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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Der Vortrag
Eingestellt am 09. 06. 2003 15:00


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Evchen13
???
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Der Vortrag



Sybille fuhr mit ihrem Auto zur Podiumsdiskussion „Umbruch der Gesellschaft – Rubrik: Die Entwicklung der Frauen im beruflichen Leben“ nach Berlin. Wie immer, wenn solche trockenen und abgeklatschten Themen anstanden, wurde sie hingeschickt.

Nahe Berlin machte die junge Frau auf einer Raststätte Pause und widmete sich ihrer äußeren Umgestaltung. Auf der Damentoilette schlüpfte sie aus ihrem kurzen, engen Rock und dem knappen Oberteil und zog stattdessen eine weite, weiße Bluse an, welche sie über der dunkelgrünen Anzughose trug. Ihre langen, braunen Haare kämmte sie streng nach hinten und hielt sie in einem Knoten zusammen. Zufrieden lächelte Sybille ihr Spiegelbild an und setzte – standesgemäß gestylt – ihre Fahrt fort.

Verursacht durch einen Stau kam sie vierzig Minuten zu spät. Hastig eilte sie über den Parkplatz zur Hotelhalle und holte während des Laufens noch Vaters Nickelbrille aus der Handtasche – auf diese Weise sah sie nicht nur schlau, sondern auch professionell aus. Der einzige Nachteil war, dass sie damit nicht richtig Lesen konnte, die Buchstaben tanzten verschwommen vor ihren Augen – egal, dieser Tag würde vorbei gehen und ihr wieder Pluspunkte bei ihrem Chef bringen. Vielleicht folgte ja ein Folgeauftrag für das Institut zur weiteren Marktuntersuchung.

In der Lounge empfing sie der Betreuer der Veranstaltung und bat sie, sich noch schnell auf den bereitliegenden Listen für Redner einzutragen. Mit zusammengekniffenen Augen versuchte sie ihre Rubrik ausfindig zu machen. Ja, da stand es doch: „Die Rolle der Frau im Sex...“
Äh, was steht da? Das wird es schon sein. Kurzerhand trug sie ihren Namen ein: Dr. Sybille Breitschneider – halbstündiges Referat über die Entwicklung der modernen Frau. Anschließend brachte der Mitarbeiter sie in den entsprechenden Sitzungssaal.

Leise schlich Sybille zu einem freien Stuhl in der hintersten Reihe, holte erleichtert Luft und lauschte den Ausführungen eines Mannes auf der Bühne, welcher die Anwesenden begrüßte und den Ablauf des Tages bekannt gab. Schließlich stellte er noch die zu erwartenden Redner vor, auch ihr Name wurde genannt, und legte deren Reihenfolge fest. Sie sollte als letzte sprechen.

Der erste Vortrag begann und Sybille wollte gerade in ihrer Gedankenwelt versinken, als sie aufhorchte.
Was für ein Blödsinn gab dieser Mann nur von sich? – Er sprach von prüder Erziehung, von der Frauenrolle im Bett, von ihrer Hingabe und ihrer zögerlichen Befriedigung und über den geringen Prozentsatz der Frauen, die überhaupt einen Orgasmus erlebten.
Auch der zweite Redner erläuterte ausgiebig die sexuelle Entwicklung der Frau, nahm die vulgäre Hure sowie die biedere Hausfrau ins Visier und erklärte die unterschiedlichen erotischen Vorstellungen dieser.
Und der Dritte, der packte auf der Bühne diverses Sexspielzeug aus. Er führte die neuesten Vibratoren vor, erklärte dem staunenden Publikum den „G“-Punkt und, und, und ...

Sybille schluckte entsetzt und überlegte, in welches Forum sie hier geraten war. Entgeistert schaute sie sich um und stellte fest, dass überwiegend Männer Zuhörer waren. Sie rutschte nervös auf dem Stuhl. Ihr vorbereitetes Manuskript konnte sie auf keinem Fall verwenden. Was sollte sie aber dann zum Besten geben? Was nur?
Aufgeben, heimlich verschwinden, sich aus dem Saal schleichen – wäre das die Lösung ihres Problems? Nein – aber …

Ihre Gedanken rasten wirr umher.
Gleich würde sie an der Reihe sein, gleich.

Da hörte sie schon ihren Namen.

Bleiern ging sie zur Bühne und stieg die kleine Treppe empor. Jeder Schritt brachte sie dem Mikrophon näher. Schließlich stand sie noch immer peinlich berührt vor dem Publikum und schaute in schmunzelnde, grinsende, gelangweilte und gar schlafende Gesichter. Sie, eine Frau – die erste Rednerin an diesem Tag – sollte nun über Frauen sprechen, über deren Sexualleben, über deren Rollenspiel.

„Meine Damen, ... meine Herren ...“, begann Sybille holprig und versuchte sich auf ihr schnell zusammen gebasteltes Konzept zu konzentrieren.
„Verstanden Sie die ehrenwerten Vorredner?“
Dabei blickte sie über den Brillenrand in den Saal, und ein unmerkliches Raunen machte sich breit.
„Nun gut, ich verstehe – Sie auch nicht! – Im Übrigen, was verstehen Sie unter Erotik, was ist erotisch für Sie?“
Langsam setzten sich die Zuhörer aufrecht in ihre Stühle und selbst der gelangweilteste Gesichtsausdruck wechselte in eine grübelnde, aber etwas mürrisch scheinende Mimik.





„Ja, liebe Gäste – Wer ist die Frau und was macht sie erotisch? - Sind es ihre Brüste, die sie betont durch dünnen Stoff zeigt?“, dabei zog Sybille ihre Jacke aus und streichelte über ihren Busen hinweg.
„Ist es ein federnder, mit den Hüften leicht schwingender Gang?“, und sie lief demonstrativ über die Bühne. Drehte sich nach rechts, drehte sich nach links.

„Nein?“, nachdenklich schüttelte sie mit ihrem Kopf und krauste ein wenig ihre Stirn.

„Nun, dann sind es die Haare, die fließenden Haare ...“, bei diesen Worten griff sie an ihren Hinterkopf, löste die Haarspange an ihrem Knoten und sogleich legten sich braune Locken ums Gesicht.

Das Gemurmel im Saal wurde größer und Sybille machte es allmählich Spaß, die Leute zu verwirren.

„Hm, das ist es also auch nicht! Ist es dann ihr ebenmäßiges Antlitz oder gar ihr schmachtender Blick?“, wobei sie endlich die schreckliche Brille abnehmen konnte und siegessicher mit ihren braunen Augen in den Saal schaute. Zufrieden stellte sie verdutzte Gesichter fest.

„Nein, wieder falsch. – Halt! Ich weiß, es ist die Kleidung, eindeutig. Wie schaut schon eine sexy, selbstbewusste, tolle Frau in so einer strengen, öden Hose aus? – Schrecklich! Nicht wahr?“ Automatisch nickten einige der Besucher.

Die junge Frau stockte in diesem Augenblick, überlegte kurz und öffnete ihre Hose. Langsam, ganz langsam ließ sie den Stoff auf den Boden fallen und stieg aus dem Kleidungsstück heraus. Die weiße Bluse bedeckte gerade noch ihren Po. Sybille stand mit leicht gespreizten Beinen, welche schwarze, halterlose Strümpfe einhüllten, vor dem Publikum und bei jeder kleinsten Bewegung, bei jedem Schritt schwang der leichte Stoff um ihre Hüften, öffnete sich die Knopfleiste und jeder konnte ihr weißes Seidenhöschen sehen.
Die meisten Gäste starrten sie an. Sie verfolgten gierig Sybilles Gesten und auf der ein oder anderen Stirn bildeten sich winzig kleine Schweißperlen.

„Nein – nicht ganz. Aber wir sind der Sache schon viel näher gekommen. Habe ich Recht?“ und jetzt nickte die Zuhörerschaft fast einmütig. Beinahe hätte dieser Anblick Sybille aus ihrem Redefluss gebracht.

Mühselig unterdrückte sie ein Schmunzeln und sprach weiter: „Was, ja was – liebe Gäste – macht nun die heutige erotische Frau aus?“

Wortbrocken, wie: sich gehen lassen, offenere Erziehung, Medien, Industrie, andere Wertvorstellungen, eigene Sexualität und, und, und ... – hallten ihr aus der Menge entgegen.

Eine Weile hörte sie den Rufen zu. Auf einmal öffnete sie einen weiteren Knopf ihrer Bluse, strich mit kreisenden Bewegungen über ihre Brüste, fuhr mit gespreizten Fingern über ihren Körper und legte ihre Hände auf die Oberschenkel, massierte sie sanft.

Augenblicklich herrschte Stille. Gierige Augen verfolgten ihr Tun.

„Oh, nein! Nicht, dass Sie annehmen, ich strippe jetzt, hier, vor Ihnen. Nein – aber ihre Reaktion ist ...“, ihre Zunge umspielte die roten Lippen und ein sanftes Lächeln huschte über ihr Gesicht, „eindeutig! Ist das also erotisch, geil oder gar anstößig?“

„Ja und nein. Es stellt für jeden etwas anderes dar. Der Eine bekommt schon eine Erektion, wenn er eine junge Frau mit großen Brüsten und Minirock sieht; sein Gegenüber findet das abstoßend, pervers und meint abfällig: ‚Die braucht sich echt nicht zu wundern, wenn die einer umlegt!‘ - Oder, dass eine Pärchen mag Sexspiele, findet die hier bereits präsentierten Lustspender himmlisch und sie genießen es; dass andere Pärchen verlässt sich viel lieber auf ihre eigenen Hände, Lippen, Zungen, Finger und sie genießen DAS.“

Nervöses Nuscheln und unruhiges Rascheln breiteten sich aus. Ruhig sprach sie weiter: „Und meinen Sie nicht, dass beide Pärchen den gleichen Spaß haben, die gleiche Erfüllung?!“

Laute Stimmen riefen: Ja – klar - warum nicht - ja – doch – ich, ich weiß nicht!

Unbeirrt redete Sybille weiter: „Dann diese romantischen Stunden, Kerzenschein, Gläserklirren und leise Musik im Hintergrund. Das kennen Sie doch?“

Sybille veränderte ihre Stimme und melodisch fuhr sie fort: „Sanft streichelt der Mann seine Geliebte, verwöhnt sie mit unzähligen Liebkosungen, säuselt ihr schmachtende Worte ins Ohr, bis er nach langem Vorspiel in sie eindringt und sich ihrer heißen, feuchten Liebesgrotte annimmt. Sie wird in seinen Armen einen Orgasmus erleben, der alles in den Schatten stellt ...“

Durchdringend blickte sie sich um und bemerkte nickende sowie schüttelnde Köpfe.

„Nein? Wird sie nicht?“ - „Oder?“ - „Doch, ganz gewiss wird sie!“

Da rief einer: „Aber so doch nicht und was ist überhaupt, eine Liebesgrotte? Lächerlich …“

„Sie haben Recht - ja, das haben Sie!“, antwortete Sybille sachlich.

Abermals wurde ihre Stimme weich: „Eine Liebesgrotte, ist eine andere Umschreibung für das Wort ‚die Vagina’, wohl nicht so wohlklingend? Aber für Sie, da hinten rechts. Aha, Ihnen gefällt das Wort. So ist es!“

Verschmitzt lächelte sie vor sich hin.

„Betrachten wir uns noch ein weiteres Paar, sie mögen es etwas anders. Sie mögen auch Streicheleinheiten, nur derber und sie mögen ebenso erregende Worte, die da heißen: nimm mich, ich bin heiß nach dir, meine Möse sehnt sich nach deinem harten Schwanz. Komm fick mich; komm, stoß mich; gib es mir; zeig es meiner geilen Votze – jetzt, gleich, hier, blas mir einen; lutsch meine harte Latte, jetzt, hier, komm, komm ...“

Eine kurze Pause – Schweigen.

„Ist das für Sie Erotik?“ Einige Gäste rutschten unruhig auf ihren Stühlen hin und her, andere schauten grübelnd vor sich hin.

„Was wollte ich damit sagen, werte Anwesende?“

„Eine Frau wird nicht erotisch durch fließende Haare, durch ein anmutiges Gesicht, durch eine mädchenhafte Figur, durch wohlgeformte Brüste oder soll ich sagen, durch große Titten? Nein, nur durch das Auge des Betrachters wird sie es. Ihn stören beispielsweise überhaupt keine Kleidungsstücke ...“, dabei bückte sie sich und zog ihre Hose wieder an, „seine Augen nehmen sie so wahr, wie sie für ihn alleine ist - erotisch. Egal, ob sie eine biedere Hausfrau, mit dickem Hintern, oder eine Emanze im Schlosseranzug ist. Es ist Geschmackssache! Und lassen wir allen ihren Geschmack, ihre Vorlieben!“, wieder umspielte ein Lächeln ihren Mund.

Kein Mucks war zu hören. Alle starten sie an.

„Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es schon immer erotische Frauen gab und dass sie damals wie heute, guten wie schlechten Sex hatten und haben. Nur! – Heute spricht man offen darüber. Die Frauen erleben ihre eigene Sexualität. Sie wählen und nehmen und genießen. Sie lieben, popen, ficken, bumsen oder wie auch immer Sie es aussprechen wollen. Jede, jeder so wie sie, so wie er es wünscht…“

„Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!“

Ein tosender Applaus begleitete Sybille zu ihrem Platz.

Als sie sich wieder brav hinsetzte, beugte sich ein braungebrannter, athletischer Mann zu ihr herüber. Seine stahlblauen Augen funkelten sie an, musterten sie.
Mit einer rauen, sinnlichen Stimme sagte er: „Ihr Vortrag war klasse. So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich würde im Anschluss an diese Veranstaltung in meinem Hotelzimmer noch weiter mit Ihnen diskutieren. Was hältst du davon?“, und strich er mit der Zunge über seine Lippen.

Sybille schaute ihn an, öffnete ihren Mund und ließ gleichfalls ihre Zunge über die Lippen gleiten.
„So, so – Sie, äh, du findest mich erotisch?“, hauchte sie ihm entgegen.
„Ja, ungemein …“, dabei fasste er auf ihren Oberschenkel.
„Ich gebe Ihnen meine Visitenkarte. Sie können meinem Chef von ihrem Erlebnis berichten, er wird sich freuen! Und – Ich! Ich liebe Männer mit Bauch, diese sind für mich erotisch. Sorry!“.

Beim Überreichen ihrer Visitenkarte lächelte sie ihn verschmitzt an. Augenzwinkernd stand sie auf: „Ich wünsche Ihnen noch viel Vergnügen und Erfolg. Auf Wiedersehen!“, und verließ den Saal.

In der Lobby drehte sie sich noch ein letztes Mal um. Ihr Blick fiel auf die kleine schwarze Tafel neben der geöffneten Flügeltür:
16. Erotik-Kongress – Thema: Die Entwicklung der Frau in den letzten zehn Jahren und deren Rolle im Sexualleben.

Als sie in ihrem Auto saß begann sie zu lachen und wusste, dass dies ihr bisher bester Vortrag war!

Was würde wohl ihr Chef dazu sagen und was sie ihm?

*****


__________________
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume!

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Akono
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Hallo Evchen,
eine Geschichte, die mir ausgesprochen gut gefällt. Da hast Du ein Meisterwerk abgeliefert. Danke, Akono
__________________
M. Grotefendt

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poppins
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: May 2003

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Hallo Evchen,

komisch - irgendwie fühle ich mich angesprochen (... wohl wegen der Liebesgrotte *G*).

Irgendwie ist in Deiner Geschichte die eigentliche Pointe verloren gegangen: Sybille hat doch im FALSCHEN Saal referiert, oder??? DAS würde ich an Deiner Stelle ein bißchen ausbauen ...

Ansonsten finde ich, dass Deine Geschichte (nach ein wenig Überarbeitung) recht witzig ist.
(Sind eine ganze Menge Rechtschreib- und Grammatikfehler drin. Ich habe leider nicht so viel Zeit jetzt, den Text zu lektorieren ...)

LG
poppins
__________________
Verschiebe nicht auf morgen, was auch bis übermorgen Zeit hat.
(Mark Twain)

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Evchen13
???
Registriert: Jan 2003

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Danke an euch!

Lieber Akono, danke dir für deine Worte. Freue mich, dass dir der Text gefallen hat. Es tut schon gut, wenn man gelobt wird.
Ich hoffe, wir lesen uns bald wieder.


Liebe Poppins, auch danke an dich.
Ne, brauchst dich nicht angesprochen fühlen. Doch muss ich zugeben, dass ich durch die Diskussion auf die Idee mit der Geschichte kam. Lächle

Fehler, ja tatsächlich. Sorry, ich möchte mich dafür entschuldigen, es waren noch einige drin und ich habe versucht, sie auszubessern. Jetzt muss ich schon wieder zugeben, dass ich sehr schlecht Korrekturlesen kann. Finde in meinem Text oft nicht alle Fehler, heul! Bitte verzeiht es mir. Und ich nehme auch stark an, dass sich noch welche eingeschlichen haben. Schlimm, ich weiß ...

Der Point - hm, grüble. Zurzeit fällt mir da nichts weiter ein, dachte eigentlich, dass er es ist, indem die Pro. sich eingesteht, dass dies ihr bestes Referat ist ...
Merke schon, wohl eher nicht. Mal sehen.

****

Eigentlich hatte ich schon Angst, dass der Text gar nicht angenommen wird, hier im Erotikforum. Weil er mal anders ist. Freue mich um somehr, dass es wohl doch anders ist.

Grüße ganz lieb

Evi

__________________
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume!

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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

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Hallo Evchen,

hast vielleicht schon drauf gewartet?
Und wieder entzückend und humorvoll. Da ich mir oft die beschriebenen Szenarien gut Vorstellen kann (habe eine zu belebte Fantasie) musste ich oft lachen oder schmunzeln - schön geschrieben und fein gegliedert.

liebe Grüße
Reneè



Der Vortrag


Sybille fuhr mit ihrem Auto zur Podiumsdiskussion „Umbruch der Gesellschaft – Rubrik: Die Entwicklung der Frauen im beruflichen Leben“ nach Berlin. Wie immer, wenn solche trockenen, und abgeklatschten Themen anstanden, wurde gerade sie hingeschickt.[ABSATZ] Nahe Berlin machte die junge Frau auf einer Raststätte Pause und widmete sich ihrer äußeren Umgestaltung. Auf der Damentoilette schlüpfte sie aus ihrem kurzen, engen Rock und dem knappen Oberteil und zog stattdessen eine weite, weiße Bluse an, welche sie über der dunkelgrünen Anzughose trug. Ihre langen, braunen Haare kämmte sie streng nach hinten und hielt sie in einem Knoten zusammen. Zufrieden lächelte Sybille ihr Spiegelbild an und setzte – standesgemäß gestylt – ihre Fahrt fort.

Verursacht durch einen Stau auf der Autobahn kam sie vierzig Minuten zu spät. Hastig eilte sie über den Parkplatz zur Hotelhalle und holte während des Laufens noch Vaters Nickelbrille aus der Handtasche – damit sah sie so schlau, so professionell aus (damit sah sie nicht nur schlau, sonder auch professionell aus). Der einzige Nachteil war, dass sie durch sie damit nicht richtig Lesen konnte, die Buchstaben tanzten verschwommen vor ihren Augen – egal, auch dieser Tag würde vorbei gehen und ihr wieder Pluspunkte bringen. (Bei wem bringt es ihr Pluspunkte?)

In der Lounge empfing sie ein der Betreuer und bat sie, sich [strik]noch schnell auf den bereitliegenden Listen für Redner einzutragen. Mit zusammengekniffenen Augen versuchte sie Sybille ihre Rubrik ausfindig zu machen. Ja, da stand es doch: Die Rolle der Frau im Sex... (Die Pünktchen ... gibt es als Symbol, damit du Zeichen sparen kannst. In Word unter Einfügen/Symbol)
Äh was steht da? Das wird es schon sein[KOMMA] und kurzerhand trug sie ihren Namen ein: Dr. Sybille Breitschneider – halbstündiges Referat über die Entwicklung zur (der) modernen Frau. Anschließend brachte sie der Betreuer sie in den entsprechenden Sitzungssaal.

Leise schlich Sybille zu einem freien Stuhl in der hinteren Reihe, holte erleichtert Luft und lauschte den Ausführungen eines Mannes auf der Bühne, welcher die Gäste (Anwesenden) eben begrüßte und den Ablauf des Tages bekannt gab. Schließlich stellte er noch die zu erwartenden Redner vor, auch sie wurde genannt, und legte deren Reihenfolge fest. Sie sollte als letzte sprechen.

Der erste Vortrag begann und Sybille wollte gerade in ihrer Gedankenwelt versinken, als sie aufhorchte. Was für ein Blödsinn gab dieser Mann nur von sich? – Er sprach von prüder Erziehung, von der Frauenrollen im Bett, von ihrer Hingabe und ihrer doch noch zögerlichen Befriedigung und über den geringen Prozentanteilsatz von der Frauen, die überhaupt einen Orgasmus erlebten.
Auch der zweite Redner erläutert ausgiebig die sexuelle Entwicklung der Frau, nahm die (vulgäre) Hure sowie die biedere Hausfrau ins Visier und erklärte die erotische Vorstellung dieser (dieser, bezieht sich das auf beide oder nur auf die Hausfrau?). Und der dritte, der packte auf der Bühne diverses Sexspielzeug aus, führt die neuesten Vibratoren vor, erklärte dem staunenden Publikum den G-Punkt der Frauund, und, und...

Die junge Frau schluckte entsetzt und überlegte, in welches Forum sie hier geraten war. Ihr vorbereitetes Manuskript konnte sie auf keinen Fall verwenden[PUNKT] Was sollte sie nur zum Besten geben[FRAGEZEICHEN] Wasnur?

Gleich würde sie an der Reihe sein, gleich.

Da hörte sie schon ihren Namen.[ABSATZ] Bleiern ging sie zur Bühne und stieg die kleine Treppe hinauf. Jeder Schritt brachte sie dem Mikrophon näher. Schließlich stand sie noch immer peinlich berührt vor dem Publikum und schaute in schmunzelnde, grinsende, gelangweilte und gar schlafende Gesichter. Sie, eine Frau – die erste Rednerin an diesem Tag – sollte nun über Frauen sprechen, über deren Sexualleben, über deren Rollenspiel.

„Meine Damen, meine Herren...“, begann sie holprig, „verstanden Sie die ehrenwerten Vorredner?“
Dabei blickte sie über den Brillenrand in den Saal[KOMMA] und ein unmerkliches Raunen machte sich breit.
„Nun gut, ich verstehe – Sie auch nicht! – Im übrigen, was verstehen Sie unter Erotik, was ist erotisch?“
Langsam setzten sich die Gäste (Zuhörer) aufrecht hin (in ihre Stühle) und selbst der gelangweiltesteGesichtsausdruck wechselte in eine grübelnde, (aber) etwas mürrisch erscheinende Mimik.

„Ja, liebe Gäste (Teilnehmer) – Was ist eine Frau (Wer ist die Frau) und was macht sie erotisch? - Sind es die ihre Brüste, die sie demonstrativ durch dünnen Stoff zeigt?“ dabei zog sie Sybille ihre Jacke aus und streichelte über ihren Busen hinweg.
„Ist es ein federnder, mit den Hüften leicht schwingender Gang?“ und sie lief demonstrativ über die Bühne. Drehte sich nach rechts, nach links.

„Nein?“

„Nun, dann sind es die Haare, die fließenden Haare...“, bei diesen Worten griff sie auf an ihren Hinterkopf, löste den Haarknoten (die Haarspange aus ihrem Knoten) und sogleich legten sich ihre braunen Locken ums Gesicht.

Das Gemurmel im Saal wurde größer, und Sybille machte es allmählich Spaß, die Leute (überwiegend anwesenden Männer) zu verwirren.

„Hm, wieder nicht! Meinen Sie, es liegt an dem Gesicht, an dem Blick?“ wobei sie endlich die schreckliche Brille abnehmen konnte und siegessicher mit ihren braunen Augen in den Saal blickte. Zufrieden stellte sie verdutzte Gesichter fest. (Hm, das also auch nicht? Ist es dann ihr Gesicht oder gar ihr schmachtender Blick?)

„Nein, wieder falsch! – Halt, ich weiß, es ist die Kleidung, eindeutig. Wie schaut schon eine sexy, selbstbewusste, tolle Frau in so einer strengen, öden Hose aus? – Schrecklich. Nicht wahr?“ Automatisch nickten einige der Gäste (Besucher).

Die junge Frau stockte in diesem Augenblick, überlegte kurz und öffnete ihre Hose. Langsam, ganz langsam ließ sie den Stoff auf den Boden fallen und stieg aus dem Kleidungsstück heraus. Die weiße Bluse bedeckte gerade noch ihren Po[PUNKT] Sie stand mit leicht gespreizten Beinen, welche schwarze, halterlose Strümpfe einhüllten, vor dem Publikum und bei jeder kleinsten Bewegung, bei jedem Schritt, konnte man (das Publikum) einen Blick auf ihr weißes Seidenhöschen erharschen.
Die meisten Gäste starrten sie an. Sie verfolgten gierig ihre Sybilles Gesten und auf der einen oder anderen Stirn bildeten sich winzig kleine Schweißperlen.

„Nein – nicht ganz. Aber wir sind der Sache schon viel näher gekommen. Habe ich Recht?“ und jetzt nickten die meisten.

„Was, ja was – liebe Gäste – macht nun die heutige erotische Frau aus?“

Wortbrocken (Satzfragmente) wie: ...sich gehen lassen, offenere Erziehung, Medien, Industrie, andere Wertvorstellungen, eigene Sexualität und, und, und... – hallten aus dem Raum. (hallten ihr aus der Menge entgegen)

Eine Weile hörte sie den Rufen zu. Auf einmal öffnete sie einen weiteren Knopf ihrer Bluse, stricht mit kreisenden Bewegungen über ihre Brüste und legte ihre Hände auf die Oberschenkel, massierte sie sanft.
Augenblicklich herrschte Stille. Gierige Augen verfolgten ihr Tun.

„Oh, nein! Nicht, dass Sie annehmen, ich strippe jetzt, hier, vor Ihnen. Nein – aber ihre Reaktion ist...“, ihre Zunge fuhr über die roten Lippen und ein sanftes Lächeln umspielte ihren Mund, „eindeutig[AUSRUFEZEICHEN] Ist das also erotisch, geil oder gar anstößig?“

„Ja und nein. Es stellt für jeden etwas anderes dar. Der Eine Mann bekommt schon eine Erektion, wenn er eine junge Frau mit großen Brüsten und Minirock sieht, sein Gegenüber findet das abstoßend, pervers und meint abfällig: ‚Die braucht sich echt nicht zu wundern, wenn die einer umlegt!‘ - Oder, dass eine Pärchen mag Sexspiele, findet die hier bereits präsentierten Spielzeuge (Unterhaltungsartikel – das Wort nicht wirklich ernst nehmen, ich fand es lustig bei der Vorstellung einer Podiumsdiskunion) himmlisch und sie genießen es; dass andere Pärchen verlässt sich viel lieber auf ihre eigenen Hände, Lippen, Zungen, Finger und sie genießen es DAS.“

Ein Nervöses Nuscheln (Gemurmel) und unruhiges Rascheln breiteten sich aus. Ruhig sprach sie weiter (Sybille sprach in einem beruhigendem Ton weiter): „Und meinen Sie nicht, dass beide Pärchen den gleichen Spaß haben, die gleiche Erfüllung?[+AUSRUFEZEICHEN, da es eine rhetorische Frage ist]“

Laute Stimmen riefen: „Ja – klar - warum nicht – jadoch – ich, ich weiß nicht!“

Unbeirrt redete Sybille weiter: „Dann diese romantischen Stunden, Kerzenschein, Gläserklirren und leise Musik im Hintergrund. Das kennen Sie doch?“

Sybille veränderte ihre Stimme und melodisch fuhr sie fort: „Sanft streichelt der Mann seine Geliebte, verwöhnt sie mit unzähligen Liebkosungen, säuselt ihr schmachtende Worte ins Ohr, bis er nach langem Vorspiel in sie eindringt und sich ihrer heißen, feuchten Liebesgrotte annimmt. Sie wird in seinen Armen einen Orgasmus erleben, der alles in den Schatten stellt...“

Durchdringend blickt sie sich um und bemerkt nickende sowie schüttelnde Köpfe.

Nein? Wird sie nicht?“ - „Oder[FRAGEZEICHEN]“ - „Doch, ganz gewiss wird sie!“

Da rief einer: „Aber so doch nicht und was ist überhaupt, eine Liebesgrotte? Lächerlich!

„Sie haben Recht ja das haben Sie!“ antwortete sie Sybille sachlich.

Abermals wurde ihre Stimme weich: „Eine Liebesgrotte, ist eine (andere) Umschreibung für [stike]das Wort die Vagina, wohl nicht so gut (verständlich) für Sie? Aber für Sie - da hinten rechts – aha - Ihnen gefällt das Wort. So ist es!“

Verschmitzt lächelte sie vor sich hin.

„Betrachten wir uns noch ein weiteres Paar, sie mögen es etwas anders. Sie mögen auch Streicheleinheiten, nur derber und sie mögen ebenso erregende Worte, die da heißen: Nimm mich, ich bin heiß nach dir, meine Möse sehnt sich nach deinem harten Schwanz. Komm fick mich; komm, stoß mich; gib es mir; zeig es meiner geilen Votze – jetzt, gleich, hier, blas mir einen; lutsch meine harte Latte, jetzt, hier, komm, komm...

Eine kurze Pause –(betroffenes) Schweigen.

„Ist das für Sie Erotik?“ Einige Gäste rutschten unruhig auf ihren Stühlen hin und her, andere schauten grübelnd vor sich hin.

„Was wollte ich damit sagen, werte Anwesende?“

„Eine Frau wird nicht erotisch durch fließende Haare, durch ein anmutiges Gesicht, durch eine mädchenhafte Figur, durch wohlgeformte Brüste oder soll ich sagen, durch große Titten. Nein, nur durch das Auge des Betrachters wird sie es. Ihn stören beispielsweise überhaupt keine Kleidungsstücke...“, dabei bückte sie sich und zog ihre Hose wieder an, „Seine Augen nehmen sie so wahr, wie sie für ihn alleine ist erotisch. Egal, ob sie eine biedere Hausfrau, mit dickem Hintern, oder eine Emanze (mit einer Bohrmaschine in der Hand) ist. Es ist Geschmackssache! Und lassen wir allen ihren Geschmack, ihre Vorlieben!“ wieder umspielte ein Lächeln ihren Mund.

Kein Mucks war zu hören. Alle starten sie an.

„Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es schon immer erotische Frauen gab und dass sie damals wie heute[KOMMA] guten und wie schlechten Sex hatten und haben. Nur! – Heute spricht man offen darüber. Die Frauen erleben ihre eigene Sexualität. Sie wählen und nehmen und genießen. Sie lieben, popen, ficken, bumsen oder wie auch immer Sie es aussprechen wollen. Jede, jeder so wie sie, so wie er es wünscht…“

„Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!“

Ein aufbrausender (tosender) Applaus begleitete Sybille auf zu ihrem Platz.

Als sie sich wieder brav auf ihren Stuhl setzte, beugte sich ein braungebrannter, athletischer Mann zu ihr herüber. Seine stahlblauen Augen funkelten sie an, musterten sie.
Mit einer rauen, sinnlichen Stimme sagte er: „Ihr Vortrag war klasse. So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich würde im Anschluss an diese Veranstaltung in meinem Hotelzimmer noch weiter mit Ihnen diskutieren. Was hältst du davon?“ Dabei strich er mit der Zunge über seine Lippen.

Sybille schaute ihn an, öffnete ihren Mund und ließ gleichfalls ihre Zunge über ihre Lippen gleiten.
„So, so – Sie, äh, du findest mich erotisch?“ hauchte sie ihm entgegen.
„Ja, ungemein…“ Dabei fasste er auf ihren Oberschenkel.
„Ich gebe Ihnen meine Visitenkarte. Sie können meinem Chef von ihrem Erlebnis berichten, er wird sich freuen! Und! – ich, ich liebe Männer mit Bauch, diese sind für mich erotisch. Sorry!“

Beim Überreichen ihrer Visitenkarte lächelte sie ihn verschmitzt an. Augenzwinkernd stand sie auf: „Ich wünsche Ihnen noch viel Vergnügen und Erfolg. Auf Wiedersehen!“ und verließ den Saal.

In der Lobby drehte sie sich noch ein letztes Mal um. Noch immer brannte Applaus auf. Ihr Blick fiel auf die kleine schwarze Tafel neben der geöffneten Flügeltür:
16. Frauenarzt Kongress – Thema: Unsache und Wirkung der unzufriedenen Frau durch mangelndes Sexualleben in der Ehe.
keiner Joke am Rande.


Als sie in ihrem Auto saß begann sie zu lachen und wusste, dass dies war ihr (bisher) bester Vortrag war, denn sie jemals gehalten hatte.

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Evchen13
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guten Morgen liebe Renee,

klar habe ich gewartet und bei dir bedauere ich sehr, dass ich deine Korrektur nicht bewerten kann, sie ist einfach vom Feinsten und äußerst lehr- und hilfreich für mich!!!! Bist eben gut - lächle!

Wie immer, werde ich mir den Text noch einmal durch den Kopf gehen lassen und weitere Textarbeit leisten. Mal sehen, was ich draus mache. Aber der Schluss von dir ist super, würde den Point viel lebendiger machen - ist ja fast schon übernommen. Klasse!

Jetzt habe ich aber mal eine Frage, wie bekomme ich den Text in kursiv hin? In meinen Originaltexten in Word stehen die anders drin, auch ab und an mal fett oder kursiv. Aber hier ist alles futsch. Mal hilflos die Schultern zuckt.

So, nun muss ich aber los, zur Arbeit!

Bis bald, ich freue mich auf unser nächstes Lesen.

Liebe Grüße

Ev

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Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume!

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