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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Traum
Eingestellt am 13. 09. 2014 19:23


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SiggiH
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2013

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Der Traum

Oh wie sie diesen Wecker hasste!
5.55 Uhr, Zeit zum Aufstehen.
Dabei hatte Helen heute wieder diesen angenehm an-regenden Traum gehabt. Sie konnte sich an jedes Detail genau erinnern, so dass ihr immer noch heiß und kalt war.
Aber jetzt war es leider Zeit, aufzustehen.
Helen quĂ€lte sich aus dem Bett und schlich ins Bad. Sie brauchte erst einmal eine Dusche. Als sie das heiße Wasser auf ihrer nackten Haut spĂŒrte, musste sie wieder an diesen Traum denken. Als Immobilienmaklerin war sie viel unterwegs, doch sie hatte den Mann aus ihrem Traum und auch diese Kneipe noch nie gesehen. Wie war es dann aber nur möglich, dass sie sich an so viele Details erinnern konnte?
Sie stieg aus der Dusche, wickelte sich in ein Badetuch, und ging ins Schlafzimmer zum Kleiderschrank. Der Alt-weibersommer hatte seinen Höhepunkt erreicht, weshalb sie eine leichte Stoffhose und eine dĂŒnne Bluse wĂ€hlte.
Sie föhnte sich ihre langen dunklen Haare glatt und flocht sie zu einem französischem Zopf. Da sie so dicke Haare hatte, war sie irgendwann auf die Idee gekommen, den Zopf ab der dicksten Stelle mit einem Band zu um-schlingen. So konnte Helen verhindern, dass sich zu viele StrÀhnen selbstÀndig machten. Ganz dezent legte sie et-was Lidschatten und Wimperntusche auf... fertig. Sie sah sich im Spiegel an und grinste. Wie so oft in letzter Zeit sah sie auch heute wieder wie in diesem Traum aus.
Schnell packte sie noch ihre Unterlagen zusammen und machte sich auf den Weg in die Tiefgarage. Ihr heutiger Termin lag etwas Abseits der grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte, um nicht zu sagen, mitten in der Pampa. Die Straßenkarte auf dem Beifahrersitz, fuhr sie los Richtung Osten und konnte so einen herrlichen Sonnenaufgang bewundern. Fast zaghaft schien die Sonne ihre Strahlen auszusenden, um dann ohne Vorwarnung mit voller Kraft den Tag zu eröffnen.
In diesem Moment geschah es, dass ein Reh rechts aus dem Wald gesprungen kam. Mit voller Kraft drĂŒckte Helen auf die Bremse und riss das Lenkrad nach rechts, um dem Tier auszuweichen, was auch tatsĂ€chlich funktionierte.
Das Reh verschwand links zwischen den StrÀuchern einer Wiese, wÀhrend das Auto schrÀg im Graben hing. Das hatte Helen gerade noch gefehlt. Alleine kam sie da unmöglich wieder heraus.
Sie kramte ihr Handy hervor, doch hatte natĂŒrlich, wie nicht anders zu erwarten war, kein Netz. Jetzt fiel ihr ein, erst vor ein paar Minuten ein Hinweisschild auf einen Imbiss gesehen zu haben. Seit dem Schild hatte der Straßenverlauf eine lange Rechtskurve beschrieben, weshalb sie beschloss, einfach quer durch den Wald zu laufen.
Helen war froh, Turnschuhe anzuhaben, doch als ob es höhere unbarmherzige MĂ€chte auf sie abgesehen hĂ€tten, begann es nun zu regnen. Sie ging schneller, was aber keine gute Idee war – sie stolperte ĂŒber eine frei liegende Baumwurzel. MĂŒhsam rappelte sie sich hoch.
Das konnte doch nicht war sein! Sie war voller Dreck. So konnte sie unmöglich bei ihrem Termin auftauchen. Frustriert stapfte sie weiter, bis sie endlich wieder asphaltierten Untergrund unter den FĂŒĂŸen spĂŒrte. Ohne lang zu ĂŒberlegen wandte sie sich nach links und folgte der Straße, die direkt ins Nirgendwo zu fĂŒhren schien – selbst nach zehn Minuten Fußmarsch war nicht das kleinste Anzeichen von Zivilisation zu sehen – ob sie sich wohl doch fĂŒr die falsche Richtung entschieden hatte?
Um sich in dieser deprimierenden Lage von ihren Zweifeln ein wenig abzulenken, ließ sie ihren Traum Revue passieren:

Helen war in einer Bar oder Kneipe, kein anderer Gast war zu sehen, sie blickte sich um, als suchte sie jeman-den. Dabei fiel ihr Blick auf den Fußboden. Schmutzige FußabdrĂŒcke fĂŒhrten in ihre Richtung. Ein Blick auf ihre Schuhe zeigte ihr, dass sie der Verursacher dafĂŒr war. Ihre Turnschuhe waren voller feuchter Erde, und BlĂ€tter klebten an ihnen. Die bunten Farben der BlĂ€tter verrieten ihr, dass es Herbst sein musste. Auch ihre Hose war schmutzig, ebenso die HĂ€nde. Sie musste wohl gestĂŒrzt sein. Nasse HaarstrĂ€hnen, die sich aus ihrem französi-schen Zopf gelöst hatten, fielen ihr ins Gesicht. Dann be-merkte sie, dass ihre HĂ€nde nicht nur schmutzig waren, sondern an der Rechten Blut war. Sie musste sich die Hand beim Sturz verletzt haben.

Plötzlich trat ein Mann durch die TĂŒr hinter dem Tresen. Wenn Helen ihn hĂ€tte beschreiben mĂŒssen, hĂ€tte sie schlicht gesagt: verdammt gut aussehend. Er hatte kurze blonde Haare mit leichten Koteletten, und machte durch seinen Drei-Tage-Bart einen leicht verwegenen Eindruck. Genau wie sie hatte er strahlend blaue Augen, die sie erst ĂŒberrascht dann besorgt ansahen. Sie fĂŒhlte sich total hilflos. Der Mann kam langsam auf sie zu. Er bemerkte sofort ihre Verletzung, und ohne etwas zu sagen, ergriff er die andere Hand und fĂŒhrte sie in den Raum hinter der Theke, der sich als BĂŒro entpuppte. Das Zimmer wurde von einem alten wuchtigen Holzschreibtisch, der vor Papierkram ĂŒberquoll, dominiert. Rechts davon stand ein bequem aussehendes dunkles Sofa, auf welches der Mann Helen jetzt platzierte. Er setzte sich neben sie, um ihre Wunde genauer ansehen zu können. Wortlos stand er auf, verschwand noch mal in Richtung Theke und kam dann mit einem Verbandskasten zurĂŒck. Nachdem er die benötigten Utensilien herausgekramt hatte, verband er ihr die Hand, wĂ€hrend er immer wieder in ihre Augen blickte. Auch sie verlor sich immer mehr in seinen. In ihrem Bauch breitete sich ein Kribbeln aus, wie von tausenden von Ameisen.

Dann berĂŒhrten sich ihre Lippen. Erst zaghaft, dann immer fordernder umspielten sich ihre Zungen. Langsam fing er an, Helens Bluse aufzuknöpfen, nebenher knabberte er lustvoll an ihrem OhrlĂ€ppchen. Wie in Trance streichelte sie seine Arme entlang und strich behutsam sein T-Shirt ĂŒber seinen Kopf. Nachdem ihre Bluse vollstĂ€ndig aufgeknöpft war, kĂŒsste er ihren Hals und ihre Schulter. Sie schlang ihre Arme um seinen Oberkörper, und beim nĂ€chsten leidenschaftlichen Kuss gruben sich ihre NĂ€gel tief in seinen RĂŒcken, was ihn lustvoll aufstöhnen ließ und seinen Körper zum Zittern brachte. Dies veranlasste sie, mit ihren NĂ€geln einmal quer ĂŒber den ganzen RĂŒcken zu kratzen. Dann machten sich ihre Finger ĂŒber seine GĂŒrtelschnalle her. Fast zeitgleich streiften sie ihre Turnschuhe ab. Mit einer fließenden Bewegung standen beide auf und zogen sich gegenseitig die Hosen aus.

Er drĂŒckte sie an die Wand und kĂŒsste sie lange und leidenschaftlich. Sie erwiderte diesen Kuss und kaute an seiner Unterlippe, wĂ€hren seine HĂ€nde ĂŒber ihre Oberschenkel glitten. Ihr rechtes Bein schlang sich um seine HĂŒfte und ihre FingernĂ€gel krallten sich ĂŒber seinen SchulterblĂ€ttern in die Haut. Seine Erregung war nun deutlich zu spĂŒren und sein Atem ging immer schneller.
Sanft zog er Helen zur TĂŒr am Ende des BĂŒros. Dahinter befand sich ein spĂ€rlich eingerichtetes Schlafzimmer. Da ergriff sie die Initiative und stieß ihn auf's Bett. Auf dem RĂŒcken liegend sah er sie erwartungsvoll lĂ€chelnd an. Auf allen Vieren krabbelte sie auf ihn und gab ihm einen energischen Kuss auf den Mund. Mit ihren FingernĂ€geln glitt sie ĂŒber seinen bloßen Oberkörper und zog eine Spur aus roten Strichen quer ĂŒber seine Brust, ĂŒber den Bauch...
Dann griff sie hinter sich und löste ihr Haarband, das sich als lange dĂŒnne Seidenschnur entpuppte. Sie beugte sich ĂŒber ihn, griff nach seiner rechten Hand und schlang ein Ende des Bandes um sein Handgelenk. Nun wickelte sie die Schnur einmal um die Bettstange hinter seinem Kopf, zog sie stramm, um gleich darauf seine linke Hand ebenfalls ĂŒber Kopfhöhe zu fesseln.
Jetzt war er ihr hilflos ausgeliefert. Helen beugte sich zu seinem Hals und bedeckte ihn mit KĂŒssen. Darauf folgte ein Kuss auf die Schulter, in die sie kurz hinein biss. Sie spĂŒrte, wie der Schmerz ihn erregte. Ihre HĂ€nde streichelten an seinen Oberarmen entlang, ĂŒber seine Achseln an seinen Seiten abwĂ€rts. Sie kĂŒsste seine Brust – und biss in die Brustwarzen. Ihre HĂ€nde erreichten seine Taille. Nun kĂŒsste sie seinen Bauchnabel, wĂ€hren ihre rechte Hand ihr eigenes Spiel begann...
Ihre linke Hand zog Kratzer an seiner HĂŒfte entlang zum Oberschenkel und glitt dann langsam ĂŒber den Bauch.

An dieser Stelle riss ihr Wecker sie fĂŒr gewöhnlich in die RealitĂ€t zurĂŒck.
Jetzt drang ihre momentan etwas prekÀre Situation wieder in Helens Bewusstsein. Hatte sie sich am Ende in diesem scheinbar endlosen Wald verlaufen?
Als sie sich verzweifelt in alle Richtungen angestrengt umsah erblickte sie hinter einer Rechtskurve zwischen den BÀumen ein niedriges GebÀude. Erleichtert lief sie eilig darauf zu.
Über der TĂŒr hing eine Werbetafel: „Steky's Diner“. Sie hatte ihr erhofftes Ziel endlich erreicht. Beim Lesen der Tafel hatte Helen jedoch einen Stein ĂŒbersehen und stolperte. Beim Versuch, sich an einem Ast fest zu halten, ritzte sie sich die HandflĂ€che auf.
Am Ende ihrer KrÀfte nÀherte sie sich nun dem Haus. Ohne zu zögern trat sie ein, und ging Richtung Tresen.
Helen sah sich um und erblickte niemanden – aber erkannte alles!
Es war die Kneipe aus ihrem Traum!
Ihr Herz begann zu rasen, und sie blickte langsam auf die TĂŒr hinter der Bar.
Da war er, der Mann ihrer TrÀume, und sah sie lÀchelnd an, als ob er Helen schon lange erwartet hÀtte...



Version vom 13. 09. 2014 19:23

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