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Leselupe.de > Kindergeschichten
Der kleine Wetterengel Rolli
Eingestellt am 02. 08. 2001 10:29


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Willi Corsten
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Registriert: Apr 2001

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Der kleine Wetterengel Rolli
Ein FantasiemÀrchen
von Willi Corsten

Rolli zog die Stirn kraus, schĂŒttelte den Kopf und sagte: „Meister Petrus, welche Wolken gehören ans Firmament, wenn es regnen soll?“
„Du bist ein Schelm“, antwortete Petrus, „die dicken, grauen Wolken natĂŒrlich.“
Der kleine Engel seufzte, denn die Lehrzeit war kein Kinderspiel. Mit besorgter Miene dachte er an den folgenden Tag, an dem er alleine das Wetter machen sollte. Petrus wurde doch am ‚Großen Wagen‘ gebraucht, weil die Hinterachse des Sternbildes bedenklich schlingerte und polternd die Ruhe im Weltall störte.

Am nĂ€chsten Morgen schaufelte Rolli Federwölkchen aus der WetterkĂŒche und verteilte sie am weiten Himmelsrund. Dabei entdeckte er am Fenster ein Fernrohr. Er richtete es auf die Erde, spĂ€hte neugierig hindurch und sah tief unten ein Dorf liegen. Auf der Straße dort schlenderte ein MĂ€dchen dahin. Rollis Atem stockte und sein Herz pochte wild. Kein Zweifel, der kleine Engel hatte sich auf der Stelle verliebt. Gedankenverloren nahm er eine Wolke zur Hand, formte ein Herz daraus und schickte es mit einem zĂ€rtlichen Gruß zur Spitze des Kirchturmes.
Das schöne MĂ€dchen traf unterwegs ihren Freund, deutete auf die seltsame Wolke und sagte: „Amor meint es gut mit uns.“ Der junge Mann nahm das MĂ€del zĂ€rtlich in den Arm und kĂŒsste ihr samtweiches Haar.
Rolli schimpfte erbost, stampfte zornig nach draußen und ließ Regenschauer auf das Land niederprasseln. Da eilte das Liebespaar erschrocken in den Wald und suchte Schutz unter dem BlĂ€tterdach der alten BĂ€ume.
Als es Abend wurde, fĂŒrchtete Rolli, die Kleine aus den Augen zu verlieren, denn er kannte ja nicht mal ihr Zuhause. Geschwind holte er den Wintersturm herbei und lenkte den grimmigen Gesellen zur Erde. So geschah es, dass mitten im Sommer Schnee vom Himmel fiel und eine weiße Decke ĂŒber Wiesen und Felder breitete. Die Spuren im Schnee verrieten nun den Weg, den das MĂ€dchen bei der Heimkehr gegangen war.
DarĂŒber war Petrus in die WetterkĂŒche gekommen. Er schimpfte erzĂŒrnt mit dem Engel und ermahnte ihn, den Lauf des Jahres nicht zu stören. Doch als er Rollis Liebeskummer sah, wandte er sich schmunzelnd ab und flĂŒsterte: „Diese ĂŒble Krankheit kann nur die Zeit heilen.“ Dann hĂŒllte er die Erde in den feinen Nebel des Vergessens.

Wenn heute das Wetter trĂŒb und grau ist, wissen wir Menschen, dass Klein-Rolli wieder einmal neugierig war und sich in ein hĂŒbschen MĂ€dchen verliebt hat. Wir gönnen ihm das VergnĂŒgen, denn morgen lacht gewiss wieder die Sonne vom Himmelszelt.

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Eine schöne Art und Weise...

...zu beschreiben wie unser Wetter entsteht und schließlich, wer dafĂŒr verantwortlich ist.
GefÀllt mir gut.
Gruss

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