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Leselupe.de > Kurzprosa
Der Traum
Eingestellt am 06. 05. 2002 21:40


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masterplan
Schriftsteller-Lehrling
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Der Traum

Letzte Nacht trieb ich mit einem Boot auf einem See, der gef├╝llt war, mit meinen Tr├Ąnen. Ich hatte meine Augenlider ge├Âffnet, war aber dennoch in dem Zustand eines tiefen Schlafes gefangen.
Das Wasser war ruhig, aber alles andere als tr├╝gerisch. Das Glitzern auf dessen Oberfl├Ąche verriet mir eine Lichtquelle, die ├╝ber der Szene hing.
Es war der Mond, der etwas mehr als zur H├Ąlfte mit Licht gef├╝llt war. Still strahlte er herab und gab mir trotz meines Schlafzustandes, klare Gedanken ├╝ber mich und diese Situation.

Ich sp├╝rte den Schmerz in mir ganz deutlich. Es war, als st├Ąnde ich diesem Wesen gegen├╝ber. Als w├╝rde es mir in die Augen blicken, mich ganz genau studieren und meine Schw├Ąchen kennen.

Eine schwarze Wolke schob sich vor den Mond und ich erkanntnahme wieder die bekannte Umgebung des Sees und seines stillen Wassers wahr.
Das Ufer war dunkel und man konnte nur die Umrisse erkennen. Es waren B├Ąume, haupts├Ąchlich B├╝sche und Str├Ąucher. Auch aus ihnen kam nicht das leiseste Ger├Ąusch.
Doch es waren keine unheimlichen Momente f├╝r mich. Ich kam mir vertraut und heimisch vor. Es war meine Welt. Hier war ich zuhause. An diesem Ort der Ruhe, der Dunkelheit und der Gedanken. Ich f├╝hlte mich selbst, aber zugleich auch alles andere.
Nach einer Weile, beschlo├č ich an das Ufer zu Rrudern. Die Paddel gaben pl├Ątschernde und zugleich beruhigende Ger├Ąusche von sich und das Holzboot trieb langsam gen Festland.
Ich betrat festen, hellbraunen Boden als ich aus meinem Boot stieg. Die B├╝sche und Str├Ąucher glitten sanft an mir vorbei, w├Ąhrend ich ein paar Schritte in die tiefe Dunkelheit ging.
Doch ehe ich weitere Gedanken zu meinem Unternehmen fassen konnte, stand ich auch schon an der Grenze der gr├╝nen Welt. Ich hatte mich keine zehn Meter vom Ufer entfernt und war am Ende meiner frontalen Bewegungsm├Âglichkeiten.
Tausende Meter tief war die Schlucht, die ich herabsehen konnte. Endlos gigantisch kam ich mir beim Blick auf die Welt vor. Alles konnte man von hier erkennen. Es war die Sicht auf ein Universum. Auf mein irdisches Universum.
Eine lichte Stelle tat sich am weit entfernten Horizont auf. Dort lag die Sonne vergraben und lie├č der Dunkelheit Vorrang. Weitere Wolken zogen an der Stelle vor├╝ber und machten das Bild zu einem gewaltigen Gem├Ąlde aus schwarzem Licht und leuchtenden Schatten. Und es war still. So still wie es sein sollte. Die Lautlosigkeit, die f├╝r mich bestimmt war. Meine Welt.

Der Schmerz rief mich wieder. Erneut hatte ich das Gef├╝hl vor diesem Wesen zu stehen. Doch jetzt kam mir eine zus├Ątzliche Gewi├čheit. Es war mein Sch├Âpfer. Die Kreatur, die mich geschaffen hat, rief mich zu sich. Sie wollte sehen, was aus mir geworden ist, in vielen Jahren irdischer Zugeh├Ârigkeit, und sie betrachtete mich ganz genau.
“Komm zu mir”, schallte es in weiter Ferne.

Eine leichte Windb├ lie├č mich aus meiner Vision erwachen, doch ich hatte die Aufforderung verstanden.
So ging ich zur├╝ck zum See, stieg in mein Boot, ruderte in die Mitte des Gew├Ąssers und sprang entschlossen in das fremde, dunkle aber mir doch sehr vertraute Na├č.
Dann zog mich die Gewalt der Tiefe in seinen Bann. Ich erkannte mit meinen irdischen Sinnen weder wo ich war, noch was mit mir geschah, aber ich f├╝hlte, dass etwas passierte, dem ich mich nicht widersetzen wollte.

Das Wasser war verschwunden, die Erde war verschwunden, mein K├Ârper ebenso. Ich habe die Welt verlassen. Ich habe sie beendet. Jetzt war nur noch der Gedanke.

Als jener Gedanke zog ich durch das Universum. Nichts war um mich. Es war leer und ich konnte nun alles erkennen. Alles sehen, was jemals geschehen ist. Das Wesen, die Welt, mein Sch├Âpfer war ich gewesen - immer. Alleine werde ich sein - wie ich immer war.

Es gibt keine Zeiten mehr. Alles ist nun in mir. In meinem unendlichen Geist. In meiner Unendlichkeit.
__________________
Sch├Ân, dass wir einmal dar├╝ber sprechen konnten...

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