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Leselupe.de > Horror und Psycho
Der Traum
Eingestellt am 10. 07. 2003 13:21


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Tanja_Elskamp
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2003

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Er verfluchte das Rasseln seines Weckers. Schlimm genug, dass er ihn aus den wildesten Tr├Ąumen, in denen zumeist seine neue Nachbarin vorkam, riss und ihn unerbittlich daran erinnerte, dass ihm ein weiterer trister Arbeitstag im Versicherungsb├╝ro bevorstand, doch sein schrilles Ger├Ąusch auch noch nach einer durchzechten Nacht mit seinen Kegelbr├╝dern zu h├Âren, hielt Markus f├╝r undankbar gegen├╝ber den sauer erarbeiteten 49,90 DM, die ihn dieses historische Etwas gekostet hatte.

Viel lieber war ihm da schon der Radiowecker, denn um Punkt 7 begann Frau Sch├Ânbrecht mit ihrer liebreizenden Stimme, die so v├Âllig im Gegensatz zu ihrem Nachnamen stand, mit der Durchsage der aktuellen Nachrichten. Z├Ąrtlich raunte sie seinem Wecker und somit ihm die Uhrzeit und den Wetterbericht zu, und kein Flugzeugabsturz und keine Geiselnahme dieser Welt konnte ihrer Stimme die unvergleichliche Erotik nehmen.

Markus war erstaunt, dass er sich nicht mehr daran erinnern konnte, ihre Stimme ├╝berhaupt auch nur entfernt vernommen zu haben an diesem Morgen und so fiel sein Blick sogleich auf den Radiowecker.

Die Stromzufuhr war offenbar tadellos, der Wecker schien die korrekte Uhrzeit wiederzugeben. Er ├╝berpr├╝fte die Einstellung, doch auch sie war richtig: Weckruf mit Radio. Der leuchtend rote Punkt war noch immer in der linken Ecke der Digitalanzeige zu sehen, also hatte er ihn nicht ausgeschaltet. Irritiert und zu dieser Stunde von dem Problem v├Âllig ├╝berfordert, r├╝ckte er den Schalter in alle Richtungen, doch auch die Einstellung ÔÇťRadioÔÇŁ lie├č keinen Ton verlauten.

ÔÇťMistst├╝ck!ÔÇŁ fluchte er, riss den Wecker aus der Steckdose und warf ihn gegen die Wand.

Nat├╝rlich w├╝rde er sich heute Nachmittag dar├╝ber ├Ąrgern, ihn zertr├╝mmert zu haben, doch damit konnte er sich jetzt nicht befassen und genaugenommen wollte er das auch gar nicht.

Als er sich aufrappelte und unter die Dusche stellte, zwang ihn der pl├Âtzlich dr├Âhnende Kopfschmerz dazu, sich an den vergangenen Abend zu erinnern.

Nat├╝rlich war er es wieder gewesen, der am Ende des Abends eine Pudelm├╝tze auf dem Kopf hatte zum Zeichen, dass er der unbegabteste Kegler von ihnen gewesen war. Und beim anschlie├čenden Skat mit den Kumpels hatte er satte 30DM verloren. Nun, da kam es wohl kaum noch auf einen kaputten Radiowecker an.

Nach der Dusche zog er seinen Anzug an, zog einige Falten glatt und pr├╝fte den Krawattenknoten sorgf├Ąltig vor dem Spiegel, dann ging er missmutig aus dem Haus und trat auf die Strasse. Sie war menschenleer.

-----

Teils am├╝siert, teils verwundert, wachte Markus auf. Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass er genau f├╝nf Minuten vor 7 wachgeworden war. Sehr sch├Ân, dachte er. So konnte er seine Wecker ausstellen, ohne sich ihrem Rasseln und Piepen auszusetzen. Als er den Radiowecker ausstellte, verharrte er einen Augenblick. Ein sehr merkw├╝rdiger Traum, den er da gehabt hatte. Im Leben war er noch nie kegeln gewesen und auch Kartenspiele jeder Art waren ihm zuwider. Doch die Traumszene mit der netten Nachbarin hatte ihm gefallen. Er kicherte. Sie war schon attraktiv, doch dass er gar von ihr tr├Ąumte ...

Gutgelaunt schwang er sich aus dem Bett und trat unter die Dusche, bevor er voller Elan in seinen Anzug schl├╝pfte und laut pfeifend vor dem Spiegel den Krawattenknoten band.

Ein kurzer Blick auf die nagelneue Rolex am rechten Handgelenk verriet ihm, dass er noch Zeit genug hatte, in der Bahnhofsbuchabteilung zu st├Âbern, bevor seine Bahn ging, wenn er jetzt sofort das Haus verlie├če. Er nahm zwei Stufen auf einmal, doch als er auf die Strasse trat, stutzte er, denn sie war menschenleer.

Irritiert sah Markus sich um. Um diese Zeit war sonst schon die H├Âlle los! Hatte er einen Feiertag vergessen oder war gar samstags im Begriff, zur Arbeit zu gehen? Verwundert setzte er seinen Weg fort bis zu dem Kiosk an der Ecke. Na also! Auf den Tageszeitungen stand es ganz deutlich: Donnerstag, 23. Mai 2002. Und wo er schon einmal hierher gelaufen war, konnte er auch genauso gut gleich eine Ausgabe kaufen. Er nahm eine vom Stapel und faltete sie, dann lehnte er sich ein St├╝ck in das Fenster des B├╝dchens.

ÔÇťHallo? Keiner da?ÔÇŁ rief er hindurch, doch anders als erwartet erhielt er keine Antwort und auch das Gesicht der Inhaberin, die tagein tagaus im bl├╝mchenbemalten Arbeitskittel hier die Leute bediente, war nicht zu entdecken.

Markus zuckte mit den Schultern. Sicher war sie mal kurz f├╝r gro├če M├Ądchen. Sorgf├Ąltig z├Ąhlte er 1,40 DM ab und legte sie auf die Geldablage, dann verstaute er die Zeitung in seiner Aktentasche und setzte seinen Weg zum Bahnhof fort.

Die Minuten verstrichen und nach und nach nahm seine gute Laune ab und wandelte sich zu dr├╝ckender Stimmung. Nicht ein einziges Auto fuhr unterwegs an ihm vorbei. Er beruhigte sich damit, dass er einfach am n├Ąchsten Taxistand einen der Fahrer fragen w├╝rde, was los sei. Der Gedanke, dass er wom├Âglich allein durch die Strassen irrte, w├Ąhrend der gesamte Stadtteil wegen einer Bombendrohung oder ├Ąhnlichem evakuiert worden war, entlockte ihm ein nerv├Âses Kichern. Endlich! Er n├Ąherte sich dem n├Ąchsten Taxistand und schien Gl├╝ck zu haben. F├╝nf bleichgelbe Karossen standen dort in s├Ąuberlicher Reihe. S├Ąuberliche Reihe? Was sollte das bedeuten? Markus war ver├Ąrgert ├╝ber diese missgl├╝ckte Satzkonstruktion in seinen Gedanken. Das war ja schon nicht mehr feierlich mit ihm. Nicht mehr feierlich? Nein, eher w├╝rde er sagen, es w├Ąre nicht mehr ganz hasenrein. Hasenrein? Markus atmete tief durch ÔÇô jetzt nur nicht durchdrehen! Es gab eine Erkl├Ąrung und er war kaum mehr als sechs Meter von ihr entfernt.

Entschlossen schritt Markus auf den ersten Wagen zu ÔÇô leer. Nun gut, der Fahrer hielt sicherlich gerade im Taxi eines Kollegen ein Schw├Ątzchen. Er ging auf den n├Ąchsten Wagen zu ÔÇô leer. Ein Anflug von Panik ├╝berkam ihn und er lief eiliger zum n├Ąchsten Taxi, zum ├╝bern├Ąchsten. Am letzten der f├╝nf dann hatte er die Gewissheit: Wie die Strassen menschenleer waren und nicht ein Auto seinen Weg gekreuzt hatte, so schien es sich auch mit diesen Taxen zu verhalten. Irgendetwas war entschieden faul an diesem Morgen!

Er st├Âhnte leise auf und lehnte sich mit geschlossenen Augen an die S├Ąule des Taxistandes. Die S├Ąule! Das war es doch!

Hektisch versuchte er herauszufinden, wie man von ihr aus die Zentrale benachrichtigen konnte. Als er seine Suche als erfolglos beendete, kam ihm noch eine Idee. Mit zitternden Fingern kramte er das Handy aus seiner Tasche und w├Ąhlte 12 4 17, die Nummer der Taxizentrale. Nerv├Âs trommelte er mit den Fingern auf der Motorhaube des vordersten Taxis, doch nach einer Weile erkannte er, dass es zwecklos war und niemand am anderen Ende abnehmen w├╝rde. Gut, dachte er sich, dann die nationale Auskunft. Er w├Ąhlte erneut, doch auch dieser Versuch verlief in der Leere. War denn hier niemand? Nirgendwo?

-----

Schwei├čgebadet schreckte Markus aus dem Schlaf. Was f├╝r ein Alptraum! Etwas so verwirrendes war ihm ja noch nie untergekommen. Die Nachwirkungen noch im Kopf, sch├╝ttelte er sich und rieb sich die Unterarme, um den Ansatz der G├Ąnsehaut, der sich gleich bei dem Gedanken an diesen Traum eingestellt hatte, zu vertreiben.

Ein Blick auf die Uhr beantwortete deutlich seine unausgesprochene Frage: Ja, er hatte schon wieder verschlafen, und das zum dritten Mal in einer Woche. Leise fluchend glitt er aus den Laken und in seinen Anzug und schn├╝rte die Turnschuhe zu, noch w├Ąhrend er im Spiegel pr├╝fte, ob es eine S├╝nde w├Ąre, der Menschheit heute einmal mehr unrasiert vor die Augen zu treten. Er kam zu dem Schluss, dass es genau das in etwa w├Ąre, was er begehen w├╝rde, wenn er den elektrischen Rasierer unangetastet lie├č. Leider w├╝rde er diesen Bruch der Etikette jedoch hinnehmen m├╝ssen, wenn er den Blick seines Vorgesetzten auch nur einigerma├čen ertragen wollte. Im Vorbeilaufen griff er nach seiner Tasche und lie├č die T├╝r hinter sich laut ins Schloss fallen. Da hatte die alte Frau Kreibach ja wieder einen Spa├č, wenn sie sich beim Vermieter wieder ├╝ber ihn beschweren konnte, schoss es ihm durch den Kopf. Doch er war schlie├člich Kummer gewohnt, wie er immer zu sagen pflegte, und so sprang er unbeirrt die Treppen hinunter. Auf dem letzten Absatz kam er ins Straucheln, konnte sich nicht mehr fangen und schlug hart auf den Fliesen vor der Haust├╝r auf.

ÔÇťSo ein Mist!ÔÇŁ fluchte er, rappelte sich auf und stellte zu seinem ├ärger fest, dass ihm dieser Sturz ein Loch in der teuren Stoffhose eingebracht hatte, und zwar genau in Knieh├Âhe, wo es sicher jedem auffallen w├╝rde. Nachdem er kurz innegehalten hatte, um diese neuartige Situation zu ├╝berdenken, kam er zu dem Schluss, dass dieses Loch nicht dieselbe Priorit├Ąt wie sein Arbeitsplatz hatte. Er atmete einige Male tief durch, dann ├Âffnete er die Haust├╝r. Eine leichte ├ťbelkeit ├╝berkam ihn und er sp├╝rte, dass sich seine Nackenhaare aufstellten, denn bereits ein kurzer Blick hinaus, w├Ąhrend er noch im T├╝rrahmen stand, bot ihm das schreckliche Bild: Die Strasse war menschenleer!
Vergessen schien das Loch in der Hose und die Tatsache, dass er zu sp├Ąt zur Arbeit kommen w├╝rde. Er lie├č die T├╝r wieder ins Schloss fallen und setzte sich auf die letzte Stufe des Treppenabsatzes, der ihm zuvor diesen Sturz beschert hatte.

Von seiner Mutter hatte er gelernt, dass man jeden Traum reflektieren sollte, weil man dadurch ein St├╝ck von sich selbst besser kennen lernen konnte. Mehr als einmal hatte sie recht behalten damit und er hatte mit der Zeit gelernt, seine Tr├Ąume als Ausdruck des Unterbewussten in sein reales Leben zu integrieren.

Doch was sollte er nun mit diesem wirren Traum anfangen? Es gab nur zwei M├Âglichkeiten: Entweder war die Strasse tats├Ąchlich menschenleer oder er befand sich wieder in einer dieser Traumschleifen. Aufgrund seiner Bereitschaft, diese Sache logisch anzugehen, zumindest in dem Rahmen, der ihm noch als vertretbar erschien, schloss er letzteres aus.

Die Strasse war also tats├Ąchlich menschenleer, nun gut. Im Traum war er nach links gegangen, am Kiosk vorbei bis zum Taxistand. Die Konsequenz war also, dass er nun rechts gehen w├╝rde. Wenn er ein paar Strassen weiter in die Gassen einbog, k├Ąme er direkt wieder auf den Bahnhof zu. Er k├Ânnte zwei Haltestellen mit der U-Bahn fahren und dann am Hauptbahnhof umsteigen. Das war gut ÔÇô das hie├č, wenn die U-Bahn auch fuhr. Doch wozu der Pessimismus, sie w├╝rde. Er w├╝rde aufmerksam seine Umgebung beobachten, nicht an Gesch├Ąften und derlei betont stehen bleiben und auch nicht das Handy benutzen. Sp├Ątestens am Hauptbahnhof w├╝rde sich alles gekl├Ąrt haben und jede vorherige Panik w├Ąre pure Energieverschwendung gewesen. So w├╝rde er es machen, jawohl.

Entschlossen stand er auf, ├Âffnete die Haust├╝r erneut und trat auf die Strasse, die ihm auch beim zweiten Anblick einen Schauer ├╝ber den R├╝cken trieb.

Markus hielt sich rechts, genau so, wie er es geplant hatte. In die Gassen einzubiegen, stellte schlie├člich keine Gefahr mehr f├╝r ihn dar. Wenn auf der Strasse niemand zu sehen war, so w├╝rde es in den engen Gassen nicht anders sein und man w├╝rde ihn vermutlich kaum ├╝berfallen.

Er hatte die Hauptstrasse fast wieder erreicht, als er Ger├Ąusche von dort h├Ârte ÔÇô Schritte!
Vorsichtig n├Ąherte er sich der Strasse, und als er nur noch wenige Meter vom Ende der Gasse entfernt war, da glaubte er sogar, Stimmen zu h├Âren.

Er trat ein wenig vor und sah auf den ersten Blick ein Auto mit ge├Âffneter T├╝r, um das einige Menschen herumstanden. Zuerst dachte er an einen Autounfall, doch dann erkannte er, dass einer der Menschen von den anderen herumgeschubst wurde. Markus nahm all seinen Mut zusammen und ging auf die kleine Ansammlung zu.

ÔÇťHey, was macht ihr da?ÔÇŁ rief er laut, nicht ohne das dezente Zittern in seiner Stimme zu vernehmen.

Als er bis auf wenige Schritte herangekommen war, stockte ihm der Atem. Was er zun├Ąchst f├╝r eine Jugendgang oder ├Ąhnliches gehalten hatte, entpuppte sich nun als der nackte Horror. Diese Gestalten am Wagen stie├čen einen ├Ąlteren Mann herum, vermutlich den F├╝hrer des Wagens, doch sie waren gar nicht menschlich.

Dunkle Haut, die in Fetzen von ihren K├Ârpern hing, der haarlose Kopf, der ein Gesicht des Schreckens bot. Neben dem Nasenbein, das frei zur Betrachtung lag, waren die Mundwinkel zu einer hasserf├╝llten Fratze verzogen und die wie Kohle leuchtenden Augen blickten starr durch Markus hindurch.

Das letzte Mal, als er Wesen gesehen hatte, die ├Ąhnlich aussahen, war er in einem ├╝berf├╝llten Kinosaal gewesen und hatte Popcorn geknabbert, doch das hier war die Realit├Ąt, oder das, was er augenblicklich f├╝r die Realit├Ąt hielt zumindest.

Inmitten dieser grotesken Situation schrie einer von ihnen: ÔÇŁHier ist noch einer!ÔÇŁ und deutete auf Markus.
Als Markus dann sah, wie einige Dutzend dieser ghoulartigen Kreaturen aus allen Ecken hervorkrochen, arbeitete sein Verstand rasend schnell. Er musste weg, er musste fl├╝chten! Wer oder was auch immer die waren, sie waren ganz offensichtlich der Grund daf├╝r, dass die Strassen leer waren und was auch die Erkl├Ąrung daf├╝r war, so sagte ihm sein gesunder Menschenverstand, dass es nichts Gutes zu bedeuten hatte.

Blitzschnell ortete er die Gegner und st├╝rzte dann durch ihre Mitte davon. Der Bahnhof! Wenn er den erreichte, dann k├Ânnte er Zeit gewinnen, k├Ânnte einfach in die U-Bahn springen und diesem Irrsinn entfliehen, so hoffte er.

Wie ein gehetztes Tier rannte er durch die Strassen. Sein Adrenalinspiegel war so drastisch gestiegen, dass er den Schmerz in seinen unge├╝bten Lungen gar nicht wahrnahm. Dann endlich sah er den Bahnhof vor sich. Er h├╝tete sich davor, die Geschwindigkeit zu drosseln oder sich umzusehen, sondern rannte geradewegs in die Unterf├╝hrung.

Als er das unterirdische Gleis erreichte, stand die Bahn bereits da und schien nur auf ihn zu warten. In f├Ârmlich letzter Sekunde sprang er durch die T├╝r, bevor sie sich hinter ihm schloss und die Bahn sich in Bewegung setzte. Aus den Augenwinkeln sah er noch die Ghoule, die nur wenige Augenaufschl├Ąge nach ihm das Gleis betraten, doch f├╝r die es zu sp├Ąt war, in die U-Bahn zu gelangen.

Markus beugte sich vorn├╝ber, st├╝tzte seinen Oberk├Ârper mit den H├Ąnden auf den Knien ab und rang nach Luft. Dann kam ihm ein Gedanke ÔÇô zwar war er der einzige Fahrgast, doch er musste dringend den F├╝hrer dieses Gef├Ąhrts erreichen, damit er zumindest einen Verb├╝ndeten hatte.

Noch immer au├čer Atem hangelte er sich vor bis zum F├╝hrerh├Ąuschen. Als er das Klappern dessen T├╝re vernahm, zog langsam eine d├╝stere Ahnung in ihm auf. Ohne anzuklopfen, ├Âffnete er sie und sah ÔÇô niemanden. Diese Bahn hatte gar keinen F├╝hrer! Und als ihm klar wurde, dass wohl auch niemand mehr da war, um irgendwelche Weichen zu stellen oder die Geschwindigkeit der Bahn zu drosseln und Markus die n├Ąchste Panikattacke zu ├╝berrennen schien, da sah er auch schon die ersten Funken, die rechts und links der U-Bahn hinaufstoben. W├Ąhrend er fassungslos mit aufgerissenen Augen beobachtete, wie die Bahn sich langsam zur Seite neigte und ihre R├Ąder zu quietschen begannen, da ahnte er, dass er sich tats├Ąchlich nicht mehr in einem Traum befand und der letzte Gedanke, der ihm durch den Kopf schoss, bevor er durch die Bahn geschleudert wurde und sich beim Aufprall schlie├člich das Genick brach war, dass er wom├Âglich eine bessere Chance gehabt h├Ątte, wenn er den linken Weg eingeschlagen h├Ątte.

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Marcus Richter
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Hi Tanja,
sch├Âne, kleine Geschichte. Ja, find ich garnicht mal schlecht, zwar auch nicht ├╝berw├Ąltigend, aber f├╝r deine erste Geschichte recht fl├╝ssig.
Das mit den Traumsequenzen empfinde ich immer als alten Hut, weil man es sich dadurch zu einfach macht, ├╝ber einen vern├╝nftigen, logischen Einstieg hinwegzukommen. Ich bevorzuge da eher eine zwingende Handlung, auch wenn das nicht immer gelingt.

Der Schluss ist gut, die Sache mit dem rechts und links gehen auch. Hier w├╝rde ich f├╝r den Anfang etwas vorschlagen, was diese Schlusslogik mehr fordert. Irgendwas in der ARt, wie als h├Ątten wir hier jemanden, der in einer von Zombies beherrschten Postatomaren Welt lebt und - tja, warum geht er jeden Tag nach links? Oder besser, warum ist er auf diese total beknackte Idee gekommen, sich ein Footballspiel im Stadion anzusehen? Dreht er in dieser postatomaren Zeit langsam durch? Kann mir das gut vorstellen, wie er jeden Tag aufsteht und sein Maschinengewehr schultert, weil er beim Einkaufen im Supermarkt immer von Zombies ├╝berfallen wird.

OK, wie gesagt, die Traumgeschichte ist ein alter Hut, aber du hast sie einigerma├čen interessant umgesetzt - das mit den Weisheiten der Mutter etc.

Bis dann, Marcus

PS: Wie w├Ąrs, wenn der Held sich langsam daran erinnert, da├č er in einer Welt von Zombies lebt? K├Ąme ganz gut, kurz bevor der Zug entgleist und er sich das Genick bricht.
Das w├Ąre jedenfalls eine Erkl├Ąrung, warum er zwanghaft an seiner alten Wirklichkeit festhalten will. Traumatische Erlebnisse, Wirklichkeitsverdr├Ąngung etc.
__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Gr├╝nbein

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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
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Hallo Tanja,

ich stimme Marcus zu, der Sinn des Ganzen bleibt dem Leser irgendwie verschlossen.
Und teilweise nerven die Traumwiederholungen, da k├Ânnte ein wenig mehr Spannung oder Neues hereinkommen.

Liest sich aber fl├╝ssig und gut.

Bis bald,
Michael

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