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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Wandteller
Eingestellt am 03. 04. 2006 23:11


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animus
???
Registriert: Mar 2006

Werke: 60
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Der Wandteller


Der Wandteller
(ĂŒberarbeitet-Rechtschreibung)

„Mama“, was ist ein Wandteller?
„Ein Wandteller?“
„Ein Wandteller ist ein......“, fĂ€ngt meine Mutter an, und sie hĂ€tte es mir bestimmt genau erklĂ€rt, wenn...
„Drago“, unser Hund legt plötzlich vor der TĂŒr los. Er bellt wie besessen.
„Drago, sei still“ schreit meine Mutter dem Hund entgegen und ich mache es ihr nach.
Den Drago interessieren unsere Schreie nicht. Er bellt, als wenn ihn ein ganzer Wespenstaat angreifen wĂŒrde.
Es half nichts, wir laufen vor die TĂŒr. „Au waia“, dass es schneit, haben wir völlig vergessen.
Wir stehen wie angewurzelt da, in Socken, mit langsam kalt werdenden FĂŒĂŸen, Drago wĂ€lzt sich im Schnee und bellt ununterbrochen weiter.
Wir schauen uns an, dann auf unsere im Schnee versteckte FĂŒĂŸe und fangen an zu lachen.
„Komm schnell ins Haus, Joschi“,
„Der Drago wird sich schon beruhigen, er hat gerade den ersten Schnee entdeckt“ jauchzt mir Mutter noch teils lachend zu, nimmt meine Hand und lĂ€uft mit mir auf den Zehenspitzen zurĂŒck ins Haus.
„Zieh die nassen Socken aus und hol dir oben trockene aus der Kommode“, ruft sie mir im Lauf zu und eilt zum Ofen, denn sie hat in der Aufregung völlig ihre Suppe, den Braten und das Sauerkraut vergessen.
Sie schiebt hastig die Töpfe von den heißen Stellen des Ofens weg, schaut unter jeden Deckel und freut sich laut;; Nichts ist angebrannt.
„Der Tisch ist gedeckt.“ ruft sie und breitet die Arme aus um mir so mitzuteilen:
„komm in meine Arme, Joschi“
Alles ist fertig, wir sind hungrig, nur einer fehlt; ER, mein Vater.
Es passiert nicht zum ersten mal, dass ER nicht pĂŒnktlich zum Essen kommt.
Seine Kumpane in der Kneipe sind ihm wichtiger als seine Familie und seine Mutter.
So warten wir zu dritt in der KĂŒche auf den Kopf der Familie.
„Mama, bevor Drago draußen begann verrĂŒckt zu spielen, habe ich dir eine Frage gestellt.“
„Kannst du dich erinnern?“ fragte ich meine Mutter.
„Welche Frage, Joschi?“
„Ich wollte wissen, was ein Wand........“
Die HaustĂŒr geht auf und mit einem lauten Knall wurde sie wieder geschlossen.
ER ist endlich gekommen.
ER betritt die KĂŒche mit einem Ausdruck im Gesicht, als wenn er sagen möchte;
„Da bin ich, freut ihr euch, ist das Mittagessen fertig?“
Meine Mutter hat es ihm sofort angemerkt.
„Du hast wieder getrunken. Musste das sein?“ sagt meine Mutter.
Das Grinsen verschwindet aus seinem Gesicht.
„Getrunken? Ja ich habe getrunken. Ein paar Bier, ist doch nicht die Welt“, sagt ER und geht langsam zum Tisch. ER sitzt noch nicht ganz....
„Und ĂŒberhaupt, ich kann trinken was ich will und wann ich will“, seine Stimme ist sehr gereizt.
„Ja, ist schon gut, ich dachte nur...“, versucht meine Mutter das GesprĂ€ch auf ein anderes Thema zu bringen.
„Können wir anfangen mit dem Essen?“, sagt ER, nimmt den Löffel und tut, als ihm alles zu langsam ginge.
Die Oma steht von ihrem Rollstuhl auf, setzt sich an die Seite Ihres Sohnes, breitet die Serviette in ihrem Schoß aus und wartet.
„Joschi, geh dir die HĂ€nde waschen, bitte.“
„Du bleibst hier, das hĂ€ttest du schon vorher machen können. Jetzt wird gegessen.“
„Setzt dich hin.“ schreit ER mich an.
„Musst du den Jungen so anschreien?“, sagt meine Mutter.
„Lass den jungen seine HĂ€nde waschen“, sagt meine Mutter, als wenn nichts vorgefallen wĂ€re. ER kocht vor Wut.
„Beeile dich bitte.“ Ruft sie mir nach.
Als ich zurĂŒck kam sitzen schon alle drei am Tisch.
„Guten Appetit, hoffentlich schmeckt es euch.“ sagt meine Mutter.
„Guten Appetit“, antworten wir gleichzeitig und fangen an zu essen.
Es wird nicht geredet, es wird gegessen.
„Musst du so schlĂŒrfen?“ in scherzhaftem Ton versucht meine Mutter das Übel abzustellen.
Seine GesichtszĂŒge werden hart. Sein Atem schwer und laut.
Der letzte Versuch seine Wut zu unterdrĂŒcken. ER schaut nicht hoch, ER spricht mit seinem Teller, damit man ihn nicht seine Wut ansieht.
„Lass mich in Ruhe zu Ende essen“ sagt ER
„Es geht auch ohne, wir schlĂŒrfen auch nicht, nicht mal der Junge“, lĂ€sst sich meine Mutter nicht abfertigen.
ER spricht immer noch mit seinem Teller: „Ja es geht ohne“ braust ER hoch.
„Ich zeige es dir, wie es ohne geht?“
ER knallt den Löffel auf den Tisch, greift sich den Teller und wirft ihn mit ganzen Kraft an die Wand.
Ich höre wie der Teller in viele kleine StĂŒcke zerbricht. Ich höre wie die Scherben klirrend zu Boden fallen.
Es wird ganz still um uns herum. Keiner rĂŒhrt sich.
ER, nach vorne gebeugt mit beiden HĂ€nden auf dem Tisch abgestĂŒtzt schreit meine Mutter an: „Ihr könnt mich doch mal.“
Ich drehe mich um und sehe, dass Drago der einzige ist, der von dem Wutausbruch was hat.
Er frißt hastig die FleischstĂŒcke und schlĂŒrft die Suppe, die so herrlich nach KrĂ€utern duftet.
Nun weiß ich auch, was ein Wandteller ist.

©animus

__________________
Die alten TrÀume waren gute TrÀume.
Sie gingen nicht in ErfĂŒllung, aber
ich bin froh sie gehabt zu haben.

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Charly
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2006

Werke: 1
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Hallo animus,

du solltest dich auf eine bestimmte Zeit einigen.
Entweder spielt die momentane Geschichte in der Gegenwart oder in der Vergangenheit.

Die Idee ist, meiner Ansicht nach, gut umgesetzt.
Wo es aber happert, das ist die Zuordnung des Gesagten und der Zeit.

quote:
Das Grinsen verschwand aus seinem Gesicht.
„Getrunken?“
„ Ja ich habe getrunken.“
„Die paar Bier, ist doch nicht die Welt“, und ging langsam zum Tisch.
ER saß noch nicht ganz am Stuhl....

Ich vermute, dass das alles der Vater sagt 


Also, ich denke, es lohnt sich hier noch einmal korrigierend drĂŒber zu gehen.

Gruß Charly

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Gorgonski
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2003

Werke: 2
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Hallo Animus

Wie schon mein Vorredner bemerkte, stören auch mich die Wechsel in der Zeitform. Entweder Du lĂ€ĂŸt alles im PrĂ€sens geschehen oder Du nimmst das PrĂ€teritum. Kannst Du ja noch mal ĂŒberarbeiten, ist nicht schrecklich viel.


MfG; Rocco
__________________
dEr Heftchenliterat und Poet aus dem Erzgebirge

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