Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92201
Momentan online:
54 Gäste und 1 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Der Todesengel (Sonettenkranz)
Eingestellt am 04. 02. 2005 12:30


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Aragorn
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2004

Werke: 23
Kommentare: 464
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Aragorn eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Der Todesengel

Verlust

Mein Engel alter Zeit, warum bist du nur gegangen?
Wolltest du das helle Tageslicht nicht seh`n?
Es bringt doch nichts, hier einfach weg zu geh`n,
das Leid wird dir unendlich nun und ewig angehangen.

So fliegst du himmelw├Ąrts in deiner tiefsten Trauer,
oder ist er l├Ąngst dir schon im Fluge so verschm├Ąht,
denn f├╝r dein sch├Ânes Leben war es nie zu sp├Ąt,
nur Fetzen h├Ąngen traumlos jetzt, an der Klagemauer.

Dein Blick war grausam tr├╝be, als die Nacht begann
und dich das einsam` Dunkel, in stiller Seele fing,
bis dir der letzte Tropfen, von deinem Blut gerann.

So kam es dass die H├Âlle, beschmierend an dir hing,
auch wenn der tr├Âsdend Himmel dich gewann,
so ward das Wei├č mit deinem fl├╝ssig Rot zum Ring.

Umarmt

Bevor wir uns noch gl├╝cklich, frei in die Arme fielen,
erkannte ich schon, die klaren Tr├Ąnen die du weintest,
als du mich im schnellen Flug mit dir vereintest,
war mir, als wolltest du mein Herz im Sturm erzielen.

So sprach ich meinen Schwur, an dich f├╝r immer.
Ich wollte dich nicht einfach mehr verlassen,
auch wenn die deinen Schwingen mich umfassen,
im Leben wird es keinesfalls noch schlimmer.

Und Alles schwindet langsam, in der verlauf`nen Zeit,
mir ist als bliebe diese, f├╝r uns einmal noch steh`n,
mein Zittern ist Beweis f├╝r diese, unsre Zweisamkeit.

Drum schwarzer Freund, so lass uns die Wege geh`n,
verbirg vor mir nur das, was einmal mich befreit,
denn sollten uns die Menschen so nicht seh`n.

Erkannt

In deinen H├Ąnden sind gar heftig, blut`ge Schwielen,
die ich jetzt sah und zweifelnd lernte zu begreifen,
dass deine Sorgen nicht ohne Spuren reifen,
als seien es des Lebens kratergleiche Rillen.

Wie oft hab` ich nach einer eisigkalten Nacht,
den Wusch gehabt, nach dir und deinem Tun,
denn wollte ich ganz frei in deinen Armen ruh`n
und wissen, dass ein Engel f├╝r mich wacht.

Jetzt fliegen wir zu Zweien, durch die Menschenwelt,
und still, ganz still sinkt schon der blaue Mond herab.
Vorbei ist nun endlich das, was mich einst gequ├Ąlt.

Auf meinem schwarzen Marmorstein am Grab,
sind gold`ne Lettern, die mir von Mensch erw├Ąhlt
und vor mir sprach des ganzen Dorfes Stab.

Ehrfurcht

Als h├Ąttest du nur scharfe Klingen aufgefangen,
so war dein Schrei, als ich dich hier vor mir erblickte,
denn was der Himmel mir zum Troste runter schickte,
konnt` mit keiner Ehr`ein Mann der Wahrheiten erlangen.

Dein Mantel war von Sch├Ânheit und v├Âllig unbesiegt,
und selbst dein Haar, war schw├Ąrzer noch als Teer,
wie tiefstes Schwarz, lichtlos - im abgrundtiefen Meer
und leicht, ganz ohne Band, damit es zart im Winde fliegt.

So sah ich erstmals dich und meinen verflog`nen Traum,
als du ganz schattenw├Ąrts, beruhigt gestanden hast,
an einem so sch├Ân bl├╝hend` Fr├╝hlingsapfelbaum.

Da machtest du f├╝r dich an diesem Tag die erste Rast,
am Wiesenrand und an des Waldes gr├╝nem Saum,
du lud┬┤st mich zum Reden ein - ich ward dir gerne Gast.

L├╝ge

Geholt hast du mir nicht mehr als mein sinnlos Leben.
Du hast es mir gesagt und ich habe es getan,
ich sollte jetzt mit dir, ab dieser Stunde an,
im Himmelszelt, im wei├čen Wolkenbade schweben.

Mit jedem Wort von dir, ward meine Seele leicht,
mein Herz es schlug nunmehr f├╝r dich allein,
du sagtest, dies sollt` meine letzte Rettung sein,
wenn diese Schwere von geschund`nen Schultern weicht.

So stiegen wir zusammen in die Nacht, so weit nach oben,
ich sah` die Vogelwelt aus dieser Sicht zum ersten Mal,
und Winde wehten st├╝rmisch, mit uns ganz verwoben.

Des Waldes unbeschreiblich sch├Ânes Marginal,
ward von dieser Welt mir ganz und gar verschoben
im wundersch├Ânen, gleissend Sonnenstahl.

Erwacht

Auch wenn die rauen Schatten, endlich einmal fliehen,
so ist doch dieses Leichte, nur ein gef├Ąhrlich Trug,
wie ein im Tunnel, nicht endend wollend` Zug,
der mich versucht, in seinen saugend Bann zu ziehen.

Die Gleise sind f├╝r mich fast schon ein Weg,
der einzig und allein durch Todest├Ąler steigt.
Mir doch, als falsch am Ende schlie├člich zeigt,
der Br├╝cke Anfang ist nur ein morscher Steg.

So trete ich zur├╝ck auf meine alten Schritte,
die ich ging als mir das Herz noch fr├Âhlich lebte.
Meist schritt ich stolz durch jede Lanzenmitte.

Noch l├Ąngst bevor mein K├Ârper heftig bebte,
gab es mir die einst`gen mutigen der Tritte,
damit ich mich im letzten Zweifel auch bewegte.

Erlegen

Hab ich die meine Wahl mir auch nicht verziehen,
so ward sie doch nun einmal schon getroffen.
Ich kann nur noch ganz schwach etwas erhoffen,
das vor mir jeder Mensch einmal wird fliehen.

Sonst bringe ich mit meinen schwarzen Schwingen,
ganz nympfengleich, das gleiche endlos Leid,
denn mit diesem schweren, samten Engelskleid,
werd` ich dem lust`gen Leben, nur den Tode bringen.

Mir f├Ąllt dieses mordend Gest├Ąndnis furchtbar schwer,
doch ist es bald das letzte, was ich noch sagen kann,
denn sehnte ich mich nach euch schon viel zu sehr.

Und bald schon ist es an der Zeit um irgendwann,
zu wecken, mein ach so trauriges Begehr,
die Nacht erkennt die Kinder auch nur dann.

Vergebung

Ich werde diesen Fehler mir niemals mehr vergeben
und ziehe mich vor dieser heilen Welt ins Grau zur├╝ck,
vielleicht ereilt mich dann, ein ganz seltenes Gl├╝ck
und ich erlerne hoffentlich einmal damit zu leben.

Ach, w├Ąre ich doch nicht so hohl und dumm gewesen,
mir scheint, ein schwarzer Engel hat gar kein Gewissen,
doch woher sollte ich dies auch schon vorher wissen,
es gab kein dunkles Buch, um daraus zu lesen.

Jetzt schreibe ich`s damit man mir einmal vergibt,
ich w├╝nschte mir nicht mehr als dies zu geben,
den ich bin der, der noch die Lebensfreude liebt!

So will ich die Unwahrheiten ins Lichte heben,
hoffen, das es jeder kluge Mensch auch sieht,
um diesen kranken Fluch einmal zu ├╝berleben.

Leben

Mahnend will ich dies steinern Denkmal euch errichten,
Worte bringen, in diese schwarze Atmosph├Ąre,
als wenn es das Letzte ist, was von mir ├╝brig w├Ąre,
will ich auf teure Hymnen auch verzichten.

Ich glaube so kann ich`s am Ende noch erreichen,
damit in Tagen, wenn ihr den Todesengel seht,
ihr lieber eure eignen Lebenswege geht
und nicht des Engels Soge bringt die Leichen.

Ich selbst bin l├Ąngst verloren in der Fluchesqual
Und h├Ątte ich`s gewusst, ich w├Ąr`gewichen,
doch mir blieb letztlich keine dieser Wahl.

So ist um mich herum die Welt verblichen
Und bleich ist auch der letzten Sonne Stahl,
der mich noch sanft hat im Gesicht gestrichen.

Lichter

Wissend das es viel mehr als starre N├Ąchte gibt,
wird` euch mein Engelsgesang, ganz leicht bet├Âren,
w├╝nschte mir, ihr k├Ânnt dies Lied auch h├Âren,
wenn sich eine Wolke ├╝ber Sonnenlichter schiebt.

Ich sing von B├Ąchen, Fl├╝ssen die sanft rauschen,
ich fl├╝stere die Strophen in kleinen Wellenwogen,
erz├Ąhle euch, wie man mich hat belogen
und merklich sollt ihr dieser Stimme lauschen.

Und erklingt es euch nun wie der frohen Tage,
so tanzet als w├Ąre es ein ganz besond`res Fest,
das Fest vom Entkommen einer schlimmen Plage.

Wenn man euch ein letztes Verm├Ąchtnis ├╝berl├Ąsst,
so stellt niewieder diese dumme, schwarze Frage,
die Frage nach dieser trostlosen Engelspest.

Unsicherheit

Lass ich`s nicht zu, dass Engel die Tage richten,
oder stelle ich mich schon gegen die Meinen?
Die mich ersuchten, euch mit uns zu einen,
um schonungslos eure Leben zu vernichten.

Ach w├Ąre alles leicht, so w├╝rd` ich es doch wagen,
die Meinen, was es auch bringt mit Word und Lied,
ob es mich qu├Ąlt, oder es doch freudig geschieht,
ich w├╝rde sie ganz mutig, einmal danach fragen.

Ich f├╝rchte jedoch das die Antwort w├Ąre schwer,
denn was ich lernte ist bitterer noch als Reue,
denn t├Âten sollte ich und noch viel mehr.

Doch verga├č ich, des schwarzen Eides Treue,
weil es betr├╝bte mich am Tage viel zu sehr,
ich wollte einmal, das ich mich wieder freue.

Liebe

Es gibt den einen Engel der euch vollkommen liebt,
der ein L├Ącheln vorzieht euren stillen Trauertr├Ąnen,
der es nicht vergisst hier f├╝r euch zu erw├Ąhnen,
das es noch Lichter am Himmel der Erde gibt.

Schaut hinauf, ganz weit, ihr seht nur dieses Eine,
lasst die Gesichter im hellem Glanze euch erstrahlen,
letztlich werde ich alleine daf├╝r bezahlen,
denn das Gericht, verlangt f├╝r sich das Seine.

Doch ein Lachen huscht ├╝ber meine fahlen Wangen,
denn ist mir das gelungen, was ich als Letztes wollte,
ich habe euch mit schwarzen Fl├╝geln aufgefangen.

Eigentlich das, was ich berufen gar nicht sollte,
doch habe ich den einen Fehler nie begangen,
der mich aus meinem Menschsein furchtbar holte.

Kampf

Und sollten And`re auch, diese Wortgebilde vernichten,
so wird es dennoch in euch weiter, endlos leben,
denn was ihr k├Ânnt, das solltet ihr jetzt geben
und bitte, schreibt es auf in Engelsgeschichten.

Auf ewig soll dies hier nicht vergessen werden,
ein schwarzer Engel brachte nicht den Seinen,
die Menschen all`, im Todestal zu einen
und dem erfror`nem Dunkel, weichen auf Erden.

Ich werde schwach und meine Lichter schwinden,
das ist was mir der Bruch des Marmoreides bringt,
niemals mehr werd` ich die Liebe so empfinden.

Das letzte Lied was Euch meine Stimme singt,
ist eine kleine Windesmelodie in alten Linden,
wenn letzter Hauch an Kraft langsam verklingt.

Freudentanz

So bin ich der, der es ins rechte Lichte schiebt,
ich rufe es aus und ihr k├Ânnt mich alle h├Âren,
den Traum der Engel k├Ânnt ihr kaum zerst├Âren,
wenn einer merkt, wie still der Tod doch siegt.

Die meinen Kl├Ąnge kommen z├Âgerlich zum Schein,
was immer war, wird jetzt ganz neu errichtet
mein Zorn ist nun im Freudentanz vernichtet,
so w├╝nschte ich`s und soll es alle Zeiten sein.

Leise, leise fliegt in den Wolken noch immer,
der Hauch, den ihr entfernt zu sehen glaubt,
es ist und war, ein endlos schwarzer Schimmer.

Der Himmelstr├Ąume seid ihr nie wieder beraubt,
im Sternenlicht mit zartesten an Glimmer,
wenn auch das letztes Licht der Nacht verstaubt.

Tod

Mein Engel alter Zeit, warum bist du nur gegangen?
Bevor wir uns noch gl├╝cklich, frei in die Arme fielen,
In Deinen H├Ąnden sind gar heftig, blut`ge Schwielen,
Als h├Ąttest Du nur scharfe Klingen aufgefangen.

Geholt hast du mir nicht mehr als mein sinnlos Leben.
Auch wenn die rauen Schatten, endlich einmal fliehen,
Hab ich die meine Wahl mir auch nicht verziehen,
Ich werde diesen Fehler mir niemals mehr vergeben.

Mahnend will ich dies steinern Denkmal euch errichten,
Wissend das es viel mehr als starre N├Ąchte gibt,
Lass ich`s nicht zu, dass Engel die Tage richten.

Es gibt den einen Engel der euch vollkommen liebt,
Und sollten And`re auch, dies Wortgebilde vernichten,
So bin ich der, der es ins rechte Licht noch schiebt.

(f├╝r Arezoo)

(c) Ara / 2.2. 05

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!