Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92250
Momentan online:
198 Gäste und 10 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kindergeschichten
Der Thron
Eingestellt am 30. 03. 2008 12:11


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
memo
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2005

Werke: 68
Kommentare: 152
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um memo eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil


Sophie war 8 Jahre alt, als sie sich ihre erste Geschichte ausdachte.
Ihr Leben schien ihr nicht sehr aufregend, darum geschahen ihren Phantasiegestalten Dinge, die sie selbst gern erlebt hÀtte.
ZufÀllig fand ihre Mama das MÀdchen beim Schreiben und fragte, um was es in ihrer Geschichte ging.
Sie erzĂ€hlte kurz, dass es darin keine Mutter gab und sich nur der Vater um ein Kind kĂŒmmerte. Da war ihre Mama traurig, da es in ihrem realen Leben genau umgekehrt war. Seit diesem Zeitpunkt erzĂ€hlte Sophie ihr nichts mehr von ihren spannenden Abenteuern, da die Mutter wahrscheinlich ĂŒber ihre Hirngespinste ziemlich erstaunt gewesen wĂ€re.
Denn Sophie war ein sehr stilles Kind.
Übrigens wusste auch niemand von ihrem Pferd und dem Hund, die sie schon begleiteten, seit sie etwa 4 Jahre alt war. Auch ihr großer, mĂ€chtiger Adler war ein Geheimnis.
Sophie brachte ihre Tiere abends in die BienenhĂŒtte des Großvaters und musste sie tĂ€glich fĂŒttern. Es war nicht immer einfach sie zu halten. Es war etwas eng, und sie brauchten Auslauf. Auch mussten sie trainiert werden, so wie sie es einmal im Zirkus gesehen hatte.
Wenn sie mit dem Zug in die nÀchste Stadt fuhren, wollte Sophie immer beim Fenster sitzen, damit sie wusste, ob ihr Pferd auch nachkam. Es lief sehr schnell, das schwarze Fell schimmerte und die MÀhne flog im Wind.
Manchmal setzte sich der SchĂ€ferhund auf dessen RĂŒcken, weil er mĂŒde war.
FĂŒr den Adler war das alles kein Problem.
Er konnte auch zu dem wunderbaren Thron fliegen, den es oben in der Wand einer tiefen Schlucht, in der NĂ€he des Hauses gab. Die Wurzelhöhle eines großen Baumes bildete eine Vertiefung, vielleicht durch einen starken Regen ausgeschwemmt. FĂŒr die grĂ¶ĂŸeren Kinder war dies ein beliebtes Ziel und sie kletterten gerne in das Versteck.
Sophie hatte dazu zu große Angst und sie hörte die Stimme ihrer Mama in ihrem Kopf, die um große Vorsicht bat, wenn sie im Wald spielten. So beobachtete sie nur den Vogel, der mit seinen riesigen Schwingen erhaben seine Kreise zog.
Auch wollte sie wÀhrend dessen den Waldboden untersuchen. Es gab seltsame Pilze und knorrig gewachsene BÀume, die wie Kobolde aussahen. Das MÀdchen war sich sicher, es gab eine Stadt unter der weichen Erde und sie guckte in die kleinen, runden Löcher zwischen den StrÀuchern, um einen Blick in diese unterirdische Welt zu erhaschen.

Eines Tages war Sophie alleine zu Hause. Sie saß auf der Fensterbank und blickte auf die Straße. Es war schon spĂ€t und ihre Mama war noch nicht da. Das machte sie unruhig. Selbst wenn die Mutter in einem anderen Zimmer zu tun hatte, musste sie singen, damit das MĂ€dchen sie hören konnte.
Die Stille trieb Sophie hinaus. Sie schlich zur Schlucht und untersuchte die verschiedenen Möglichkeiten von oben hinab zu steigen. Es war nicht einfach, da es kaum Halt gab und die Steine teilweise mit feuchtem Moos bedeckt waren. Sie versuchte die alten, etwas zu großen Turnschuhe schrĂ€g zu stellen, um nicht abzurutschen. Sophie hielt sich an einem Strauch fest und hoffte, dass die Äste hielten. Da sah sie plötzlich kleine Stufen, teilweise aus Erde ausgetreten, teilweise zufĂ€llig in den Felsen geformt.
Sie fĂŒhrten schmal, aber begehbar zu dem Königssitz, der hoch am Rand der Schlucht thronte. Ihr Herz pochte und sie sah die Wand hinab. Nie zuvor, war sie ihr so steil erschienen. Nie zuvor hatte sie gewagt, ihr so nahe zu kommen.
Es war ganz anders als sonst.
Plötzlich durchströmte Sophie eine unbekannte Kraft, als sie die letzten Schritte zur erdigen Höhle kletterte. Sie fĂŒhlte sich auf einmal ganz sicher, als sie sich schließlich auf den schmutzigen Boden setzte. An allen Seiten waren Wurzelarme, die eine kunstvolle Umrandung bildeten. Marie passte perfekt in die kleine Einbuchtung und ließ ihre Beine ins Freie baumeln. Niemand wĂŒrde glauben, dass das MĂ€dchen gewagt hatte, allein in die Schlucht zu klettern. Sie ĂŒberblickte das Tal mit ihren rĂ€tselhaften Pflanzen und entdeckte einen kleinen Teich mit vielen saftig gelben Sumpfdotterblumen. Sie lehnte sich zurĂŒck und seufzte tief. So glĂŒcklich saß sie in dem Thron, der nun nur ihr allein gehörte. Sophie kam sich aber nicht wie eine Königin vor. Es war viel schöner. Nie zuvor hatte sie sich so frei gefĂŒhlt.











Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


ZurĂŒck zu:  Kindergeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!