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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Unfall
Eingestellt am 12. 10. 2003 11:12


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SchattenfÀngerin
???
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Montag, 6.Oktober 2003

7.30 Uhr Frau Koch betritt den Umkleideraum des Lebensmittelmarktes in Warenfels.
Ihre Kolleginnen haben sich schon alle, pĂŒnktlich zum Arbeitsbeginn, versammelt.
Aufgeregt teilt Frau Koch ihnen mit: „Habt ihr eigentlich schon gehört, am BahnĂŒbergang in Frielendorf soll ein Unfall passiert sein“ Betroffenheit macht sich breit. Um diese Zeit fĂ€hrt die Regionalbahn zur 30km entfernten Kreisstadt und ist mit vielen Berufspendlern und SchĂŒlern besetzt.

8.00 Uhr Die LadentĂŒr des Lebensmittelmarktes wird vom Filialleiter pĂŒnktlich geöffnet. Die ersten Kunden fĂŒr heute betreten das GeschĂ€ft. Die Angestellten rĂ€umen Regale ein und schleppen Kartons. Frau Blöcher, seit 20 Jahren Stammkundin in diesem Laden trifft ein. Ihr tĂ€glicher Einkauf: vier Brötchen, einen Liter Milch, eine Bildzeitung fĂŒr ihren Mann und ab und zu ein halbes Pfund Butter. „Guten Morgen!“ ruft sie freundlich und dreht mit dem Einkaufswagen ihre Runde. „Guten Morgen Frau Blöcher, haben sie es auch schon gehört? Ein ZugunglĂŒck! In Frielendorf, stellen sie sich mal vor es muss die Regionalbahn sein, da gab es bestimmt Verletzte, die Bahn ist ja morgens richtig gut besetzt!“, teilt ihr die Frau mit die jeden Morgen das KĂŒhlregal sortiert. „ Mein Gott, wie tragisch“, erwidert Frau Blöcher, eilt zur Kasse, bezahlt, nicht ohne der Kassiererin mitzuteilen, wie betroffen es sie doch macht, dass solch ein großes UnglĂŒck ĂŒber so viele Familien herein gebrochen ist.

8.30 Uhr FrĂŒhstĂŒck bei Familie Blöcher. Edwin Blöcher hat schon den Tisch gedeckt, zwei FrĂŒhstĂŒcksbrettchen, zwei Messer, Kaffeetassen, ein Glas Johannisbeergelee, selbstgemacht versteht sich, das Brotkörbchen und eine Kanne Kaffee. „Wo Hilde heute nur wieder bleibt“, murmelt er vor sich hin lauscht auf die GerĂ€usche an der HaustĂŒr. „ Hilde, wo warst du so lange, ich warte schon auf meine Zeitung.“ Edwin Blöcher setzt sich an den KĂŒchentisch, seine Frau Hilde hat die Einkaufstasche abgestellt und schĂŒttet die Brötchen in den Korb. „Stell dir nur mal vor Edwin, im Laden sprach mich diese nette VerkĂ€uferin an. Weißt du welche ich meine, die mit den roten Haaren die sich immer erkundigt, ob es dir gut geht und dir schöne GrĂŒĂŸe ausrichten lĂ€sst“ plappert Hilde. Edwin fĂŒllt ihre Tassen mit heißem Kaffee und greift nach der Zeitung. „ In Frielendorf ist ein ZugunglĂŒck passiert, die vollbesetzte Regionalbahn soll beteiligt sein. Denk nur mal die vielen Menschen, es soll Verletzte gegeben haben, eventuell auch Tote. Ich sah gerade die Feuerwehr ausrĂŒcken in Richtung Frielendorf. Sie sind in einer irren Geschwindigkeit die Hauptstraße runtergefahren.“ „ Ach ja“, sagt Edwin etwas abwesend, er hat nur mit einem Ohr hingehört. „ So ein UnglĂŒck, wirklich tragisch,“ erwidert er.

9.30 Uhr Edwin Blöcher trifft sich mit seinem guten Bekannten Fritz Klein auf dem Marktplatz. „ Ja hallo, Fritz gut das ich dich treffe! Hast du schon von dem furchtbaren ZugunglĂŒck bei Frielendorf gehört..... es soll viele Schwerverletzte und Tote gegeben haben. Furchtbare Sache, nicht wahr! Unsere Feuerwehr ist mit Mann und Maus ausgerĂŒckt um Verletzte zu bergen, die haben ja jetzt auch so eine große Blechschere, damit können die Metall zerschneiden, wie du zuhause dein Butterbrötchen. „ Schrecklich, ganz furchtbar“ , sagte Fritz, schon wieder im weggehen. „Edwin schönen Tag noch! Heute habe ich ja gar keine Zeit, ich treffe mich jetzt mit meinen Kumpel vom Kegelclub „ Flotte Rentner“, verstehst du, darf nicht zu spĂ€t kommen, wir planen unseren nĂ€chsten Wandertag. TschĂŒss !“ „TschĂŒss, bis morgen Fritz!“


10.30 Uhr Die Kegelclubmitglieder schafften es in einer knappen Viertelstunde ihren Wandertag vorzubereiten, die restliche Zeit nutzten sie zur Informationsweitergabe des tragischen Geschehens und kehrten in ihre Familien zurĂŒck um die Toten zu betrauern.

Dienstag, 7.Oktober 2003

Regionalblatt der Kleinstadt

Unter der Rubrik : „ Kurznotiert“

FĂŒr einen Viehtransporter endete die Fahrt an der Schranke des BahnĂŒberganges in Frielendorf. Das Fahrzeug geriet, auf nasser Fahrbahn außer Kontrolle und kippte um. Sechs Schweine fielen aus dem Fahrzeug, eins war sofort tot und zwei mussten aufgrund ihrer Verletzungen getötet werden. Die ĂŒbrigen wurden von der örtlichen Feuerwehr eingefangen. Die Regionalbahn kam mit einer halben Stunde VerspĂ€tung am Bestimmungsbahnhof an.

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flammarion
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prust!

jaja, die klatschtanten.
vor einiger zeit gab es hier eine ganz Àhnliche geschichte. da bestand der unfall darin, dass dem schrankenwÀrter die kaffeetasse runtergefallen war . . .
lg
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Old Icke

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SchattenfÀngerin
???
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Danke fĂŒr den Kommentar, Flammarion
Freut mich das es Dir gefÀllt, ausser den "Klatschtanten" kommt aber auch der "Klatschonkel" zum Einsatz. Ich denke die Rolle des Mannes sollte hier nicht unterschÀtzt werden.

Mit Augenzwinkern und lieben GrĂŒssen
SchattenfÀngerin

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flammarion
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ja,

klar. wenn der tag lang ist, reden auch mÀnner viel.
lg
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Old Icke

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