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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Tod im Seidenfrack
Eingestellt am 27. 01. 2005 09:46


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Stoffel
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Der Tod im Seidenfrack

An jenem Abend war mir gar nicht herzig zu Mute. Ich hatte eigentlich keinen Grund zur Klage, geh├Ârte ich doch zu denen, die gesellschaftlich auf der obersten Stufe standen. Mein Gesch├Ąft florierte, ich hatte alles erreicht, was man erreichen konnte. Dennoch war ich pl├Âtzlich erf├╝llt von gro├čer Leere. Mir fehlte die Herausforderung, die mich einst so gl├╝hend und lebendig machte. Seufzend roch ich an dem kleinen Duftkissen aus Seide, dass mir Frau von Steif am Morgen geschenkt hatte.
"Ach Karl," sagte sie, als sie ihren Zobel ├╝berwarf, "Du bist heut' so blass, komm doch mal wieder zum Dinner und lache ein wenig mit uns." Missmutig griff ich mir eines dieser wunderbaren Petit Fours und schloss den Salon, als ich ein Ger├Ąusch vom Hintereingang vernahm. Das war nichts aussergew├Âhnliches, kamen doch einige meiner prominenten Stammkunden zum Hintereingang herein, um nicht gesehen zu werden.

Ein in Schwarz gekleideter, mir unbekannter Herr, stand vor mir. Kurz musterte ich den Schweigenden und sch├╝ttelte den Kopf. "Mein Gott, bei welchem Couturier lassen sie arbeiten?", fragte ich entsetzt und f├╝hlte den ruppigen, abgeschlissenen Stoff seines Mantels. "Drehen sie sich doch bitte mal um!". Der Fremde schien verbl├╝fft, tat aber was ich verlangte. Er inspirierte mich. Ich f├╝hlte in mir das gro├če Verlangen an ihm mein Meisterwerk zu schaffen. Leben schien wieder durch meine, vom guten Essen por├Âsen Adern, zu flie├čen. "Schnell, stellen sie ihren Gehstock hin und ziehen sie ihren Mantel aus!" Dann rannte ich nach hinten in die Schneiderwerkstatt, holte Ma├čband und Stift. Ich war wieder der junge Schneidergeselle, mit Elan und Enthusiasmus, voller verr├╝ckter Ideen. Bei seinem Anblick stockte mir ein wenig der Atem. Der ├ärmste war ja nur Haut und Knochen, wobei von der Haut selbst wenig zu sehen war. Ich tanzte f├Ârmlich um ihn herum, nahm Ma├č und kritzelte meine Notizen schnell wie der Wind. In meinem Kopf sah ich mein Meisterwerk bereits vor mir.
Dann reichte ich ihm seinen Mantel. Der Fremde wollte etwas einwenden, doch winkte ich ab. "Kommen sie morgen wieder mein Herr, um dieselbe Zeit!" Dann ging er und ich machte mich an die Arbeit. Die ganze Nacht bis zum Morgen hin. Meine Schneiderin, Frau Sippelt fand mich auf dem Canape' und schlug entsetzt die H├Ąnde vor das Gesicht. "Was machen sie denn blo├č? Denken sie denn gar nicht an ihr Herz?" Oh doch, und wie. Mein Herz h├╝pfte f├Ârmlich, als ich mir mein Werk ansah. Und ich freute mich auf den Abend.

Lautlos betrat er den Salon durch den Hintereingang. Erfreut begr├╝├čte ich ihn und nahm ihm seinen Mantel ab. "Sie werden erstaunt sein, warten sie." Dann holte ich das gute St├╝ck und er zog es an. Ich zerrte ihn erwartungsvoll vor den Spiegel und sah ihn an. "Also, was sagen sie? Ist das nicht ein vollkommenes Kunstwerk?" Der Fremde drehte sich und nickte zustimmend. "Sie haben mir das Leben wiedergeschenkt",sagte ich voller Dankbarkeit. Dann nahm er seinen Gehstock und winkte mich zu sich. "Kommen sie, wir gehen." Ich nahm meinen Mantel und folgte ihm.

Hier oben habe ich viel zu tun. Ava und Marlene sind begeistert von meiner neuen Kollektion. Nur mit Petrus habe ich meine Probleme. Aber irgendwann werde ich ihn so weit haben, ein wenig mehr Farbe zu tragen.

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Inu
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Gef├Ąllt mir sehr, Deine Geschichte


Ein paar Anmerkungen:
An jenem Abend war mir gar nicht herzig zu Mute. Ich hatte eigentlich keinen Grund zur Klage, geh├Ârte ich doch zu denen, die gesellschaftlich auf der obersten Stufe standen. Mein Gesch├Ąft florierte, ich hatte alles erreicht, was man erreichen konnte. Dennoch war ich pl├Âtzlich erf├╝llt von gro├čer Leere. Mir fehlte die Herausforderung, die mich einst so voll von Leben machte. so gl├╝hend und lebendig machte.Seufzend roch ich an dem kleinen Duftkissen aus Seide, dass mir Frau von Steif am Morgen schenkte geschenkt hatte.
"Ach Karl," sagte sie, als sie ihren Zobel ├╝berwarf, "Du bist heut' so blass, komm doch mal wieder zum Dinner und lache ein wenig mit uns." Missmutig griff ich mir eines dieser wunderbaren Petit Fours und schloss den Salon, als ich ein Ger├Ąusch vom Hintereingang vernahm. Das war nichts aussergew├Âhnliches, kamen doch einige meiner prominenten Stammkunden zum Hintereingang herein, um nicht gesehen zu werden.

Ein in sSchwarz gekleideter, mir unbekannter Herr, stand vor mir. Kurz musterte ich den Schweigenden und sch├╝ttelte den Kopf. "Mein Gott, bei welchem Courtier Couturier lassen sie arbeiten?", fragte ich entsetzt und f├╝hlte den ruppigen, abgeschlissenen Stoff seines Mantels. "Drehen sie sich doch bitte mal um!". Der Fremdes schien verbl├╝fft, tat aber was ich verlangte. Er inspirierte mich. Ich f├╝hlte in mir das gro├če Verlangen an ihm mein Meisterwerk zu schaffen. Leben schien wieder durch meine, vom guten Essen?? por├Âsen ?? Adern, zu flie├čen. "Schnell, stellen sie ihren Gehstock hin und ziehen sie ihren Mantel aus!" Dann rannte ich nach hinten in die Schneiderwerkstatt, holte Ma├čband und Stift. Ich war wieder der junge Schneidergeselle, mit Elan und Enthusiasmus, voller verr├╝ckter Ideen. Bei seinem Anblick stockte mir ein wenig der Atem. Der ├ärmste war ja nur Haut und Knochen, wobei von der Haut selbst wenig zu sehen war. Ich tanzte f├Ârmlich um ihn herum, nahm Ma├č und kritzelte meine Notizen schnell wie der Wind. In meinem Kopf sah ich mein Meisterwerk bereits vor mir.
Dann reichte ich ihm seinen Mantel. Der Fremde wollte etwas einwenden, doch winkte ich ab. "Kommen sie morgen wieder mein Herr, um dieselbe Zeit!" Dann ging er und ich machte mich an die Arbeit. Die ganze Nacht bis zum Morgen hin. Meine Schneiderin, Frau Sippelt fand mich auf dem Canape' und schlug entsetzt die H├Ąnde vor das Gesicht. "Was machen sie denn blo├č? Denken sie denn gar nicht an ihr Herz?" Oh doch, und wie. Mein Herz h├╝pfte f├Ârmlich, als ich mir mein MachWerk ansah. Und ich freute mich auf den Abend.

Lautlos betrat er meinen den Salon durch den Hintereingang. Erfreut begr├╝├čte ich ihn und nahm ihm seinen Mantel ab. "Sie werden erstaunt sein, warten sie." Dann holte ich das gute St├╝ck und er zog es an. Ich zerrte ihn erwartungsvoll vor den Spiegel und sah ihn an. "Also, was sagen sie? Ist das nicht ein Meistervollkommenes Kunstwerk?" ( Meisterwerk hattest Du oben schon einmal)
Der Fremde drehte sich und nickte zustimmend. "Sie haben mir das Leben wiedergeschenkt",sagte ich voller Dankbarkeit. Dann nahm er seinen Gehstock und winkte mich zu sich. "Kommen sie, wir gehen." Ich nahm meinen Mantel und folgte ihm.

Hier oben habe ich viel zu tun. Ava und Marlene sind begeistert von meiner neuen Kollektion. Nur mit Petrus habe ich meine Probleme. Aber irgendwann werde ich ihn so weit haben, ein wenig mehr Farbe zu tragen.

Ava + Marlene
Tolle Geschichte

Gru├č
Inu

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Stoffel
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Hallo Inu,

danke recht herzlich.

Das mit den por├Âsen Adern...also, wer ziemlich "gut lebt"...der bekommt die doch?
Und es steht ja auch da, dass er Herzprobleme schon hatte. Erst wollte ich weiter oben auch einbringen, dass er zwei Herzattacken hinter sich hatte.

Ich hab teilweise (meiner Meinung nach) es so geschrieben, wie ich meine Gedichte schreibe, bissl lyrisch.Auch wegen der Ausdrucksweise. Ich stellte mir dabei den Moshammer vor. So einer sollte es halt sein. Wei├č nicht, ob das r├╝ber kommt?

lG
Sanne

Danke f├╝r das Lob, hat mich echt gefreut

lG
Sanne

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Inu
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Stoffel
ich bin kein Mediziner... aber bei por├Âsen Adern w├╝rde da das Blut nicht st├Ąndig ins K├Ârpergewebe sickern? Wei├č nicht, war nur so ein Gef├╝hl vom Bauch her.

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Stoffel
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naja, wenn die Adern por├Âs werden, bilden sich ja doch so manch Nebenadern. Man wird nicht mehr gscheit durchblutet. Aussackungen entstehen, das Herz wird nicht mehr richtig durchblutet.
Das ist das, was ich wei├č.

Zu fettes, ├╝ppiges Essen, Alkohol, etc...

Vielleicht findet sich ja hier noch ein Mediziner/in...

Danke Dir
lG
Sanne

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Billenstone Nati
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Hallo Stoffel,

Ja, von por├Âsen Adern und vor allem die vielen Nebenadern die entstehen, da wei├čt du eine Menge.
An deiner Stelle w├╝rde ich den Satz ganz weg lassen, er ist vollkommen l├Ącherlich.

Wei├čt du, schreiben, ist eine Sache. Recherchieren ein Thema, das dazu geh├Ârt.
Da gibt es wirklich tolle Werke, ich an deiner Stelle w├╝rde mich mal an solche heran wagen.

Noch ein kleines Fehlerchen.

Der Fremde(s) schien verbl├╝fft, tat aber was ich verlangte.

Die Idee der Geschichte finde ich gut.

Liebe Gr├╝├če
Billenstone Nati

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Stoffel
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Hi nati,

das "s" is weg.
Ansonsten kann ich Dir nicht folgen-.
Ich schreibe hier keinen medizinischen Fachbericht

Danke f├╝rs S...

lG
Sanne

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