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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der kleine Prinz
Eingestellt am 04. 02. 2004 18:07


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Tochter des Ozeans
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Der kleine Rothaarige stand am Fenster und beobachtete den Tanz der wei├čen Flocken. In ihm wuchs das Verlangen nach ihnen zu greifen, sie festzuhalten und mit ihnen zu spielen. Seine Hand presste sich an die kalte Scheibe, seine Nase lag platt gedr├╝ckt auf dem Glas. Der Schnee fiel dicht und lie├č sich auf den Fensterb├Ąnken und Garagend├Ąchern nieder. Eine Katze hinterlie├č im Garten ihre Spuren. Ruhig kniete er auf der Bank und erfreute sich an dem Naturschauspiel.
Martina betrat die Stube und nahm neben ihm Platz. Sie sah aus dem Fenster, dann auf den Jungen und fragte ihn: "Was guckst du denn so? Ist doch nur Schnee." Der Atem des Kleinen lie├č sich auf den Scheiben nieder, ohne seinen Blick vom Schneefall zu wenden antwortete er bestimmt und gelassen: "Nein, das ist nicht nur Schnee." Sp├Âttisch zog die ├ältere die Augenbraue hoch und entgegnete: "Ach, ist es nicht? Und was ist es dann?" Jetzt wandte er sich ihr zu und versuchte ihr sein Bild zu veranschaulichen: "Siehst du, jede Flocke ist etwas ganz Besonderes. Jede ist ein kleiner Kristall." Der Rothaarige richtete seine Aufmerksamkeit erneut auf das fallende Wei├č. "Schnee ist Leben." Verst├Ąndnislos sch├╝ttelte sie den Kopf und machte es sich in einem der Sessel mit ihrem Buch und einer Decke gem├╝tlich. So sa├čen sie da. Die Zeit verging, sie merkten es nicht. Sie, vertieft in ihrer Lekt├╝re, verga├č ihre Umgebung, und er, eingenommen vom Winter nahm sie nicht mehr wahr.
Der Schneefall wurde dichter, legte sich sanft auf der Erde nieder. Er kniete auf der Bank und sah aus dem Fenster. Einfach so. Die Wanduhr tickte leise, unbemerkt. H├Ârbar strich sie die Buchseiten nach dem Umbl├Ąttern glatt. Martina r├Ąusperte sich und nahm einen Schluck von ihrem Tee. Sein Zeigefinger fuhr auf der Fensterscheibe nach oben und unten. "Sie tanzen", schallten seine Worte durch den Raum. Martina rieb die F├╝├če aneinander um sich zu w├Ąrmen. "Sie tanzen", wiederholte der Rothaarige nach einer Weile. "nur f├╝r mich." "Du nervst!" fuhr sie den Kleinen an. Er verfolgte das Schneetreiben, ihre Worte schienen ihn nicht zu bek├╝mmern. Wieder hauchte er seinen Atem absichtlich an die Scheibe, er leckte ihn mit gespitzter Zunge ab. Der Kleine drehte seinen Kopf und lies ihn auf der Fensterbank nieder, den Blick in den Himmel gerichtet. Er l├Ąchelte. Sie kommen alle zu mir, die Flocken tanzen nur f├╝r mich, l├Ąchelte er. Ich bin reich, ├╝berlegte er, all die Kristalle sind f├╝r mich. Ich bin ein Prinz, ich bin reich. Er schloss die Augen und wurde von den Flocken sanft an den Wangen gestreichelt. Sein Brustkorb ging regelm├Ą├čig auf und ab. Entz├╝ckt schrie er auf. Kurz und schrill. Martina fuhr auf, prustete. "Du kleiner Spinner", kommentierte sie sein Treiben und besch├Ąftigte sich wieder mit ihrem Buch. Fragend sah er sie an. "Ich bin doch kein Spinner. Ich bin ein Prinz!", sagte er leise, fl├╝sterte es fast. Lange ruhte sein Blick auf ihr. Martina bl├Ątterte von der einen auf die andere Seite.
Bedacht stand er auf und n├Ąhrte sich ihr. Er hob die Denke von ihren Knien, kletterte auf ihren Scho├č und kuschelte sich an ihre Brust. Sie hatte das Buch weggelegt und streichelte sanft sein Haar. Sie sp├╝rte sein kleines Herz klopfen. Ein erf├╝llendes Wohlgef├╝hl ├╝berkam sie. "Du hast Recht", sagte sie und beobachtete den Winter. "Du bist ein Prinz."

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Jarolep
???
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Mach was daraus

Hallo Tochter des Ozeans,

Deine Geschichte hat mich fasziniert.Sehr einf├╝hlsam und sch├Ân sind deine Bilder.
Ein paar Anmerkungen h├Ątte ich, bitte sehe das nicht als Kritik, sondern als meine Subjektive Meinung.
1. Die Dialoge kommen besser an, wenn man f├╝r jede Replik eine neue Zeile macht. Sieht einfach sch├Âner aus und liest sich besser.
2.Ich bin beim Lesen ├╝ber "Tasse Tee" gestolpert.Du schreibst vorhin, sie s├Ą├čen schon eine ganze Weile da, und die Zeit verging. Dann kommt der Tee, und ich fragte mich spontan, ob der Tee nicht schon kalt w├Ąre. Aber das ist die Kleinigkeit.
3. "Der Schneefall wurde dichter, legte sich sanft auf die Erde" - ich wei├č nicht (ehrlich!), ob der Schneefall sich legen kann. Besser w├Ąre vielleicht - der Schnee legte sich auf die Erde, oder die Schneeflocken oder so etwas in der Art.
4. "Martina bl├Ątterte von der einen Seite auf die andere". Nun, meine sehr subjektive Meinung: ich h├Ątte "Martina bl├Ątterte die Seite um" geschrieben. Aber deine Wahl hat auch etwas in sich. Dieser Satz verlangsamt die Handlung.

Aber alles in allem - ein sehr sch├Âner Text. Es k├Ânnte vielleicht noch ein Tick besser werden.

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kleinerprinz
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2003

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Re: Mach was daraus

Hey, wunderbare Geschichte, hat mir viel Spa├č gemacht, sie zu lesen ... vielen dank ...
nur eine sache ... ich f├Ąnds sch├Âner, wenn martina keinen name h├Ątte ... lass sie doch die gro├če blonde oder so sein ...

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filechecker
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo,

ich glaube die Sprache des Kleinen passt so gar nicht zu ihm, wenn er sagt: "Schnee ist Leben." Da philosophiert er. Ein kleiner Junge?

Und noch was:
Pl├Âtzlich fallen Schneeflocken auf das Gesicht des Kleinen. Bei geschlossenem Fenster? Oder habe ich das ├ľffnen des Fensters ├╝berlesen?

Der kleine Junge wirkt allgemein sehr nachdenklich. Diese Nachdenklichkeit passte eigentlich doch besser zur Lesenden, finde ich.

Gru├č

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Tochter des Ozeans
Autorenanw├Ąrter
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Hallo!
Die Dialoge werde ich in Zukunft anders schreiben, stimmt schon, mit den neuen Zeilen.
Der Tee, stimmt. *grins* Der Schneefall legt sich sicher nicht auf die Erde, der Schnee oder die Flocken. Das war, weil ich das noch mal ge├Ąndert hatte, weil ich dauernd "Schnee" hatte und es dann ├╝bersehen haben muss - sorry.
Ich hab mir auch ├╝berlegt, ob ich Martina unbenamt lasse, aber ich dachte, dadurch w├╝rde ER mehr zur Geltung kommen. Ich wei├č nicht.


filechecker: Ich habe das Gef├╝hl, du hast meine Geschichte nicht verstanden. Sorry. Kennst du den kleinen Prinzen von "Saint-Exup├Ęre"

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filechecker
Guest
Registriert: Not Yet

Ja, den kenn ich, Tochter des Ozeans. Deine Geschichte ist f├╝r meine Geschichte trotzdem zu wenig durchstrukturiert. In deiner Geschichte stimmt einfach die Stimmung nicht, egal an welchen Dichter du Anlehnung, bzw. Beziehung suchst.

Gru├č

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