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Leselupe.de > Humor und Satire
Der amerikanische Alptraum
Eingestellt am 11. 03. 2003 13:20


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yza
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Wat is im Bush
\"Die Menschheit am Rande einer selbstgemachten Katastrophe\"


Die amerikanische Angst nimmt zu.

Irgendwann im Februar 2003.
In den USA gelingt es der NSA beim Abhören eines Telefongesprächs, historisches Material zu sichern.

\"Hallo Papa, ich bin¬īs George ?\"
\"Was ist los mein Junge\"
\"Ich habe so schlecht geschlafen und noch schlechter geträumt. Ich weiß nicht was mit mir los ist, aber seitdem ich kaum noch Alkohol trinke geht es mir ganz mies. Ich bekomme immer wieder schlechte Träume und mir erscheinen böse Geister.\"
\"Ich habe dir doch gesagt, das die Feinde Amerikas uns die bösen Geister schicken. Du darfst dich nicht davon beeinflussen lassen. Hast du denn nicht deine Beruhigungsmittel genommen?\"
\"Ja, ja Papa, das mache ich doch....\"
\"Junge, du musst endlich vollenden was ich nicht damals nicht fertig bekommen habe, obwohl das Schicksal mich auserkoren hatte diese Entscheidung zu treffen. Las dich nur nicht von den Dummschwätzern voll labern....\"
\"Aber Papa, du weißt doch wie entschlossen ich bin, ich werde den verdammten Irakern den Arsch aufreißen.\"
\"Gut mein Junge, Gott wird ewig mit dir sein. Du wirst das Böse besiegen.\"
\"Aber Papa, du musst mir Versprechen, dass man mich danach auch wiederwählt ?\"
\"Aber nat√ľrlich mein Junge, unsere Freunde stehen vollends hinter dir. Du wirst sehen, die Millionen werden danach nur so flie√üen...\" er lachte laut auf, denn seine Gedanken sagten ihm, das es im wahrsten Sinn des Wortes flie√üen wird, langsam aber stetig, so wie reines Roh√∂l \"... man wird dich lieben mein Junge, alle Amerikaner werden stolz auf dich sein.\"

Das Gespräch beruhigte George ein wenig, denn er hatte in den letzten Wochen wirklich schwer gelitten, eigentlich war es schon so, seit dem Tag, als man ihm zum Präsidenten gewählt hatte. Er hätte nie gedacht, dass dieses Amt mit soviel Arbeit und Entscheidungen verbunden war. Er musste ständig etwas dazu lernen, wie z.B. dass in Brasilien auch Menschen schwarzer Hautfarbe leben, oder das Polen in Europa war. Verdammt, laufend traf er irgendwelche Ausländer und er sollte mit Ihnen kommunizieren, dies war etwas, was ihn wohl am meisten anstrengte.

Jetzt tr√§umte er von arabischen Fratzen und Gesichtern, die ihn anspuckten, er sah tote Menschen, zerst√ľckelt von amerikanischen Bomben, Fremdworte verwirrten seine Gedanken. Zus√§tzlich hatte man ihm auch noch verboten weiterhin dem Alkohol zu fr√∂nen, was ihn seelisch destabilisierte und ihm der gewohnte warmen Umgebung, in der sich seine Seele seit Jahren befand, beraubte.. Er f√ľhlte sich oft allein gelassen, denn er war der Pr√§sident und er sollte nun Entscheidungen f√ľr das gesamte amerikanische Volk treffen.

George schlurfte in seinen ledernen Latschen durch sein B√ľro im Wei√üen Haus zur Bar und wie aus der Macht der Gewohnheit kramte er nach einer Flasche Whisky. Noch bevor er sich etwas eingie√üen konnte, √ľberholte ihn in seiner Gedankenversunkenheit das Alkoholverbot seines Vaters, George stellte die Flasche zur√ľck nach der er nur routinem√§√üig gegriffen hatte und er nahm die Sodaflasche und sprudelte etwas davon in ein leeres Glas. Zwei Tabletten plumpsten hinein und George blickte Ihnen wehm√ľtig hinterher als sie langsam herabsanken und sich aufl√∂sten.

Zur gleichen Zeit im Irak.

Saddam Hussein sa√ü in seinem Lieblingssessel und blickte durch das Fenster auf Bagdad, √ľber der Stadt hing wie immer ein Schleier aus Staub. Was w√ľrde er drum geben, diesem kleinen wei√üh√§utigen Amerikaner mit seinen Schaftstiefeln in den texanischen Hintern treten zu k√∂nnen, aber daran war nicht wirklich zu denken, es war doch eher alles so ausweglos geworden. In die Realit√§t seiner Gedanken mischten sich immer wieder Erinnerungen aus besseren Tagen. Damals, als er noch stark war und sogar den √ľberlegenen Iranern in einem jahrelangen Menschenleben fressendem Krieg Paroli bieten konnte. Was waren das f√ľr Zeiten als seine M√§nner f√ľr ihn ungehemmt in den Tod gingen und Zigtausende Iraner mit sich nahmen. Aber jetzt war die allgemeine Stimmung in seinem Volk sehr schlecht, sie hatten Angst und dies nicht ohne Grund.
Wie er es auch drehte und wendete und mit welchen Politikern und Generälen er sich auch Besprach, er stand kurz vor dem Ende seiner politischen Karriere. Es war sogar mehr, seine Lebensaufgabe schien vorzeitig unvollendet beendet zu werden, auch sein Tod schien keineswegs ausgeschlossen.
Er grunzte kurz auf und r√§usperte sich, dann griff er zu seinem Glas Tee und r√ľhrte mit dem L√∂ffel nachdenklich darin um.

Inzwischen rannten √ľberall auf der Welt Menschen mit gro√üen Schildern durch die St√§dte und demonstrierten gegen den sich ank√ľndigenden Krieg, der Ihrer Meinung keine Berechtigung hatte, weil Krieg niemals eine Berechtigung haben konnte. Die US Amerikaner wollten eine Pr√§ventivschlag f√ľhren, um die gesamte Welt vor einem verr√ľckten Despoten zu besch√ľtzen, och wer sollte die Menschheit vor Ihnen besch√ľtzen ? Langsam dr√§ngte sich diese Frage auf, sollten die Menschheit St√ľck f√ľr St√ľck zu Amerikanern gemacht werden. Hatten sie es in den letzten Jahrzehnten nicht schon des √Ėfteren versucht andere V√∂lker zu ihrem Gl√ľck zu zwingen. Den meisten Bewohnern dieses Planeten war klar geworden, dass alle amerikanischen vorgebrachten Argumente nur dazu dienten die wirklichen Absichten zu verschleiern. Es schien doch eher so, als ob sich die USA ein neues Wirtschaftsgebiet erschlie√üen und nat√ľrlich einhergehend damit, die Besitzverh√§ltnisse Ihrer Oberschicht zurechtr√ľcken und festigen wollte.
Die internationale Emp√∂rung der einfachen Menschen lie√ü sich jedoch weder kaufen noch intellektuell hinters Licht f√ľhren. Dennoch konnte man in diesen Tagen feststellen, dass die unz√§hligen Stimmen der Basis keinen Einfluss mehr auf die Entscheidungen von Politikern haben sollte.

Der irakische Diktator sprach am Nachmittag dieses Tages wieder mit seinen Beratern. Als sich alle im Versammlungsraum eingefunden hatten, holte man ihn aus seinem B√ľro. In seinen Gedanken w√§lzte er laufend Fragen: \"Gibt es denn gar keine Hoffnung mehr, diesen Krieg abzuwenden ? K√∂nnen wir diese amerikanische Aggression noch irgendwie verhindern oder haben wir zumindest eine Chance ihren Angriffen zu widerstehen ? \"
Er blickte √ľber den langen Tisch und sah nur in verlegend dreinblickende Augen, die keine Antwort parat hielten. Nachdem alle Platz genommen hatten und es Mucksm√§uschen Still geworden war, erhob einer seiner Gener√§le das Wort und sagte : \"Wir werden Ihnen mit all unserer Kraft entgegenstehen gro√üer F√ľhrer !\"
Dieser gutgemeinte Ausruf totaler Hingebung war nur ein geringer Trost in dieser Situation.
Saddam blickte in die Leere des Raumes und vor ihm tauchte schon wieder diese scheinheilig grinsende Fratze dieses amerikanischen Cowboys auf. Er selbst hatte nie einen heiligen Krieg gegen die Amerikaner ausgerufen, aber dieser Hillbilly tat dies. Der Kampf zwischen Gut und Böse. Gut, er hatte genug Blut an seinen Fingern, egal ob Familienangehörige oder Kurden, Iraner, was immer auch sich ihm in den Weg gestellt hatte, war beseitigt worden. Doch die Anmaßung amerikanische Politik gut zu heißen schien ihm die reinste Heuchelei. Hatte Amerika nicht schon immer andere Völker so sehr beeinflusst und dabei Tod und Elend jeder unbeteiligten Bevölkerung in Kauf genommen, wenn es in ihrem sogenannten nationalem Interesse lag. Ungezählte Tote..... Vietnam, Kuba, Nicaragua, Chile... um nur einige aufzuzählen, paahh, wer war hier Gut und wer war hier Böse.\"
Saddam f√ľhlte sich zum ersten Mal in seinem Leben wie ein eingesperrtes Tier und die Luft zum atmen wurde st√ľndlich d√ľnner.\"
W√§hrend er schwieg, schwiegen auch die Minister und Gener√§le nachdenklich, doch Ihnen ging auch anderes durch den Sinn und sie hatten Angst. Nur bei dem einen oder anderen war noch so etwas wie eine unsterbliche Zuversicht in ihren F√ľhrer geblieben.
Saddam sagte : \"Geben Sie mir einen Lagebericht !\"
Alle bewegten sich und kramten auf dem Tisch herum, General Haddad dachte zum gleichen Zeitpunkt, warum geht er nicht endlich ? Sollen wir wirklich alle sterben ? F√ľr ihn ?\"
Ein weiterer General erhielt das Wort und erkl√§rte, dass alle verbliebenen St√ľtzpunkte aufgel√∂st und neuverteilt worden sind. Zum gro√üen Teil hatte man die Soldaten in die Wohngebiete verteilt und untergebracht, da sie ansonsten in ihren den Amerikanern bekannten Stellungen und Kasernen, so gut wie keine √úberlebenschance hatten.
Viel hatten sie den angreifenden US Truppen nicht mehr entgegenzusetzen. Saddam h√∂rte sich die Lageberichte in gewohnter Ruhe an und er fragte sich, ob er nicht selbst noch eine M√∂glichkeit finden k√∂nnte um es diesen Amerikanern so richtig zu versalzen. Er wusste genau, dass die amerikanische Administration seinen Kopf wollte, so w√ľrden Sie in der gesamten Region eine neue √Ąra einleiten. Eine zweite Scharenzeit k√∂nnte anbrechen. Sie wussten genau, dass ein Krieg in solch einer Region erst einmal soviel Unruhe und Chaos schaffen w√ľrde, dass genug Zeit blieb gewisse Kr√§fte zu st√§rken und zu privilegieren. Das war der reinste Imperialismus. Saddam war voller Wut, wenn ihm auch bewusst war, dass es seine eigene Politik gewesen war, die den Amerikanern soviel Berechtigung f√ľr einen Krieg gab.
Nat√ľrlich gab es nicht wirklich eine Berechtigung, aber es war eine moralische Berechtigung f√ľr die √Ėlk√∂pfe aus Texas, deren religi√∂se Identit√§t kaum der fundamentalistischen Moslems nachstand. Er mochte sie beide nicht, weder diese arroganten Amerikaner, die glaubten ihre Zukunftsarmee w√§re der Schl√ľssel zum Erfolg, noch die verkalkten Muslime, die sich nie aus ihrer Armut heraus entwickeln wollten und jede menschliche Identit√§t kategorisch verbieten wollten. Da schien ihm noch die alte sozialistische Doktrin lebenswerter. Zu viel Freiheit war nicht gut f√ľr die Menschen, das wusste Saddam. Solch eine Volkesherde konnte man nur mit strenger Hand regieren. Demokratie schien ihm ein Hirngespinst was nicht zu verwirklichen war.

Washington D.C

George war jetzt in guter Stimmung, die Tabletten wirkten, und sie schienen ihm ein guter Ersatz f√ľr alkoholische Fl√ľssigkeiten. Sie machten ihn ruhig und auch die Geister verflogen. Er sollte heute noch mit seinem milit√§rischem Stab zusammen treffen und darauf freute er sich. Er war stolz auf das, was er bisher geleistet hatte und er musste zugeben, er war stolz auf seine einsatzbereiten Truppen. Im gefiel es wie seine Milit√§rs ihm st√§ndig vorf√ľhrten wie sie vollbepackte GI¬īs in die W√ľste schickten. Technisch war alles perfekt, eine perfekte Armee aus gottestreuen Amerikanern, die diesem elendigem Schmutzfink den Garaus machen w√ľrden. Er hasste diesen Mann im Irak. Er war ihm nie begegnet aber er hasste ihn. George sa√ü an seinem Schreibtisch und kramte in den Papieren ohne wirklich irgendetwas zu suchen oder bearbeiten zu wollen. Dies war nicht sein Ding. Fotos ja, aber zu viele Texte, Beweispapiere, Stellungnahmen und Berichte, er konnte sie nicht mehr sehen.
George drehte sich in seinem Sessel zum Licht und hielt sich ein paar Luftaufnahmen vor die Nase. Die Qualit√§t der Aufnahmen von den Satelliten war hervorragend. √úberall hatte dieser Schurke seine Giftgaslager hatte man ihm gesagt und deutlich mit einem Textmarker angezeigt. George hatte schon Hunderte dieser Fotos gesehen, es schien ihm fast so, als ob der gesamte Irak ein Giftgaslager war und dann diese Unmenschlichkeiten die er seiner eigenen Bev√∂lkerung angetan hatte. George kratzte sich am Kopf, man musste diesen Krieg f√ľhren davon war √ľberzeugt, man musste dieses Volk von seinem Leid mit Gewalt befreien und er musste Amerika sch√ľtzen, welches nur knapp 10.000 Kilometer entfernt war.
George war nicht von Anfang an f√ľr einen Krieg. Als das Ungl√ľck am 11. September geschehen war, war auch f√ľr ihn ein Traum kaputt gegangen, der Traum von der amerikanischen Unantastbarkeit. Das ganze Volk war in seinem Herzen und seinem Stolz getroffen. Abgesehen von dem Leid der Betroffenen, litt Amerika unter dem Gedanken, dass man der demokratischsten Demokratie der Erde, so etwas undemokratisches angetan hatte. Niemand wollte das Verstehen, es konnte nur aus purem Hass geschehen sein.
George w√§re am liebsten nicht mehr Pr√§sident gewesen in jenen Zeiten, aber dies war sein Schicksal und auch das erste Mal in seinem Leben, dass er sich f√ľr so richtig wichtig empfand. Er hatte die Aufgabe seiner Bev√∂lkerung Mut und Hoffnung zuzusprechen, mehr noch, er musste f√ľr Vergeltung sorgen. George war damals kaum in der Lage wirklich an Vergeltung zu denken, denn der Schock hatte ihn schwer getroffen. Doch jeder um ihn herum bedr√§ngte ihn Entscheidungen zu treffen und die vermeintlichen M√∂rder, koste es was es wolle zu jagen. Auch damals hatten sich seine milit√§rischen Berater um ihn geschart und dar√ľber aufgekl√§rt, dass es ein Land namens Afghanistan gab, und dort, so sie zeigten ihm auf ockerbraunen Bildern, auf denen er kaum etwas anderes als W√ľste erkennen konnte, dort sollten sich die T√§ter aufhalten, jedenfalls irgendwo dort.
Anfangs war George schwer entt√§uscht, denn er dachte mit seinen Geheimdiensten stimme etwas nicht, wenn sie selbst glaubten in diesem W√ľstenland die T√§ter f√ľr den Anschlag auf das WTC zu finden. Er konnte sich kaum vorstellen, dass dort √ľberhaupt ein Mensch leben sollte. Egal ob NSA, CIA oder FBI alle hatten sofort pl√∂tzlich Informationen √ľber bestimmte T√§tergruppen und George fragte sich, ob sie es nicht schon vorher gewusst haben k√∂nnten ?
Es brauchte trotz aller Beweise noch etliche Wochen um George davon zu √ľberzeugen das ganze Land Afghanistan mit Krieg zu √ľbersehen. Es waren harte Zeiten, denn in seinem inneren war George ein mitf√ľhlender Mensch und wenn er auch nicht viel f√ľr diese b√§rtigen sonnengebr√§unten vermummten Gestalten, die ihre Frauen qu√§lten und sich die Taliban nannten, √ľbrig hatte, so wollte er doch eigentlich nicht glauben, dass sie alle M√∂rder waren.
Und auch jetzt hatte es einige Zeit gebraucht, bis er verstanden hatte und akzeptieren konnte, das der Irakkrieg einfach sein musste, wie sein Vater es immer ausdr√ľckte. Ja sein Vater, George h√∂rte sehr auf ihn. Und sein Vater war es auch, der sich einst die Chance entgehen lie√ü den ganzen Ruhm f√ľr die Beseitigung des Diktators Saddam Hussein einzustreichen. Dies bereute er bis zum heutigen Tag, doch umso entschlossener war er, dass diese heilige Aufgabe nun von seinem Sohn beendet werden musste. Sein Vater hatte sich damals von den √§ngstlichen Geistern um ihn herum einreden lassen, dass die vollst√§ndige Besetzung des Iraks, schwerwiegende Krisen in der gesamten Region aufwerfen w√ľrde und Amerika auf Jahre in politische Schwierigkeiten verwickelt werden w√ľrde. Aber der ganze Humanismus schien ihm heute l√§cherlicher denn je.
George war kein wirklicher Politiker, genauso wenig wie er einst ein guter Firmenmanager gewesen war. √úberhaupt mochte er nicht wirklich arbeiten. Er wollte eine Aufgabe im Rahmen seiner gesellschaftlichen Zugeh√∂rigkeit, eine Aufgabe, die vielleicht auch jeder machen konnte. Eines hatte er gelernt, man brauchte genug Eink√ľnfte um als guter Amerikaner, guten Lebensstandard genie√üen zu k√∂nnen. Der Job als Gouverneur von Texas hatte ihm sehr gut gefallen, denn schlie√ülich brauchte er nur die Befehle zu erteilen, die ihm von seinen und Freunden der Familie zu gefl√ľstert wurden und es lie√ü sich so recht angenehm leben. Texas war nicht Amerika, und George stand damals bei weitem nicht so im Rampenlicht, wie er es jetzt tat, was ihm nicht wirklich gefiel.
George l√§chelte und in wenigen Minuten w√ľrde er mit seinen Beratern reden und danach eine weitere Pressekonferenz geben. Daran hatte er sich gew√∂hnt und es machte ihm gerade in den letzten Tagen wirklich Freude der ganzen Welt seine Entschlossenheit zu zeigen. Er konnte sich auch kaum ein L√§cheln verkneifen, obwohl es angesichts der Sachlage um einen Krieg mit einer v√∂llig verarmten, im Grunde harmlosen Bev√∂lkerung ging.
George war jedoch √ľberzeugt davon, das Gott mit ihm war, auch wenn der Papst anderes gesagt hatte, er wusste f√ľr sich selbst, dass er nicht √ľber die armen Iraker l√§chelte, sondern direkt in Saddams Gesicht lachte.
George selbst hatte nie einen Krieg mitmachen m√ľssen, aber nachdem man ihm von der Tauglichkeit amerikanischer Waffensysteme √ľberzeugt hatte, schien es ihm, als w√ľrde man nur noch ganz gezielt die B√∂sen t√∂ten, um danach Gutes zu ernten. Nat√ľrlich war auch er schon auf den Gedanken gekommen, es k√∂nnte einigen seiner Gesellen auch hintergr√ľndig nur um das √Ėl gehen, aber sein Vater und dessen Freund Bumsfeld hatten gesagt, dass dies allein eine Sache der Demokratisierung ist, ein Kampf gegen die √ľblen Menschenrechtsverletzter, Terroristen und Antiamerikaner. Nein, es ging auch nicht gegen die Moslems als Glaubensgemeinschaft und wenn sich andere V√∂lker dadurch einsch√ľchtern lassen, dann w√§re dies ihr Problem. Der Krieg bedeutete wirklich etwas Gutes. Er w√ľrde f√ľr die gesamte Region, so etwas wie ein warmer Regen sein, selbst das Pal√§stinenserproblem w√ľrde sich dadurch l√∂sen lassen.
George glaubte seinem Vater und auch seinen Freunden aus der alten YALE-Verbindung, die sich Gottesf√ľrchtig \"Skull & Bones\" schimpfte. √úberhaupt war diese Verbindung, die man prosaisch \"Sch√§del und Knochen\" nannte, so etwas wie ein richtiger R√ľckhalt f√ľr George gewesen, es war eine zweite Familie. George war froh, dass er nicht nur an Gott glauben durfte, der ja kaum greifbar war, sondern auch an die Glaubensbekenntnisse seiner Verbindung in der er immer wieder Zuspruch fand. Das man dort farbige Mitglieder nicht aufnahm, schien George ein unwesentlicher Faktor. Schon als Junge hatte er die vielen Treffen seiner Eltern mit Gesch√§ftsleuten Politikern und Freunden geliebt. Es gab Gesch√§ftstreffen zum Dinner, Partys und andere Meetings. Alle bildeten eine riesige Familie und George traute ihnen allen. Das machte ihn wiederum besonders beliebt, denn er war immer zu einem Spa√ü bereit und ein guter Kerl, der irgendwie mit allen auskam. Obwohl nicht wirklich ein guter Student, konnte man ihm getrost einfache Aufgaben √ľbernehmen lassen, so kam er auch in die Aufsichtsr√§te einiger √Ėlfirmen. Das nun dadurch andere einfache Menschen viel Geld verloren hatten, w√§hrend er sein Hab und Gut immer noch irgendwie retten konnte, war sp√§ter kaum der Rede wert, als man ihm zum Gouverneur von Texas machte und dann als Pr√§sidenten aufstellten sollte.
Die Minuten vergingen wie im Flug und endlich kamen die Berater mit neuen Nachrichten. Der Krieg konnte nicht mehr weit sein.

Im Irak war die Sonne untergegangen und Saddam war sich sicher, dass sie heute Nacht noch nicht kommen w√ľrden, aber es konnte nicht mehr lange dauern. Er hatte sich deshalb entschlossen im Palast zu schlafen, wer wusste schon wie lange ihm dieser Ausblick und die Abgeschiedenheit von seiner Familie noch erhalten blieb. Der Bericht seiner Schergen hatte nicht eine einzige L√∂sung hervorgebracht. Alles lastete auf ihm, er sollte abtreten. Vielleicht h√§tte er es seinem Volk gegen√ľber auch getan, wenn nicht dieser Texaner sein Kontrahent w√§re. Warum war diese verdammte UN nicht in der Lage die Dinge zu Regeln, warum war nicht die V√∂lkergemeinschaft zur Bedrohung geworden, es h√§tte ihm doch einige Entscheidungen einfacher gemacht. Doch diese amerikanischen Verr√§ter, die ihn Jahre lang gut zu geredet hatten, einen Krieg zu f√ľhren, ihn mit Geld und Waffen unterst√ľtzt hatten, sollten ihn nicht in die Knie zwingen, eher w√ľrde er es zu lassen, mit seinen Soldaten zu sterben. Wenn ihm doch nur etwas einfallen w√ľrde, was diese amerikanischen Cowboys davon abhalten konnten, das gesamte Land in Klump und Asche zu legen....

George hingegen hatte noch zwei weitere Tabletten genommen, nachdem seine Berater wieder gegangen waren und er noch eine kurze Pause bis zur Fernsehrede hatte. Sie schienen ihm alle so ungeduldig und wenn er ehrlich war, freute er sich auch schon ein bisschen auf die gro√üe Schlacht. Nat√ľrlich war ihm bewusst, dass es Tote und Verletzte geben w√ľrde, aber er freute sich auch nicht da dr√ľber, es war vielmehr eine Freude auf die Berichte und die Aktivit√§ten die w√§hrend des Krieges auf ihn zukommen w√ľrde, schlie√ülich war er der oberste Befehlshaber, er f√ľhlte sich wirklich integriert in diesen Zeiten. Er w√ľrde sagen, wann und wo gr√∂√üere Bombereins√§tze geflogen werden oder die Streitkr√§fte zuschlagen. Kein anderer, nur er.
So etwas hatten noch nicht viele Menschen vor ihm erlebt, Pr√§sident eines so riesigen Landes zu sein und die Streitkr√§fte in den Krieg zu schicken, ja, er war der erste der diesen pr√§ventiven Krieg, mit solch einer Superstreitmacht in diesem Jahrhundert f√ľhren w√ľrde, mehr noch, er w√ľrde siegen. Diesen Irakern w√ľrde f√ľr immer die Lust an einer weiteren Militarisierung vergehen, da war George sich sicher, auch wenn ihm immer noch nicht ganz klar war, was mit einem Pr√§ventivschlag eigentlich gemeint sei.
Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich schon damit abgefunden, dass die Welt√∂ffentlichkeit die so oft betonten amerikanischen Interessen und die weltweite Bedrohung nicht verstehen wollten. Diese Europ√§er und Asiaten, Araber und Afrikaner waren auch keine Amerikaner, sie hatten anscheinend keine Werte und Ideale f√ľr die sie zu k√§mpfen bereit waren. George hatte nichts gegen sie und ihre verdrehte Meinung, aber sie waren ihm in letzter Zeit immer l√§stiger geworden. Zum Gl√ľck hatte sein Vater ihm gesagt, dass er sich verdammt noch mal einen Teufel um ihre Meinung scheren sollte. Dies war die Zeit Amerikas, jetzt konnte Amerika die Welt von diesem Tyrannen befreien und Amerika war bereit auch noch ganz andere Tyrannen auszuschalten. Seine Berater hatten ihm noch einmal deutlich gemacht, wie notwendig und selbstverteidigend dieser Krieg doch war. Wieder zeigten sie ihm Berichte und Fotos von Waffenlagern, wobei George sich wunderte, dass ganz unten klein in die linke Ecke gedr√§ngt, kaum leserlich, das Datum von 1989 zu finden war.
George torkelte aus dem Zimmer, wo man ihn schon erwartete, er wanderte zum Rednerpult und er sp√ľrte, dass ihm diese ganze √§u√üere Aufgeregtheit √ľberhaupt nichts mehr ausmachte. Seine Leibw√§chter schirmten ihn ab, man hielt ihm ausgestreckte H√§nde entgegen, er wurde gefeiert. Er faltete das Blatt Papier was ihm sein Ghostwriter gegeben hatte und welches er schon vor einigen Stunden versucht hatte auswendig zu lernen, was noch nie seine St√§rke gewesen war.
Am besten gefielen ihm immer die S√§tze in denen klar ausgedr√ľckt wurde, dass sie sich auf der richtigen Seite befanden, diese Art der Selbstbeschw√∂rung war nicht nur Mut machend sondern direkt wohltuend. Amerika war bedroht worden und wer hatte nicht das Recht sich zu verteidigen. Das man bei der Suche nach der Bedrohung anderen Menschen etwas Unannehmlichkeiten Bereiten musste, war vielleicht nicht sch√∂n, aber auf dem Weg das Gute zu erreichen mehr als nur Zweckm√§√üig. Menschenleben seien zu bedauern, aber auch schnell wieder vergessen, wenn die √úberlebenden erst einmal wie Amerikaner f√ľhlen und denken gelernt hatten und mit einer Coca Cola und Popcorn in der Hand, in einen Hollywoodfilm im Kino sitzen w√ľrden, w√§ren sie sicher auch davon √ľberzeugt, das dieser Krieg eine Notwendigkeit war.

Saddam konnte dies Nacht nicht gut schlafen, immer noch kreisten seine Gedanken um eine L√∂sung, die nur bedeuten konnte, dass er dabei nicht sein Gesicht und vor allem seine Macht verlieren durfte. Er hatte ihnen im Grunde auch schon alles preisgegeben. Sicherlich waren die wichtigsten Pl√§ne f√ľr ihre Waffenprojekte versteckt und gesichert, aber es w√ľrde schon jetzt mindestens ein Jahrzehnt dauern, bis er seine Armee ann√§hernd auf den Stand gebracht h√§tte, wie vor dem Irankrieg. Diese UN Inspektoren hatten gute Arbeit geleistet. Saddam hatte sogar Verst√§ndnis f√ľr die Forderungen der Weltgemeinschaft. Doch nur die wenigsten der L√§nder hatten eine Ahnung davon was es bedeutete, die gr√∂√üten √Ėlreserven der Welt zu besch√ľtzen. Seine arabischen Nachbarn, die Zionisten, die Kapitalgesellschaften aller Herrenl√§nder, sie alle hatten schon immer versucht die Politik im Irak zu beeinflussen.
Saddam hatte Tr√§ume von einem modernen arabischen Staat und er hatte Zeit seines Lebens gelernt, das Gewalt ein zu akzeptierendes Mittel ist, bestimmte Interessen durchzusetzen und neue Trends einzuf√ľhren. Religion hatte f√ľr ihn kein Recht politischen Einfluss zu nehmen, sie konnte vielmehr einen Rahmen schaffen, um politische Forderungen durchzusetzen und zu im Namen Gottes zu argumentieren. Sie war ein Mittel f√ľr den gesellschaftlichen Zweck.
Saddam hatte allen befohlen, dem bevorstehenden Angriff mit aller Härte entgegenzutreten.

Nur zu gerne h√§tte er daran geglaubt, dass sein Schicksal dadurch eine Wendung nehmen sollte. Im Grunde hielt er sich f√ľr unschuldig und den amerikanischen Imperialisten vor den Augen der Welt√∂ffentlichkeit ausgeliefert, ohne einen wirklichen Freund, ohne milit√§rischen Beistand anderer L√§nder. Er hatte nicht damit gerechnet, dass er diesen schlafenden Tiger wirklich so erz√ľrnen konnte, wie es der Fall gewesen war. Saddam schlief mit diesen Gedanken ein und er knirschte mit den Z√§hnen in dieser Nacht.

George hingegen war guter Dinge und trotz aller Verbote seines Vaters und seinen besorgten Erklärungen hatte er sich kurz vor dem schlafen gehen einen Whisky gegönnt.
In der Fernsehrede hatte er noch ein weiteres Mal sein eigenes Volk beschworen, nicht den Unt√§tigen zu glauben, den Europ√§ern und Weicheiern dieser Welt, sondern der Gefahr ins Auge zu sehen. Nein, niemand wollte einen Krieg, doch er musste sein und zwar jetzt. Irakische Opfer w√ľrde es nicht geben, soviel stand f√ľr ihn fest, er hatte vollstes Vertrauen in die Maschinerie des Todes, es w√ľrden am Ende nur befreite Menschen √ľbrig bleiben.
Am Ende seiner Rede war auch George selbst wieder etwas mehr davon √ľberzeugt, dass es kein zur√ľck mehr geben konnte. 200.000 Mann waren in Bewegung gesetzt worden, sie w√ľrden eine gerechte Aufgabe erledigen und er erw√§hnte sie in all seinen Gebeten. Was er allen vor enthalten hatte war, dass sein Stab davon √ľberzeugt war am n√§chsten Abend schon losschlagen zu m√ľssen, aber dies war auch im Interesse der nationalen Sicherheit und sp√§ter w√ľrden dann andere Ereignisse diesen Sachverhalt verdr√§ngen. George erw√§hnte dann noch beil√§ufig, dass er absolut daran glaube das Richtige zu tun und all die UN Abgeordneten w√ľrden falsch mit ihrer Einsch√§tzung liegen, √ľberhaupt w√§ren in diesem Fall einfach die amerikanischen Interessen eine Priorit√§t, die eine UN Zustimmung gar nicht notwendig macht. Sein Amerika hatte Macht und diese Macht sollte in diesen Tagen vollst√§ndig ausgespielt werden. Sollten die Kritiker sich doch in den UN Gremien die Haare raufen, was wollten Sie schon tun, Amerika den Krieg erkl√§ren ? Bei diesem Gedanken musste er schon Lachen und mit einem Schmunzeln im Gesicht schlief er wohlbeh√ľtet von amerikanischen Streitkr√§ften ein.

Diese letzte Nacht, von der nur eingeweihte Amerikaner wussten, dass es sich um die letzte Nacht des Friedens handelte, sollte jedoch noch andere Geister wach halten, die die ganze Situation aus ihrer Sicht betrachteten und bereit waren ihren Teil an der Weltgeschichte beizutragen.

Pjöngjang, noch innerhalb der selben 24 Stunden.

Der nordkoreanische Ministerpr√§sident stand seit zwei Wochen unter st√§ndiger medizinischer √úberwachung. Er hatte dies zwar stets abgelehnt, denn er f√ľhlte sich keineswegs krank, aber um die vielen Stimmen um ihn herum zu bes√§nftigen willigte er in eine routinem√§√üige t√§gliche Kontrolle ein.
Seinen untergebenen Mitarbeitern innerhalb des kommunistischen Kaders war jedenfalls in den letzten Wochen deutlich geworden, dass sich sein Nervenkost√ľm merklich ver√§ndert und sensibilisiert worden war. Er sprach des √Ėfteren mit sich selber und er war sehr herrisch anderen gegen√ľber, √ľberhaupt wirkte er gereizt und unausgeglichen. Seine Kaderfreunde machten sich wirklich Sorgen, es war auch nichts aus ihm herauszubekommen. √úber famili√§re sprach man im allgemeinen nicht auf dieser politischen Ebene, aber daran mochte auch niemand wirklich glauben, vielmehr hatten alle die Vermutungen, dass er sich die politische Situation zu sehr zu Herzen nahm, in zunehmenden Ma√üe die Au√üenpolitische.

Kim Jong II war tats√§chlich im h√∂chsten Ma√üe aufgeregt √ľber die weltweite politische Entwicklung. Sicherlich gab es auch genug innenpolitische Missst√§nde, die seine gesamte Energie ben√∂tigen w√ľrden, doch einige davon schiene so unl√∂sbar, dass man sie gut und gerne Verdr√§ngen konnte. Kim betrachtete schon immer all die vielen Geschehnisse die in der Welt so vor sich gingen. T√§glich erhielt er stapelweise Zeitungen aus aller Welt und er konnte sich s√§mtliche Satellitenprogramme anschauen. Sein englisch war gut, und er wusste von den Problemen im Nahen Osten und anderswo auf der Welt und √ľber die Jahre hatte sich seine Meinung nur noch best√§tigt, dass die Einfl√ľsse des Kapitals auf die Politik aller L√§nder immense Ausma√üe angenommen hat. √Ėl, R√ľstung, Nahrung, alles war ein politisches Druckmittel und lag im Interesse vieler Nationen, wobei die einen hierhin und andere wieder dorthin tendierten. Ganze Regierungen waren jedoch erpressbar oder diplomatischer ausgedr√ľckt, lenkbarer geworden. Kim war von diesem Weltmarkthandel auch betroffen, er war gezwungen worden gewisse Entwicklungen in seinem Land zu unterdr√ľcken, um Nahrungsmittellieferungen ins Land zu bringen. Ihm war klar, dass er diesen Handel nicht tun br√§uchte, wenn seine Bev√∂lkerung sich selbst ern√§hren k√∂nnte, aber dies war aus der Geschichte seines Landes heraus nie m√∂glich gewesen. Kim Jong hatte wiederum seine eigen Sicht der Dinge, dabei unterschied er sich nicht von Saddam und George. Kim sah mit wachsender Aufmerksamkeit was sich auf der au√üenpolitischen Bildfl√§che abspielte und er erkannte die Absichten der US Amerikaner und war sehr erz√ľrnt dar√ľber. Er hatte sich schon mit den Genossen in China verst√§ndigt und sie waren sich einig dar√ľber, dass der Texaner, den sie freundlich den Kosenamen Junior gegeben hatten, sich die Erd√∂lvorkommen des Iraks unter den Nagel rei√üen wird. Kim beschwor die Chinesen massiv gegen dieses Vorhaben zu protestieren. Doch er musste einsehen, dass sie der Entwicklung der Dinge bei weitem nicht so interessiert verfolgten wie er. Kim hingegen, sah in der Kriegsank√ľndigung der USA gegen den Irak den Versuch der gesamten Welt klar zu machen, dass die USA an jeder Stelle der Erde ihre Bedingungen diktieren werden. Kim bereiteten diese Gedanken Kopfschmerzen und er hatte schon vor zwei Wochen zur Beruhigung seiner Nerven profilaktisch seine Streitkr√§fte in h√∂chste Alarmbereitschaft versetzt. Damit nicht genug, st√§ndig verfasste er Stellungnahmen zum offiziellen Verhalten der Amerikaner, dabei sparte er nicht mit deutlichen Drohungen. Nicht nur die Amerikaner hatten das Recht auf ihrer Seite, genauso wie sie es sahen, hatte demnach auch jedes andere Land das Recht seine Meinung mit Gewalt oder Pr√§ventivschl√§gen durchzusetzen, dies musste doch einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden. Die Ignoranz die diese Amerikaner der UN gegen√ľber an den Tag legte, best√§tigte ihn, dass sich die Vergangenheit wiederholen sollte. Sie benutzten die selben kleinen schmutzigen Tricks wie einst in der Koreakrise oder auch bei dem sp√§teren Vietnamkrieg. B√∂se Unterstellungen und Anfeindungen, gingen wohl gerechtfertigten milit√§rischen Angriffen voraus. Die Amerikaner antworteten nicht auf seine Anrufe, sie ignorierten seine Meinung genauso wie die vieler anderer Nationen und das machte ihn w√ľtend, so w√ľtend das sein Blutdruck schon merklich gestiegen war.
Kim nahm die Sache sehr ernst, er f√ľhlte sich rundum indem best√§tigt, was er schon immer √ľber die Amerikaner gedacht hatte, sie waren dem Imperialismus vollends verfallen, √ľberhaupt funktionierte ihr kapitalistisches System nur auf der Basis der Ausbeutung von nat√ľrlichen Ressourcen, eingeschlossen menschlichen Lebens. Nur wer rigoros Land und V√∂lker ausbeutete konnte maximale Gewinne erzielen, dabei waren die, die dabei auf der Strecke blieben sozusagen der nat√ľrliche Ausschuss.
Die nordkoreanische Armee war von ihm schon vor Wochen in h√∂chste Alarmbereitschaft versetzt worden und wenn die Menschen in Nordkorea auch nicht viel zu essen hatten, so waren sie doch bis an die Z√§hne bewaffnet. Was vor der Welt√∂ffentlichkeit in den letzten Jahrzehnten immer verheimlicht werden konnte war z.B. ihr strategisches Atompotential. Kim Jong wusste, dass es nur noch wenige Tage dauern w√ľrde bis die Amerikaner zuschlagen werden und dabei waren sie bereit die gesamte UN zu ignorieren. Noch in dieser Nacht nahmen die verh√§ngnisvollen Ereignisse ihren Lauf.

W√§hrend George noch beruhigt schlief hatte sic stillschweigend der Flugzeugtr√§ger Nimitz dicht an das nordkoreanische Seegebiet man√∂vriert, denn die USA wollten auch hier St√§rke zeigen. Zus√§tzlich hatten sie Bomberstaffeln auf Guam stationiert, die von dort aus sowohl den Irak als auch Nordkorea erreichen konnten. Der Kapit√§n der Nimitz beging einen verh√§ngnisvollen Fehler. W√§hrend er sein Schiff entlang dem Hoheitsgebiet der Nordkoreaner schipperte, steuerte er die schwimmende Festung einige Meilen in das Gebiet hinein. Als Kim Jong noch am fr√ľhen Morgen davon unterrichtet wurde, war f√ľr ihn die Sachlage eindeutig und er handelte abrupt.
Zwei Staffeln MIG 29 J√§ger wurden auf den Weg gebracht und kaum zwei Stunden sp√§ter √ľberraschten sie die Nimitz im chinesischen Meer. Sie beschossen den Flugzeugtr√§ger und besch√§digten ihn schwer. Die Amerikaner hatten mit dieser aggressiven Abwehrhaltung nicht gerechnet und zu sp√§t reagiert. In dem Luftkampf wurden zwar 3 Maschinen der Koreaner abgeschossen, doch auch sie verloren 2 ihrer Jets, aber was noch viel schlimmer war, die Nimitz war nicht mehr einsatzf√§hig.
George hatte diese Nacht keine schlechten Träume, um so schlimmer war es als er geweckt wurde und die Nachricht erhielt. Jetzt mussten Entscheidungen getroffen werden, zumal in wenigen Stunden, der Präventivschlag gegen den Irak einsetzen sollte. Seine Militärs rieten ihm, sofort die auf Guam stationierten Bomber starten zu lassen und Pjöngjang eine Lehre zu erteilen, dabei sollten nur militärische Ziele angegriffen werden. George stimmte zu und die Maschinen stiegen auf.
Als die ersten Bomben auf Nordkorea niederprasselten war Kim klar, dass er sich jetzt mit den USA in einer kriegerischen Auseinandersetzung befand. Die USA direkt anzugreifen √ľberschritt deutlich seine M√∂glichkeiten, Kims Blutdruck war in den letzten zwei Stunden ein weiteres Mal gestiegen und es war m√∂glich, dass dies seine Entscheidungsf√§higkeit einschr√§nkte. Kim versammelte seine Milit√§rs und man beschloss, einige seiner Bomber die in der Lage waren, den Irak zu erreichen mit strategischen Atomwaffen auszur√ľsten. Kim war zeit seines Lebens ein kleiner unscheinbarer Mensch, der obwohl Staatsoberhaupt, nie seine Herkunft verleugnete. Jetzt aber war sein Zorn so sehr gewachsen, dass er ma√ügebliche Zeichen setzen wollte.

Kim hatte von den Chinesen genug Informationen bekommen, um zu wissen, wo die Hauptstreitmacht der US Streitkr√§fte f√ľr den Angriff auf den Irak stationiert waren und man instruierte die Piloten, die mit ihren Maschinen kaum in der Lage waren 7000 Kilometer zu fliegen, dass sie ihre atomaren Cruise Missiles, in Abschussweite zu diesen Verb√§nden bringen sollten und dann nat√ľrlich auch abfeuerten, was dann mit ihnen geschehen sollte blieb unklar. Man einigte sich darauf, dass sie versuchen sollten in Syrien oder dem Iran zu landen, Nordkorea w√ľrde sich dann um ihre R√ľckf√ľhrung k√ľmmern. Viele seiner Milit√§rberater hatten arge Zweifel an dem Erfolg solch einer Aktion, wahrscheinlich w√ľrden die Maschinen vorher abgefangen werden. Kim hingegen wollte nicht unt√§tig bleiben und den Imperialisten eine heftigen Schlag versetzen.
Er lie√ü 12 Flugzeuge unverz√ľglich bewaffnen und mit Sprit voll zu stopfen, dann starteten sie.

Die amerikanischen Gener√§le waren auf Grund der Vorkommnisse im chinesischen Meer sehr beunruhigt, zumal sie sich alle in Ruhe auf den bevorstehenden Angriff auf den Irak konzentrieren wollten. Der Bomberangriff auf Nordkorea hatte wohl Wirkung gezeigt und man vertraute erst einmal darauf, dass die Koreaner eingesch√ľchtert waren. Aber bevor man weitere Ma√ünahmen einleiten konnte, konzentrierten sie sich auf den anstehenden Irakkrieg.
Dies wiederum f√ľhrte dazu, dass die nordkoreanischen Maschinen einige Tausend Kilometer weit auf den Irak zu fliegen konnten ohne bemerkt zu werden. Die Cruise Missiles die bei sich hatten, waren bei weitem nicht wirklich zielsicher und noch dazu hatten die Piloten der Maschinen keine Kenntnisse der Geographie in diesen Regionen der Erde, doch sie waren entschlossen ihr Bestes zu geben. Als die Amerikaner bemerkten, dass dort koreanische Flugzeuge in der Luft waren, konnten sie sich kaum erkl√§ren wie sie soweit gekommen waren. Man schickte F-14 J√§ger in die Luft um sie abzufangen. Die Koreaner hingegen hatten fast ihr Zielgebiet erreicht, denn die Lenkwaffen konnten schon knapp 1000 Kilometer vor dem eigentlichen Ziel abgefeuert werden. Ein Luftkampf mit den Amerikanern war ausgeschlossen.
Die F-14 Staffeln erreichten die Maschinen der Koreaner fast zur gleichen Zeit als bei den Amerikanern der Zeitpunkt X zum Angriff auf den Irak eingetreten war. Sie hatten den Befehl die Maschinen unverz√ľglich abzuschie√üen. 6 der Maschinen der Koreaner feuerten ihre Raketen jedoch noch Minuten vor diesem Zusammentreffen ab und nahmen Kurs auf den IRAN und Syrien. Die 6 folgenden Maschinen trafen auf die amerikanischen Maschinen und wurden abgeschossen, wobei ihre atomare Fracht mit den Wrackteilen der Flugzeuge in die W√ľste Afghanistans st√ľrzten, was sp√§ter zu weiteren weltpolitischen Schwierigkeiten f√ľhren sollte.
W√§hrenddessen man in Amerika den Pr√§sidenten √ľber den dramatischen Zustand aufkl√§rte, flogen nun 6 Marschflugk√∂rper mit unbekanntem Ziel √ľber den Irak. Einige Iraker, die sie am Himmel bemerkt hatten dachten zuerst an den amerikanischen Angriff, doch sie wurden eines besseren belehrt.
Die nordkoreanischen Piloten hatten die Flugk√∂rper mehr schlecht als Recht auf die Ziele eingestellt und wenn es sich auch nicht um wirkliche Atombomben handelte, so hatten diese Raketen doch soviel Sprengkraft wie eine Viertel Hiroshimabombe. Tats√§chlich knallte es nach kurzer Zeit auf dem Gebiet von Kuwait, Saudi Arabien und im Irak selbst. Das I-T√ľpfelchen dieses Angriffs lieferten jedoch zwei der Marschlugk√∂rper, die irgendwie vom Kurs abgekommen waren und in Israel und in einem pal√§stinensischen Fl√ľchtlingslager in Jordanien einschlugen. Dies war nicht gewollt, aber so nahm die Wut Kim Jongs ungeahnte Ausma√üe an.

Ja, George hatte es schon vorhergesagt, der Irakkrieg war in der Lage das Palästinenserproblem zu lösen !

Man kann √ľber die von mir geschilderten Vorf√§lle denken wie man will, es spielt eigentlich keine Rolle mehr, denn seit diesen Tagen haben wir auf der Erde schlimmere politische Zust√§nde als zu Zeiten des Kalten Krieges, als die Welt haupts√§chlich in zwei Lager aufgeteilt war. Jetzt waren die Fronten nicht mehr zu kl√§ren und Osama Bin Laden hatte durch afghanische Bauern zwei der Atomwaffen Nordkoreas in die Hand bekommen, sie wurden bis heute nicht wiedergefunden.

Die UN war zwar √ľber diesen Angriff emp√∂rt, doch hier musste man sich auch mit der Frage von Ursache und Wirkung auseinandersetzen. Ich will nun nicht weiter auf die sp√§teren Entwicklungen, die aus dieser Krise entstanden waren, eingehen. Immerhin sitze ich hier gl√ľcklich in einem atomaren Bunker und wenn die Wissenschaftler recht behalten, d√ľrfen wir schon in 666 Tagen wieder an die Erdoberfl√§che.
(c) Gert Klimanschewski 10.3.2003


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Michael Schmidt
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Hallo yza,

zwischendrinn sind einige L√§ngen, ich w√ľrde die Geschichte ein wenig straffen.
Ansonsten war es am√ľsant zu lesen.

Bis bald,
Michael
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