Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92245
Momentan online:
311 Gäste und 10 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Der Weg am Fluss
Eingestellt am 05. 02. 2006 18:20


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
zyranikum
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2005

Werke: 13
Kommentare: 17
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um zyranikum eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Der Weg am Fluss

Laub bedeckt nun tot und taub,
Den Weg, den ich zu gehen pflege,
Die Sonne hoch, das Menschlein tief,
Der Fluss hÀlt meinen Blick gebannt.
Schon unsichtbar scheint hier zu sein,
Der Schritt, der auf der Erd' zerfließt.

Warum so öd die Äste brachen,
Der BĂ€ume Arme nun ganz nackt?
Sieh hin! Sieh hin! Der Herbst ist da,
Trist wird mein Herz, wie jedes Jahr.

Die kalte Hand - sie greift nach mir,
Und wÀrmt mein Sein wie eh gewohnt,
Hinweg den Lichtern fĂŒhrt sie mich,
Im Wasser tanzen sie wie Flammen.
Wie schön der Wind sein Leid hier pfeift,
So ruhig, so hold, so desolat.

Doch welcher Rausch treibt mich noch weiter,
Da nebst zu mir nichts lohnt zu weilen?
Voran! Voran! Die Schritte peitschen,
Da stumme Geister fort mich treiben.

Bald steh ich nun auf frommer Heide,
Wo keine HĂ€user mehr den Blick vertrĂŒben,
Und spĂŒren lĂ€sst's mich was es heißt,
Ein weitrer Teil Natur zu sein.
Wie frei doch hier mein Herz erblĂŒht,
Der Fluss so reichlich WĂ€sser prallt.

Warum ward meine leere HĂŒlle wohl,
Noch nie zuvor geschwemmt hierher?
Niemals! Niemals! Möchten meine Schritte,
Noch einmal diesen Weg verlier'n.

Und wie ich so wander' im finsteren Tal,
Indem kein Hirte befÀhigt scheint zu weilen,
Seh' ich den roten Feuerball wie einst,
In stiller Ewigkeit versinken.
Zum Schutze legt sich nun der Teppich,
Der schwarz das ganze Land bedeckt.

Doch seltsam regt sich mein GemĂŒt,
Wieso spĂŒr ich meine Ängste nicht?
Wie unverzagt sich hier mein Wesen löst,
Als hÀtt' ich keinen Tag gelebt.

Die Ruhe ist nun eingekehrt,
Sogar der Wind hat sich zum Schlaf gelegt,
Und wie aus jedem Busche Schweigen dringt,
So mĂŒrbe schlĂ€gt mein Herz dazu.
Nur bleiben kann und will ich nicht,
Auf sternerhelltem freiem Feld.

Wo endet wohl der Weg der WĂ€sser,
Wo fĂ€llt zur Ruh mein mĂŒder Schritt?
Ich muss es wissen zweckgesetzt,
Eh mich verletzt das Labyrinth.

Des Mondes Angesicht ist mein Begleiter,
Auf weiter Reise ohne Ende,
Doch weder frier noch halt ich,
Da mich die Nacht so warm umarmt.
Die Schatten tanzen auf den Wogen,
Und wieder bleibt mein Blick gebannt.

Doch halte ein, oh mĂŒder Körper,
Was glÀnzt so schwarz am Wegesrand?
Nicht der Fluss ist noch zu meiner Seite,
Und viel zu spÀt hab ich's erkannt!

So wurden einst TrÀnen zu Regen,
Und Regen zu schneeweißem Eis,
Am Horizont verliert sich etwas,
Es ist der letzte Blick zurĂŒck.
Vor mir der Wald mit spitzen TĂŒrmen,
Er sei das Ende meines Wegs.

Doch wohin, sag mir doch wohin,
Sollte ich den Schritt jetzt lenken?
So tief im Hain ist alles gleich,
Verloren in der Einsamkeit.



__________________
Hohe Geister wollen schaffen, lieben und untergehen...(Nietzsche)

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


ZurĂŒck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!