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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Der fehlende Mosaikstein
Eingestellt am 02. 06. 2005 23:35


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SaschaV
Schriftsteller-Lehrling
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Der fehlende Mosaikstein

1. Das Loch

    â€žIch bring dich um, du mieser kleiner Feigling!“ „Bitte! Tun Sie mir nichts! Ich hab Ihnen doch gar nichts getan!“ „Nichts getan? Du hast mir nichts getan? Ach ja? Du kleine fiese Drecksau hast mein Leben zerstört! DU bist an allem Schuld! Du bist schuld, dass ich bin, was ich bin! Aber ich zahl’s dir heim! Du entkommst mir nicht!“ „Ich bin unschuldig! Bitte! Das muss alles eine furchtbare Verwechslung sein! Ich kenne Sie doch gar nicht! Wie soll ich denn Ihr Leben zerstört haben?“ „Halt die Schnauze, du Weichei!“
    Der Schlag mit der flachen Hand explodierte förmlich in seinem Gesicht. Der gezielte Schwinger eines Profiboxers hätte ihn nicht härter treffen können. Die schon arg strapazierte Haut ĂĽber seinen Wangenknochen gab den längst zum Scheitern verurteilten Kampf endlich auf und platze an der Stelle, wo die harten Fingerknöchel der ans Zuschlagen gewöhnten Hand sie trafen. Die Wucht des Schlages schleuderte seinen Kopf bis zum Anschlag in den Nacken und sein Blut zu einem fast perfekten Halbkreis auf den Boden rund um den alten Holzstuhl, an den er gefesselt war.
    FĂĽr einen Moment wurde ihm Schwarz vor Augen. Aber es machte in diesem Loch nicht wirklich einen Unterschied, ob man etwas sah, oder nicht. Die einzige Lichtquelle war ein kleines Fensterloch knapp unter der niedrigen Decke und selbst dieses Licht war befleckt und verdunkelt durch den Jahre alten Dreck auf der zersprungenen Scheibe, die vergeblich die Luke zu schlieĂźen suchte.
    Wie lange er schon von diesem Irren festgehalten wurde, wusste er nicht mehr. Es mussten Tage gewesen sein, aber ihm kam es vor, als wäre er schon Jahre hier. Tag oder Nacht, Sommer oder Winter, er konnte es nicht mehr sagen. Er hatte sein ZeitgefĂĽhl vollständig verloren und mit ihm auch die Hoffnung, hier jemals wieder lebend herauszukommen.
    Seine körperlichen BedĂĽrfnisse waren seinem Peiniger scheiĂźegal. Er lieĂź ihn in seinen eigenen Fäkalien schmoren, sterben lieĂź er ihn jedoch so einfach nicht. Irgendwie schaffte es das Schwein, ihn am Leben zu erhalten und ihm sogar Nährstoffe zuzufĂĽhren, aber er bekam davon nichts mit. So entkräftet wie er war, wunderte er sich nicht mehr darĂĽber, nicht dass er noch genug Energie gehabt hätte, sich ĂĽberhaupt noch ĂĽber etwas zu wundern. Ob ER ihm Getränke einflösste, wenn er in kraftlosem Halbschlaf mitsamt seinem Stuhl umzukippen drohte, oder ob ER ihm sogar Infusionen gab, während er ohnmächtig war - was jetzt immer häufiger vorkam - er konnte sich beides vorstellen, sich aber an Nichts bewusst erinnern.
    Seit ER vor ein paar Stunden mit den Schlägen angefangen hatte, konnte er sich nur noch DARAN erinnern. Jeden anderen Gedanken, jede Erinnerung hatte ER aus seinem Schädel herausgeprĂĽgelt. Jede Empfindung, jedes GefĂĽhl seines Körpers durch Schmerz ersetzt. Es fĂĽhlte sich an, als sei jeder einzelne seiner Knochen gebrochen und vermutlich war es mittlerweile auch so.
    Er wĂĽnschte sich jetzt nur noch zu sterben, aber ER lieĂź ihn nicht. ER quälte ihn immer weiter, immer hart am Limit, und das schlimmste daran war, dass er noch immer nicht wusste, warum.
    â€žIch werde dir sagen WARUM, du Idiot! Du wirst es schon noch herausbekommen! Aber JETZT noch nicht, … nein, jetzt noch nicht! Deine Frau, die alte Schlampe, … SIE wusste es … sie hat es sofort verstanden, als sie meine schöne Axt in dem Kinderbett stecken sah. Aber sie hat sich davon gemacht! Ist abgehauen, bevor ich mit ihr fertig war! Die Sau! Aber du! DU wirst bleiben! DU wirst es bis zum Finale schaffen! Ich lasse nicht zu, dass du auch abkratzt, bevor ich mit dir fertig bin! Wenn du sie triffst, kannst du dich bei ihr bedanken, dass ich DEINE Zeit etwas länger bemessen habe! Sie wartet sicher schon auf dich … im Nirwana! Zusammen mit deinem Balg!
    Na, wie gefällt Dir das? Freust du dich schon? Na? Sind das da etwa Freudentränen, du Feigling?
“ Ein weiterer Schlag erlöste ihn in die trügerische Ruhe des Boxers, der von einem tödlichen Schwinger getroffen, wehrlos zu Boden geht und schloss den blutigen Kreis um seinen Stuhl in die andere Richtung.

2. Das Mosaik

    Mein Name ist Green. Dr. Dave Green. Ich bin Psychologe im staatlichen Dienst. Meine Hauptaufgabe ist die Beurteilung und Therapie geistig verwirrter Schwerverbrecher.
    Heute habe ich einen Termin mit einem meiner interessantesten Fälle. Er sitzt in lebenslanger Sicherheitsverwahrung in einer geschlossenen Anstalt in Baltimore, Maryland. Er wird mit Sicherheit nie wieder die Freiheit zurĂĽck erlangen, aber wenigstens konnte ich ihn vom elektrischen Stuhl holen. Das Verbrechen, das er begangen hat, war einfach zu abscheulich, aber sein psychologisches Profil war derart ausgeprägt, dass seine Schuldfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat praktisch gleich Null war. Und dennoch kommen mir heute immer wieder Zweifel, ob er nicht doch nur ein perfekter Schauspieler ist. Sein Krankheitsbild ist so klassisch, er könnte glatt dem Lehrbuch entsprungen sein. Ich habe so etwas noch nie zuvor bei einem Patienten in dieser Ausprägung gesehen. Und ich mache den Job jetzt schon fast 30 Jahre.
    Eigentlich ist der Fall ja abgeschlossen und es gibt auch keine wirksame oder sinnvolle Therapie, aufgeben konnte ich ihn jedoch nie. Seit 5 Jahren versuche ich mir jetzt schon ĂĽber ihn Klarheit zu verschaffen. Mittlerweile könnte ich ein Buch ĂĽber ihn schreiben – um die Wahrheit zu sagen arbeite ich bereits daran – ohne mit endgĂĽltiger Bestimmtheit sagen zu können, ob ich es hier mit einem absolut perfekten Studienobjekt zu tun habe, oder ob ich die ganze Zeit einem BetrĂĽger aufgesessen bin.
    Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf! Vielleicht finde ich ja heute das letzte Steinchen zu dem verwirrenden Mosaik seines Geistes und kann den Fall endlich fĂĽr immer ad Acta legen.

3. Der Stein

    Wie immer, wenn Dr. Green so frĂĽh morgens in die Anstalt kam, hielt er am Eingang erst einmal einen kleinen, belanglosen Plausch mit dem Pförtner. Hier her zu kommen war doch wesentlich angenehmer, als der Besuch seiner Patienten im Gefängnis mit all diesen lästigen Kontrollen und Durchsuchungen.
    Wie immer zog er die Treppe dem Fahrstuhl vor. Die drei Stockwerke zu FuĂź zu gehen, gab ihm die Gelegenheit, sich frei zu machen und sich mental auf seinen Patienten vorzubereiten und einzustellen.
    Wie immer lag auf der Station schon das Krankenblatt fĂĽr ihn bereit, das er wie immer mit einem freundlichen GruĂź an die diensthabende Schwester nahm und kurz ĂĽberflog. Nicht, dass dies nach so langer Behandlung noch nötig gewesen wäre – er kannte die Akte mittlerweile auswendig – aber es gehörte zu seinem ĂĽblichen Rhythmus.
    Michael Jones; Verwaltungsfachangestellter; Doppelmord; Frau: misshandelt, vergewaltigt und erschlagen; Kind: mit Axt getötet.
Er durfte nie vergessen, dass es sich bei diesem so unscheinbar und unschuldig wirkenden Mann um ein Monster handelte.
    Er machte sich wie immer auf den Weg zum Hochsicherheitstrakt der Station, als langsam in ihn das GefĂĽhl hoch kroch, das heute kein Tag wie jeder andere war. Irgendetwas stimmte hier nicht. Es lag eine fast greifbare Spannung in der Luft, die er sich noch nicht erklären konnte. Es war eine Art sechster Sinn, der sich schon öfter gemeldet hatte, wenn er bei seinen Patienten in brenzlige Situationen zu geraten drohte.
    Als er die doppelte Schleuse passierte kam ihm schon der Pfleger entgegen. Sein Gesichtsausdruck verriet, dass er kreidebleich gewesen wäre, was bei einem Afroamerikaner jedoch unmöglich ist.
    â€žDoc! Gut dass Sie kommen! Kommen Sie bitte schnell mit, das mĂĽssen Sie Sich ansehen!“
„Guten Morgen Jim! Jetzt beruhigen Sie sich doch! Was ist denn eigentlich passiert?“
    â€žJones ist tot!“
    â€žWie bitte? Wie konnte das passieren?“
    â€žIch weiĂź es nicht! Keiner weiĂź es! Wir wollten ihn gerade wecken und fĂĽr Ihren Besuch vorbereiten, da haben wie ihn so gefunden! Schauen sie selbst, hier!“
    Die Szene, die sich ihm bot, hätte theatralischer nicht gestellt sein können. Jones saĂź in der Mitte seiner Zelle auf seinem Stuhl. Die fast schon grotesk verbogenen und wahrscheinlich gebrochenen Arme hinter seinem RĂĽcken verschränkt. Das mit Hämatomen ĂĽbersäte Gesicht an mehreren Stellen bis zum Knochen aufgeplatzt. Ebenso wie die Knöchel beider Hände.
    â€žWar irgendjemand in seiner Zelle, letzte Nacht?“
    â€žNein Doc! Das ist absolut unmöglich. Die Nachtschicht hat nach dem letzten Rundgang um 22 Uhr alle Zellen verriegelt und der Flur wird VideoĂĽberwacht. Da konnte nicht mal eine Maus rein!“
    â€žDann hat er mir endlich den fehlenden Stein gegeben.“
    â€žWie meinen Sie das, Doc? Den letzten Stein?“
    â€žDas erkläre ich Ihnen gerne später, Jim! Verständigen Sie jetzt bitte die Polizei, falls das noch nicht geschehen ist. Verändern Sie nichts in der Zelle, bis die Spurensicherung ihre Arbeit getan hat. Ich bin sicher, der leitende Kommissar wird einige Fragen an mich haben. Richten Sie ihm bitte aus, dass er mich im Ă„rztezimmer findet. Ich schreibe dort meinen Bericht.“
    Der Kommissar lieĂź nicht lange auf sich warten und nach ein paar einleitenden Worten schilderte ihm Dr. Green seine Einschätzung der Situation:
    â€žWissen Sie, Michael Jones war ursprĂĽnglich ein ganz normaler DurchschnittsbĂĽrger wie sie und ich – so schien es jedenfalls. In Wirklichkeit lebten in seinem Geist zwei unterschiedliche, voneinander unabhängige Personen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, und die voneinander auch nichts wussten. Die zweite Persönlichkeit – er nannte sich selbst Jack – war ein gewalttätiger und rachsĂĽchtiger Krimineller. ER war es eigentlich, der das abscheuliche Verbrechen begangen hatte, wegen dem Jones verurteilt worden war. Der Wechsel zwischen diesen beiden Persönlichkeiten war flieĂźend. In einem Moment sprach man mit Michael, dann schien er plötzlich mitten im Gespräch einzuschlafen nur um Sekunden später als Jack wieder aufzuwachen. Während Michael ursprĂĽnglich der Hauptcharakter war, hatte er, besonders in den letzten 12 Monaten, immer öfter die Kontrolle ĂĽber seinen Körper verloren.
    Ich denke nun, dass Jack irgendwie gemerkt hat, dass er sich seinen Körper mit Michael teilen musste und angefangen hat, gegen ihn zu kämpfen. Dieser Kampf fand ursprĂĽnglich jedoch nur in Gedanken statt, sozusagen im Traum. Jack muss Michael regelrecht gefoltert haben und das ĂĽber einen Zeitraum, den ich nicht abschätzen kann. Immerhin kämpften diese beiden Existenzen ja schon ein Leben lang um den einen Körper.
    Erst im finalen Stadium begann wohl der Körper auch tätlich auf diesen inneren Kampf zu reagieren. Ich vermute, die Videoaufzeichnungen werden uns zeigen, dass er in der Nacht begann, wild um sich zu schlagen, sich damit selbst zu verletzen und letztlich auch zu töten. Wie sie gesehen haben, sitzt er wie gefesselt auf seinem Stuhl. Diese geistigen Fesseln muss er sehr lange getragen haben.“
    Dr. Green gab dem Kommissar noch seine Visitenkarte als dieser sein Notizbuch schloss und ging. Er wĂĽrde seine Geschichte zu Protokoll geben mĂĽssen, was aber auch selbstverständlich war.
    FĂĽr ihn war das Wichtigste, dass er nun endlich - nach fĂĽnf Jahren voller Zweifel - Gewissheit hatte, und den Fall abschlieĂźen konnte. Der Kreis hatte sich geschlossen. Am Ende hatte ER sich nur durch einen letzten Mord endlich befreien können.
    Das letzte, was er unter die Akte Jones schrieb war:
Schizophrenie – Fall abgeschlossen.

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Michael Schmidt
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Hallo Sascha,

eine tolle, wirklich bemerkenswerte und auch ungewöhnlich aufgebaute Geschichte. Dachte ich, bis zu der Stelle:
Zitat: „Dann hat er mir endlich den fehlenden Stein gegeben.“

Die Lösung hat sich kurz vorher schon angedeutet:
Zitat: Michael Jones; Verwaltungsfachangestellter; Doppelmord; Frau: misshandelt, vergewaltigt und erschlagen; Kind: mit Axt getötet.
Er durfte nie vergessen, dass es sich bei diesem so unscheinbar und unschuldig wirkenden Mann um ein Monster handelte.

Ein Mann aus der Anfangsszene fehlt. Klare Sache, dachte ich mir, das ist der Täter selbst und ich war gespannt auf die Auflösung. Die aber scheint mir nur bedingt durchdacht.
Wieso bringt sich der Patient um? Die Motivation wird nicht wirklich klar. Da wäre ein weiteres Kapitel hilfreich, indem der innere Konflikt erläutert wird. Der Hass der beiden Persönlichkeiten aufeinander und auch warum Jack den Michael umbringt. Ich meine, das ist ja eine recht ungewöhnliche Art des Selbstmordes, oder?
Ich würde sagen, wenn der Punkt vernünftig geklärt wäre, ergibt sich eine beachtenswerte Geschichte, so wirkt das Ende unlogisch.
Und natürlich sollte der Arzt am Schluss wohl ein Bedauern verspüren, er muss sich doch ein persönliches Verhältnis zum Patient aufgebaut haben und wird wohl kaum gänzlich unberührt von seinem Tod sein.

Eine Textstelle ist mir aufgefallen:
Zitat: aber wenigstens konnte ich ihn von dem elektrischen Stuhl holen.

Vielleicht besser: aber wenigstens konnte ich ihn vor dem elektrischen Stuhl retten.

Bis bald,
Michael


__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

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SaschaV
Schriftsteller-Lehrling
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Hallo Michael, vielen Dank fĂĽr Deine Kritik!

    Mit Deiner Anmerkung ĂĽber die eine Formulierung hast Du natĂĽrlich völlig Recht.
Ich ändere das in "... vom elektrischen Stuhl holen". Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass Jack/Michael bereits zum Tode verurteilt war und in der Todeszelle auf seine Hinrichtung gewartet hat, als Dr. Green interveniert hat, und die Strafe in nächster Instanz umgewandelt wurde.

    Den inneren Konflikt, den Hass Jack's auf Michael glaubte ich mit den Erläuterungen Dr. Greens dem Kommissar gegenĂĽber fĂĽr hinreichend erklärt. Ăśblicherweise wissen die beiden Persönlichkeiten eines Schizophrenen nichts voneinander. Das ist auch bei Michael so. Jack ist derjenige, der den Kreis durchbrochen hat, und erkannt hat, dass da noch ein weiteres Ego in "seinem" Körper lebt. Als dominanter, aggressiver Mensch beginnt er, dagegen zu kämpfen und befreit sich letztendlich von diesem Störfaktor, wodurch er sich jedoch im Endeffekt selbst vernichtet. Damit schlieĂźt sich der Kreis wieder, was ich in dem Bild mit dem Blutkreis um den Stuhl zeigen wollte. Es war somit alles Andere als Selbstmord.
Die Szene aus dem ersten Kapitel musst Du dir in etwa so vorstellen wie bei Fight Club. Nur Michael und Jack können sich gegenseitig "sehen" in dieser Szene. Ein Beobachter außerhalb der Zelle hätte nur Michael gesehen, der sich in seiner Zelle selbst misshandelt.
Allerdings ist diese Geschichte nicht von diesem Film inspiriert, sondern von einem Tatsachenbericht über einen schizophrenen Mörder in den USA, den ich irgendwann 2001 oder 2002 gesehen hatte. Auf diesen Bericht hin stellte ich mir die Frage, was passieren würde, wenn das böse Ego irgendwann das andere entdecken würde. Meine Antwort ist diese Geschichte.

    Sollte Dr. Green Mitleid empfinden? Ja, vielleicht hast Du Recht. Immerhin hat er sich ja seinerzeit auch fĂĽr Michael eingesetzt, weil seiner Meinung nach dieses Ego in seinem Patienten unschuldig war ... obwohl, sicher war er sich dessen bis zu diesem Morgen nie. Er hat nie vergessen, was Jack getan hat.
Ich hab ehrlich gesagt bei dieser Story nie ĂĽber Mitleid Michael gegenĂĽber nachgedacht. FĂĽr Jack kann man sicherlich Keines empfinden. Und am Ende hatte ja doch Jack die Oberhand gewonnen.

Viele GrĂĽĂźe
Sascha

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xrotbartx
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(8)

Ich fand die Geschichte sehr spannend. Inhaltliche Probleme habe ich nicht bemerkt, aber im folgenden Zitat gehts sowohl von Logik, als auch von der Zeitform her etwas durcheinander:

"Wie lange er schon von diesem Irren festgehalten wurde, wusste er nicht mehr. Es mussten Tage gewesen sein, aber ihm kam es vor, als wäre er schon Jahre hier. "
__________________
Mit kritischem GruĂź
Harald Hillebrand

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Henry Lehmann
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Registriert: Not Yet

Hallo Sascha,

eine schöne Geschichte hast Du geschrieben. Zwar ist das Thema seit Fight-Club ein wenig abgegriffen aber trotzdem immer wieder interessant. Für meinen Geschmack nimmst Du der Geschichte den Reiz, indem Du das Krankheitsbild durch den Therapeuten genau beschreiben lässt. Ich hätte es besser gefunden, wenn es etwas kryptischer geblieben wäre und der Leser anhand einiger Hinweise die Diagnose selber hätte machen können.

LG Henry

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SaschaV
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2005

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Vielen Dank fĂĽr Eure Kommentare!
Es ist interessant, wie die Meinungen zu meiner Story auseinandergehen
Ich überarbeite die Geschichte zur Zeit an anderer Stelle und daher sind Denkanstöße und Kritik dazu für mich sehr wichtig.

Zu dem angesprochenen Zeit-/Logikproblem:
Das erste Kapitel handelt eigentlich nicht von der letzten Nacht meines Prot, sondern spiegelt den langen, schweren inneren Kampf wieder, den er seit der Ermordung seiner Familie Nacht fĂĽr Nacht gegen sein Alter-Ego ausfechten muss. Das Loch ist nicht die Zelle, in der er sitzt sondern sein eigener Geist.
Die "Hinrichtung" ist lediglich der Gipfel und das tragische Ende dieses Kampfes und mir wurde aus berufenem Munde gesagt, dass sowas wirklich vorkommen könnte, wenn auch vielleicht nicht mit solch einem Ende.
Vielleicht finde ich noch eine andere Formulierung, die das besser zum Ausdruck bringt.

Zur Beschreibung des Krankheitsbildes:
In der Tat gab es diesen Teil in der ursprünglichen Fassung der Story auch garnicht. Ich hab ihn erst hinzugefügt, nachdem die ersten Leser sich beschwert hatten, dass die Geschichte ohne eine genauere Erläuterung des Krankheitsbildes nicht verständlich wäre.

Fazit:
Es gibt wohl doch noch mehr zu tun an der Story, als ich gedacht hatte. Das Endresultat werde ich natürlich zu gegeber Zeit hier wieder veröffentlichen.

Herzliche GrĂĽĂźe
Sascha

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