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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der bunte Drachen (für Kinder?)
Eingestellt am 01. 08. 2001 21:55


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Monika M.
Hobbydichter
Registriert: Jun 2001

Werke: 28
Kommentare: 13
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Der bunte Drachen




Am Himmel war kein Wölkchen, die Sonne strahlte warm und ein herrlicher, frischer Wind blies über die Wiesen. Katja sah aus dem Fenster und wusste sofort, dies war der richtige Tag für ihren Drachen.
Ganz neu war der noch, seine bunten Farben leuchteten hell. Blau, gelb und rot war sein Schwanz und das Gesicht auf ihm lachte vergnügt vor sich hin. Es schien fast, als ob er auf diesen Tag genauso sehnsüchtig gewartet hätte, wie Katja selbst.
Und schon war es soweit! Der Drachen erhob sich mit dem Wind!
Katja lachte vor Begeisterung. Sie hielt die Schnur ganz fest und schaute zufrieden zu ihrem Drachen hoch.
Der flatterte im Wind und schwenkte an seiner Schnur hin und her. Sein Gesicht lachte noch mehr als zuvor. Auch ihm gefiel dieser Tag. Es war einfach herrlich hier oben in den Lüften zu schweben. Wenn Katja an der Schnur zog, dann drehte er gehorsam seine Kreise und lachte vor sich hin.
Doch plötzlich kam ein gewaltiger Windstoß! Er zog so fest an der Schnur, dass das Mädchen sie kaum noch halten konnte.
„Oh, nein!“, rief sie erschrocken, doch da war es auch schon passiert. Mit einem Ruck zerriss die Schnur und der Drachen war los!
Erschrocken verharrte der Drache für einen Augenblick lang bewegungslos am Himmel. Sein Gesicht schien gar nicht mehr zu lachen, doch dann erfasste ihn der Wind und trug ihn, ohne zu fragen, immer weiter fort.
Traurig blieb Katja auf der Wiese stehen und blickte ihrem Drachen nach. „Komm zurück“, rief sie, so laut sie konnte, „bitte, komm doch zurück!“
Doch so gerne der Drachen ihr diesen Wunsch erfüllt hätte, er konnte nicht! Der Wind nahm ihn immer weiter mit sich und bald konnte er das Mädchen nicht einmal mehr sehen. Da seufzte er tief auf und sein ehemals so lustiges Gesicht wurde ganz traurig.
„Ach, lieber Wind“, bat er leise, „trage mich doch zurück! Was soll ich hier ganz alleine in der Luft? Es macht keinen Spaß hier oben." Aber der Wind raunte nur leise und hörte nicht auf ihn.
Traurig blickte der Drachen nach unten. Alles war weit entfernt und sehr klein. Da lag ein Dorf mit vielen Feldern und Wiesen, doch die Gegend war ihm fremd. Er wusste nicht, wo er jetzt war, und wie er jemals zurück finden sollte.
„Bitte, lieber Wind“, versuchte er es noch einmal, „das Mädchen wartet doch auf mich! Was mache ich hier oben ohne Schnur? Wehe mich doch zurück!“
Doch wieder raunte der Wind nur leise und trieb ihn mitten in eine Vogelschar, die laut und ärgerlich krächzte. Einige der Vögel hackten sogar mit ihren Schnäbeln nach ihm und ein Hieb riss ein kleines Loch in seine linke Spitze.
Nun schwieg der Drachen traurig. Er hatte keine Ahnung, wo er war und wie er jemals zurückkehren sollte. Ohne die Hilfe des Windes war er verloren. Irgendwann würde er abflauen und ihn einfach fallen lassen. Immer trauriger wurde das Gesicht des Drachens, und wenn er gekonnt hätte, dann hätte er laut geweint.
Aber da bekam der Wind doch noch Mitleid mit ihm. Einen Moment lang hielt er inne, und der Drachen dachte schon, nun müsse er abstürzen. Doch dann änderte der Wind seine Richtung! Ja, wirklich, nun wehte er ihn zurück.
Der Drachen jubelte laut auf. Vielleicht würde er den Weg nun finden. Vielleicht war er bald zu Hause!
Katja hatte währenddessen ungeduldig auf ihren Drachen gewartet. Immer wieder lief sie auf die Wiese hinaus und suchte den Himmel ab.
„Er kommt zurück“, behauptete sie. „Ich bin ganz sicher!“
Aber der Tag verging und keine Drachen erschien am Himmel. „Heute werde ich noch einmal nachsehen“, nahm sich das Mädchen traurig vor. „Nur noch heute....“
Sie ging langsam zur Wiese und schüttelte enttäuscht den Kopf. Nichts war zu sehen, doch da entdeckte sie etwas Buntes in einem der nahen Bäume. Aufgeregt lief sie hin und wirklich, da hing ihr Drachen! Er war nach Hause gekommen!
„Ich wusste es“, rief Katja. „Vielen Dank, lieber Drachen.“ Vorsichtig befreite sie ihn aus den Ästen. Seine Farben leuchteten nicht mehr ganz so hell und neu, aber sein Gesicht strahlte sie unverändert lustig an.




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Der erste Schritt seinen Traum zu verwirklichen ist - aufzuwachen...

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Monika,

die Geschichte gefällt mir ausgesprochen gut. Sie ist schön dosiert aufgebaut, mit etwas Wehmut für Katja und den Drachen in der Mitte und mit einem netten, angenehmen Ausklang am Ende.
Haste echt gut gemacht.

Gruss
RS

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Monika M.
Hobbydichter
Registriert: Jun 2001

Werke: 28
Kommentare: 13
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Vielen Dank, RS

Die Geschichte entstand übrigens, weil meine Tochter eine wirklich begeisterte Drachenanhängerin ist. Zum Glück ist ihr noch nie einer "entflogen".
Viele Grüße
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Der erste Schritt seinen Traum zu verwirklichen ist - aufzuwachen...

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
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ja,

auch mir gefällt die geschichte sehr gut. in meiner abc-zeitung stand damals eine geschichte von einem drachen, der sich absichtlich losgerissen hatte und von den vögeln angepickt und vom regen begossen wurde, dann kehrte er reumütig zurück. deine geschichte ist so schön ohne erhobenen zeigefinger. ganz lieb grüßt
__________________
Old Icke

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leonie
Guest
Registriert: Not Yet

hallo monika

also einen drachen der wieder zurück kommt, den hätte ich mir als kind auch gewünscht. ich weiß gar nicht mehr wie viele mir abhanden gekommen sind. eine tolle geschichte hast du dir da ausgedacht.
ganz liebe grüße leonie

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