbel. Und es ist nicht gut, wenn du sie mal als Hilde, Sie, als Frau oder Schwester bezeichnest. Da keine Angst vor Wiederholungen, es muss klar bleiben, wer gemeint ist.
von Paloma

Das sehe ich auch als Problem in deinem Text. Etwas Straffung könnte ihm auch nicht schaden. Von der Thematik her gefällt mir dein Herangehen. Formale Fehler wurden schon angesagt.
LG USch

Bearbeiten/Löschen    


Ciconia
Routinierter Autor
Registriert: Jul 2012

Werke: 328
Kommentare: 2714
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Wipfel,

auch die beste Kurzgeschichte könnte noch ein wenig verbessert werden. Ein paar Kleinigkeiten, die mir beim Lesen auffielen:

quote:
Nach neun schon. Egal. Das weiß ja niemand.
Hier fehlt mir der richtige Bezug zu „Das weiß ja niemand.“ Weiß niemand, dass es schon neun ist?

Über die Perspektivenwechsel wurde ja schon einiges gesagt, die finde ich auch unschön. Ich hätte zumindest ein einfaches Tüttelchen gesetzt, dadurch wären auch unschöne Zeitensprünge wie dieser erklärbar.
quote:
Das Telefon klingelte. Soll es doch
Mir hat man ganz am Anfang mal erklärt, dass man Zahlen bis zwölf ausschreibt.
quote:
11:00 Uhr
quote:
Dabei schmunzelte er schlau.
Das kann ich mir nicht so recht vorstellen. Ich würde eher an ein schräges Grinsen oder so etwas in der Art denken.

Einige kleine Tipp- und Rechtschreibfehler (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
quote:
setzte sich wieder in Trapp - Trab
quote:
Der Weinhändler sah in erschrockenen Augen.
quote:
zu hause – entweder zuhause oder zu Hause
quote:
Vielleicht ist er heraus gefallenherausgefallen
quote:
Ich habe ihm ihn gefragt
quote:
Apfelmuss Apfelmus

Insgesamt keine schlechte Geschichte. Aber das Attribut „tatsächlich mal eine Kurzgeschichte“ würde ich ihr dann doch nicht verpassen, damit täte man vielen anderen Autoren Unrecht. Ich hoffe, Du nimmst mir das nicht übel.

Gruß Ciconia

Bearbeiten/Löschen    


5 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung