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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Der letzte Traum
Eingestellt am 27. 05. 2001 13:10


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mountainhope
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2001

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Es war schon sp├Ąt, als Sam den langen Gang zu den Duschr├Ąumen des Studentenwohnheims hinunterging.
Er fror etwas, denn der nur wenig beleuchtete Flur, in den die Zimmer von achtzehn Studenten nach rechts und links m├╝ndeten, war nicht beheizt, genausowenig wie die Etagentoilette und die Duschr├Ąume.
Aus einigen Zimmern t├Ânte laute Musik, in anderen klapperten alte, mechanische Schreibmaschinen.
Seine Badesandalen platschten bei jedem Schritt wie watschelnde G├Ąnsef├╝├če auf den gefliesten Boden. Das Ger├Ąusch hallte zwischen den grauen, mit schlechten Grafittis bespr├╝hten W├Ąnden wider und wurde sogar durch die Enge noch verst├Ąrkt.
Sam hatte ein Handtuch ├╝ber seine Schultern geh├Ąngt, das er mit der rechten Hand festhielt. In der Linken trug er sein Rasierwasser, Schaum, Rasierer, Klingen und eine Flasche mit Shampoo. Eine weitere Plastikflasche mit Duschgel steckte vorn in dem B├╝ndchen seiner Shorts.
Er mu├čte den gesamten Flur durchqueren, um zu den Duschr├Ąumen zu gelangen, denn sein Zimmer war das Erste neben der Eingangst├╝r, die, dem Duschraum gegen├╝ber, an der Stirnseite des Ganges lag.
Er schlenderte vorbei an h├Ą├člichen rot-blau-gr├╝nen Fratzen und an, in schwarzer Farbe, aufgespr├╝hten Spr├╝chen wie: ┬┤Fuck the huns┬┤ oder ┬┤Give me girls, I┬┤m sexy!┬┤.
Sam blieb vor der T├╝r zum Duschraum stehen und lauschte. Es dauerte eine Weile, bis das Echo seiner watschelnden Schritte verhallt war.
Nach einem Moment ├Âffnete er die T├╝r und ging hinein, wandte sich dann nach links, zur T├╝r des Duschraums f├╝r M├Ąnner und ├Âffnete sie.
In dem M├Ądchenduschraum rauschte Wasser und eine zierliche Stimme sang "Bohemian Rhapsodie" von Queen, aber nur die erste Strophe. Sam kannte die Stimme, es war Marlyn Smith. Sie studierte Geschichte und Biologie, und sie war sch├Ân. Sie trug ihre langen schwarzen Haare meist zu einem Pferdeschwanz gebunden, und aus ihrem h├╝bschen Gesicht schauten ein paar niedliche, dunkle Augen.
Der Duschraum der M├Ąnner war leer und eiskalt. Sam ging hin├╝ber zu einer Duschkabine und ├Âffnete den Hahn f├╝r das warme Wasser. Dann ging er zu der Wand, die den Jungen- und den M├Ądchenduschraum teilte. Hier waren vier Waschbecken angebracht und eine mit Fliesen bedeckte Stufe. Sie war etwa 1 Meter hoch, soda├č man seine Klamotten hier ablegen konnte, ohne da├č sie na├č wurden.
Dicke Nebelschwaden erf├╝llten jetzt den Raum und Sam zog seine Shorts aus, nahm sein Duschgel und sein Shampoo und ging zu seiner Dusche.
Vorsichtig drehte er an dem Hahn f├╝r kaltes Wasser, bis es f├╝r ihn eine angenehme Temperatur hatte.
Er geno├č diese Duschen am sp├Ąten Abend. Mindestens jeden zweiten Tag ging er abends um 10 Uhr zum Duschen, wenn andere heftig lernten und sich auf den n├Ąchsten Schultag vorbereiteten.
Beim Einseifen bekam Sam etwas Shampoo in die Augen.
Mit geschlossenen Augen und einem bei├čenden Gef├╝hl auf der Hornhaut, schlich er hin├╝ber zu seinem Handtuch.
Er wischte es aus und immernoch blind, ging er wieder hin├╝ber zur Dusche.
Pl├Âtzlich f├╝hlte er eine leichte Ber├╝hrung auf seinem R├╝cken, er erschrak und schleuderte herum.
"Wer ist da?"
Er nahm einen Schwall Wasser in seine, zu einer Mulde geformten H├Ąnde und wusch sich das Gesicht aus.
Da stand sie vor ihm.
So, wie Gott sie geschaffen hatte, schaute Marlyn Smith Sam mit ihren dunklen Augen an, das M├Ądchen, welches er schon so lange versuchte anzusprechen, sich aber niemals getraut hatte.
Wasser perlte an ihrer Haut herab.
"Hi, Sam." begr├╝├čte sie ihn, als sei ein nacktes M├Ądchen in einem M├Ąnnerduschraum das Nat├╝rlichste der Welt.
"Was machst du denn hier?" Sam war erschrocken.
"Duschen," und nach einem kurzen Augenblick f├╝gte sie hinzu," mit dir."
Marlyn ging auf Sam zu und wischte ├╝ber seine Brust als wolle sie sie von dem Wasser befreien.
"Ich hoffe du hast nichts dagegen."
Immernoch etwas verwirrt, sch├╝ttelte Sam nur den Kopf.
"Soll ich dir den R├╝cken einseifen?"
Etwas unsicher drehte sich Sam zur Wand.
Mit ihren zarten H├Ąnden trug Marlyn das Duschgel auf seine Haut auf.
Sie k├╝├čte seinen R├╝cken und streichelte an seinen Armen entlang. Ihre weichen H├Ąnde bewegten sich ├╝ber seine Rippen und seine H├╝fte, hinunter zu den Oberschenkeln.
Sams Herz begann zu rasen, und Blut scho├č in seinen Kopf. Er schlo├č die Augen und geno├č die zarten K├╝sse und die weichen H├Ąnde von Marlyn, die ├╝ber seinen gesamten K├Ârper wanderten.
Er drehte sich um und legte seine Arme auf ihre zierlichen Schultern. Z├Ąrtlich streichelte er ihr Gesicht und k├╝├čte ihren Hals. Ihr Kopf drehte sich leicht zur Seite, und Marlyn schlo├č die Augen.
Er zog sie an ich heran, dann f├╝hlte er ihre weichen Br├╝ste auf seiner Haut und er konnte sp├╝ren, wie auch ihr Herz begann, sich zu ├╝berschlagen. Er streichelte ihre Bauchdecke die sich immer schneller hob und wieder senkte.
Ein Beben ging durch Marlyns K├Ârper.
Sam umfa├čte ihre H├╝fte und schob sie an die Wand.
Sie st├Âhnte und dr├╝ckte ihre Fingern├Ągel, als er in sie eindrang, in seine Haut.
Doch Sam sp├╝rte den Schmerz nicht. Er f├╝hlte etwas ganz anderes. Wie ein Gewittergrollen zog es sich in ihm zusammen. Sam f├╝hlte, wie sich ein gewaltiger Sturm in ihm aufbaute. Seine Muskeln waren zum Zerreissen gespannt. Mit jeder Bewegung wurde das Gewitter gr├Â├čer. Er atmete unregelm├Ą├čig, und sein Herz raste auf Hochtouren.
Marlyn hauchte immer wieder seinen Namen.
Er sp├╝rte, das auch sie kurz vor der Explosion stand.
Dann zogen sich all seine Muskeln zusammen und das Gewitter entlud sich in einem riesigen, alles verw├╝stenden Donnergrollen.
Marlyn zitterte am ganzen K├Ârper.
Immernoch rauschte das Wasser der Dusche auf die beiden herab.
Blut flo├č von Sams R├╝cken und f├Ąrbte es rosa, es war nicht viel, man konnte es gerade noch erkennen.
"Sam, ich liebe dich." sagte Marlyn und k├╝├čte ihn auf die Wange.
Sam war au├čer Atem und nickte nur.
Er strich ├╝ber ihren R├╝cken.
Nach einem kurzen Moment sagte er: "Ich glaube, ich liebe dich auch."
Als Sam begann sich abzutrocknen, fragte Marlyn:
"Sehen wir uns morgen?"

Da flog die T├╝r auf und jemand st├╝rmte herein.
Sofort lief Marlyn zu ihrem Handtuch und warf es um uihren K├Ârper.
Es war Jim Cooper und er war betrunken.
Jim hatte eine Pistole in der Hand und er schaute Sam mit einem finsteren, unheilverk├╝ndenden Blick an.
"Du Schlampe," schrie er Marlyn an, "hast du dich nun von ihm ficken lassen?"
"Beruhige dich wieder, Jim. Es ist vorbei, das habe ich dir doch gesagt."
Ihre Stimme zitterte und aus ihren Augen blickte das pure Entsetzen.
Jim hob die Pistole an und zielte in Marlyns Richtung.
"Jim h├Âr┬┤ auf damit, das bringt doch nichts." Sie schrie.
Sam stand da, und betrachtete alles. Es kam ihm vor, wie in einem Traum oder einem billigen Film.
"Hey, Jim." rief er dem Bewaffneten zu und bewegte sich langsam zu Marlyn hin├╝ber, "du hast doch geh├Ârt, da├č sie nichts mehr mit dir zu tun haben will. Dann la├č┬┤ sie auch in Ruh┬┤. Au├čerdem, so," Sam deutete auf die Waffe, "l├Âst man solche Probleme erst recht nicht."
Jetzt stand Sam noch drei Schritte von Marlyn entfernt.
"Wenn ich sie nicht kriege, soll sie niemand haben." schrie Jim. Seine Augen waren rot vor Zorn.
Sam sprang auf und st├╝rzte sich in Jims Richtung.
Da dr├╝ckte Jim ab.
Der Knall zerfetzte die Luft und die Nebelschwaden, die im Raum hingen.

Die Kugel traf Sam direkt in den Kopf.
Sein K├Ârper erzitterte in der Luft und schleuderte den Weg zur├╝ck, den er gesprungen war.
Marlyn schrie auf, warf ihre H├Ąnde vor das Gesicht und ging in die Knie.
Von au├čen wurde die T├╝r aufgesto├čen. Sie flog Jim in die Seite, er taumelte und rutschte auf den nassen Fliesen aus. Die Pistole flog zu Boden und sauste zu der Dusche hin├╝ber, wo sie liegen blieb.
Drei andere Studenten hatten den L├Ąrm geh├Ârt und wollten nachschauen, was los war.

Sie hielten Jim fest bis die Polizei kam. Doch das war gar nicht n├Âtig, sein Kopf hing auf der Brust und Tr├Ąnen liefen ├╝ber seine Wangen.
Immer wieder fl├╝sterte er:
"Was hab┬┤ ich nur getan, das wollte ich nicht?"
Marlyn kniete neben Sam, sie weinte.

Sie hatte ihn wirklich geliebt, schon lange. Wegen ihm hatte sie mit ihrem Exfreund Jim, einem bekannten Raufbold und S├Ąufer, schlu├čgemacht.
Die Dusche ├╝bergo├č die beiden mit mittlerweile kalt gewordenem Wasser.
Der Traum, der so sch├Ân h├Ątte werden k├Ânnen, war zu einem Alptraum geworden, aus dem Sam niemals wieder aufwachen w├╝rde.
__________________
Stephan Berghoff

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Templar
Hobbydichter
Registriert: May 2001

Werke: 1
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Abend

Hm, mein Eindruck von der Geschichte ist durchwachsen.
Ich finde, Du beschreibst einige Details zu genau, wie zB den genauen Inhalt von Sams Duschbeutel, oder diese Stufe, auf der die Studenten ihre Waschutensilien ablegen k├Ânnen.

Dann gef├Ąllt mir bei dieser Stelle hier etwas nicht:
>>Nach einem Moment ├Âffnete er die T├╝r und ging hinein, wandte sich dann nach links, zur T├╝r des Duschraums f├╝r M├Ąnner und ├Âffnete sie.
In dem M├Ądchenduschraum rauschte Wasser und eine zierliche Stimme sang "Bohemian Rhapsodie" von Queen, aber nur die erste Strophe. <<


Da fehlt mir eine gelungene ├ťberleitung, wie ' er h├Ârte, das jemand im m├Ądchenduschraum sang..' oder so.

Tja, und was mir ein wenig merkw├╝rdig vorkommt, ein M├Ądchen schleicht sich mal so mirnichts dirnichts zu einem Jungen unter die Dusche, bloss weil sie ihn sympathisch findet, aber ohne ihn n├Ąher zu kennen? Und dann beteuert sie gleich das sie ihn liebt? Kenn ich eher umgekehrt.*g* Naja das ist kein Kritikpunkt, in dem Fall handelt es sich halt um ein ausserordentlich l├╝sternes M├Ądchen.

Hm, und dann das Ende, wie Sam dann stirbt, das kommt mir alles etwas k├╝nstlich vor, so eine miniatur Trag├Âdie, der sch├╝chterne Held findet Liebe seines Lebens, alles erscheint suprer und dann isser tot.. ist nich so mein Fall (vielleicht find ich's einfach zu traurig *snief*) aber anderen gef├Ąllt es sicherlich.

Jo im ├ťbrigen ganz gut geschrieben, gef├Ąllt mir.

Gr├╝sse

Templar

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Manche Leute dr├╝cken nur deshalb mal ein Auge zu, damit sie besser zielen k├Ânnen.

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