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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Umzug
Eingestellt am 09. 10. 2003 18:08


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Estrella
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Der Umzug
Hallo liebe Leserinnen und Leser, erlauben Sie, dass ich mich Ihnen kurz vorstelle? Ich heisse Ovum, das ist lateinisch und bedeutet Eizelle. Der Name Eizelle klingt mir aber zu gew√∂hnlich, deshalb bevorzuge ich die lateinische Version. Eine meiner Schwestern hat gerade einen Spanien-Tick, sie nennt sich seit kurzem √ďvulo, na ja, immer noch besser als die franz√∂sische √úbersetzung Oef.
Ich lebe mit allen meinen Schwestern schon seit ewigen Zeiten in einer riesigen Wohngemeinschaft, die wir kurz und schmerzlos „Ovarium“ getauft haben. Drau√üen √ľber dem Eingangstor h√§ngt ein gro√ües Schild, auf dem dieser Name geschrieben steht, und darunter f√ľr diejenigen, die des Lateinischen nicht so m√§chtig sind, die deutsche √úbersetzung „Eierstock“. Rechts von uns gibt es noch eine WG, und jetzt stellen sie sich doch mal diese Frechheit vor, die nennen sich auch „Ovarium“. Ist das nicht fantasielos?

Auf jeden Fall lebt es sich gut in unserem Stock. Jede von uns hat ihr eigenes Zimmer, bei uns hei√üen die Follikel, oder Eibl√§schen. Die W√§nde unserer Follikel sind sehr d√ľnn und hellh√∂rig, sodass wir immer h√∂ren, was sich im Nachbarbl√§schen alles abspielt. Wir brauchen √ľbrigens nur zwei Wochen im Monat zu arbeiten, nicht schlecht, oder? Wir machen in Hormonproduktion, m√ľssen Sie wissen, haben uns auf √Ėstrogene spezialisiert.
Habe ich eigentlich schon erw√§hnt, dass wir eine reine Frauen-WG sind? Noch niemals hat ein m√§nnliches Wesen seinen Fu√ü √ľber unsere Schwelle gesetzt.
Wir haben den Männern einen lustigen Spitznamen gegeben, Samenfäden. Ich weiß gar nicht mehr, wer von meinen Schwestern sich das ausgedacht hat.
Nicht dass es noch nie einer von diesen Samenf√§den probiert h√§tte, zu unserem Haus zu gelangen. Oh doch, schon viele haben den Versuch gewagt, aber noch keiner hat es geschafft, sie sind fast alle in dem langen Tunnel, der zu unserem Haus f√ľhrt umgekommen. Ich habe noch nie einen zu Gesicht bekommen, aber einige meiner Schwestern haben einmal zur Haust√ľr heraus heimlich in den Tunnel geschaut, und von weitem einen Blick auf sie geworfen. Sie sollen sehr schlank und athletisch sein und furchtbar flink.
Jeden Monat muss eine von uns die WG verlassen und darf nie wieder zur√ľckkehren. Das ist aber erst seit einiger Zeit so. In den ersten zw√∂lf Jahren unseres Lebens, da sind wir alle zusammengeblieben.
Es sei eine sehr wichtige Aufgabe, die wir zu erf√ľllen h√§tten, haben mir meine Schwestern erkl√§rt, nur die Allerreifesten unter uns werden ausgew√§hlt und ich glaube es hat irgendetwas mit den Samenf√§den zu tun. Ich bin schon ganz aufgeregt, das k√∂nnen Sie mir glauben. Wann werde ich wohl an der Reihe sein? Morgen? N√§chste Woche, in ein paar Monaten?

Es ging aber dann doch noch schneller, als ich gedacht hatte. Aber lassen Sie mich der Reihe nach erzählen.
Schon ein paar Tage vorher hatte man mir mitgeteilt, dass ich die N√§chste sein w√ľrde, konnte kaum mehr schlafen vor Nervosit√§t.
Dann sprang die T√ľr meines Follikels auf. Wie von Geisterhand wurde ich aus dem Stock geschleudert und landete im Tunnel. Hatte ich schon erw√§hnt, dass er bei uns nur „der Eileiter“ genannt wird? Auf jeden Fall konnte ich mich noch nicht einmal mehr richtig von meinen Schwestern verabschieden, so schnell ging alles.
Seit zw√∂lf Stunden irre ich jetzt hier schon ganz alleine umher, merke, wie ich st√§ndig schw√§cher werde. Am liebsten w√ľrde ich wieder zur√ľck zu unserem Stock gehen, doch das darf ich ja nicht.
Aber was ist das? Dahinten bewegt sich irgendetwas. Da kommt einer. Ach, was sage ich da, einer...H u n d e r t e . Oh Gott, sie rasen auf mich zu, lauter... Samenf√§den. Hiiilfe, die sind ja √ľberall. Hey, was tut ihr denn da, geht weg, lasst mich in Ruhe. Iihh, die knabbern mich an, k√∂nnen Sie sich das vorstellen?
Die versuchen einfach, in mich einzudringen, einer hat es schon fast geschafft.
Ah, aua...jetzt ist er drinnen. Na Gott sei Dank, nun lassen wenigstens die anderen von mir ab. Was meinst du? Rede doch mal etwas lauter.
Wissen Sie, was der Samenfaden gerade zu mir gesagt hat? Er hat eine neue Wohnung f√ľr uns. Eine sch√∂ne, ger√§umige Wohnung, den Mietvertrag hat er auch schon unterschrieben. Neun Monate d√ľrfen wir da wohnen. Ist das nicht toll? Ach, ich freue mich schon. Tja, nun m√ľssen wir uns leider verabschieden, ich habe jetzt viel zu tun, muss in unsere neue Wohnung umziehen.
Machen Sie es gut, vielleicht sieht man sich ja irgendwann mal wieder. Tsch√ľss.


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flammarion
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Estrella
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Putzig gut oder putzig schlecht?
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flammarion
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hm,

das is ne gute frage. wenn du einen kleinen hund siehst und ihn putzig findest, ist der hund dann gut oder schlecht?
also √§ndere ich meinen kommentar in am√ľsant.
lg
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Old Icke

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