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Leselupe.de > Kindergeschichten
Der Weihnachtszauber
Eingestellt am 24. 07. 2002 10:46


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liveforever
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Der Weihnachtszauber

DER WEIHNACHTSZAUBER

„Marie-Luise, würdest Du jetzt bitte kommen und mir helfen, den Weihnachtsbaum zu schmücken!?“ Marie sah von ihrem Buch auf und verdrehte die Augen. Grade an der spannendsten Stelle mußte sie aufhören. Grade als David, der Held der Geschichte der Eiskönigen gegenüberstand.
Sie klappte das Buch zu und legte es auf ihren Nachttisch.
„Ich komme!“ rief sie und stand entgültig auf. Mit einem letzten wehmütigen Blick auf das Buch öffnete sie ihre Zimmertür und lief die Treppe hinunter.
„Na endlich. Ich hab dich schon drei mal gerufen. Was machst du denn die ganze Zeit da oben?“ fragte ihre Mutter.
„Ich hab gelesen.“ sagte Marie knapp. Dann nahm sie sich einen Karton mit Christbaumschmuck und begann die kleinen Figuren und Kugeln an den Tannenbaum zu hängen. Weihnachten schön und gut, aber immer dieses Trallie Tralla drumherum. Jedes Jahr das selbe. Einen Tag vor Heiligabend den Weihnachtsbaum schmücken, die letzten Plätzchen backen und ihren Eltern helfen, die Geschenke für ihren kleinen Bruder und Oma und Opa einzupacken. Morgen würden sie dann in die Kirche gehen wie jedes Jahr und danach zu den Großeltern fahren um ihnen, wenigstens einmal im Jahr, etwas Gesellschaft zu leisten. Dann nach Hause und Geschenke auspacken, essen, Musik hören und fröhlich sein. Angeblich. Weihnachten hatte einfach seinen Reiz verloren. Als Kind hatte sie Weihnachten wirklich geliebt, diese Spannung und die harmonische Stimmung zu Hause. Aber im laufe der Jahre war sie dahinter gekommen, daß hinter der ganzen Glückseligkeit und Fröhlichkeit nichts steckte, nichts als leere Luft. Und seit dem hatte Weihnachten auch nichts spannendes mehr. Ihre Geschenke hatte sie zusammen mit ihrer Mutter drei Wochen vorher bei H&M und sonstigen Modegeschäften eingekauft.
Marie nahm das nächste Figürchen aus dem Karton und stockte. Es war der kleine Engel mit den Glockenfüßchen, den sie als Kind immer so gern gemocht hatte. Eine Glocke fehlte.
„Mama, schau mal!“ sagte sie und hielt ihr den Engel hin.
„Schmeiß ihn in den Müll!“ sagte ihre Mutter. Marie war ein wenig verdutzt. Nein, sie würde ihn nicht in den Müll schmeißen. Es war das einzige, was ihr noch von ihrem alten Weihnachten geblieben war, so dachte sie in dem Moment. Sie legte ihn vorsichtig beiseite und machte ihre Arbeit zu ende.
„Noch was, oder kann ich wieder in mein Zimmer gehen?“ fragte sie. Ihre Mutter machte nur eine Bewegung, die wie ein Nicken aussah. Also nahm Marie den kleinen Engel und lief die Treppe nach oben.
Behutsam stellte sie die Figur auf ihren Schreibtisch und sah sie sich genau an.
„Ach, was soll’s!“ sagte sie nach einer Weile zu sich selbst und nahm den Engel um ihn in die nächst beste Schublade zu befördern.
Dann widmete sie sich wieder David und der Eiskönigin. Mein Gott, daß Buch war wirklich spannend. Sie war grade an der Stelle angekommen, als die Eiskönigin ihr wahres Gesicht zeigte und David in ein kleines, stinkendes Verließ sperrte, als sie ein Geräusch wahrnahm. Marie sah hoch und lauschte. Nichts. Sie laß weiter, doch da war es wieder. So ein Kratzen. Sie sah wieder hoch, doch wieder war nichts zu hören. Aber sie war sich sicher, sich nicht getäuscht zu haben. Also klappte sie ihr Buch zu und stand auf. Da, schon wieder. Ein leises, kaum hörbares Schellen. Sie drehte sich verwundert um sich selber um den Ursprung des Geräusches auszumachen. Und da hörte sie es schon wieder. Es kam eindeutig aus ihrem Schreibtisch. Verdutzt ließ sie sich auf den Stuhl davor sinken und horchte. Wieder vernahm sie dieses leise Schellen. Und es kam eindeutig aus der Schublade, in die sie zuvor die Engelsfigur hatte fallen lassen.
Langsam und sehr vorsichtig, aber auch über sich selbst verärgert, daß sie sich von so einer Sache aus dem Konzept bringen ließ, öffnete sie die Schublade.
Sie starrte mit großen Augen hinein und schloß sie sofort wieder. Sie öffnete sie wieder und als das komische Bild immer noch nicht verschwunden war, schloß sie die Augen und schüttelte dabei heftig den Kopf. „Ah, endlich!“ piepste es. „Ich dachte schon, du würdest mich ewig hier im Dunkeln sitzen lassen.“
Marie riß mit einem ungläubigen Keuchen die Augen auf und sah den kleinen Engel an. Tatsächlich war es die kleine Figur, die da zu ihr gesprochen hatte, denn sie tat es schon wieder. „Und übrigens danke, daß du mich nicht in den Müll geworfen hast. Daß wäre glaub ich noch schrecklicher gewesen, als hier in der Schublade im Dunkeln zu sitzen.“
„Aber...“ stotterte Marie, immer noch völlig fassungslos.
„Aber Aber! Was ist los mit dir mein Kind?“ piepste der Engel. „Du hast doch nicht etwa den Weihnachtszauber verloren?“
„Den, bitte was?“ fragte Marie und hätte im selben Moment fast hysterisch aufgelacht, als ihr klar wurde, daß sie sich grade mit einem Christbaumschmuck unterhielt.
„Den Weihnachtszauber!“ rief der Engel. „W E I H N A C H T S Z A U B E R!!!“ buchstabierte er dann.
„Ich glaube ich brauche einen Psychiater.“ murmelte Marie.
„Du brauchst gar nichts. Na ja, fast nichts. Ein wenig mehr Freude mich wiederzusehen wäre vielleicht angebracht. Die letzten Jahre hast du mich ja ganz schön vernachlässigt.“
„Ich träume, ich muß träumen.“ murmelte Marie völlig verstört.
„Oh mein Gott ! Du hast ihn wirklich verloren !“ flüsterte der Engel. „Hallo, Marie, weißt du denn wirklich nicht mehr, wer ich bin? Und was wir früher immer für Spaß gehabt haben? Du mußt dich doch erinnern!“ Er schien vollkommen verzweifelt.
„Du bist die Ausgeburt meiner Phantasie!“ sagte Marie. „Dich gibt es gar nicht.“
„Und ob es mich gibt. Du mußt dich doch erinnern.“
„Woran sollte ich mich erinnern? Du bist ein Engel mit Glockenfüßchen, der immer an unserem Weihnachtsbaum hängt und den ich früher abgöttisch geliebt habe. Mehr nicht.“
„Oh Marie, du klingst schon wie deine Eltern oder die ganzen anderen Erwachsenen. Wir haben uns doch geschworen, niemals den Weihnachtszauber zu verlieren.“
„Du willst sagen, du warst früher schon da und hast dich mit mir unterhalten?“ rief Marie.
„Aber natürlich. Marie, glaub mir, ich werde dir den Weihnachtszauber wiederbringen. Wo hast du ihn nur gelassen?“
„Vielleicht in der dritten Schublade von oben?“ scherzte Marie.
„Ja, daß könnte sein. Laß und mal nachschauen.“ Marie traute ihren Augen und Ohren kaum. Der Engel sprang mit einem kräftigen Satz in die Luft und begann mit seinen Flügelchen zu flattern. Nach einigen Sekunden landete er auf der dritten Schublade von oben und bemühte sich sie aufzuziehen. „Vielleicht könnte die Dame so gnädig sein und mir helfen?“ keuchte er. Marie wachte aus ihrer Starre auf und zog die Schublade mit einem Ruck auf. Der Engel flog in hohem Bogen und mit einem entsetzten Piepser durch die Luft und konnte sich in letzter Sekunde noch abfangen und an Höhe gewinnen. „Früher hattest du mehr Zartgefühl!“ sagte er vorwurfsvoll und ließ sich sanft in die Schublade gleiten. „Laß mal schauen, ob ich es hier finden kann.“ Er wühlte in den Papieren und begrub sich fast selber darunter. „Nein, hier ist es nicht.“ stellte er dann fest. „Die nächste Schublade! Und wenn ich bitten darf mit etwas mehr Vorsicht.“
Marie öffnete die nächste Schublade und der Engel ließ sich hineingleiten. Nach einer ziemlich lustig aussehenden Suchaktion hörte sie ihn etwas piepsen. Dann kam er unter einem Bogen Briefpapier hervorgekrabbelt und hielt ein kleines Säckchen in den Händen. Das heißt, er schleifte es eher hinter sich her, denn es war ungefähr so groß wie er selber.
„Da haben wir ihn ja.“ rief er fröhlich. „Jetzt wird alles wieder gut. Hoffentlich!“ fügte er hinzu. Er flog sichtlich schneller mit den Flügeln schlagend, um den zusätzlichen Ballast tragen zu können, aus der Schublade und ließ sich erschöpft auf der Schreibtischunterlage nieder.
„Öffne es, oder soll ich das etwa auch noch alleine tun?“ sagte er.
Marie hatte dem ganzen Spektakel mit ungläubigem Blick und immer wieder den Kopf schüttelnd zugesehen.
„Na los, oder muß ich dir Beine machen?“ rief der Engel. Marie nahm das kleine Säckchen in die Hände und löste die Schnur, die es verschloß.
„Stell es wieder neben mich.“ sagte der Engel noch bevor sie einen Blick hinein werfen konnte. Sie tat wie ihr geheißen und sah immer ungläubiger zu, wie der kleine Engel seine Hände tief in den Sack steckte und sie wieder mit geballten Fäusten herausholte.
„Was ...ist das? fragte Marie. Plötzlich schmiß ihr der Engel feine Körner, jedenfalls nahm Marie an, daß es so etwas wie Sandkörner waren, ins Gesicht. Sie mußte auf einmal niesen und pustete dabei den Engel von den Beinen. Schnell rappelte er sich wieder auf und beobachtete sie gespannt.
„Was war das?“ fragte Marie.
„Der Weihnachtszauber.“ antwortete der Engel. „Und ich hoffe, es hat gewirkt.“ Marie nahm das Säckchen und sah hinein. Im Inneren befanden sich kleine golden und silberne Kügelchen. Natürlich! Mit einem mal kam ihr die Erinnerung wieder. Wie sie so den Weihnachtszauber betrachtete, fielen ihr die schönen Weihnachtstage im Kreis ihrer Familie ein, wie sehr sie sich immer darauf gefreut hatte Oma und Opa zu besuchen und wie aufgeregt sie immer gewesen war, wenn sie in der Kirche waren. Und plötzlich spürte sie so ein Kribbeln im Bauch. Nein, eigentlich nicht im Bauch sondern überall am Körper. Es war das Kribbeln, daß sie jedes Jahr zur Weihnachtszeit gehabt hatte. Das Kribbeln, daß besagte, daß nun die schönste Zeit des Jahres gekommen war. Mit einem mal war ihr so, als ob dieses Kribbeln nie weggewesen wäre. Sie nie die Zweifel an der Schönheit von Weihnachten gehabt hätte. Sie sah auf und richtete ihren Blick auf den Schreibtisch, doch der Engel war verschwunden.
Hatte sie nur geträumt? Nein, dazu war alles zu wirklich gewesen. Den Kopf schüttelnd stand sie auf und lief hinunter ins Wohnzimmer. Ihre Mutter hatte eine Weihnachts-CD eingelegt und es roch nach Zimt. Es war einfach nur schön, fand Marie.
Plötzlich hörte sie ein leises Schellen. Sie sah zum Weihnachtsbaum und entdeckte an einem langen Zweig den Engel mit den Glockenfüßchen, der ihr versteckt zublinzelte.

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LG, liveforever

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hera
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Hallo liveforever!

Die Geschichte ist dir gut gelungen. Gefällt mir!

Du könntest sie aber noch verbessern. Dir sind einige Fehler unterlaufen, insbesondere was Zeichensetzung und Leerzeichen bei der wörtlichen Rede betrifft.

Ich würde mich freuen, wenn du den Text noch mal überarbeiten würdest.

Mit freundlichen Grüßen, hera

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liveforever
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Hallo hera!

Danke für das Lob und die Kritik!
Ich werde mich die Tage mal ransetzen und die Geschichte noch mal überarbeiten. Meinst Du, man könnte inhaltlich auch noch was ändern?
Und noch eine Frage: Wie stelle ich die überarbeitete Geschichte hier rein. Muß ich sie ein zweites mal veröffentlichen oder ist es möglich die erste Fassung zu überschreiben?

Gruß, live
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GabiSils
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Hallo liveforever,

ich würde inhaltlich nichts ändern. Du hast dein Thema sehr gut getroffen, die Situation kennen wohl alle Teenies (und ihre Mütter); auch die Verknüpfung des Weihnachtszaubers mit einer bstimmten Figur, mit Kindheit und Geborgenheit, gefällt mir.
Wenn Du Hilfe brauchst bei der formalen Korrektur, melde dich.
Du kannst den Text überschreiben mit der Edit-Funktion.

Gruß,
Gabi

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hera
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Hallo liveforever!

Vom Inhalt her gefällt mir der Text gut.

Du kannst den Text mit deinem Schreibprogramm überarbeiten und neu einstellen, wenn du möchtest. Dann musst du die alte Version löschen. Es ist aber auch möglich Änderungen über die edit-Funktion am vorhandenen Text vorzunehmen.

Tschüssie, hera

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flammarion
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hallo,

ich finde deine geschichte zum heulen schön. unbedingt überarbeiten! damit kannste angeben. schade, daß du weitergabe verboten druntergeschrieben hast, ich hätt die geschichte gern in meiner sammlung. ganz lieb grüßt
__________________
Old Icke

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