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Leselupe.de > Gereimtes
Der Zaunigel
Eingestellt am 08. 08. 2003 22:38


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Ikarus
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Der Zaunigel

Es war einmal ein Igelpaar,
Das liebte sich gar sehr,
Sie hatten beide Kinderwunsch,
Die Igelin und er.

Bald raschelten in Laub und Holz
FĂĽnf Igelkinderlein,
Wie bummelten sie putzig sĂĽĂź
Der Mutter hintendrein.

Sie lernten wie man WĂĽrmer fing
Und später wie `ne Maus.
Ein Schäfer von sehr ernster Art,
Gab schmunzelnden Applaus.

Er dachte: „Was gibt’s schöneres,
Euch friedlich zuzuschaun.“
Und wollt’ sogleich mit Butterbrot
Sich ihnen anvertraun.

Jedoch verschmähten sie das Mahl,
So gab er ihnen frisch
In StĂĽcken Fleisch von Huhn und Schwein,
Und allerbesten Fisch.

Die Zeit verging, der Abschied naht’,
Als man erwachsen war,
Da schor der Schäfer ihnen rasch
`nen Klecks ins Stachelhaar.

Die Igel zogen wild umher,
Verstreut im Heideland,
Der Schäfer nur erkannte sie,
Wo immer er sie fand.

Und manchmal wenn ein Igel kam
An seine alte Scheun’,
Dann lud er ihn, als wär’s sein Kind,
Sogleich zum Essen ein.

Bis eines Tages in der Heid’
Was fürchterlich’s geschah,
Auf Igeljagd man Buben der
Zigeunerbande sah.

Der Schäfer saß auf seiner Bank
Und trauerte so sehr.
Die Zeit verstrich ein ganzes Jahr,
Sie kamen niemals mehr.

(Nach dem Heidedichter Hermann Löns)






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blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

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Hallo, Ikarus

Die Landfahrer haben mal wieder an allem Schuld. Sind sie auch verantwortlich fĂĽr deine Zeichensetzung, die Orthographie und so weiter?

GrĂĽĂźe von blaustrumpf
__________________
DafĂĽr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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Ikarus
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Es tut mir leid...

...dass mit den Zigeunern in meinem Gedicht. Ich hatte lediglich die Erzählung von Hermann Löns nachverdichet und nicht umgeschrieben. In seiner Geschichte handelt es von einem Schäfer und fünf Igelkindern und nicht ausschließlich von Zigeunern. Die sind es eben,leider, die der Geschichte ein trauriges Ende geben.

Wo ist das Problem, wenn eine Erzählung, die vor über 100 Jahren einmal geschrieben wurde, wiedererweckt wird.
Ja, hätte ich das Stichwort "Zigeuner" nicht verwendet, wieviel Lorbeeren hätte ich für dieses Gedicht bekommen?
Ich kapier's nicht.(GrĂĽĂźe auch an Lapismont!!!)

Blaustrumpf, was hast du an der Orthographie auszusetzen?
Nenne mir bitte Beispiele!

GrĂĽĂźe
Ikarus

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blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

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na, dann wollen wir mal...

Hallo, Ikarus

Gerne komme ich deiner Bitte nach, meinen Hinweis zu konkretisieren.

Auch wenn man "auf den Spuren von Hermann Löns" dichtet, sollte man sich im Klaren darüber sein, dass auch Metaphern einem Wandel unterworfen sind.
Was vor rund hundert Jahren gesellschaftlich nicht weiter diskutiert wurde, kann im 21. Jahrhundert durchaus indiskutabel sein.

Dein Gedicht wird nicht schlechter, wenn du auf eine schimpfliche Bezeichnung wie die "Zigeunerbande" verzichtest. Es könnte dem Ganzen tatsächlich dienlich sein: So vermeidest du zumindest die gefährliche Nähe, die Hermann Löns zur "Blut-und-Boden-Mystik" zuweilen nun einmal hat.

Ach ja, ganz so putzig, wie du den Igel und seine Brut darstellst, ist er im ursprünglichen Text von Hermann Löns ja nun auch nicht. Die Stimmung deines Gedichtes ist eher die einer süßlichen Postkarte, eines so genannten "Genrebildchens". Wenn du dich also schon so weit von der Vorlage entfernst, warum dann gehst du dann nicht den einen Schritt noch weiter? Du verwendest eine andere Erzählform und eine unterschiedliche Sprache. Da müssten sich doch auch neue Metaphern finden lassen?

Aber um zu deine Frage zurĂĽckzukehren. Es ist ja nicht die Orthographie allein, die ich kritisierte. Damit deutlicher wird, was ich meine, hier einzelne Punkte

...Der Mutter hintendrein.
"Hintenrein" wirst du wohl kaum meinen, sondern eher "hinterdrein".

Sie lernten wie man WĂĽrmer fing,
Und später, wie `ne Maus.
Ein Schäfer von sehr ernster Art(ohne Komma)
Gab schmunzelnden Applaus.

Er dachte: „Was gibt’s Schöneres,
Als euch friedlich zuzuschaun.“...

...Und allerbesten Fisch.
Hier weichst du bereits vom Original recht weit ab. Löns spricht von Fischen, die der Schäfer als Hechtköder verwendet. Durch deine Veränderung wird das Bild natürlich niedlicher, aber wenn du dich hier vom Original entfernst, dann kannst du das auch an der "bewussten Stelle"...

...`nen Klecks ins Stachelhaar.
So klar auch ist, was du sagen willst: Einen Klecks erreicht man durch Farbe, die Igel werden aber geschoren. Da hast du es dir im Bestreben um den Rhythmus in meinen Augen etwas zu leicht gemacht.

...Sogleich zum Essen ein.
Das steht im Original so ja nun nicht da. Aber sei's drum. Nur ist es dann noch nicht einmal aus dramaturgischen Gründen nötig, in Sachen Landfahrer wieder zum alten Text zurückzukehren.

...Was Fürchterlich’s geschah,
Auf Igeljagd man Buben der
Zigeunerbande sah.
Wie bereits mehrfach erwähnt...
Das Problem lässt sich ja auch umgehen, indem du einfach nicht weiter auf Herkunft und Abstammung der Knaben eingehst.
"Auf Igeljad die Bubenschar / man bei den Eichen sah." tut es völlig. Und damit ist die Sache auch wirklich "fürchterlich", einfach dadurch, dass das Tun der Knaben nicht alte Vorurteile und Klischees über Gebühr bedient.


So. Ich hoffe, dass mit diesen Hinweisen klarer wird, was ich gemeint hatte.

Schöne Grüße von blaustrumpf
__________________
DafĂĽr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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