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Leselupe.de > Kindergeschichten
Der Thron
Eingestellt am 30. 03. 2008 12:11


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memo
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Sophie war 8 Jahre alt, als sie sich ihre erste Geschichte ausdachte.
Ihr Leben schien ihr nicht sehr aufregend, darum geschahen ihren Phantasiegestalten Dinge, die sie selbst gern erlebt hätte.
Zufällig fand ihre Mama das Mädchen beim Schreiben und fragte, um was es in ihrer Geschichte ging.
Sie erz√§hlte kurz, dass es darin keine Mutter gab und sich nur der Vater um ein Kind k√ľmmerte. Da war ihre Mama traurig, da es in ihrem realen Leben genau umgekehrt war. Seit diesem Zeitpunkt erz√§hlte Sophie ihr nichts mehr von ihren spannenden Abenteuern, da die Mutter wahrscheinlich √ľber ihre Hirngespinste ziemlich erstaunt gewesen w√§re.
Denn Sophie war ein sehr stilles Kind.
Übrigens wusste auch niemand von ihrem Pferd und dem Hund, die sie schon begleiteten, seit sie etwa 4 Jahre alt war. Auch ihr großer, mächtiger Adler war ein Geheimnis.
Sophie brachte ihre Tiere abends in die Bienenh√ľtte des Gro√üvaters und musste sie t√§glich f√ľttern. Es war nicht immer einfach sie zu halten. Es war etwas eng, und sie brauchten Auslauf. Auch mussten sie trainiert werden, so wie sie es einmal im Zirkus gesehen hatte.
Wenn sie mit dem Zug in die nächste Stadt fuhren, wollte Sophie immer beim Fenster sitzen, damit sie wusste, ob ihr Pferd auch nachkam. Es lief sehr schnell, das schwarze Fell schimmerte und die Mähne flog im Wind.
Manchmal setzte sich der Sch√§ferhund auf dessen R√ľcken, weil er m√ľde war.
F√ľr den Adler war das alles kein Problem.
Er konnte auch zu dem wunderbaren Thron fliegen, den es oben in der Wand einer tiefen Schlucht, in der N√§he des Hauses gab. Die Wurzelh√∂hle eines gro√üen Baumes bildete eine Vertiefung, vielleicht durch einen starken Regen ausgeschwemmt. F√ľr die gr√∂√üeren Kinder war dies ein beliebtes Ziel und sie kletterten gerne in das Versteck.
Sophie hatte dazu zu große Angst und sie hörte die Stimme ihrer Mama in ihrem Kopf, die um große Vorsicht bat, wenn sie im Wald spielten. So beobachtete sie nur den Vogel, der mit seinen riesigen Schwingen erhaben seine Kreise zog.
Auch wollte sie während dessen den Waldboden untersuchen. Es gab seltsame Pilze und knorrig gewachsene Bäume, die wie Kobolde aussahen. Das Mädchen war sich sicher, es gab eine Stadt unter der weichen Erde und sie guckte in die kleinen, runden Löcher zwischen den Sträuchern, um einen Blick in diese unterirdische Welt zu erhaschen.

Eines Tages war Sophie alleine zu Hause. Sie saß auf der Fensterbank und blickte auf die Straße. Es war schon spät und ihre Mama war noch nicht da. Das machte sie unruhig. Selbst wenn die Mutter in einem anderen Zimmer zu tun hatte, musste sie singen, damit das Mädchen sie hören konnte.
Die Stille trieb Sophie hinaus. Sie schlich zur Schlucht und untersuchte die verschiedenen M√∂glichkeiten von oben hinab zu steigen. Es war nicht einfach, da es kaum Halt gab und die Steine teilweise mit feuchtem Moos bedeckt waren. Sie versuchte die alten, etwas zu gro√üen Turnschuhe schr√§g zu stellen, um nicht abzurutschen. Sophie hielt sich an einem Strauch fest und hoffte, dass die √Ąste hielten. Da sah sie pl√∂tzlich kleine Stufen, teilweise aus Erde ausgetreten, teilweise zuf√§llig in den Felsen geformt.
Sie f√ľhrten schmal, aber begehbar zu dem K√∂nigssitz, der hoch am Rand der Schlucht thronte. Ihr Herz pochte und sie sah die Wand hinab. Nie zuvor, war sie ihr so steil erschienen. Nie zuvor hatte sie gewagt, ihr so nahe zu kommen.
Es war ganz anders als sonst.
Pl√∂tzlich durchstr√∂mte Sophie eine unbekannte Kraft, als sie die letzten Schritte zur erdigen H√∂hle kletterte. Sie f√ľhlte sich auf einmal ganz sicher, als sie sich schlie√ülich auf den schmutzigen Boden setzte. An allen Seiten waren Wurzelarme, die eine kunstvolle Umrandung bildeten. Marie passte perfekt in die kleine Einbuchtung und lie√ü ihre Beine ins Freie baumeln. Niemand w√ľrde glauben, dass das M√§dchen gewagt hatte, allein in die Schlucht zu klettern. Sie √ľberblickte das Tal mit ihren r√§tselhaften Pflanzen und entdeckte einen kleinen Teich mit vielen saftig gelben Sumpfdotterblumen. Sie lehnte sich zur√ľck und seufzte tief. So gl√ľcklich sa√ü sie in dem Thron, der nun nur ihr allein geh√∂rte. Sophie kam sich aber nicht wie eine K√∂nigin vor. Es war viel sch√∂ner. Nie zuvor hatte sie sich so frei gef√ľhlt.











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