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Leselupe.de > Kindergeschichten
Der Teddybär
Eingestellt am 03. 12. 2002 20:34


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Petra
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Der Teddybär

Die Turmuhr schlug in dumpfen, langsamen Schlägen Mitternacht.
Der letzte Glockenschlag war noch nicht verklungen; er hallte noch ein wenig nach in der dunklen Nacht und verlor sich dann allmählich in den samtigen Tiefen des sternbestickten Firmaments - da erwachte der kleine Teddybär; er öffnete allerdings nur eines seiner beiden Augen, das rechte nämlich, um genau zu sein, und auch dies nur für einen winzigen Augenblick. Er blinzelte einmal kurz, dann drehte er sich, während er noch eben auf dem Bauch gelegen hatte, verschlafen und gemächlich auf die Seite, so dass er an etwas stieß, das wohl Fridolins Arm sein mochte. Er kuschelte sich ganz dicht an ihn, daraufhin zog er den auf seiner Seite liegenden Zipfel der Bettdecke bis weit über beide Ohren. Mit seinem eigenen Arm umfing er nun Fridolins und krallte ganz sanft seine winzigen Krallen in dessen Schlafanzug. Sicher war sicher. Da der Traum, den er soeben noch geträumt, noch nicht ganz entschwunden war, hielt er ihn am hintersten Zipfelchen rasch fest, zog ihn erneut heran und fuhr fort, ihn zu träumen. Ohne auch nur einen einzigen Augenblick zu zögern, schlief er wieder ein.

Während er nun aber träumte, zappelte und bewegte er sich unaufhörlich und darüber hinaus so heftig, dass er - außen auf der Decke zu liegen kommend - letztendlich auf Fridolins Bauch sich wiederfand, als er nicht lange darauf bereits ein weiteres Mal die Augen aufschlug. Er wußte nicht recht, wie es kam, dass er dorthin gelangt war, und genau genommen war es ihm auch gänzlich egal. Ihn fröstelte, fand er, und da ihm Fridolins Bauch nun doch nicht ganz so geeignet erschien, friedvoll auf ihm zu ruhen, entschloß er sich schlaftrunken zur Wanderschaft in Richtung Fußende. Fridolin selbst bemerkte diese nächtliche Aktivität an dem vorsichtigen, mal vier-, mal zweipfotigen Getapse, das - Gleichgewicht suchend - seinen Körper entlang und dann auf seinen Beinen weiterspazierte. Traumwandelnd dort unten angekommen, sank der Teddy nieder und fiel an Ort und Stelle neuerlich in tiefen Schlaf. Ein weiterer Traum kam silbern von oben herab, ohne Unterlass kam davon nach immer mehr, es rieselte nur so in einem fort, und so hörte man den kleinen Bären bald wieder - ganz leise allerdings nur - schnarchen; so leise, dass es nichts weiter war als eine hauchzarte Winzigkeit eines wohligen Bären-Brummens.
Nach einem Weilchen allerdings erwachte der kleine Bär erneut. Es schien ihm an irgendetwas zu mangeln, und so krabbelte er wieder zurück, erst die Beine entlang, dann über den Bauch, auf dem es sich wahrlich nicht gut gehen ließ, weil dieser zu nachgiebig war, um fest darauf Fuß zu fassen, und so sanken die Tatzen bei jedem Schritt derart ein klein wenig ein, dass der Teddy einige Mühe hatte, sich aufrecht zu halten. Aber letztlich doch auf Fridolins Brust stehend, lupfte er die Decke ein wenig, legte sich darunter, zog sie bis zu den Schultern wieder hoch und schlief ein. Nur sein Kopf lugte unter der Bettdecke hervor, einige Löckchen standen vorwitzig ab und glänzten golden im Schein des Mondes, dessen Licht traumhaft durch die Fenster hereinfiel; ein Öhrchen hatte er auf Fridolins Herz gepresst. Es sah recht drollig aus. Und so schlief er, während er nun die gesamte Nacht hindurch Fridolins Herzschlag vernahm, friedlich und fest bis zum anderen Morgen, zusammengerollt auf der Seite liegend - ein ganz klein wenig so, wie Kätzchen es tun -, bis ihn die Strahlen der Morgensonne frech, wie sie waren, solange an der Nase kitzelten, bis er schließlich aufwachte.

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hera
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Hallo Petra!

Es ist sicherlich interessant für ein Kind zu erfahren, was der Teddy nachts so veranstaltet.
Du hast liebevoll, aber auch sehr ausfühlich und phantasievoll erzählt.
Aufgefallen ist mir, dass dadurch einige Sätze ziemlich lang geraten sind. Das wird das Vorlesen etwas schwierig machen.

Viele Grüße, hera

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