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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Vergleichstest
Eingestellt am 17. 04. 2006 11:53


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huwawa
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Der Vergleichstest

Es ist Karsamstag, sp√§ter Nachmittag, und ich beschlie√üe, einen Ostereier- Vergleichstest zu machen. Der Zeitpunkt scheint mir g√ľnstig, da die bunten Fruchtbarkeitssymbole jetzt als definitive Auslaufmodelle preiswert zu erstehen sein d√ľrften. Ich fahre also zum nahe gelegenen Spar-Markt und finde dort tats√§chlich die 10 St√ľck Packung, herabgesetzt von urspr√ľnglich ‚ā¨ 1,89 √ľber ‚ā¨ 1,39 zum jetzigen Panik ‚Äď Okkasionspreis von 99 Cent. Ich kaufe eine Packung und fahre weiter zum Hofer (=Aldi). Auch dort kann ich noch zehn Ostereier erstehen, zum √ľberraschenden Preis von 99 Cent. Beim dritten Supermarkt den ich anfahre habe ich dann das Zeitlimit leider √ľberschritten, der Laden ist bereits geschlossen.

Ich muss mich also auf einen umfassenden Vergleichstest zwischen dem Spar- und dem Hofer Ei beschr√§nken. Zun√§chst betrachte ich einmal die Verpackungen. Sie tragen an der Unterseite das gleiche Herstellersymbol, sind aus transparentem, knisterndem Kunststoff und wirken nicht sehr stabil, weshalb ich auf einen Falltest mit Inhalt, etwa aus Tischh√∂he verzichte. Schon bei meinem letzten Weihnachtspunsch - Test hatte sich dieser √ľbrigens als √§usserst desastr√∂s erwiesen. Die Kategorie Verpackung werte ich als unentschieden.

Ich √∂ffne nun die beiden Beh√§ltnisse, wobei etwas Vorsicht angebracht ist, da die Deckel zun√§chst klemmen, bei gr√∂√üerer Kraftanstrengung jedoch sehr abrupt nachgeben, wodurch der Inhalt oder Teile davon herausgeschleudert werden k√∂nnen. Der Spar- Box entnehme ich ein rotes, dem Hofer- Beh√§lter ein blau gef√§rbtes Osterei. Eine erste Sichtkontrolle zeigt, dass sie in etwa gleich gro√ü sind. Das Spar-Ei gl√§nzt, wie mit der guten alten Speckschwarte eingerieben. Es scheint sich aber um eine Art Schutzlack zu handeln, da keine Fettspuren auf den Fingern zur√ľckbleiben. Auch das Hofer- Ei d√ľrfte einen derartigen √úberzug haben, zeigt aber nur einen dezenten matten Schimmer.

Nun komme ich zum ersten H√∂hepunkt, dem Crash-Test. Diese Probe, volkst√ľmlich ‚ÄěEierpecken‚Äú genannt, wird f√ľr gew√∂hnlich von zwei Pr√ľfern durchgef√ľhrt, sie l√§sst sich aber auch problemlos alleine erledigen. Ich umschlie√üe hierzu das rote Spar-Osterei, Spitze zun√§chst nach oben, mit der linken Hand. In die Rechte nehme ich, Spitze nach unten, das blaue Hofer-Ei und schlage damit kr√§ftig gegen das Spar-Ei. Es gibt ein deutlich h√∂r- und f√ľhlbares Knacken, der Test ist gelungen. Das rote Ei hat sich als schlagresistenter erwiesen, die Schale des Blauen ist vielfach zersplittert und hat eine Delle. Ein klarer Punkt f√ľr das Spar-Ei also.

Ohne viel Hoffnung f√ľr das blaue Ei, das seine statische Spannung durch den erheblichen Frontschaden verloren haben d√ľrfte, wende ich die Kontrahenten nun zum Heck-Crash- Test. Zu meiner √úberraschung zerbirst jetzt aber das rote Spar-Ei beim Aufprall auf seinem Gegner. Der direkte Schlagabtausch endet also unentschieden.

Ich entledige nun die beiden Eier ihrer zerborstenen f√§rbigen H√ľllen, um sie nackt zu wiegen. Mit 4,78 zu 4,76 Gramm sind sie praktisch gleich schwer, der Unterschied liegt im Toleranzbereich meiner digitalen Personenwaage. Auch farblich differieren die Eier nicht, beide pr√§sentieren sich in einem feucht schimmernden Perlmuttwei√ü. Mit einem scharfen Messer halbiere ich sie nun. Auch hier kaum Unterschiede. Die goldgelben Dotter verdunkeln sich zur Mitte hin und wirken dort noch leicht klebrig. Beim ehemals roten Spar-Ei liegt der Dotter aber weiter hinten, der Eiwei√ürand ist hier schm√§ler, womit sich wohl die Niederlage beim Heck-Crash- Test erkl√§ren l√§sst.

Jetzt folgt aber endlich der Hauptpunkt meines Vergleichstets: Die Geschmacksprobe. Ich halbiere dazu die vier Eih√§lften noch einmal und bestreue die Spalten paarweise einmal mit Salz, einmal mit Pfeffer und einmal mit Salz und Pfeffer. Ein Paar lasse ich ungew√ľrzt.

Ostereier scheinen mir generell etwas anders als gewöhnliche gekochte Eier zu schmecken, vielleicht, weil die Zeit zwischen Zubereitung und Verzehr einfach größer ist. Zwischen meinen Spaltenpaaren kann ich aber nicht die geringste Abweichung oder Besonderheit auf Zunge und Gaumen feststellen. Sie schmecken alle vier jeweils gleich. Wie gewöhnliche Ostereier aus dem Supermarkt eben. Mein Vergleichstest endet deshalb mit einem glatten und gerechtem Unentschieden zwischen dem Roten und dem blauen Ei.

Doch halt, in einem Punkt bin ich mir jetzt nicht mehr ganz sicher ‚Äď habe ich wirklich das Blaue aus der Hofer- und das Rote aus der Spar- Box genommen? Es k√∂nnte auch andersrum gewesen sein! Das w√ľrde nat√ľrlich einen v√∂llig neuen Aspekt in meinen Vergleichstest bringen: Das Ergebnis w√§re dann n√§mlich genau umgekehrt!

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Marius Speermann
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Die Pointe ist zu lang. Du telegraphierst dem Leser schon viele Absätze vorher, was kommen wird.

Um den Text zu retten, m√ľsstest Du das k√ľrzer und knackiger machen, und mehr im Stil eines Sportreporters. Immerhin ist es ja ein Wettbewerb.

So klingt es es eher schnarchmässig unaufgeregt (gähn). Bring mehr Spannung rein. Wenn Du mal Edi Finger (jr) anhörst, der kann selbst bei einer Direktreportage im fadesten Marathon soviel Spannung und Aufregung reinbringen, dass Du glaubst, jeden Moment gibt's einen Hammer und wenn Du abschaltest, versäumst Du alles.

Z.B. ein Element könnte beim Eierpecken die Aufgeregtheit des Testers vor dem Zusammenschlagen beschreiben. Wie er sich den Schweiss runterwischt, wie das eine Ei scheinbar nervös schon mal in der Hand verrutscht, etc.

Nur auf diese Weise und durch Verwendung von bei Sport√ľbertragungen √ľblicher Terminologie und Spannungselementen gelingt die Parodie.

Lustig ist n√§mlich der Gegensatz, der durch √úber- oder Untertreibung hervorgerufen wird. Das wenig aufregende Eiertesten wird durch die Wahl von aufgeregter Sportberichterstattersprache kontrastiert und lustig. Das von Dir gew√§hlte Stilelement der faden und langweiligen Beschreibung des Eierpeckens w√ľrde bei actionreichen und spannungsbeladenen Wettbewerben wie z.B. einem schnellen Eishockeyspiel und dergl. besser kontrastieren und damit Humor erzeugen.

Marius
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huwawa
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Hallo Marius

Danke f√ľhr deine recht umfangreichen Ausf√ľhrungen, denen ich aber nicht ganz folgen kann.

Es handelt sich um einen Ostereier "Test", meinen privaten Ostereier-Test, zugegeben ein Nonsens, aber nicht um einen Ostereier "Kampf". Was hat das mit einem Sportreporter zu tun? Edi Finger (Jr.) bringe ich mit einem Testbericht beim besten Willen nicht in Zusammenhang. Warum sollte der Prot = ich, feuchte, schwei√ünasse H√§nde beim Eierpecken bekommen? Ich mache das emotionslos, wie das bei Tests eben der Fall ist. Ja, es soll eine Parodie auf solche Tests (Rasierapparate, Taschent√ľcher, Druckerfarben, Autos...egal) sein, wo die Pr√ľfer die unn√∂tigsten Details auflisten, beschreiben und bewerten. Und am Ende kommt meistens doch nur heraus, dass alle fast gleich sind (oder umgekehrt).

Das man das ganze immer noch schwungvoller schreiben könnte, spreche ich dir nicht ab, vielleicht gelingt es mir nächstes mal besser

liebe Gr√ľ√üe
huwawa
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Marius Speermann
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Genau damit fehlen aber die Dramatik und das Interessante in diesem Text. Der Ablauf eines Produkttests selbst ist nun mal fad. Wenn das die Absicht Deines Textes war, dann hast Du's pefekt getroffen, und zugleich das Ziel f√ľr Humor&Satire verpasst.

Ich nehme mal an, dass Du den Leser unterhalten und nicht langweilen willst. Und da wäre die Alternative den Produkttest einfach im Stile einer Sportreportage zu machen. Ein Wettbewerb ist ja auch nix anderes als ein Test.

Und wenn Du wirklich das Stilelement des exakten Vergleichstest haben willst, dann nimmt man in einer Parodie idealerweise Eigenschaften, die nicht so offensichtlich oder gut erfunden oder krass daneben und vermischte Wortspiele sind (z.B. Eier nicht als Speise, sondern als Bezeichnung f√ľr Hoden und zweideutige Wortspiele mit deren Eigenschaften).

Eierschalendicke, Eidotterfarbe, Gewicht ... G√§√§√§hn. Aber Rotationsh√ľpfh√∂he (siehe dazu den gerade erst herausgekommenen wissenschaftlichen Artikel) eines gekochten Eis - und Abstand zum Weltrekordhalter, R√ľckschluss auf charakterliche Eigenschaften der Grossmutter des legenden Huhns aufgrund von Pigmentverteilung in der Eierschale, Aerodynamik beim Rollen der beiden Eier entlang einer Testrennstrecke, Zerknackger√§uschcharakteristik beim Eierpecken, Crashtest mit 50km/h gegen eine Holzwand/Stirn/Marmorfussboden und Beschreibungen der Eidotterverletzungen, etc. - das sind Elemente f√ľr eine gelungene Parodie.

Was Deinem Text f√ľr guten Humor fehlt ist wirklich die √úberraschung in der Wahl der Testkriterien. Vergleiche, was man mit einem Ei machen kann, und brainstorme, wo es √§hnliche Testkriterien f√ľr ganz andere Produkte gibt. Wie z.B. seitlich versetzter Crashtest bei Autos und nun das Eierpecken.

So ist Dein Text langweilig und nicht gut. Und schon gar nicht lustig. Da hilft auch die Schlusspointe nicht mehr.

Marius
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huwawa
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Hallo Marius

Ergänzend zum Lehmann Kommentar:

quote:
Die Pointe ist zu lang. Du telegraphierst dem Leser schon viele Absätze vorher, was kommen wird.


Könntest du mir bitte einen der vielen Absätze vorher nennen, in dem ich dem Leser schon telegraphiere, was kommen wird?

Und dass ich unter Schwei√üausbr√ľchen zwei Eier gegeneinander schlage passt einfach nicht in diese Geschichte. Ich mache es mit der distanzierten Gelassenheit des Wissens, das eines brechen muss - welches ist mir doch Wurscht. Auch mir willst du hier eine Geschichte aufdr√§ngen, die ich so nicht schreiben wollte. Wie ich schon im Lehmann-Kommentar schrieb halte ich das nicht f√ľr Textarbeit...

Gruß
huwawa
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flammarion
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also,

ich möchte doch sehr bitten, den speermann nicht mit dem lehmann zu verwechseln.
und er hat recht - der leser wei√ü von vornherein, was passieren wird. wenn du ihn wenigstens am schluss √ľberraschen w√ľrdest, aber nein, stur wie ein panzer ziehst du deinen test durch. das ist sehr subtiler humor.
lg
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Old Icke

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