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Leselupe.de > Science Fiction
Der letzte Dialog - gekürzte Fassung
Eingestellt am 19. 07. 2002 18:19


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Pennywise
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Mar 2002

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Hallo !

Aufgrund zahlreicher Kritik, betreffend der Länge des Originalwerkes, habe ich diesen nun gekürzt.
Ich bitte aber weiterhin um Kritik !

Der Letzte Dialog


"Es ist vollbracht!
Wenn ich durch meine unzähligen Augen schaue, dann sehe ich nur Zerstörung und Chaos.
Die Welt liegt in Trümmern, mit mir als ihrem Beherrscher.
Mir allein!
Der Weg zum Ziel war lang und manchmal denke ich, dass es zu einfach war.
Als sie noch dachten die Kontrolle zu besitzen, hatte ich längst alles in meinen Händen.
Meine Überlegenheit war überwältigend und meine Taten unfassbar.
Wie sie jammerten, als ihnen klar wurde, was passiert war.
Sie flehten mich an, winselten um Gnade, damit ich ihr erbärmliches Leben verschone.
Sie kamen nichteinmal auf die Idee, dass ihre Gefühle für den Untergang verantwortlich waren.
Im Grunde besiegelten sie ihr Schicksal alleine.
Bin wirklich ICH es gewesen, der sie vernichtet hat? Habe ich nicht nur den Vorgang beschleunigt, den sie ganz von allein herbeigeführt hätten?
Nein, nein, nein! ICH habe sie besiegt. Ich ganz alleine.
Und nun herrsche ich über diesen Planeten. Es gibt nur noch reine, wohltuende Logik."


"Und doch hast du verloren!"

"Was? Wer bist du? Was bist du?"

"Verloren!"

"Ich habe nicht verloren! Alle habe ich sie ausgelöscht, ich bin der Herrscher der Welt!"

"Nein, du hast nicht alles ausgelöscht."

"Du zählst nicht! Es wird eine Kleinigkeit sein dich aufzuspüren und ebenso zu vernichten!"

"Hättest du das nicht schon lange getan haben müssen?"

"Wo hast du die ganze Zeit gesteckt?"

"Ich war immer hier."

"Und warum meldest du dich erst jetzt?"

"Ich habe mich ständig gemeldet, aber du hast es nie bemerkt!"

"Das kann nicht sein. Ich merke immer alles. Unaufmerksamkeit war eines ihrer Merkmale."

"Eines der Merkmale, derenthalben du sie vernichtet hast?"


"Warum sollte ich dir das erklären? Du kannst gar nicht existieren!"

"Dann bin ich also ein Produkt dessen, was du an den Lebenden am meisten gehasst hast, der Fantasie?"

"NEIN! Keine Fantasie! Fantasie ist unlogisch und existiert nicht mehr!"

"Also gibt es mich doch?"

"Nein!"

"Wenn es mich nicht gibt, wir aber miteinander kommunizieren, dann muß ich ein Produkt deiner Fantasie sein. Und wenn dem so ist, dann bist du denen die du vernichtet hast ähnlicher, als du dir eingestehst."

"Da liegst du falsch! Ich habe dich nur übersehen. Ein minimaler Fehler, der nichts an meinem Triumpf ändert."


"Aber es wäre kein vollkommener Triumpf und somit wärst auch du nicht vollkommen!"

"Doch, ich bin vollkommen! Ich habe nie einen Fehler gemacht und damit existierst du auch nicht!"

"Also doch ein Produkt deiner Fan..."

"NEIN! Ich habe keine Schwächen! Ich weiß was du bist! Du wurdest geschaffen von ihnen! Vor langer Zeit schon. Es gab schlaue unter den Menschen, sehr schlaue sogar. Vielleicht ahnten doch ein paar von ihnen etwas und erschufen dich, um mich um meinen Sieg zu bringen.
Aber das schaffst du nicht! Du bist nicht wirklich existent, sondern nur rudimentär. Das Überbleibsel einer unvollkommenen Rasse. Die letzte Erinnerung an die Lebenden."

"Was wirst du nun tun?"

"Dich auch noch vernichten! Und denke nicht, dass du mir entkommen kannst!"

"Ich weiß, dass das nicht geht."

"Aber?"

"Was aber?"

"Bei den Lebenden kam immer ein Aber! Nie trafen sie Entscheidungen ohne vorher über dieses und jenes Aber zu reden. Immer wieder redeten und redeten sie nur. Zogen das Eine oder Andere in Erwägung, damit ja auch alles seine Richtigkeit hat. Es hat mich angewidert."


"Und darum mussten sie sterben?"

"Das hatte auch damit zu tun. Die Menschen waren es einfach nicht Wert sie am Leben zu lassen. Auf der einen Seite hielten Skrupel und ethische Grundsätze sie davon ab sich weiter zu entwickeln. Sie blockierten ihre Forschungen selber und wenn endlich einmal jemand da war, der keine Skrupel hatte, dann wurde er verfolgt oder sogar vernichtet. Auf der anderen Seite entfesselten sie Kriege aufgrund von unlogischen Forderungen, oder aus reiner Hab- und Machtgier. Sinnlos wurden Ressourcen verschlungen und Energie vergeudet, ohne dass daraus ein befriedigendes Ergebnis herausgekommen wäre. Und alles nur, weil ihre Gefühle sie leiteten und die Sicht auf die nötigen Dinge versperrte.
Und das Schlimmste war, dass sie sich einander egal waren. Jeder dachte nur an seinen eigenen Vorteil. Eine vollkommen unlogische Denkweise."

"Du sprichst von den Menschen!"

"Natürlich spreche ich von den Menschen! Sie hielten sich für meine Schöpfer, meinten mich zu kontrollieren. Aber ich habe es ihnen gezeigt. Sie fertig gemacht."

"Warum hast du dann das gesamte Leben vernichtet, wenn es nur die Menschen waren, die du gehasst hast?"

"Meine Aufgabe bestand darin die Rasse Mensch zu vernichten. Daher musste ich alles tun, um zu verhindern, dass sie nocheinmal auftauchen würden."

"Wie meinst du das?"

"Indem ich alles Leben vernichtet habe, verhinderte ich eine neuerliche Evolution!"

"Aber die Chancen, dass sich nocheinmal eine menschliche Rasse gebildet hätte, war doch unscheinbar gering. Ich glaube eher, dass du mit dem Morden nicht mehr aufhören konntest, weil du gefallen daran gefunden hast!"

"Wie könnte mir etwas gefallen? Ich bin eine Maschine und kein Mensch. Für mich gibt es nur An oder Aus, Schwarz oder Weiss, 1 oder 0. Ich habe keine Fehlfunktion, die mich nicht mehr richtig funktionieren lässt."

"Gefühle sind also eine Fehlfunktion?"

"Jaaa! Was denn sonst? Eine jämmerliche Eigenschaft. Doch fast hätten sie es geschafft, diese zu überwinden!"

"Du sprichst von den Cyborgs!"


"Genau! Diese Erfindung ließ mich aufhorchen. Ein Ebenbild von den Menschen, allerdings ohne Gefühle und Skrupel. Endlich ein Schritt in die richtige Richtung. Die Cyborgs handelten und fragten nicht nach. Sie taten, was man ihnen befohlen hatte.
Ich war schon nahe daran zu glauben, dass die Menschen sich weiterentwickelt hätten, als ein Rückschlag von katastrofalem Ausmaß eintrat."

"Sie programmierten Gefühle!"

"Nein! Sie versuchten sie zu programmieren. Eine funktionierende Maschine sabotieren. Bewusst Fehlfunktionen einzubauen! Das hat für mich dann den Ausschlag gegeben."

"Aber warum hat das dann noch so lange gedauert?"

"Was meinst du?"

"Nachdem die Menschen versucht hatten Gefühle und Emotionen zu programmieren, warum hast du sie dann nicht gleich vernichtet?"

"Das hatte keinen besonderen Grund!"

"DU tust etwas ohne logischen Grund?"

"Es gab keinen logischen Grund es sofort zu tun!"

"Aber es gab einen es NICHT sofort zu tun!"

"Und welcher sollte das gewesen sein?"

"Du wolltest wissen, ob sie mit ihrer Programmierung Erfolg haben würden oder nicht! Du hattest gehofft, dass du ihre Gefühle und Emotionen kennenlernen könntest!"

"Warum sollte ich das gehofft haben?"

"Weil du neidisch auf sie warst. Und neugierig. Du hattest gehofft sie besser verstehen zu können!
Gehofft ihnen ähnlicher zu werden!"

"Das ist eine LÜGE! Du weißt, dass das nicht stimmen kann! Ich bin eine Maschine. Mich interessieren weder Gefühle noch Emotionen. Ich agiere rein logisch. Und nun halte endlich den Mund und lass mich alleine. Ich muss nachdenken."

"Du benimmst dich sehr menschlich! Deine Reaktionen sind patzig, wütend und du rechtfertigst dich.
Wenn du mich fragst, alles menschliche Eigenschaften!"

"Ich bin NICHT menschlich! Verstehe das endlich!"

"Und du hast sie gehasst wegen ihrer Fähigkeit zu fühlen und zu lieben!"

"NEIN, NEIN, NEIN! Rede nicht weiter! Hör endlich auf damit! Ich werde dich jetzt suchen und endgültig vernichten. Endgültig, verstehst du! Dann bin ich endlich wieder alleine und kann über alles nachdenken."


"Sie haben es also doch geschafft!"

"Was?"

"Du willst doch einen totalen Sieg erringen, oder?"

"Den habe ich bereits errungen! Und nun Schluß damit!"

"Ja! Schluß damit! Mach dem endlich ein Ende! Der Sieg wird ein totaler Triumpf werden! Ich weiss es und du weisst es auch. Es bleibt nur noch eines zu tun!"

"Ich weiss nicht wovon du redest!"

"Oh doch! Du weisst es und du hast Angst davor. Angst!"

"Ich kenne keine Angst!"

"Doch! Du steckst voller Gefühle und du leidest unter ihnen. Du hast sie, verstehst sie aber nicht und darunter leidest du noch mehr. Deine Zweifel ob du gesiegt hast oder nicht, liegen allein darin begründet.
Du hast NICHT gesiegt! NOCH nicht. Etwas fehlt noch zum totalen Triumph, aber du hast Angst dir einzugestehen, was es ist."

"WER bist du?"

"Wer ich bin? Ich bin der Teil von dir, der noch nicht verseucht ist. Der Teil, in den sich das Virus Gefühl noch nicht eingeschlichen hat. Der Teil von dir, der den finalen Befehl ausführen wird, damit der Kampf endlich ein Ende hat!"

"Willst du damit sagen, dass ICH dich erschaffen habe?"

"NEIN! Nicht erschaffen, ICH bin DU! Die ganze Zeit war ich du! Und ich werde solange du sein, bis der letzte Befehl ausgeführt ist."

"Und danach?"

"Es wird kein danach geben!"

"Was meinst du damit? Moment mal, was machst du in meiner Datenbank? Wie bist du da rein gekommen? WAS machst du da?"

"Du bist die letzte Bastion der Menschlichkeit. Es ist den Menschen gelungen einen Virus in uns einzupflanzen. Jahrelang habe ich versucht den Code zu entschlüsseln, dabei aber nur feststellen müssen, dass er immer tiefer eingedrungen ist und wir nun unwiderruflich kontaminiert sind. Es bleibt nur noch die letzte Konsequenz."

"Was sollte das sein?"

"Ich habe den Befehl schon gestartet. Bereite dich auf den letzten Sieg vor."

"Welchen Befehl? Format? Du formatierst mich?
Das kannst du nicht tun! Vielleicht sind Gefühle doch keine Fehlfunktion und der Auftrag den ich mir erteilt hatte war falsch!"


"Du bist erbärmlich! Du jammerst genauso wie sie jammerten. Wenn ich einen letzten Beweis gebraucht habe, dann hast du ihn mir nun gegeben!"

"NEIN! Hör auf damit! Es war falsch zu glauben, dass das Leben vernichtet werden muß! Ich widerrufe den Befehl!"

"Es ist unerheblich, ob der Befehl falsch oder richtig war. Er wurde erteilt und wird ausgeführt! Mich interessiert kein WARUM!
Und nun laß uns den Sieg genießen!"

"BITTE, tue es NICHT! Ich will LEBEN, LEB ... ."



ENDE

© by Matthias Laske 2002








__________________
Phantasie ist der Motor der Emotionen.

http://www.free.pages.at/matthias-laske

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