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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Weg II
Eingestellt am 08. 01. 2001 00:43


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kio
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Oct 2000

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Die Ankunft war unspektakul├Ąr. Das Hotelzimmer mit wei├čer, fast unschuldiger Bettw├Ąsche. Ich sah in meiner Phantasie den Blutfleck darauf. Bewu├čt gegebene Unschuld. Ein Blick in den Spiegel, die Worte wieder im Kopf....
"Es wird der bleiche tod mit seiner kalten hand
Dir endlich mit der zeit umb deine br├╝ste streichen
Der liebliche corall der lippen wird verbleichen,
Der Schultern warmer schnee wird werden kalter
sand...."
Nein, Hofmannswaldau, so weit sind wir hier noch lange nicht und der Weg geht noch ein wenig weiter, viel weiter. Au├čerdem...hattest du auch Br├╝ste..? Wie kannst du als Mann von verg├Ąnglicher, weiblicher Sch├Ânheit schreiben? Ein kurzer Blick ins Bad. Das Fenster ein Bullauge...wie nett...die Regentropfen bilden wieder Schlieren entlang des Fensters. Ich ├Âffne es und sehe auf die kalten Gleise; Blick auf Zuggleise, das Gr├╝n der Zugampel best├Ątigt mein Vorhaben. Zur├╝ck in die Realit├Ąt...Ich habe heute ein date mit Mr. Unknown. Wir haben uns vor dem Hotel verabredet. Im Hotellift ├╝berlege ich mir kurz, welche Rolle denn heute angebracht ist. Im Erdgescho├č angelangt, f├Ąllt mir wieder ein...be yourself. Mr. Unknown kommt auf mich zu. Ich sehe ihn zun├Ąchst verschwommen, die Eitelkeit hatte die Brille auf meiner Nase nicht zugelassen. Er ist schon ganz nah' und stellt sich vor. Mr. Unknown wird zu Mr. Known...oder doch nicht? Wir wandern durch eine mir unbekannte Stadt, ich versuche ihn zu fixieren, er versucht es sicher auch bei mir, doch es wird mir nicht bewu├čt. Die Stadt zieht an mir vor├╝ber. Ich gehe entlang eines Weges. Mr.- inzwischen Known-und ich sitzen beim Kaffee. Wir reden, doch das gesprochene zwischen uns wird mehr und mehr zur Luftvibration, denn das unausgesprochene verursacht zunehmend elektronische Vibration in zwei grauen Massen. Die Elektronen├╝bertragung funktioniert gut, bei jedem f├╝r sich....ob sich nun durch vorhandene physikalische Gesetze unsere Elektronen mit der Luftvibration vereinigen k├Ânnten und sich absto├čen...oder ob ein Elektron zum Proton werden k├Ânnte? Die Zeit wird zu knapp, um einen Test durchf├╝hren zu k├Ânnen. Wir beschlie├čen zun├Ąchst, jeder f├╝r sich, seine Elektronen zu behalten und sie nicht nach au├čen abzugeben. Und wieder im Hotelzimmer...Mr. Strange (so habe ich ihn inzwischen genannt) und ich...lassen unseren Elektronen, Protonen und auch Neutronen freien Lauf. Vergessen der Blutfleck von der gegebenen Unschuld. Danach verlassen wir das Hotelzimmer...f├╝r immer....das elektronische Gewitter hinterl├Ąsst kaum Spuren. Jetzt, auf meinem R├╝ckweg beobachte ich wieder die Regenschlieren, die sich entlang des schmutzigen Zugfensters schmieren; der Weg geht weiter....
__________________
so einfach, wie m├Âglich, aber nicht einfacher. A. Einstein

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Yamiko
Guest
Registriert: Not Yet

find ich sogar besser als teil 1... oder einfach nur etwas anders, sagen wir so.
├ťbrigens, ich habe auch eine kurzgeschichte, die "der weg" hei├čt. die m├╝sste jetzt irgendwo auf der zweiten/dritten seite gelandet sein. Mich w├╝rde gerade deine meinung interessieren...

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Martina H.
Hobbydichter
Registriert: Jan 2001

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Kommentare: 2
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Der Weg und Der WegII

....jetzt habe ich gerade den Trainspot gepostet und dann deinen Weg angesehen....
Z├╝ge haben schon was faszinierendes - wie auch Regentropfen sind sie in Bewegung, das ist der Sinn ihrer Existenz - und wie der Reisende mit seinen Gedankenschienen in andere Welten fliegen kann - so denke ich fliegst auch du.
Zu sehen was andere nicht sehen, den Bahnhof zu f├╝hlen - wundersch├Âne Motive.
Mr. Unknown - Known - Strange eine Nebenrolle in deinem St├╝ck?
Ich mag den Weg - denn auf ihm sind wir noch voller Hoffnung auf das Ziel
Gruss Martina
__________________
MH

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loona
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2000

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So es auch anders war, im ersten Ansehen, so fand ich doch den Weg weitergegangen... Gel├Ąchelt habe ich bei: "Au├čerdem...hattest du auch Br├╝ste..? Wie kannst du als Mann von verg├Ąnglicher, weiblicher Sch├Ânheit schreiben?" Treffer.

Dann wurde es sehr physikalisch und eventuell auch physisch. Mir fremd und deshalb schwer zu erkennen...

Es bleiben viele Deutungsm├Âglichkeiten. Nur die des Selbstmords von Andrea (Teil1) konnte ich hier nun gar nicht wiederfinden. Jedenfalls nicht die physische Variante.

Danke.

loona

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