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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der letzte Sprung
Eingestellt am 15. 06. 2001 20:11


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Engel des Lichts
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jun 2001

Werke: 8
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Wind fegt ├╝ber die einsame Gegend, wirbelt Staub und Ger├Âll mit sich herum.
Meine Haare werden von diesem Spiel mitgerissen, der Wind zerrt an ihnen erbarmungslos, will mich mit sich ziehen. Aber nur die Tr├Ąnen, die unaufhaltsam ├╝ber meine Wangen rollen, ├╝berlassen sich dem Tanz des Windes, wehen fort in die Ferne, in die Einsamkeit, um der Einsamkeit zu entfliehen, in der sie entstanden. Von Einamkeit zu Einsamkeit, ein Ablauf, der nicht nur die Tr├Ąnen erfa├čt, sondern auch alles andere- wie mein Leben. Vor der Einsamkeit geflohen in irgendeine Richtung, bin nicht entkommen, wurde eingeholt. Jetzt ist nur noch ein Fluchtweg offen, die letze Flucht.

Stehe unbeweglich am Abgrund, meine Rettung, doch f├╝r einen schrecklichen Preis.
Meine starren Augen blicken in die Ferne, sehen keinen Hoffnungsschimmer am Horizont, nur graue, d├╝stere Farben, die weder Trost noch Hoffnung schenken. Das Wort Liebe kennen sie nicht.
Jetzt ist er da, der Augenblick des Sprungs. - Kann nicht.
Stehe da, zittere, wende mich ab, schlie├če die Augen, mein Atem ist unruhig.
Warum kann ich nicht, kann ich nicht springen? Warum gelingt es mir nicht? Was ist denn noch ├╝brig von mir und meinem Leben?
Es f├Ąngt an zu regnen. Der Wind und der Regen lassen mich erzittern. K├Ąlte umgibt mich. Innere K├Ąlte erf├╝llt mich schon l├Ąngst. F├╝hle die N├Ąsse, das Eis, den Schmerz, der mich zu durchbohren scheint.
Drehe mich um, wage mich an den Rand des Abgrunds, blicke hinunter in das schwarze Nichts. Wie wohl wird mir sein„ wenn mich diese Schw├Ąrze umgibt, mein Sein ausf├╝llt, den Frieden der Seele zur├╝ckgibt. Eine Seele, die umherirrt, gepeinigt und verletzt. Dann der Aufprall, und alles, auch der Schmerz, der mich qu├Ąlt und leiden l├Ą├čt, ist vorbei. Nur ein Sprung, ein einziger Sprung, der alles l├Âschen wird.

Mein Atem ist ruhig, mein K├Ârper entspannt, Geist und Herz bereit, willig zum Sprung.
Der Regen l├Ą├čt nach, Fr├Âsteln und Schauer durchrieseln meinen K├Ârper. Der Wind beruhigt sich, zerrt nicht mehr, sondern streichelt sanft mein Haar. Ich bin entschlossen zu springen.
Hebe an, genie├če den Fall, rase dem Grund entgegen -sp├╝re W├Ąrme. Ich blicke nach oben. Die dichte Wolkendecke durchbrochen erhellen Sonnenstrahlen die Welt, w├Ąrmen, erhalten. Sie scheint also doch wieder.

F├╝r mich zu sp├Ąt. Ich bin gesprungen. Es wird mein letzter Sprung sein.

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