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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der kleine Dieb (aus Schreibwerkstatt)
Eingestellt am 14. 10. 2001 18:16


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Willi Corsten
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Der kleine Dieb
von Willi Corsten

Martin und Peter sind die besten Freunde der Welt. Sie spielen in der gleichen Fu├čballmannschaft und haben hier, in ihrem Heimatdorf, schon manchen Streich ver├╝bt. Da sie aber sonst freundlich und hilfsbereit sind, ist niemand ernsthaft b├Âse dar├╝ber. Die elfj├Ąhrigen Lausbuben sind Messdiener und feierten heute mit dem Pfarrer die Heilige Messe. Nun beobachten sie aufmerksam den dunkelhaarigen Jungen, der nach dem Gottesdienst in die Kirche gekommen war und sich verstohlen dort umgeschaut hatte. Sie ahnen nicht, dass der Kleine noch f├╝r eine gro├če ├ťberraschung sorgen w├╝rde.
Martin und Peter l├Âschen die Kerzen am Altar. Das erledigen sie f├╝r den K├╝ster, der pl├Âtzlich krank geworden war. Dann schlendern sie hin├╝ber zum S├╝dportal. Dort f├╝hrt eine steile Treppe hoch zur Empore und windet sich weiter bis in den Glockenturm. Die geheimnisvollen Stufen ziehen die Freunde magisch an. Und weil sie heute ja so etwas wie Hausmeister in der Kirche sind, ├╝berwinden sie ihre Scheu und steigen in das verbotene Reich des Organisten hinauf.
ÔÇ×Komm, wir klettern bis in die Turmspitze", schl├Ągt Martin wagemutig vor.
Doch sein Freund winkt ab. ÔÇ×Nein, das machen wir nicht. Die Empore reicht, sonst bestraft uns noch der Schutzpatron der Kirchenglocken."
ÔÇ×Wer ist denn das?", fragt Martin entgeistert.
ÔÇ×Der heilige Bimbam nat├╝rlich", antwortet Peter und sch├╝ttelt im gespielten Tadel den Kopf. ÔÇ×Du Schlafm├╝tze hast wohl im Religionsunterricht gepennt."
Oben lehnen sich beide ├╝ber die Br├╝stung aus feingemasertem Kirschbaumholz, die zusammen mit der silbergl├Ąnzenden Orgel das Schmuckst├╝ck der alten Kirche ist. Von hier sehen sie wieder den fremden Jungen, der nun zum Marienaltar schleicht. Zur Weihnachtszeit ist dort die Krippe aufgebaut, und hier steht auch das K├Ârbchen mit dem Geld, das die Kinder f├╝r die Armen in der Welt gespart haben. Der Junge greift in das K├Ârbchen, steckt das Geld in seine Hosentasche, wendet sich um und l├Ąuft auf den Ausgang zu.
ÔÇ×Hast du das gesehen?ÔÇť ,emp├Ârt sich Martin. ÔÇ×Der Bengel stiehlt einen Teil der M├╝nzen. Na warte, du Freundchen.ÔÇť
Wieselflink huschen beide die Treppenstufen hinunter und nehmen den kleinen Dieb in den Schwitzkasten. Der etwa achtj├Ąhrige Junge f├Ąngt gleich zu weinen an. ÔÇ×Bitte nicht schlagen!" fleht er und h├Ąlt sch├╝tzend die H├Ąnde vors Gesicht.
ÔÇ×Warum hast du denn das Geld geklaut", fragt Peter zornig. ÔÇ×Was f├Ąllt dir ein und wer bist du ├╝berhaupt?"
ÔÇ×Ich hei├če Robert...und wohne bei den AussiedlernÔÇť, stottert der Junge und zieht schniefend die Nase hoch. ÔÇ×Und das Geld muss ich dem Joachim abliefern. Zwanzig Mark, mehr hab ich auch nicht genommen."
ÔÇ×Wer ist denn Joachim? Warum schickt er dich los zum Stehlen?ÔÇť
ÔÇ×Joachim ist schon zehn Jahre alt und sooo gro├č! Gegen den habe ich nicht die geringste Chance. Ich muss einfach tun was er sagt, sonst gibt es Pr├╝gel."
ÔÇ×Na, auf den Rabauken freue ich mich schon", sagt Peter und f├╝gt schmunzelnd hinzu: ÔÇ×Wir helfen dir, Robert, und zeigen dem gro├čen Boss mal, woÔÇśs hier lang geht. Und wenn du versprichst, nicht mehr zu klauen, vergessen wir die Sache heute. OK?"
ÔÇ×Gro├čes Ehrenwort", schw├Ârt der Kleine, wischt die Tr├Ąnen aus dem Gesicht und schaut die Jungs bewundernd an.
Gemeinsam bringen sie das Geld zur├╝ck ins K├Ârbchen, verlassen die Kirche und verabreden, p├╝nktlich um drei Uhr nachmittags an der alten M├╝hle zu sein. Dorthin hatte Joachim den Robert bestellt.

Die M├╝hle liegt hinter der Bahnstrecke, einen halben Kilometer au├čerhalb des Dorfes. P├╝nktlich ist Robert dort. Joachim wartet schon ungeduldig auf ihn. Wie zuf├Ąllig kommen auch die beiden Freunde vorbei.
Was nach einer handfesten Keilerei im Schatten der alten Eiche dann ausgehandelt wurde, bleibt aber ein gro├čes Geheimnis. Niemand erf├Ąhrt davon, denn alle Beteiligten schweigen wie ein Grab. Nur der Trainer der Fu├čballmannschaft ahnt wohl etwas von einer geheimen Abmachung, weil doch Martin und Peter pl├Âtzlich zwei Jungen als neue Freunde mit zum Training bringen. Dabei hat bislang niemand die vier zusammen gesehen, die jetzt unzertrennlich wie Pech und Schwefel sind. Doch der Trainer ist ein kluger Mann und fragt nicht weiter nach.
Einer der Neuen ist bald schon Mittelst├╝rmer in der selben Mannschaft, in der auch unsere Freunde spielen. Alle nennen ihn 'Die Zaubermaus', weil er fast in jedem Spiel einen Ball ins gegnerische Tor zaubert.
├ťber die Tore freut sich besonders der kleine Robert, der doch um ein Haar zum Kirchendieb geworden w├Ąre. Aber das war damals, als er noch in einer anderen Welt lebte.

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leonie
Guest
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hallo willi

ja, so gef├Ąllt mir deine geschichte sehr. du wei├čt ja, das ich es mag wenn geschichten, gerade mit kindern, gut ausgehen. bin jetzt auch wieder voll da. werde mich jetzt langsam wieder durch die texte arbeiten, also habt bitte ein wenig geduld mit mir.
ganz liebe gr├╝├če leonie

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Willi Corsten
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Liebe leonie,
bin froh, dass du wieder online bist. Ich hatte dich vermisst, weil du doch immer sehr gute Vorschl├Ąge machst.
Vielen Dank f├╝r dein Lob. Es spornt an zu weiteren Taten.

Es gr├╝├čt dich ganz lieb
Willi

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flammarion
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ach,

willi! guck doch noch mal richtig rein in das k├Ârbchen mit dem geld. wieviel ist insgesamt drin - nee, nich genau, nur ungef├Ąhr - und der 10j├Ąhrige ist ganz sch├Ân unversch├Ąmt mit 20 mark. auf keinen fall darf robert (so hei├čt mein gro├čer sohn mit 2. namen) nicht alle taler nehmen! ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Willi Corsten
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Liebe oldicke,
diesmal verstehe ich nicht, was du mir mit dem K├Ârbchen sagen willst. Soll der Junge weniger als 20 Mark nehmen, oder soll ich andeuten, dass mehr Geld darin liegt?
Viele Gr├╝├če sendet dir
Willi

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flammarion
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na,

selbstverst├Ąndlich, da├č mehr geld drin liegt. es w├Ąre ja ein sonderbarer zufall, wenn genau die 20 m drin sind, die der rotzbengel verlangte. klingt dann auch wie ne ausrede vom dieb. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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