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Leselupe.de > Gereimtes
Der kleine Helfer
Eingestellt am 08. 06. 2007 11:22


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Gerd Geiser
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2006

Werke: 243
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Wer dommelt so sp├Ąt im gekr├╝mmten Rohr?
Die Rohrdommel ist┬┤s, ich hocke davor
und h├Âre ihr Klopfen, die Zeichen von innen,
die Nachricht, dass alles verstopft sei da drinnen.

Ein Pfropfen aus Haaren und seifigem Schlamm
bilde im Rohr einen fauligen Damm,
ein Stauwehr, das standhaft dem Waschbeckent├╝mpel
den Abfluss verweigert. - Wo ist der P├╝mpel?

Du Dommel im Rohr, lass ab nun vom Dommeln,
brauchst mir nicht weiter von innen zu trommeln,
musst deines Amtes nicht l├Ąnger mehr walten,
gleich kannst du aufh├Âr┬┤n, die Luft anzuhalten.

Bitte bleib ruhig, der Herr steht dir bei,
ich mach mit dem P├╝mpel den Abfluss jetzt frei
und sag mir Bescheid, wohin┬┤s dich getragen. -
Und schick mir die Rechnung in besseren Tagen.




__________________
Es ist schon alles gesagt. Nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

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JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
Manchmal gelesener Autor

Registriert: Oct 2003

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Welch St├Âhnen dringt dort aus dem Schilfe hervor
Das ist doch die Dommel, verlegt grad ein Rohr
Und wer mach dort dr├╝ben im Busche Rabatz
Ja das ist der bumsende kleine Drecks-Spatz
Und dort in dem Baume, ich staune nicht schlecht
Da h├Ąmmert gerade die Spechtin der Specht
Nur ich stehe einsam am Ufer herum
Und hab nichts zu v├Âgeln, ach nee ist das dumm!

Hallo Gerd

....und wieder ein nettes kleines abstruses Wortspiel. Wie man sieht, bin ich selbst gerade etwas derber drauf

LG

J├╝rgen

__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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Aragorn
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2004

Werke: 23
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Lieber Gerd,
mir gef├Ąllt das Teil zun├Ąchst mal recht gut.
Da es aber mehr Leute lesen als vorgetragen h├Âren werden, pl├Ądierte ich f├╝r einen einheitlichen Rhythmus - n├Ąmlich den aus den Zeilen 3 und 4 (bzw., bei betontem Ende, den aus Z5)!

Besonders schwierig ist die dritte Strophe zu lesen!
Die Silbenzahl ist in allen 4 Zeilen gleich, aber die einsilbige Pause wandert ... (habe ich mit "*" markiert - wobei ich in der untersten Zeile nicht wei├č, welche der 2 M├Âglichkeiten Du meinst)!



quote:
Wer dommelt so sp├Ąt im gekr├╝mmten syphonischen Rohr?
Die Rohrdommel ist┬┤es, ich hocke davor
und h├Âre ihr Klopfen, die Zeichen von innen,
die Nachricht, dass alles verstopft sei da drinnen.

Ein Pfropfen aus Haaren und seifigem Schlamm
der bilde im Rohr einen fauligen Damm,
ein Stauwehr, das standhaft dem Waschbeckent├╝mpel
den Abfluss verweigert. - Wo ist denn der P├╝mpel?

Du Dommel im Rohr *, lass ab nun vom Dommeln, +1 Silbe
* brauchst mir nicht weiter von innen zu trommeln,+1 Silbe
* musst deines Amtes nicht l├Ąnger mehr walten,+1 Silbe
gleich kannst du aufh├Âr┬┤n *, die Luft anzuhalten.+1 Silbe oder
* gleich kannst du aufh├Âr┬┤n, die Luft anzuhalten.+1 Silbe

Ach Bitte bleib ruhig, der Herr steht dir bei,
ich mach mit dem P├╝mpel den Abfluss jetzt frei
und sag mir Bescheid, wohin┬┤s dich wardst du getragen. -
Und schick mir die Rechnung in besseren Tagen.


Erinnert mich etwas an die Schubpferde, die - wie ich eben erfuhr - eigentlich eine Erfindung von Herrn M├╝ller sind.

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Aragorn
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2004

Werke: 23
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Lieber Gerd,

sollen Deine obigen Ausf├╝hrungen besagen, da├č Deiner Meinung nach in diesem konkreten Gedicht der Vortrag unter einer ├ťberarbeitung nach rhythmischen Gesichtspunkten litte?

quote:
Es ist in der Regel so, dass mehr Leute diese Gedichte vorgetragen h├Âren als dass sie gelesen werden. Im Rahmen eines einst├╝ndigen Programms ( oder auch 2 Stunden mit Partner(und Musik)) w├╝rde es wahrscheinlich erm├╝dend wirken, eine Aneinanderreihung dutzender formal korrekt gereimter Gedichte h├Âren zu m├╝ssen.

Ich habe wirklich schon viele Deiner Gedichte gelesen, aber eines im "daktylischen" Rhythmus dieses Teils noch nicht.

Au├čerdem halten die meisten Deiner Gedichte den objektiven Kriterien durchaus stand.
"Damals, im Wilden Westen" oder das Kurnaz-Teil sind, nach einem v├Âllig anderen Rhythmus, reimisch und rhythmisch absolut stimmig!

Solche Sachen kann man prima mit diesem Teil hier abwechseln, ohne Langeweile zu erzeugen!

lg
Ara

Und es bleibt trotzdem die M├Âglichkeit, Tempo rein- und raustzunehmen.
Auf Wunsch zeige ich Dir gerne H├Ârbeispiele!

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Aragorn
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2004

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Lieber Gerd,

bleibe besser bei Deinem Sprach- und Musikgef├╝hl und ignoriere die B├╝cher.

Die rhythmisch besten Dichter, die ich kenne, haben alle derlei Dinge noch nie gelesen.
Man kann ja wissen, was ein Alexandriner, etc. ist, aber wenn man ein Gedicht in diesem Versma├č schreibt, mu├č┬┤man es nicht beim Namen kennen.

Bei Deinem hiesigen Gedicht kann man z.B. auch
>>kantapperkantapperkantapperkantap(per)<<
denken.
Wozu Fachbegriffe?

quote:
Die Dichtkunst f├Ąngt wohl erst da an, wo ein Text so leicht vor sich hinflie├čt, dass seine Struktur in den Hintergrund getreten ist.
Sch├Âner Satz!

Damit ist z.B. die "B├╝rgschaft" keine wirkliche Dichtkunst (und zwar nicht des variierenden Rhythmus' wegen), da dort das Reimschema - in jeder Strophe gleich, wirkt konstruiert - im Vordergrund steht und der ganze Text wie in diese Form gepre├čt wirkt.

Beim Erlk├Ânig hingegen wird das rhythmische Grundschema st├Ąndig variiert bzw. es gibt alternierende Pausen. Und alle diese dienen der Dramaturgie und kommen nicht etwa daher, da├č dem Schreiber keine F├╝llw├Ârter eingefallen w├Ąren.

quote:
Mein Sohn (*), was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst, Vater (*), du (*) den Erlk├Ânig nicht?
Den Erlen(*)k├Ânig mit Kron (*) und Schweif? -
Mein Sohn (*), es ist (*) ein Nebel(*)streif.

Ein Theoretiker unter den Rhythmikern w├╝rde da wohl den Johann Wolfgang korrigieren wollen:

quote:
Mein S├Âhnchen, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst, Vaterlein, du denn den Erlk├Ânig nicht?
Den Erlk├Ânig, jenen mit Kron und mit Schweif? -
Mein Sohn Junge, es ist wohl dem ein Nebel sein Streif.
Und das w├Ąre wohl nicht unbedingt von Vorteil ...


Mir f├Ąllt noch ein anderer Altmeister ein (um mir selber zu widersprechen):

quote:
In den Appalachen wachen
nachts die Irokesen.
Sehn sie nichts und h├Ârn sie nichts,
dann ist auch nichts gewesen.

Und wenn nichts war, dann freun sie sich
und fangen an zu lachen
dar├╝ber, dass kein B├Âsewicht
sie zwang, ihn tot zu machen.

Doch wenn die Appalachen-Wachen
nach der Nachtschicht weinen,
dann steht so manches Bleichgesicht
nicht mehr auf seinen Beinen.

Der Wei├če Mann ist anders drauf:
Nach kurzem Federlesen
belacht er jedes Mal aufs Neu
den toten Irokesen.


Der Dichter w├Ąhlt erst einmal Kreuzreim und alternierend vier/drei Betonungen.
Aber dem Gedichtbastler mit Fachbuch in der Hand w├╝rde niemals einleuchten, warum denn manche Zeilen betont und manche unbetont anfangen.

Der Leser hingegen, der sich auf sein Gef├╝hl verl├Ą├čt, wird dem gegen├╝ber bemerken, da├č jede Betonung und Nichtbetonung absolut stimmig ist und die Dramaturgie unterstreicht.

Meine Einwendungen machen also nur Sinn, wenn Du meine - rein gef├╝hlten - Probleme mit dem Rhythmus nachempfinden kannst.

Vielleicht ist es so, da├č ich bei kantappernden Gedichten, zumindest beim hier besprochenen, rein gef├╝hlsm├Ą├čig ein Freund der gleichm├Ą├čigen Zeilen bin.

Wenn das Kantappern denn nicht ganz in den Hintergrund geht - wie beim Erlk├Ânig (der ja auch immer in Jungens (m├Ąnnlichen, also betonten) Reimen endet).
In dem Fall m├╝ssen aber die Pausen wirklich rthythmisch zur Dramaturgie passen (und nicht zur Prosasprache).


Genug ges├╝lzt ...
Mach, was dein Gef├╝hl Dir sagt ...

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