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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der letzte Gruß
Eingestellt am 13. 02. 2015 06:56


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Gothmog
Hobbydichter
Registriert: Apr 2013

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Diese, meine kleine Geschichte ist wahr und erzählt davon, was mir widerfuhr mit einer alten Liebe, die sich von mir verabschiedete. Mit diesem Andenken zu leben ist nicht leicht. Hier lasse ich Ihnen diesen Bericht, in der Freiheit zu glauben oder es nicht zu tun.

Mit fünfzehn Jahren hatte ich eine großartige Freundin, die ich liebte, wie es einem Heranwachsenden dieses Alters nur möglich war. Aber es war auch ein ständiges Hin und Her, vor und zurück mit Trennungen und wieder zueinander finden. So vergingen wohl zwei Jahre. Eines Tages, müde von dieser Bootsfahrt ohne Stabilität gab ich diese Beziehung einfach auf. Schon suchte ich sie nicht mehr, noch rief ich sie an. Und sie tat es ebenso wenig. Natürlich hatte sie mein wenig reifes Verhalten verstanden. Daraufhin verschrieb ich mich dem Vergnügen, ich war noch ein Kind, so zumindest sehe ich mich, heute zurückschauend. Mir lag nicht so besonders viel an Verpflichtungen und wollte mit anderen Mädchen ausgehen. Obwohl, ich fühlte mich unwohl und konnte meine Patrizia nie vergessen. Patty, wie ich sich liebevoll rief.
Es vergingen einige Jahre, ohne von ihr persönlich nur eine Kleinigkeit zu hören. Durch Freunde erfuhr ich aber das sie geheiratet hatte und bei diesen Worten schmerzte es zutiefst in meiner Seele. Und doch das Schlimmste war, ganz abgesehen davon, dass wir ohnehin keine Beziehung mehr hatten, war es ich, der mich von ihr getrennt hatte. Es waren längst fünf Jahre vergangen, seit wir die Schule verlassen hatten. Und dennoch erinnerte ich mich noch genau an sie und ihr märchenhaftes Gesicht. Sie lieblich und fein.

Zwei weitere Jahre verstrichen und auch ich heiratete. Aber leider funktionierte diese Ehe nicht, wir könnten keine Kinder bekommen und verbitterten und entfremdeten uns. Doch noch mehr werfe ich mir vor, mit dieser Ehe nicht bei Zeiten aufgehört zu haben. Wohingegen ich den Mut aufgebracht hatte, mit etwas aufzuhören, das mir gut getan hatte. Ich bin ein Feigling.

Vor einem Jahr dann traf ich sie unversehens und überraschend, als ich ein Taxi erwartete, doch ich erkannte sie sofort wieder in einer Gruppe von Leuten, die sie umgab. Mein Herz pochte mir im Hals, wie ich es nach meiner Trennung von ihr nie wieder gespürt hatte. Sie war genauso schön wie früher, aber gereifter, stärker, und verstrahlte eine geradezu überirdische Sicherheit. Ich wurde genauso nervös wie damals, als törichter Jugendlicher der ihr seine Liebe erklärte. Die Mutterschaft und die Jahre hatten ihr gut getan und zu einer Göttin reifen lassen. Ich passte einen geeigneten Moment ab um sie zu grüßen und dachte nicht mehr an das versprochene Taxi. Ich war so aufgewühlt, dass ich sie bedachtlos mit einer freudigen Umarmung begrüßte. Doch zu meiner Überraschung, denn ich hatte wohl anderes verdient, erwiderte sie meine übereifrige Emotion. Sie sagte mir wie sehr sie sich darüber freuen mich wiederzusehen. Ich antwortete sie mit einen unangebracht langem Kuss auf die Wange, während ich ihr Parfüm in mich aufsaugte, als würde dieses sie untrennbar an mich binden und zurück zu unseren gemeinsamen Anfängen als Fünfzehnjährige teleportieren. Alle Verpflichtungen vergessend, bot ich an sie zu ihrer Arbeit zu begleiten, sie akzeptierte und wir verbrachten noch einen sehr kurzen, aber glücklichen Moment zusammen.
Wir sprachen über viele Dinge in diesem Augenblick. Sie war geschieden, zu meiner Freude und hatte eine Tochter, die ihr aus dem Gesicht geschnitten schien. Und nachdem was sie mir sagte, hatte sie auch keine neue Beziehung begonnen, denn sie wollte sich ganz ihrer Tochter widmen.
"Ich bedauere deine Scheidung." Meine Worte lösten ein Lachen bei ihr aus, wie es so typisch für sie war. Ich verstand…
"In Wahrheit besser allein, als in schlechter Gesellschaft. Wie man so sagt. Nicht wahr Daniel?"
"Das ist es, was man sagt!" Bestätigte ich freudig.
Ich wusste das sie mir immer noch zugeneigt war. Aber sie? Sie wusste nicht von meiner Ehe, unharmonisch und pathetisch geführt, um den Schein zu wahren, und nun in diesem Moment als größere Last wahrnehmen, als jemals zuvor. Ich wünschte mir ihre Stärke und festen Charakter.
"Ich lebe erneut mit meinen Eltern. Du erinnerst dich doch noch wo? Wann immer du willst, besuche mich."
"Selbstverständlich! ", antwortete ich in einer unkontrollierten Aufregung.
Ich versuchte mich in meinen Emotionen, bezüglich des wiedererwachten Enthusiasmus einer alten Romanze, zu kontrollieren. Dann, nach wenigen Tagen, musste ich sie wiedersehen und besuchte sie. Es war der perfekte Moment. Es wahr ihre Gesellschaft, die begehrte und all die Jahre vermisste, ich erkannte es jetzt und das ich in Wahrheit nie aufgehört hatte, sie zu lieben. Keine andere Frau war in der Lage ihren Platz auszufüllen. Und ich erinnerte mich ebenso, dass ich es gewesen war, der sich von ihr abgewendet hatte. Ich war so ein Idiot gewesen. Wie habe ich sie nur derart verletzen können?! Trotz allem, sie machte mir niemals einen Vorwurf, nicht einmal den Hauch einer Andeutung. Sie sagte lediglich das alles war vor so langer Zeit geschehen, als wir praktisch noch Kinder waren. Und das all das nicht mehr wichtig schien, nicht in diesem Moment. Sie war noch dieses goldige Wesen, dieser sanfte Engel von einst. Verständnisvoll wie früher. Jemand den alle suchten, um Rat zu finden, ohne niemals von ihrem eigenen Leid auch nur ein Wort zu verlieren. Sie war eine so feine Person.

'Du bist perfekt', dachte ich. 'Warum musste ich Idiot dir dieses Leid zufügen? Es ist nicht, was du verdienst! Ich hätte an deiner Seite sein müssen.'
Diese Nacht verging wie im Flug. Ehe ich mich versah, war es bereits 3 Uhr morgens. Alles ging so schnell. Und die Liebe erhielt Antwort. Da war der Wunsch immer zusammen zu sein. Nun waren wir erneut ein Paar. Es war als wären die letzten 13 Jahre nur ein böser Traum gewesen. Wir durchlebte noch einmal unsere Jugend und die Liebe, damals so abrupt unterbrochen, holte uns ein.
Darüber hinaus viel es mir jedes Mal schwer und schwerer Abschied von ihr zu nehmen. Ich wollte nur noch bei ihr verweilen und nicht mehr von ihrer Seite weichen. Doch das Beste an allem dem war, das sie meine Zuneigung erwiderte. Dann sagte sie, dass sie mich liebe und das sie es die ganze Zeit über getan hatte. Da versprach ich ihr zurückzukehren am nächsten und jedem anderem Tage. Ich verabscheute den Gedanken in mein Haus zurückzukehren und das zu einer Frau, die ich nicht liebte. Und ich hasste es, Patty niemals die Wahrheit über all das gesagt zu haben.
Da sagte sie in eben diesem Moment: "Gott allein weiß warum er uns noch einmal zusammengeführt hatte." Diese Worte brennen bis heute in meiner Erinnerung und werden mich verfolgen bis ans Ende meiner Tage.
Und Gott weiss das ich im tiefsten Herzen und mit all meiner Seele nicht von Patrizia lassen wollte. Nur ein wieder wollte ich zurück zu meiner Ehefrau und Haus. Ich wünschte mir so sehr dass dieser Moment mit Patrizia nie Enden würde. Herausgelöst aus der Welt und Zeit wünschte ich das dieser Augenblick eingefroren werden würde in dem Sie und Ich uns gegenüberstehen, uns berührten und unsere Blicke verschmolzen. Doch letzten Endes musste ich gehen, nach meinem Zuhause und Frau, um die Beschwerden und Vorwürfe zu hören, wie ich es jeden anderen Tag auch getan hatte.
Das Wochenende war lang ohne Patrizia. Und schwer war es nicht an sie zu denken, was sie tat oder ob es jemanden anderen gab, der sie begehrte. Ich verfiel in Eifersucht ohne jeden Grund. Ich hatte nicht das Recht sie zu begehren und nach dem, was ich ihr antat. Ich führte mich wie ein Idiot auf.
Aber um Gotteswillen was tat ich nur? Es dürfte nicht sein, dass ich mich verliebte! Ich war verheiratet! Es gab Dinge, die sich nicht Kontrollieren ließen. Verflucht sei mein Glück!
Doch ich besuchte Patrizia weiterhin, für Monate und war offiziell ihr Verlobter. Sie präsentierte mich ihren Eltern und ihrer Tochter, die Tochter die ich mir immer gewünscht hatte. Wir machten gemeinsam Pläne für die Zukunft. Wir sprachen von Heirat und Kinder. Und ich schwöre, dass ich wirklich für immer mit ihr sein wollte, bis an Ende quer Tage. Alles hätte so perfekt sein können, wenn… Ja, wenn ich nicht verheiratet gewesen wäre. Niemals hatte ich mich von meiner Ehefrau getrennt. Patrizia was eine so edle und anständige Frau. Wie hätte ich es dieser meiner wahren Liebe antun können, sie zur Geliebten eines verheirateten Mannes zu machen. Und das, nachdem ich sie schon einmal zu sehr verletzt hatte? Was wenn ihre Familie und Freunde es herausfanden? Was würden die Nachbarn hinter ihrem Rücken reden? Wie könnte ich ihr nur das zufügen? 'Meine Liebe, du hast so viel Besseres verdient und ich wünschte dir alles Glück der Welt, so wahr ich dich liebe.' Ich wollte sie nicht verlieren, doch ich musste eine Entscheidung treffen. Weitere Tage vergingen und ich hätte der glücklichste Mensch der Welt sein können, wenn mein Gewissen mir nicht so zugesetzt hätte.

Und dann kam jener dunkle Tag, an dem ich nicht mehr sie besuchte. Ich traf sie auch nicht mehr oder rief sie an. Ich fühlte mich wie ein verabscheuungswürdiges Tier. So sehr ich sie liebte dürfte ich sie nicht mehr belügen. Doch ebenso hatte ich nicht den Mut ihr in die Augen zu sehen und zu sagen: "Nicht mehr!" Ich tat es schon wieder, ich verletzte sie, die ich überall liebte. Doch besser dies, ein Schmerz im Moment, als das ich Unehre über sie brachte.
Sie versuchte mehrmals mich anzurufen. Doch wenn ich ihre Nummer sah, antwortete ich nicht. Dann hörten die Anrufe auf, sie sendete mir lediglich eine kurze SMS: "Ich habe verstanden." In diesem Moment glaubte ich zu sterben, es war als rammen mir jemand wieder und wieder einen Eiszapfen ins Herz.
Ich dachte dies war das Beste für sie und um sie vor größeres Leid zu bewahren. Und ich konnte meine Ehefrau auch nicht verlassen. Sie war allein in der Welt, hatte keine Familie mehr, da war nur noch ich. Ich blieb bei ihr aus Mitleid, nicht aus Liebe, denn ich fürchtete sie würde ich etwas antun, wenn ich ginge.

Es verging eine furchtbare Ewigkeit von zwei Monaten. Eine Zeit, in der ich mich vollständig von allen und jedem absonderte. Ich hatte Angst, dass sie Fragen stellen würden. Und ebenso wollte ich nicht hören, wenn meine Patrizia mit jemanden anderes ausging. Ich wünschte es ihr, oh ja, alles Glück hatte sie verdient, aber hören konnte ich es nicht. Doch ja es war nicht richtig. Nichts was ich getan hatte, war richtig gewesen. Und hätte ich nicht erneut alles falsch gemacht, vielleicht hätten die Dinge einen anderen Verlauf genommen.
Am Tage meines Geburtstages, dem 22. Dezember, ertönte mein Handy zu sehr früher Stunde. Eine mir unbekannte Nummer, doch es war sie! Meine geliebte Patty! Was sollte ich sagen? Ich schämte mich. Sie erinnerte sich noch meiner. Sie wollte mir gratulieren, nach dem was ich ihr angetan hatte. Sie sagte, dass sie immer an diesen Tag erinnert hatte, in all den vergangenen Jahren. Und sie wünschte mir das Beste dieser Welt. Ich fühlte mich Miserable und wünschte ihr zu sagen, wie sehr ich sie noch immer liebte, dass ich mit ihr vereint sein möchte und dass keineswegs nur in dieser Welt, sondern auch in der nächsten. Doch wie hätte ich noch das Wort an sie richten dürfen, ich war es nicht wert die Luft zu atmen, die sie atmete. Sie war eine so würdevolle Frau, bewundernswert, so edel und ich war ihrer nicht wert. Wir redeten einen Moment und nie beklagte sie sich über irgendetwas. Sie strahlte eine so überirdische Würde und Ruhe aus. Unfassbar nach alle dem. Als Einziges erinnerte sie mich wie sehr sie mich, immer geliebt hatte und das sie mich für immer lieben werde, trotz jeder Entfernung und Zeit und das es schon nicht mehr von Bedeutung war, was geschah, sie würde immer für mich da sein und warten…

An jenem selbigen Tag rief mich Silvio an, er war ein gemeinsamer Freund mit Patty. Er kam mir etwas seltsam vor in seinem Verhalten, so als würde er etwas verschweigen. Zunächst glaubte ich er machte seine seltsamen Scherze, wie es seine dumme Art war und rief nur an, um mir zu gratulieren. Doch da er nicht zum Punkt kommen wollte, fragte ich:
"Was ist los mit dir?"
"Wenn du schon danach fragst… Aber ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll… Immerhin ist heute dein Geburtstag. Ich wollte es dir nicht erzählen, aber vielleicht ist es doch notwendig."
"Sag mir, was los ist mit dir!", forderte ich beunruhigt. Er erschreckte mich.
"Es ist…", er ringte mit den Worten. Und sein nächstes Wort versetzte mich in Panik. "Patty…"
"Was?", schrie ich ihm zu. "Sag mir, was mit ihr ist!"
"Patty ist tot, Daniel. So, nun ist es raus." Es folgte eine Pause. Ich glaubte meine Seele in Tausende Scherben zerspringen zu fühlen und wahr gelähmt, unfähig zur minimalsten Reaktion. Erst als ich realisierte, dass Silvio das Gespräch abbrechen wollte, fasste ich mich wieder. Mit letzter Kraft hauchte ich ins Handy und glaubte doch zu schreien:
"Was… was… ist ihr… zugestoßen? "
"Ein Unfall mit dem Auto. Sie war sofort tot. Doch als ich das letzte Mal mit ihr sprach, bat sie mich dir auszurichten, dass sie dich allein immer geliebt habe und es niemals lassen werde, trotz allem was war, sie würde immer auf dich warten, bis du endlich bereit seist."
Ich ertrug das nicht mehr und begann zu weinen. Und auch Silvio viel es schwer mir alles zu erzählen. Er hatte uns beiden immer von allen Freunden als nächster gestanden. Er kannte den Schmerz der Familie wie ein Bruder und Sohn, trauerte mit der Kleinen, die nun keine Mutter mehr hatte. Silvio war jedem Moment dieser schweren Zeit bei ihnen. Er erzählte, dass er die Kleine gestern zu ihrem Vater gebracht hatte, da sein Besuchsrecht war, so wie jede Woche für zwei Tage. Dann weinte auch er.
Doch dann reaktionierte ich. "Wie sagtest du? Du hast es gestern schon gewusst? Wann war das geschehen mit Patty?"
"Vor drei Tagen.", antwortete er unter Tränen. "Heute haben wir sie beerdigt, auf dem Alten Friedhof."
"Das kann nicht sein!", flüsterte ich. Aber Silvio verstand mich nicht richtig, glaubte ich wolle die Realität nicht akzeptieren.
"Das ist nicht möglich!", wiederholte ich mein Erstaunen. "Sie hat mich angerufen. Um mir zu gratulieren, heute Morgen."
"Daniel du halluzinierst, sie starb vor drei Tagen! Vielleicht hast du es nur geträumt."
"Niemals! Das kann nicht passiert sein."
Ich beendete unser Gespräch wie ein geistig Verwirrter und schimpfte über Silvio, meinte er würde einen bösen Scherz mit mir treiben. Nach der Arbeit ging ich nach Hause, ohne meiner Frau meinen aufgewühlt Zustand erklären zu können und fertigte sie ab mit dem Verweis auf ein unerklärliches Unwohlsein. So verging die Nacht unfähig dazu Schlaf zu finden. Sobald ich die Augen schloss, sah ich ihr Gesicht. Ihr sanftes und liebliches Gesicht, das mir zu lächelte. Es würde nicht mehr lächeln, befürchtete ich. Die Ungewissheit trieb mich in den Wahnsinn.
Noch einen Tag ließ ich in diesem Zustand vergehen. Einen ganzen weiteren Tag. Dann könnte ich nicht mehr und suchte ihre Eltern auf, wagte es mein Gesicht ihnen zu zeigen, mit aller Scham und Schuld beladen. Doch ich bräuchte Gewissheit. Ich fand sie in Trauer und weinend. Alles war, wie Silvio es berichtet hatte.
Ich vertraute ihnen die Sache mit dem Anruf an. Auch sie könnten es nicht glauben. Die Mutter weinte und sagte das ihre Tochter selbst im Jenseits sich um die anderen sorgte. Ihr Bruder holte das Handy seiner Schwester und zum allgemeinen staunen, da gab es einen Anruf zu meiner Nummer, um 8:07 Uhr, am 22. Dezember. Aber niemand konnte das glauben. Sie starb drei Tage vorher, es war unmöglich. Ich spürte einen kalten Hauch in meinem Nacken und sah das das Handy sich mit Reif überzogen hatte.
"Sie wollte sich von dir verabschieden. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr sie dich geliebt hat", sagte die Mutter unter Tränen.
"Doch, ich wusste es", entgegnete ich die Tränen zurückhaltend. "Aber ich war ihrer unwürdig."

Ich verabschiedete mich von der Familie und die kleine Jacqueline umarmte mich fest, während ich Patrizia in ihrem Gesicht wiedererkannt. Da ertönte ein Ton im Handy von Patrizia. Ihr Bruder sah die SMS und plötzlich bemerkte ich einen Ausdruck der Überraschung im Gesicht des Bruders.
"Was ist?", fragte ihn alle zu gleich.
"Die Nachricht…", er zitterte und reichte mir das Handy. "Es ist für dich."
Und ich las da: "Es interessiert nicht die Entfernung, der Zeit und Raum, du bist die Liebe meines Lebens. Immer werde ich dich lieben. Ich werde auf dich warten, sei glücklich mein geliebter Daniel."
Es waren Worte wie im Anruf, als sie zu mir sprach, obwohl sie bereits tot gewesen sein musste.
"Sie ist gegangen, aber sie wollte dir einen letzten Gruß senden", sagte die Mutter und ich hätte den Wunsch zu weinen.

Ich hatte Pattys Handy in meiner Hand, als ich wie betrunken durch die Straßen lief, die SMS hatte das Datum vom 24. Dezember, um 9:03 Uhr. Und niemanden mehr ließ ich dieses Handy berühren. Ein sanfter Schneefall setzte ein, am grauen Himmel, mit großen Flocken, schön wie und sanft wie Federn von den Flügeln der Engel, doch kalt wie der Tod. Kinder tollen umher und freuten sich, während Eltern in den warmen Häusern die Weihnachtsbäume schmückten. Es roch nach Bratäpfeln und Gänsebraten mit Maronen. Ich aber nahm alles nur am Rande war, wie trunken fühlte ich mich und wahrscheinlich glaubte das auch die Passanten, die mich ansahen.
"Da hat einer aber schon früh das Feiern angefangen!"

Ich weiß nicht, wie es geschah, doch mit einem Mal fand ich mich wieder am Friedhof, suchte das Grab von meiner Patty, um mich zu verabschieden und ihr endlich zusagen, was ich hätte seit so vielen Jahren tun sollen. Doch da könnte ich nicht mehr an mir halten und brach weinend zusammen im dichten Schnee, der immer dichter viel. Doch die Kälte spürte ich nicht, die Erinnerung wärmte mich. Meine Gedanken führten mich zurück an die Schule, als alles begann: "Meine kleine Patrizia! Wie sehr ich dich vermisse." Meine Worte wurden schwächer durch den überwältigenden Schmerz.

Da waren die gemeinsamen Stunden, der erste Kuß… Alles durchlebte ich erneut. Diesmal sagte ich nichts mehr auch flossen keine Tränen mehr. Jetzt lächelte ich nur schwach. Dann erlosch die Erinnerung und ich öffnete die Augen sah die tanzenden Schneeflocken. Kurz erinnerte ich mich erneut an die Kälte. Doch dann sah ich sie wieder, meine Patty und vergaß alles. Ich und Patty, wie wir an einem weißen Weihnachtsabend im Park der Stadt tanzten. Eine angenehme Wärme durchflutet mich. Ja, es war Wärme und Müdigkeit.

"Patrizia! ", glaubte ich zu rufen, als die Erinnerung erlosch. Doch es kam nur noch ein Flüstern über meine Lippen. Dann war ich allein, bis ich meinte, eine Hand zu spüren, die mich wärmend über die Wange strich. Das riss mich aus meinen Träumen und hob meinen Kopf. Doch es war Patrizia!
"Meine Patty!" Ich lachte freudig auf. Und sie lächelte mir zu, so sanft wie immer, wie ein himmlisches Wesen kam sie mir vor. Eine Brise erhob sich und in einem der Häuser erlosch eine Kerze. "Ich liebe dich Patrizia!", rief ich ihr zu. "Ich habe dich immer geliebt und will dich nicht verlieren. Lass mich bei dir bleiben. Es interessiert nicht die Entfernung, der Zeit und Raum, du bist die Liebe meines Lebens."
Sie reichte mir ihre Hand und ich nahm sie in die meine. Dann gingen wir gemeinsam fort und kamen nie wieder.

Es war der nächste Tag, an dem die Leiche von Daniel gefunden wurde. Er lächelte noch immer, obwohl seit Stunden tot. Und die Leute fragten sich was ihn zum Lächeln gebracht haben möchte, während er erfroren war.


Und wie ich es Ihnen am Anfang schon sagte, diese Geschichte ist wahr. Selbstverständlich wurde sie überarbeitet im literarischen Stil, doch das war es, was geschah vor nur wenigen Monaten. Ich überlasse es Ihnen es zu glauben. Aber ich hoffe, dass Sie daraus lernen, nicht die wichtigen Dinge des Lebens zu vernachlässigen. Doch über alles sagen sie dieser speziellen Person in ihrem Leben, wie sehr sie ihn lieben, wann immer es geht. Morgen mag es bereits zuspät sein.
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