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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Wechsel
Eingestellt am 18. 08. 2010 19:37


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MarenS
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Der Wechsel

Jedes Mal, jedes widerliche Mal, wenn es sich nicht umgehen l├Ąsst, nehme ich mir vor: Du wirst nicht sauer! Nein, du wirst nicht w├╝tend werden! Und jedes Mal braut es sich in mir zusammen, verfestigt sich mein Magen zu einem Golfball. Um was es eigentlich geht? Nun, da muss ich etwas ausholen.

Wir besa├čen ein Auto, nein, kein Auto in diesem Sinne sondern einen Wagen. Er war ein Traum, mein ein und alles, mein bescheuerter, so leicht zu verstimmender K├Ârper akzeptierte ihn. Wenn er mich fuhr, zeigte mein R├╝cken nicht schon bei 100 gefahrenen Kilometern, dass ich das Sitzen nach 200 Kilometern nicht mehr aushalten w├╝rde. Auf seinen Polstern konnte ich ausruhen, den fehlenden Nachtschlaf nachholen, w├Ąhrend wir dem Ziel n├Ąher kamen. Die F├╝├če konnte ich bequem absetzen, SIE schliefen nicht ein! Ich hatte Platz, die Arme konnte ich locker ablegen und unsere Koffer schoben wir l├Ąssig l├Ąchelnd in das Riesenloch hinter der Heckklappe.
Leise glitt er dahin, man konnte sich unterhalten, Musik h├Âren und Br├╝ckenk├Âpfe erreichten mich schlimmstenfalls als leichter Wackler. Durch sein Glasdach sah ich die Wolken dahinziehen und des Nachts die Sterne hindurchlugen. Es schien ein Gl├╝ck zu dritt.
Als der Mann an meiner Seite eines Tages sagte, dass er ihn verkaufen w├╝rde, traf mich ein Fausthieb im Magen. Zugegeben, das Argument, dies Fahrzeug sei zu teuer, musste ich gelten lassen, obwohl dies auf den Unterhalt schon nicht mehr so zutraf und da er noch recht neu war, standen wohl auch keine gr├Â├čeren Reparaturen an. Alle anderen Beweggr├╝nde, die mein Herzensschatz anf├╝hrte, konnte ich allerdings nur bel├Ącheln, nein, ich wurde irgendwann ├Ąrgerlich, da sie schlichtweg an den Haaren herbeigezogen waren. Sie hier anzuf├╝hren w├╝rde ihn der L├Ącherlichkeit preisgeben.
Was blieb mir anderes ├╝brig, es war sein Wagen und ich hoffte nur, dass er etwas Brauchbares als Alternative aussuchte.

Gerade kehrten wir vom Einkauf zur├╝ck. Beim Einsteigen fiel ich in den Sitz, die Arme verknotete ich ├╝ber der Brust, damit sie rechts und links nicht im Weg waren. Die Beine zog ich an, denn abstellen konnte man sie vorn nicht und der Gurt dr├╝ckte sich penetrant in meine Halsschlagader. Jede kleine Bodenwelle erzeugte einen Boxhieb in den Magen und Schlagl├Âcher stauchten die Wirbels├Ąule zusammen. Die Eink├Ąufe wurden in den Kofferraum gezirkelt und als sich dann beim Aussteigen mein rechtes Knie, bei dem ich im Moment in Ungnade gefallen bin, bestialisch knirschend und Knorperl zerreibend zu Wort meldete, da, genau da war ich einfach nur noch sauw├╝tend!

...warum, zur H├Âlle, hat er ausgerechnet einen Roadster gekauft? Irgendwie gibt mir das zu denken.

18.August 2010
MarenS


Version vom 18. 08. 2010 19:37
Version vom 18. 08. 2010 20:18
Version vom 19. 08. 2010 08:22

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Retep
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Morgen Maren,

quote:
Jedes Mal, jedes widerliche Mal, wenn es sich nicht umgehen l├Ąsst, nehme ich mir vor: Du wirst nicht sauer! Nein, du wirst nicht w├╝tend werden! Und jedes Mal braut es sich in mir zusammen, verfestigt sich mein Magen zu einem Golfball. Um was es eigentlich geht?
- Ich las weiter, war gespannt auf die Fortsetzung.Sie hat mich am├╝siert, ├╝berraschtre mich.

Kleine Anmerkungen zum Text:

quote:
mein bescheuerter K├Ârper
?

quote:
Wenn er mich fuhr (Komma)zeigte mein R├╝cken nicht schon bei 100 Kilometern Strecke, dass ich das Sitzen nach 200 Kilometern nicht mehr aushalten w├╝rde.
- nach hundert Kilometer ?

quote:
SIE
- sie

quote:
(Komma) musste ich nicht gelten lassen.

quote:
dass er etwas Brauchbares als Alternative aussuchte.

quote:
bei dem ich im Moment in Ungnade gefallen bin
- streichen ?

Gerne gelesen.

Gru├č

Retep

__________________
>Die Kritiker nehmen eine Kartoffel, schneiden sie zurecht, bis sie die Form einer Birne haben, dann bei├čen sie hinein und sagen: ÔÇ×Schmeckt gar nicht wie Birne.ÔÇť< (Max Frisch)

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MarenS
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Guten Morgen Peter!

Lieben Dank f├╝rs Lesen, M├Âgen und vor allem Auseinandersetzen mit meinem kleinen Text. Ich habe die offensichtlich notwendigen Korrekturen gleich vorgenommen. Einige von dir kritisierten Stellen aber habe ich noch stehen lassen.

Zum bescheuerten K├Ârper:
Ich dachte, dass aus dem Text und aus diesem liebevollb├Âsen Ausdruck f├╝r den Leser klar wird, dass der K├Ârper der Frau nicht in Ordnung, also krank ist. Sie hat f├╝r mich eben dieses liebevollb├Âse Verh├Ąltnis zu ihm (dem K├Ârper) den jemand hat, der wei├č, dass er mit etwas leben muss, was er manchmal am liebsten entsorgen m├Âchte und f├╝r das er doch ganz allein verantwortlich ist. Deshalb auch der Satz mit der Ungnade des Knies. Sie sieht den K├Ârper als eigenes Wesen und doch als Bestandteil ihres Ganzen.
Hoffentlich habe ich mich da jetzt klar ausdr├╝cken k├Ânnen...

Fein, dass du so genau nachliest, irgendwie schaffe ich es immer wieder das ein oder andere Komma zu verschlampen!

Es gr├╝├čt dich die Maren

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Retep
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Morgen Maren,

quote:
Zum bescheuerten K├Ârper:
Ich dachte, dass aus dem Text und aus diesem liebevollb├Âsen Ausdruck f├╝r den Leser klar wird, dass der K├Ârper der Frau nicht in Ordnung, also krank ist. Sie hat f├╝r mich eben dieses liebevollb├Âse Verh├Ąltnis zu ihm (dem K├Ârper) den jemand hat, der wei├č, dass er mit etwas leben muss, was er manchmal am liebsten entsorgen m├Âchte und f├╝r das er doch ganz allein verantwortlich ist. Deshalb auch der Satz mit der Ungnade des Knies. Sie sieht den K├Ârper als eigenes Wesen und doch als Bestandteil ihres Ganzen.
Hoffentlich habe ich mich da jetzt klar ausdr├╝cken k├Ânnen...
- das hatte ich nicht verstanden, vielleicht bin ich zu bl├Âde oder du solltest es etwas verdeutlichen.

Gru├č

Peter
__________________
>Die Kritiker nehmen eine Kartoffel, schneiden sie zurecht, bis sie die Form einer Birne haben, dann bei├čen sie hinein und sagen: ÔÇ×Schmeckt gar nicht wie Birne.ÔÇť< (Max Frisch)

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MarenS
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Danke Peter, f├╝r die R├╝ckmeldung. Ich werde noch etwas warten und schauen, ob es anderen ebenso geht wie dir.

Es gr├╝├čt dich die Maren

P.S.: Bl├Âde bist du bestimmt nicht! ;-)

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Estrella fugaz
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Liebe Maren,

deine KuGe habe ich gern gelesen. F├╝r mich war es jedoch auch nicht klar, was du meintest. Ich erfuhr es erst aus deinem Kommentar. Vielleicht magst du ja doch noch eine "Hilfestellung" einbauen?

Lieben Gru├č,
Karin
__________________
Ich schlie├če meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

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M├Ąuschen
Autorenanw├Ąrter
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Servus beinander!

Also ich verstehe, was du mit "bescheuerter K├Ârper" meinst (sowohl deine Erkl├Ąrung als auch im Text), verstehe aber auch, dass es an der Stelle ein wenig seltsam r├╝berkommt.

Mein Vorschlag:

"Er war ein Traum, mein ein und alles, mein bescheuerter K├Ârper akzeptierte ihn. Wenn er mich fuhr, zeigte mein R├╝cken nicht schon bei 100 gefahrenen Kilometern, dass ich das Sitzen nach 200 Kilometern nicht mehr aushalten w├╝rde."

--> Stell die beiden S├Ątze einfach um? Dann kommt erst die Thematik mit dem R├╝cken und dann die Erkl├Ąrung - keine Krankheit, sondern nur "bescheuert" ^^

Liebe Gr├╝├če,
Christine

PS: Sehr sch├Âne Geschichte nat├╝rlich! H├Ątte ich fast vergessen zu erw├Ąhnen ^^


__________________
Wenn Augen der Spiegel zur Seele sind, zerschlage ich ihn dann mit meinen Taten und spucke mit meinen Worten die Scherben aus?

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