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Leselupe.de > Kindergeschichten
Der kleine Frostspanner
Eingestellt am 10. 02. 2003 21:48


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Nici
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jan 2003

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Der Schmetterling, der ├╝ber das Land flog, wu├čte noch gar nicht genau, was er da eigentlich machte. Fliegen war n├Ąmlich noch ganz neu f├╝r ihn, sein Leben zuvor hatte er wie seine ganz normalen Artgenossen kriechend, erst als dunkelgraue, sp├Ąter als hellgr├╝ne, gelb gestreifte Raupe verbracht. Er war ein unscheinbares und kleines Exemplar eines Schmetterlings. Die Menschen nannten ihn den kleinen Frostspanner, was nun wirklich nicht liebevoll gemeint war, denn er war nicht nur verschwindend klein (2 Zentimeter!), er war auch nicht besonders sch├Ân, sowie man das eigentlich von einem Schmetterling erwartet h├Ątte. Seine Fl├╝gel waren sehr unauff├Ąllig, in dezentem braungrau gehalten und als ob das nicht schon Schande genug in den Augen der anderen Schmetterlingsfamilien gewesen w├Ąre, war er auch noch ein sogenannter Sch├Ądling. Es kam wirklich einem Wunder gleich, dass er in der Zeit, in der er noch eine giftgr├╝ne Jungraupe war, ├╝berhaupt ├╝berlebt hatte. W├Ąre er im Garten der Menschen aufgewachsen, h├Ątte er das mit ziemlicher Sicherheit auch nicht. Aber er war etwas Besonderes und so frei wie er war und so sch├Ân wie er sich f├╝hlte, hatte er einen noch sch├Âneren Tag vor sich. Es war einer von diesen warmen Fr├╝hlingstagen, an denen man unbedingt aus dem Haus wollte, um die letzten schwerm├╝tigen Geister des kalten Winters zu vertreiben, die sich in den Monaten zuvor in das Gem├╝t eingeschlichen hatten.
Er flog ├╝ber sanfte H├╝gel, die in einem satten Gr├╝n unter ihm lagen und ├╝ber B├Ąume, deren neu geborene Bl├Ątter sich leise im Wind hin und her wiegten. Von oben sah es aus, als ob sich ein buntes Mosaik aus allen Gr├╝nt├Ânen zusammengesetzt, wie ein magisches Bild bewegte. Der Schmetterling f├╝hlte sich heute besonders gut, er war richtig ausgelassen. Munter drehte er seine Pirouetten in der Luft und lie├č sich vom Wind ein St├╝ckchen weitertragen. Es war herrlich.
Die Luft roch auf geheimnisvolle Weise nach Leben und der Wind trug die Freude weit ├╝ber das Land.
Es war kein Zufall, dass der Schmetterling von dieser Stimmung begleitet wurde.
Er flog soweit, dass er sich schnell den Behausungen der Menschen n├Ąherte, die gleich hinter den H├╝geln lagen. Der Wind blies durch seine zarten Schwingen und schon konnte er den ersten Menschengarten erkennen, der ein wenig ungepflegt unter ihm lag. Ihm gefiel er jedoch sehr gut, so wild wie er den Anschein machte und so steuerte er auf die Spitze eines alten Kirschbaumes zu, der majest├Ątisch inmitten der Pflanzenpracht zwischen bunten Fr├╝hlingsblumen stand. Der kleine Frostspanner bremste sachte und lie├č sich sanft auf der Oberseite eines besonders wohlgeformten Blattes nieder. Fr├╝her, als er noch keine Fl├╝gel hatte, h├Ątte er sich sofort mit einem riesigen Appetit ├╝ber die saftigen Bl├╝tenbl├Ątter und sp├Ąter ├╝ber die jungen Fr├╝chte hergemacht, denn er war nicht umsonst einer der gef├╝rchtetsten Feinde der Kirschbaumbesitzer. Heute interessierten ihn die rosaroten Bl├Ątter kaum, denn er war nicht nur ausgewachsen, sondern auch kein normaler kleiner Frostspanner. Dass er sich trotzdem ausgerechnet auf einen Kirschbaum setzte, lag nicht daran, dass er alte Gewohnheiten nicht ganz los wurde, sondern an dem kleinen Jungen, der weinend im Gras unter dem Baum lag.
Der Kleine war vielleicht vier Jahre alt und sein K├Ârper wurde vor Schluchzen so heftig gesch├╝ttelt, dass es aussah, als ob ein kleines Erdbeben zwischen den hohen Grashalmen stattfinden w├╝rde. Er hatte seinen kleinen Kopf, auf dem wuschelig dunkelbraunes Haar abstand, auf seine Arme gelegt und wimmerte leise vor sich hin. Seine nackten F├╝├če waren unter dem Geb├╝sch hinter ihm verschwunden. Man konnte wohl nur das Gras schaukeln sehen, wenn man nicht genau hinsah.
Der Schmetterling sa├č auf seinem Blatt und beobachtete ihn geduldig. Doch als es auch nach einiger Zeit immer noch nicht besser wurde, beschloss er, sich auf die Schulter des Jungen zu setzen. Das half immer, auch wenn normalerweise allein seine Anwesenheit ausreichen sollte, um Tr├Ąnen versiegen zu lassen. Es war schon seltsam, dass das heute nicht ausreichte.
Also erhob er sich langsam und lie├č sich auf die Schulter des Jungen sinken. Er war davon ├╝berzeugt, dass ihn das gl├╝cklich machen w├╝rde.
Doch nichts geschah. Es passierte gar nichts. Es schien eher so, als ob das den Zustand des kleinen Jungen noch verschlimmern w├╝rde. Das h├Ątte dem Schmetterling wirklich nicht passieren d├╝rfen. Er war derma├čen verwirrt und entsetzt, dass er nicht bemerkte, dass der Junge im Begriff war, aufzustehen. Starr vor Schreck fiel er von ihm herunter, mitten auf die Bl├╝te eines dottergelben L├Âwenzahnes. Als er sich einigerma├čen gefangen hatte, konnte er nur noch sehen, dass der Kleine die Treppen hinauf durch die wei├če Eingangst├╝r in das kleine Haus verschwand.




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Nici
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jan 2003

Werke: 8
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Das soll nur der Anfang von einer Geschichte sein!
Ich freue mich ├╝ber jede Kritik, damit ich einmal einen Anhaltspunkt habe!

viele Gr├╝├če

Nici

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

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nun,

wo bleibt die fortsetzung? bis hierher erf├Ąhrt man ja nur sehr wenig ├╝ber die besonderheiten des kleinen spanners. lg
__________________
Old Icke

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Alexander Kongegaard
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2002

Werke: 13
Kommentare: 37
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Hei,

Mir gef├Žllt die Idee irgendwie. Allerdings h├Şrt sich das Ganze am Anfang ein bissel an wie ein Bericht aus dem Biobuch (aber nur am Anfang!).
Ausserdem schreibst Du im ersten Satz, dass er das erste Mal fliegt. Trotzdem weiss er am Ende, wie er auf Menschen wirkt, wenn er sich ihnen zeigt, z.B. Das passt logisch nicht so ganz.
Aber, wie gesagt, die Idee gef├Žllt mir und ich w├╝rde gerne wissen, wie es weitergeht. Ich hoffe, Du postet bald die Fortsetzung!

Gr├╝ssle
Alex

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