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Leselupe.de > Kindergeschichten
Der kleine Vogel (= neue Version=)
Eingestellt am 18. 11. 2001 10:35


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rabi
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Nov 2001

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Aufgrund von konstruktiven Kritiken habe ich das Märchen vom Kleinen Vogel nochmals überarbeitet und etwas umgeschrieben. Hier nun die neue Fassung:

Der kleine Vogel

Es war einmal ein kleiner Vogel, der lebte in einem Wald zusammen mit vielen anderen Tieren. Alle Vögel bauten sich ein Nest, um darin mit ihren Familien zu wohnen. Doch die Nester fielen bei Sturm und starken Regenschauern oftmals von den Bäumen.

Als der kleine Vogel dieses sah, beschloss er, nicht in ein Nest zu ziehen, sondern sich einen Käfig zu bauen. Dafür verließ er sogar den Wald und suchte auf einem nahe gelegenen Schrottplatz nach Teilen, die er hierfür verwenden könnte. Später wagte er sich sogar bis in die Stadt hinein, um seinen Käfig noch schöner gestalten zu können. So wurde dieser im laufe der Zeit immer größer und bekam sogar goldene Stäbe, die Tür wurde mit Edelsteinen besetzt und der Wassernapf in einen Diamant eingefasst. Und alle Tiere des Waldes beneideten den kleinen Vogel um seinen wunderschönen Käfig.

Der kleine Vogel freute sich sehr, dass er einen solch herrlichen Käfig sein eigen nennen konnte. Und da er sich dort sehr wohl fühlte, verließ er diesen schließlich nur noch, wenn er auf Futtersuche ging.

Eines Tages jedoch flog der kleine Vogel aus dem Wald heraus und kam in einen wunderschönen Garten, in dem viele Blumen in prächtigen Farben blühten. Hier ließ er sich nieder.

Plötzlich hörte er ein Zwitschern hinter sich, und als er sich umsah, erblickte er eine Meisendame. „Hallo“, sagte der kleine Vogel, „kommst du öfter hierher?“ – „Ja“, sagte die Meisendame, „aber ich kenne noch viele andere schöne Plätze hier in der Nähe“. - „Oh toll“; sagte der kleine Vogel, „dann lasst uns doch zusammen die Gegend erkunden.“

Und so trafen sich der kleine Vogel und die Meisendame jeden Tag in dem Garten und spielten dort und flogen zusammen über Wiesen und Täler, und des abends kehrte er in seinen goldenen Käfig zurück.

Da der kleine Vogel nun aber nicht mehr den ganzen Tag nur in seinem Käfig verbrachte, sondern viel umherflog, lernte er auch fröhliche Lieder zu zwitschern, und ward so ein lustiger Geselle, so dass die anderen Vögel ihn nicht nur wegen seines schönen Käfigs beneideten, sondern auch wegen seines Gesanges bewunderten.

Als der kleine Vogel eines Tages wieder in den Garten flog, war die Meisendame nicht zu sehen und zu hören. Er suchte sie überall, doch nirgends konnte er sie finden. So ging das auch die nächsten Tage. - Er wurde nun immer trauriger und verließ seinen Käfig schließlich nur noch, wenn er Hunger hatte und im Wald Beeren suchen musste.

Während alle anderen Vögel vergnügt und fröhlich zwitscherten, piepste der kleine Vogel immer leiser, denn er fühlte sich in seinem schönen goldenen Käfig sehr einsam. Auch konnte er sich über den Käfig, um den ihn alle anderen Vögel beneideten, gar nicht mehr so recht freuen, obwohl dieser zwischenzeitlich in immer schönerem Glanz erstrahlte. Vor lauter Traurigkeit wurden seine Flügel immer lahmer, so dass er bald gar nicht mehr richtig fliegen konnte, sondern nur noch ungelenk durch den Wald tappelte.

Eines Tages erblickte der kleine Vogel durch die Gitterstäbe seines Käfigs einen jungen Zaunkönig, der etwas unbeholfen in einer Hecke umherhüpfte. Der junge Zaunkönig versuchte, auf einen nahestehenden Baum zu fliegen, verfehlte jedoch den Ast und purzelte auf den Boden.

Da verließ der kleine Vogel seinen Käfig und tappelte zu dem jungen Zaunkönig.
“Laßt uns gemeinsam fliegen“, sagte der kleine Vogel, „und die Welt entdecken“. – „Einverstanden“, erwiderte der junge Zaunkönig, „wir können es zusammen probieren“. Und beide versuchten, von der Hecke auf den Ast zu fliegen. Der junge Zaunkönig schlug mit einen Flügeln und landete sicher auf dem Ast.

Der kleine Vogel schwang sich von der Hecke, doch da seine FlĂĽgel durch die lange Ruhezeit noch etwas unbeweglich waren, schlingerte er unter dem Ast hindurch und plumpste auf den Waldboden.

„Hast du dir weh getan?“, fragte der junge Zaunkönig, „zeig mal deine Flügel her.“ – „Nein, es tut nicht weh“, erwiderte der kleine Vogel, „aber weil ich schon so lange nicht mehr geflogen bin, kann ich es gar mehr richtig.“ – „Dann probiere es doch einfach noch ein paar Mal, dann wirst du es wieder schnell lernen. Ich fliege jetzt aber weiter und entdecke die Welt.“

Da wurde der kleine Vogel ganz traurig, weil der Zaunkönig ihn so schnell wieder verlassen wollte. - „Laß doch nicht das Köpfchen hängen“, sagte der junge Zaunkönig zum kleinen Vogel, „irgendwann komme ich erneut hier vorbei, und dann sehen wir uns doch wieder.“ Und damit verschwand er hinter der Hecke.

Der kleine Vogel kroch zurück in seinen Käfig. Wie gerne hätte er doch zusammen mit dem jungen Zaunkönig die Welt entdeckt. Stattdessen schaute er wieder trübselig durch die Gitterstäbe und beobachtete die anderen Tiere im Wald, wie sie fröhlich miteinander spielten.

Da erblickte er plötzlich ganz am Waldesrand eine Lichtgestalt, die immer näher kam, genau auf seinen Käfig zu. Es war die gute Fee Felicitas, die nachsehen wollte, ob alle Tiere wohlauf seien. „Oh, was für ein schöner Käfig das ist. Wer mag wohl darin wohnen“, dachte die Fee und trat näher. Da entdeckte sie den kleine Vogel, der immer noch traurig auf der Stange hockte.

„Hallo, kleiner Vogel“, sagte die Fee, „du bist bestimmt sehr glücklich, weil du einen so schönen Käfig hast.“

Da fing der kleine Vogel bitterlich an zu weinen und sagte: „Ja, ich habe einen sehr schönen Käfig, aber keiner der anderen Vögel hier im Wald mag mit mir zusammen fliegen, und nun sind meine Flügel schon so lahm geworden, dass ich sie kaum noch bewegen kann, und fröhlich zwitschern kann ich auch nicht mehr.“ - „Ich will dir helfen“, sagte die gute Fee Felicitas, „du sollst ein genauso glücklicher kleiner Vogel werden wie all die anderen Vögel, die du den ganzen Tag siehst.“

Sie nahm den kleinen Vogel aus dem Käfig und trug ihn aus dem Wald hinaus. Dabei erzählte sie ihm, dass sie vor ein paar Tagen eine Meisenfrau gerettet hatte, die sich mit ihren Beinchen in einer Drahtfalle verfangen hatte. Sie sei schon ganz ausgehungert gewesen, aber inzwischen ginge es ihr schon wieder viel besser. Nun wusste der kleine Vogel auch, warum er die Meisendame nicht mehr hatte treffen können.

Schließlich gelangten Felicitas und der kleine Vogel an einen wunderschönen Park mit Bächen, Büschen und vielen .Bäumen. Und die gute Fee ging hinüber zu einem Busch, hinter dem sich eine Amsel versteckt hatte.

„Hallo Amsel“, sagte die Fee, „sieh mal, ich habe dir einen Freund mitgebracht, einen kleinen Vogel. Weil er immer in einem Käfig saß, weiß er gar nicht mehr, wie es ist zu fliegen und zu singen. Ihr werdet es aber gemeinsam schaffen“.

Die Amsel freute sich, als sie den niedlichen kleinen Vogel in der Hand von Felicitas erblickte, und auch in den Augen des kleinen Vogels blitzte es beim Anblick der Amsel, denn eine so schöne Amsel hatte er noch nie gesehen.

Behutsam setzte die Fee den kleinen Vogel neben die Amsel.
„Komm, lasst uns um den Busch herumfliegen“, sagte die Amsel zum kleinen Vogel und stupste ihn etwas an.

Der kleine Vogel blickte der Amsel ganz tief in die Augen, und seine FlĂĽgel begannen sich aufzurichten, erst noch ganz zaghaft, doch dann schlugen sie immer schneller, und er erhob sich in die LĂĽfte.

„Oh, ist das toll“, zwitscherte die Amsel und schwang sich vergnügt hinterher. Auch aus dem Schnabel des kleinen Vogel drang nach einem anfänglichen „piep, piep“ nun ein fröhliches Liedlein. Die gute Fee Felicitas sah den beiden Turteltäubchen mit einem zufriedenen Lächeln hinterher.

Der kleine Vogel und die Amsel waren von nun an unzertrennlich. Sie bauten sich ein schönes Nest und lebten darin glücklich zusammen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, kannst Du sie heute noch im BĂĽrgerpark sehen.

. - - - - - - - - - - - - - - - -

Gerne erbitte ich hierzu Eure konstruktive Kritik

rabi

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schimmelreiterin
Hobbydichter
Registriert: Nov 2001

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s*mile

Dear PhiloRabi,

g´sagt, g´tan, nun hab ich wie versprochen mir dein Märchen angeschaut, sprich gelesen. Ich war überaus freudig überascht, von der Phantsie und dessen Schönheit der Umsetzung, s*mile.

Ich wünsch dir noch mehr solch schöner märchen, gedanken und tage an denen du kleine Wunder vollbringst.

etwas was ich getrost meinem Kind, wenn ich mal eines kriege, vorlesen wĂĽrde.

byez*wink*erl

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
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Es geht wohl um die Freiheit,

die dem kleinen Vogel fehlt, ansonsten hätte er sich mehr
für die Meisendame interessiert, zumal er hörte, dass sie verletzt war.

Ungeduld ist die einzige Eigenschaft der Jugend, deren Verlust man im Alter nicht beklagt. (Frank Thiess)

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rabi
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Nov 2001

Werke: 35
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Re: Es geht wohl um die Freiheit,

Hm, hm, Anemone: genau diese Problematik habe ich auch gesehen. Aber es gab hier zuuuu viele Aspekte abzuwägen, und dann habe ich mich für die von mir gewählte Lösung entschieden.

Auch vielen Dank an Schimmelreiterin für Deinen Kommentar. Ja, ich kann mich gut an Dich erinnern (einprägsamer Name)


Ich hatte es ja schon mal an anderer Stelle erwähnt: dieses Märchen schrieb ich ursprünglich in einer emotional für mich bewegten Situation. Das war auch der Grund dafür, dass es ursprünglich einige Ungereimtheiten gab. Die waren auch von mir so gewollt. Jetzt habe ich sie aber auf mehrfachen Wunsch ausgebügelt.
__________________
rabi

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schimmelreiterin
Hobbydichter
Registriert: Nov 2001

Werke: 0
Kommentare: 2
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Freiheit HIN oder HER machts net so SCHWER

Leute, ich bitte Euch, sowohl Anemone und auch Philorabi, es ist ein MĂ„RCHEN...
und wenn dort ein SInn dahintersteckt, ich weiĂź das es ihn gibt dann frage ich mich warum man(n) diesen zerreden sollte?

Es gibt sicher 1000 Dinge die hierin enthalten sind.
Freiheit,oder selbstgewählte Einsamkeit, das nicht wissen wie man anderen etwas bedeutet, die Materialität, oder auch einfach nur der Schönheitssinn, oder die Talente...
ales Dinge die EINSAM machen können...

Doch ich habe versucht wie ein Kind zu blicken, und mit diesem Blick würde ich es auch meinem Kind vorlesen, mit der warmen Stimme, die ihm zeigt, das am ende - es kein Ende gibt, keine Einsamkeit, sondern ein immer währenden Anfang...

ich wünschte andere könnten es auch so sehen...

greetings cathy

Philorabi, ich hoffe du assoziierst mit diesem Synonym nur das was er darstellt, eine frau die ein Lieblingsbuch hat...s*mile

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