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Leselupe.de > Gereimtes
Der Tod und der Schneider
Eingestellt am 16. 05. 2003 07:54


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Talarmar
Festzeitungsschreiber
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Der Tod und der Schneider

In des Waldes tiefsten Stellen
Wo das KĂ€uzchen furchtbar schreit,
Wo die wilden Hunde bellen
Ist der Tod auch nicht sehr weit.

Lauert heimlich hinter BĂŒschen,
HĂ€misch hinter jedem Blatt,
Spielt mit jedem gern Verstecken
Solang der noch sein Leben hat.

Mancher lustige Geselle,
Mancher brave Wandersmann,
Blieb schon tot an dieser Stelle
Weil der Tod das Spiel gewann.

Jeder dacht er hĂ€tt’s geschafft,
Der Gevatter sei besiegt.
Sie wehrten sich mit aller Kraft.
Am Ende er doch jeden kriegt.

Eines Tages kam ein Schneider
Durch den großen dunklen Tann.
Macher wunderschöner Kleider,
Manchen Preis er schon gewann.

Wollt zur nahen Stadt zum Feste.
Im GepÀck, Nadel und Zwirn,
Einige BĂŒndel Kleiderreste,
Mit guten PlÀnen im Gehirn.

Doch der Tod saß im Verstecke,
Als der Schneider pfeifend naht.
Sprang hervor hinter der Hecke
Seine Sense schon parat.

Doch da reißt es laut und krĂ€ftig.
Erschrocken guckt der Knochenmann.
An seinem Mantel, der sehr prÀchtig,
HĂ€ngt die halbe Hecke dran.

Schaurig klingt des Todes Fluch.
Sein schöner Umhang der ist hin.
Denn ein großes StĂŒck vom Tuch
HĂ€ngt in der Dornenhecke drin.

Doch unser Schneider der ist helle,
Nimmt sofort beim Tode Maß,
Schwingt voll Eifer seine Elle
Er fast ganz den Tod vergaß.

Und mit Nadel und mit Faden
Geht der Schneider flink zur Hand.
Schnell beseitigt er den Schaden
Er dann auch sehr flink verschwand.

Folgen wollt der Tod ihm schnell,
Doch er stellt fest, dass es nicht geht.
Denn unser pfiffiger Gesell
Hatte ihn gut festgenÀht.

WĂŒtend zerrt er seine Kleider
Womit er fest hÀngt in der Hecke.
Fluchend schimpft er auf den Schneider,
Doch der war lÀngst schon um die Ecke.

©RT


__________________
"Die historische Wahrheit ist ein MÀdchen, das man vergewaltigen kann, Hauptsache man macht ihr schöne Kinder" Alexandre Dumas

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Stoffel
gesperrt
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Hallo Talamar,

das ist wirklich ein schmunzeliges Gedicht.
Mir war nur erst nicht klar, wieso DORT der Tod lauert. Wahrscheinlich ist "DORT" da, wo sich viele verirren?

"so lang er noch sein Leben hat"
da bin ich etwas gestolpert. Denn das "er" in der Zeile bezieht sich ja auf manchen Wandersmann und nicht auf den Tod.
Dann mĂŒsste es doch eher "der" heissen?

Nur ne Kleinigkeit, aber sonst wirklich klasse.Finde ich.

lG
Stoffel

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Talarmar
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2003

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Hallo Stoffel

Danke fĂŒr das schöne Lob. Du hast Recht, das "d" hatte sich der Tod wohl unter den Nagel gerissen. Aber ich habe es ihm entrissen und schon wieder an die richtige Stelle gesetzt.

Liebe GrĂŒsse Talarmar
__________________
"Die historische Wahrheit ist ein MÀdchen, das man vergewaltigen kann, Hauptsache man macht ihr schöne Kinder" Alexandre Dumas

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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

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naja..
man muss es natĂŒrlich rythmisch anpassen..
"der..dieser..jener.." oder so.
Aber es muss den Bezug auf eben den Wanderer, Verirrten..haben..

ok..
super Gedicht,
da steckt echt was drin..:-)
(könnt ma fast eine Geschichte draus machen..von der "Schippe gesprungen"..oder so *lach*)

lG
Stoffel

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OhrenschĂŒtzer
???
Registriert: Oct 2002

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Hallo Talarmar!

Gratulation zu diesem lustigen Gedicht, ich hab mich sehr amĂŒsiert. Mir gefĂ€llt auch gut, dass du versucht hast, es in eine ziemlich strenge Form zu verpacken. Dass der Inhalt trotzdem treffend erzĂ€hlt wird, ist wahrlich eine Kunst, die du beherrschst.

Ein paar Beckmessereien hÀtte ich als VerbesserungsvorschlÀge anzubringen. Die Beistrichsetzung ist noch ein wenig inkonsequent: In den Strophen 1, 2 und 3 jeweils am Ende der dritten Zeile, weiter unten dann auch nach hinter der Hecke, seine Elle, den Schaden. Ach ja, und nach Doch unser Schneider.

Unreine Reime wie „krĂ€ftig“ auf „prĂ€chtig“ stören mich eigentlich weniger als die Rhythmusdurchbrechung in der Zeile
Im GepÀck, Nadel und Zwirn,
Einige BĂŒndel Kleiderreste
Mit guten PlÀnen im Gehirn.


Als Alternative schlage ich beispielsweise vor, das „GepĂ€ck“ wegzulassen und „einige“ zu ersetzen:
Mit Nadel und mit feinem Zwirn
Ein paar BĂŒndel Kleiderreste
Und guten PlÀnen im Gehirn.


Aber da gÀbe es sicherlich noch andere Varianten.

Die Passage Sprang hervor hinter der Hecke wĂŒrde ich aus inhaltlichen und rhythmischen GrĂŒnden Ă€ndern auf aus seiner Hecke.

Er fast ganz den Tod vergaß ist mir persönlich ein bisschen zu versch(r)oben; vielleicht findet folgende Abwandlung Gefallen: Den Tod er drĂŒber fast vergaß.

Ein wenig störend ist auch, dass gegen Ende die Zeitformen stark zwischen Gegenwart und Mitvergangenheit wechselt – aufgefallen ist es mir erst wirklich bei Er dann auch sehr flink verschwand. Da kann ich aber keine LösungsvorschlĂ€ge bieten, weil man das ganze Gedicht ummodellieren mĂŒsste.

Sehr lustig fand ich auch den Schluss, wo mir eingefallen ist, dass der Schneider glĂŒcklicherweise „um die Ecke“ war und nicht gebracht wurde!

Ich hoffe, du kannst mit meiner Kritik etwas anfangen, liebe GrĂŒĂŸe
__________________
Der OhrenschĂŒtzer

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Talarmar
Festzeitungsschreiber
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Hallo OhrenschĂŒtzer

Es ist als Lautmalerei schon mal so ĂŒber den Äther gegangen und ich denke mir wenn man es hört, fĂ€llt es gar nicht so ins Gewicht. Ich versuche trotzdem weiter daran zu feilen und zu murksen, weil es ja mein (lach) Kind ist. Danke fĂŒr Dein Interesse und die VerbesserungsvorschlĂ€ge an dieser kleinen Episode vom SchĂŒppensprung.

Mit liebem Gruß Talarmar
__________________
"Die historische Wahrheit ist ein MÀdchen, das man vergewaltigen kann, Hauptsache man macht ihr schöne Kinder" Alexandre Dumas

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Herr MĂŒller
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Ansprechend

Hallo Talarmar,

nachdem mich StĂŒcke von Dir wie z.B. "Politik ohne Risiko"
völlig ĂŒberfordert haben, finde ich endlich ein StĂŒck von Dir, welches mich anspricht. GefĂ€llt mir.
__________________
Wer das Wort sucht, wird den Reim ernten.

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