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Leselupe.de > Humor und Satire
Der Zieleinlauf.
Eingestellt am 29. 04. 2003 11:45


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pleistoneun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

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Frenetisch applaudierend erhob sich das Publikum im Stadion, als der erste LĂ€ufer in die Zielgerade einbog. Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits 42 km hinter ihm - das Marathonfinale war der Höhepunkt dieser Olympischen Spiele. Sichtlich gezeichnet aber mit bestĂ€ndigen, beinah automatischen Schritten nĂ€herte sich der Athlet der Ziellinie. All seine Verfolger hatte er abgehĂ€ngt und durfte deshalb ganz fĂŒr sich alleine den tobenden Zuschauerjubel in Empfang nehmen. Seine SchlĂ€fen pochten und der ganze Körper brannte, aber nur noch wenige Meter trennten den Schmerz von seiner Erlösung. UnzĂ€hlige Trainingskilometer schĂ€rften seinen Geist, sein Durchhaltevermögen, seinen Überlebenskampf. Jetzt, am Ziel seines Leidensweges angelangt, peitschten ihn abertausende HĂ€ndepaare ĂŒber die rettende weiße Linie mit der Zielschleife.

Die letzten Meter auf der Geraden ließen das Publikum auf den RĂ€ngen in einen wahren Begeisterungswahn verfallen, denn was jetzt kam, war durch keine sportliche Vorstellung zu ĂŒberbieten: der Zieleinlauf. Wenige Meter nach der Linie wurde er von seinen Sportmedizinern in Empfang genommen. Der ausgepumpte LĂ€ufer erhielt an Ort und Stelle seinen wohlverdienten Zieleinlauf. Jetzt kam der spannendste Teil - wie schnell gelingt der Einlauf? Anfeuerungsrufe verebbten und es wurde ruhig im Stadion. Es herrschte Ă€ußerste Konzentration und der neue Mittelpunkt der Aufmerksamkeit lag nun sozusagen in den HĂ€nden der Ärzte. Die Menschen starrten auf die fachmĂ€nnischen Handgriffe, die gerade versucht waren, das Doppelballon-Darmrohr einzupassen. Nur das tiefe Atmen des LĂ€ufers, das jetzt aber nicht mehr vom Laufen stammte, war noch zu hören. Kurz darauf hob einer der Mediziner, den Blick noch auf das Einlaufgeschehen gerichtet, die Hand und verkĂŒndete damit den Erfolg des Eingriffs. Einlauf erfolgreich. Sieg!

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John Doe
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo pleistoneun,

wie ich an deinen Satzkonstruktionen und der FĂ€higkeit, sich auszudrĂŒcken erkenne, kannst du schreiben.

Warum nutzt du diese FĂ€higkeit nicht?
Um Geschichten zu schreiben, die lustig sind oder ernst, satirisch oder harmonisch, hintergrĂŒndig oder nachdenklich?

Diese ist keines von alledem. Sorry!

Ciao
John Doe

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majissa
Autor mit eigener TV-Show
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Hallo Pleistoneun,

bereits aus anderen Texten weiss ich um deinen Hang zum Skurrilen. Mich persönlich spricht dein eigentĂŒmlicher Humor immer wieder an. Auch hier. Deine etwas pikante Auslegung des Zieleinlaufes ist urkomisch. Eigentlich rechnete ich ja damit, dass der LĂ€ufer hinter der Ziellinie stirbt. Doch du hast dir etwas wirklich Absurdes einfallen lassen. Und so handhabst du es bei den meisten deiner Texte. Das gefĂ€llt mir. Was mir weniger gefĂ€llt, ist, dass deine Geschichten oft zu kurz ausfallen. So auch diese, die ja mehr einem Fragment gleicht. Es scheint, als kĂ€me dir gleich nach dem Einbau der "guten Idee" die Lust am Weiterschreiben abhanden. Das ist - angesichts der Tatsache, dass du einen wirklich guten Schreibstil hast - schade.

Liebe GrĂŒsse
Majissa

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pleistoneun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

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zu kurz, ja ich weiß

Danke fĂŒr die Blumen am 1. Mai. Die KĂŒrze der Geschichten resultiert aus der Tatsache, dass ich damals, als ich begonnen hatte Kurz-Geschichten zu verfassen, meine Abnehmer nicht lĂ€nger "quĂ€len" wollte damit. So sind sie bis heute kurz, oft zu kurz geblieben. Hab schon öfter ĂŒberlegt, mal eine wirklich Story zu verfassen, mit allem was dazu gehört, wo der Leser die Zeit erhĂ€lt, in aller Ruhe alle in der Geschichte auftauchenden Charaktere lieben oder hassen zu lernen. Das ist ein Unterfangen, das sich in 30 Min. Schreibarbeit pro Geschichte nicht bewerkstelligen lĂ€sst. Und solange meine abgeschnittenen Spotlights des Lebens die Mundwinkel beim Leser auch nur im Ansatz nach oben richten, hab ich schon gewonnen.

Danke fĂŒrs Lesen...

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kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

also mir hats gefallen! vielleicht weil ich das schrÀge makabre gern mag.
im zweiten teil hĂ€tt ich gern ein bissl mehr emotionen drin. knisternde spannung, eine zeitlupenaufnahme auf der großbildleinwand, ein moderator, dessen stimme sich ĂŒberschlĂ€gt.

die k.

p.s. hab grad dein profil gesehen. wie wÀrs, wenn du nicht nur kommentare von anderen erwartest, sondern auch selber welche verfasst. ich mein jetzt, nicht nur zu deinen geschichten? vielleicht wollen nÀmlich auch andere menschen wissen, wie etwas ankommt.

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