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Leselupe.de > Science Fiction
Der letzte Tag (Schreibaufgabe Juni)
Eingestellt am 25. 06. 2004 10:20


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endlich
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2004

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Jetzt fällt mir schon mal was zu einer Schreibaufgabe ein, und dann geht im SF-Forum die "Fantasy" mit mir durch!
Also wo postet man so einen Text?
Ich stell ihn vorerst hier rein, weil die Aufgabe auch hier steht, ihr könnt ihn aber gerne nach Fantasy oder sonstwohin verschieben!



Der letzte Tag

Sie brauchte nur den Kl√§ngen zu folgen, die sehns√ľchtig dr√§ngend nach ihr riefen. So entdeckte sie immer neue Orte, an denen es warm und gem√ľtlich war. Orte, wie geschaffen, um sich zu teilen.

Lange bleiben konnte sie nie, denn wohin sie auch ging, folgte ihr der Lärm. Er fraß die Musik und rief die Wächter herbei, um ihr und ihren Schwestern den Tod zu bringen. Doch sie war das Wanderleben gewöhnt und entwischte jedes Mal.

Was scherte sie der L√§rm? Was scherten sie die W√§chter? Sie lebte gl√ľcklich, freute sich an den himmlischen Kl√§ngen, die ihr den Weg wiesen, und teilte sich.

Eine uralte Prophezeiung k√ľndete vom Ende der Welt, von einem allerletzten Tag, an dem alle Musik sich in L√§rm verwandeln und sie und alles, was lebte, in eine Tiefe rei√üen w√ľrde, aus der es kein Entrinnen gab.

Andere behaupteten, das sei nur ein albernes Märchen. Die Musik sei ewig und allgegenwärtig, nichts könne sie letztlich vernichten.

Doch so richtig interessierte das eigentlich niemanden, h√∂chstens ein paar Fanatiker. Die einen waren gl√ľcklich, die anderen weniger, alle lebten, freuten oder √§rgerten sich, folgten den Kl√§ngen und teilten sich.

Der Tag der Prophezeiung kam, als ihn niemand erwartete. Nicht einmal die waren vorbereitet, die fest an seine Existenz - nat√ľrlich in ferner Zukunft - geglaubt hatten.

Zuerst war da nur ein winziges, kaum wahrnehmbares Stolpern der Melodie, ein falscher Ton, ein schwaches Beben hier und da, aber so etwas passierte schon einmal, das war sicher nicht weiter schlimm ...
Dann kam der Lärm, wie er immer kam, nur die Wächter, erst ein wenig zu spät - wie schön, ... dann ziellos, wie blind ...
Umso mehr hatte sie das Leben genossen, ein Leben ohne Wächter, ein Leben wie im Paradies ...

Pl√∂tzlich geschah alles gleichzeitig. Die Musik √ľberschlug sich, T√∂ne fielen √ľbereinander und durcheinander. Von einer Sekunde auf die n√§chste beherrschte ein heilloses, dissonantes, kreischendes Chaos die Welt.

Viele flohen kopflos hierhin und dorthin - auf jedem nur denkbaren Weg versuchten sie ihrem Ende zu entgehen. Sie selbst und ein paar ihrer Schwestern blieben, wo sie waren, √ľberw√§ltigt von dem L√§rm, erstarrt vor Angst und Schreck.

Pl√∂tzlich wurde sie von einer ungeheuren, unbegreiflichen Macht hinausgeschleudert in eine eisige, t√∂dliche K√§lte, vielleicht gar √ľber den Rand der Welt. Sie wusste nicht, wie oder warum, konnte sich nicht f√ľrchten, nicht einmal nachdenken - angesichts dieser K√§lte.

Kurz bevor sich die Kälte in sie hineinfressen konnte, um sich in ihrem Inneren in ewiges Nichts zu verwandeln, wurde sie von einem Sog erfasst, der sie taumelnd in die Tiefe riss. Aber die Tiefe war nicht der Tod. Es wurde wärmer, und sie erholte sich schnell.

Staunend bemerkte sie, dass sie ganz alleine war, die Welt um sie herum erf√ľllt von einer wundersch√∂nen, fremden, vollkommen harmonischen Musik. Hatte sie als Einzige den Weltuntergang √ľberlebt? Oder war sie im Paradies?

Egal. Dieser Ort war warm und gem√ľtlich. Wie geschaffen um sich zu teilen.

Erstaunt starrte sie den Wächter an.
DIE Wächter, um genau zu sein.
Das Letzte, was sie hörte, war die Musik.

__________________
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (Albert Einstein)

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MarleneGeselle
???
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Hallo endlich,

zuerst einmal m√∂chte ich sagen, dass ich deine Story f√ľr eine SiFi-Geschichte halte. Fantasy ist bei dir nur als kleine Geschmacksnote drin. Was nicht sagen soll, dass mir dies nicht schmeckt.

Hast du dich beim Schreiben von den Weltuntergangsszenarien der Offenbarung des Johannes inspirieren lassen oder vom Immunssystem des Menschen. An Beides erinnert mich deine Geschichte.

Gr√ľ√üe
Marlene

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endlich
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2004

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Hallo MarleneGeselle,

vielen Dank f√ľr deinen Kommentar!

Eigentlich wollte ich es "Infektion" taufen (sie und ihre Schwestern sind diejenige welche), aber da ist mir jemand zuvorgekommen, ein St√ľck weiter unten in der Liste.

Und, wie man sieht, hat es durchaus seinen Reiz, dass sich jetzt jeder seine eigenen Gedanken machen kann!

Wenn auf die Weise sogar noch ein bisschen SciFi rauskommt, werde ich vielleicht auch nicht verschoben. *grins*

Viele Gr√ľ√üe
endlich
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Mazirian
???
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Ich w√ľrde sogar sagen es ist lupenreine Science Fiction. Fantasy-Elemente hab ich eigentlich gar keine gefunden. Gef√§llt mir sehr gut, der Text. Der Plot ist zwar recht naheliegend, aber der Stil und die Atmosph√§re sind sprachlich sehr gut gelungen. Ich find's auch positiv, dass man die Schreibaufgabe nicht unbedingt kennen muss, um den Sinn zu verstehen.

Einzig den Schluss (die letzten 3 Sätze) finde ich ein bisschen zu sparsam und abrupt. Nicht vom Sinngehalt her, aber einfach weil die Sätze so kurz sind. Vielleicht nur ein kleiner Schlenker, dass die fremden Wächter bedrohlicher aussehen, als die alten, oder so. Aber wenn's sonst niemanden stört, lass es lieber wie's ist.

Und nicht ein Rechtschreibfehler! Daf√ľr gibt's einen Extrapunkt

sch√∂ne Gr√ľ√üe

Achim
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Es ist alles schon gesagt worden - nur noch nicht von jedem (Karl Valentin)

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endlich
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Hallo Achim,

freut mich, dass es dir gefällt!

Okay, wenn ihr das alle meint, dann ist es wohl wirklich SciFi, umso besser! Hatte blo√ü bef√ľrchtet, philosophierende Bazillen geh√∂rten eher ins Reich der Fantasy. :-)

Mit den letzten drei S√§tzen, das √ľberleg ich mir nochmal.

Meine Idee war, dass sie in der neuen Situation einfach zu lange gebraucht hat, um die Wächter zu bemerken, und dann blieb ihr keine Zeit mehr, noch irgendwas zu denken.
Deshalb sind die Sätze auch so kurz.

Aber nur, weil ich mir was dabei gedacht habe, muss es noch nicht gut sein. Vielleicht √§u√üern sich ja noch andere dazu, w√ľrde mich interessieren.

Hatte vorher auch mal kurz in Betracht gezogen, die Geschichte drei Sätze eher enden zu lassen, aber aus Mitleid mit dem nächsten Opfer ...
Und au√üerdem ist es ein Weltuntergang, den darf keiner √ľberleben! ;-)

Viele Gr√ľ√üe
endlich


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jon
Foren-Redakteur
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Lektor
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Ich dachte nicht an Bakterien beim Lesen, aber das nur nebenbei…
Ebenso nebenbei: Ist "sie" durch den ‚Äěletzen Nieser‚Äú √ľbertragen worden? Oder saugt jemand an der (Fast-)Leiche? Irgendwie setzt da meine Vorstellungskraft aus‚Ķ


Mein "Hauptproblem" mit dem Text ist, dass er (m.E. und im Gegensatz zu Mazirians Empfinden) nur verst√§ndlich wird, wenn die Schreibaufgabe bekannt ist. Das reicht f√ľr "Aufgabe erledigt" sicher aus ‚Äď aber es ist schade um den sch√∂nen Klang des Textes, der au√üerhalb des Rahmens "Aufgabe erledigt" nicht funktioniert.

Details:
Der Tag der Prophezeiung kam, als ihn niemand erwartete. Nicht einmal die waren vorbereitet, die fest an seine Existenz (nat√ľrlich in ferner Zukunft) geglaubt hatten.
…besser Gedankenstriche statt der Klammern (, die in erzählenden Texten eigentlich tabu sind).

Zuerst war da nur ein winziges, kaum wahrnehmbares Stolpern der Melodie, ein falscher Ton, ein schwaches Beben hier und da, aber so etwas passierte schon einmal, das war sicher nicht weiter schlimm ...
Dann kam der Lärm, wie er immer kam, nur die Wächter, erst ein wenig zu spät - wie schön, ... dann ziellos, wie blind ...
Umso mehr hatte sie das Leben genossen, ein Leben ohne Wächter, ein Leben wie im Paradies ...

Das ist ganz sch√∂n chaotisch ‚Äď so als w√§re dem Autor die Kontrolle √ľber den Text verloren gegangen.



PS: Die Titel (in der LL) (vor allem nicht solche "profanen") sind nicht gesch√ľtzt ‚Äď wenn "Infektion" passender w√§re (was es m.E. des Erkl√§rungsgehaltes wegen tats√§chlich w√§re), dann darf der Text auch so "hei√üen".


NACHTRAG AM 16.7.2004:
Es gibt nat√ľrlich einen Titelschutz f√ľr B√ľcher ‚Ästwenn die Titel "kennzeichnungsf√§hig" sind. Mehr unter: Hier klicken

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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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